Kategorie: Reisefotografieblog Claudio Salvati Photography

  • Murmeltiere in den Zillertaler Alpen: Die besten Fotos der letzten Jahre

    Wo die Murmeltiere sich herumtreiben

    Ich bin recht zufällig zum Zillertal gekommen: Ein sehr guter Freund von mir hatte schon lange den Traum, eine Hütte in den Bergen zu haben, und 2013 fand er eine kleine, etwas heruntergekommene Hütte im östlichen Zillertal. Seit unserem ersten Aufenthalt im Herbst des gleichen Jahres erfreue ich mich jedes Mal aufs Neue, in den Zillertaler Alpen zu sein und meine Begeisterung für die wunderschöne alpine Landschaft lässt nach seit acht Jahren immer noch nicht nach.

    Murmeltier im Zillertal, Österreich.
    Murmeltier im Zillertal, Österreich.

    Doch was hat das Zillertal mit Murmeltieren zu tun?

    Sehr viel, denn es wird zu gutem Grund auch Tal der Murmeltiere genannt. Diese Nager sind nämlich dort vermehrt anzutreffen, manchmal auch in Gruppen von über 60 Murmeltieren. Sie lassen sich gewöhnlich zwischen 800 bis sogar 3.000 Hm nieder, so dass die Alpen im Zillertal der perfekte natürliche Habitat für diese Tiere sind.

    Aber bevor ich mich den Murmeltieren widme, möchte ich Dir kurz etwas zum Ursprung des Zillertals erzählen.

    Der Ziller – die sprudelnde Lebensader des Zillertals

    Fabelhafte Berglandschaft im Winter im Zillertal, Österreich.
    Fabelhafte Berglandschaft im Winter im südlichen Zillertal, Österreich. Ganz hinten ist Mayrhofen zu sehen.

    Wo kommt der Name Zillertal eigentlich her? Vom Ziller! Auf einer Länge von über 50 km fließt der Ziller durch das nach ihm benannte Tal. Der Ursprung des Flusses ist im Zillergrund, wo auf einer Höhe von knappen 2.300 Metern der Fluss entspringt. Die Quelle des Zillers befindet sich am Hauptkamm der Zillertaler Alpen zwischen Klockerkarkopf und Rauchkofel.

    Die älteren Ortschaften liegen meistens auf den Schwemmkegeln der Seitenbäche, die in den Ziller fließen. Industrie und Gewerbe sind eher am Talboden zu finden, Streusiedlungen und Einzelhöfe ziehen sich weit die Hänge hinauf und gehen in die Almregion über.

    Die Straße Richtung Süden hört kurz nach dem Schlegeisspeicher auf, jedoch ist es möglich, zu Fuß oder auf dem Rad bis nach Italien zu kommen, nämlich über das Pfitscherjoch. Dieser Grenzübergang ist besonders bei Mountainbike-Fahrern beliebt, da es für viele Alpenüberquerungen genutzt wird. Auf dem höchsten Punkt befindet sich das Pfitscherjochhaus, bei dem Wanderer und Radfahrer rasten können. Von dort aus ist es möglich, zu mehreren Dreitausendern zu gelangen, z.B. zur Grabspitze (3059 m), zum Hochsteller (3097 m) und zur Hohen Wand (3289 m).

    Eine YouTube-Playlist mit Drohnenaufnahmen vom Zillertal

    Tiere des Zillertals

    Alpenmurmeltier

    Murmeltier im Zillertal, Österreich.
    Wachsames Murmeltier im Zillertal, Österreich.

    Der Name “Murmeltier” stammt vom althochdeutschen “murmunto”, das seinerseits vom lateinischen “Mus montis” abgeleitet wurde, was soviel wie Bergmaus bedeutet.

    Das Alpenmurmeltier ist seit der Eiszeit im Zillertal ansässig und auch in der Nähe von Gletschern anzutreffen, weil es dort der sommerlichen Hitze entkommen kann. Ihr natürlicher Habitat sind deswegen alle Gebirgshöhenlagen, in denen sie passende Umweltbedingungen vorfinden. Das ist wohl ein physiologischer Bedürfnis aus der Eiszeit, das dafür sorgt, dass sie selten unter 800 Hm anzutreffen sind.

    Deswegen geraten Murmeltiere schnell in Hitzestress und sind im Sommer selten tagsüber anzutreffen, wenn die Temperatur ansteigt.

    Murmeltiere, auch Marmotini oder Murmelis genannt, erwecken den Eindruck, als würden sie Sonnenbäder lieben. Doch dieser erste Eindruck trügt: Liegen Alpenmurmeltiere mal flach vor ihren Bauen oder auf Felsen in der Sonne, nehmen sie kein Sonnenbad, sondern tun dies nur, um Parasiten abzuwehren.

    Was ich nicht wusste: Murmeltiere können bis zu 15 Jahre alt werden! Sie leben in großen Gemeinschaften, die aus je einem Paar und dessen Verwandten besteht, in einem unterirdischen Bau mit ausgedehntem Gangsystem. Sie begrüßen sich untereinander, indem sie ihre Nasen aneinander reiben und ihre Köpfe zusammenstecken.

    Murmeltiere im Zillertal, Österreich.
    Murmeltierfamilie im Zillertal.

    Murmeltiere ernähren sich vorwiegend von Pflanzen, nämlich von Kräutern, Gräsern, Blüten und Wurzeln – manchmal auch von Samen, Früchten und Insekten – und verlassen den Schutz ihres Baus vor allem zur Abenddämmerung, um Nahrung zu sammeln. Aus diesem Grund benötigen sie bergigen Rasen, um genügend Nahrungspflanzen zu finden. Sie lieben tiefgründigen Boden, um mit ihren Grabpfoten tiefe und weit verzweigten Murmeltierbaue mit Kammern und Gängen zu buddeln.

    Dorthin ziehen sie sich bei großer Hitze im Sommer, bei Gefahren oder im Winter für den Winterschlaf zurück. Erfreulicherweise sind Murmeltiere tagaktive Lebewesen, so hast Du große Chancen, sie an nicht zu warmen Tagen in entsprechenden Höhenlagen beobachten zu können.

    In einigen Regionen sind Murmeltiere sogar so zugänglich und an Menschen gewöhnt, dass Du ihnen ganz nah kommen kannst, obwohl sie normalerweise sehr scheue Tiere sind.

    Der natürliche und wohl gefährlichste Lebensfeind der Murmeltiere ist der Steinadler. Um sich zu schützen, haben die Nager verschiedene Strategien entwickelt: Sie sind sehr wachsame Tiere und warnen sich gegenseitig durch schrille Warnrufe, die Du bestimmt schon mal in den Bergen gehört hast.

    "Gefahr am Boden" wird durch eine Pfeifserie angekündigt, "Gefahr aus der Luft" durch einen langgezogenen Pfiff.

    Das Murmeltier, welches die Gefahr als erstes entdeckt, alarmiert seine Artgenossen durch lautes Pfeifen, so dass sich seine Kumpanen in Sicherheit begeben können. Je nach sozialem Rang bleibt das warnende Murmeltier wachsam, bis all seine Artgenossen in Sicherheit sind, oder begibt sich in die Flucht.

    Früher wurden Murmeltiere gejagt und ihr Fleisch in der Küche verwendet; heutzutage passiert dies selten. Ihr Fett findet jedoch nach wie vor in der traditionellen Volksmedizin Verwendung, denn angeblich wirkt es gegen Übelkeit, Magenleiden sowie Husten und wird zur allgemeinen Stärkung in Form von Murmeltieröl oder Murmeltiersalben eingesetzt.

    Im Zillertal gibt es auf einigen Wanderungen fast eine Murmeltiergarantie, so oft kommen diese Nager dort vor. Dann kannst Du sie bei ihren alltäglichen Aktivitäten beobachten.

    Weitere Tiere des Zillertals

    Alpengämsen

    Fliehende Gämse im Zillertal, Österreich.
    So wie der Jäger seine Schwierigkeiten hat, ist es auch für uns Fotografen kein leichtes Spiel, Gämsen zu finden. Vor allem ihre Scheu und der ausgeprägte Fluchtinstinkt erschweren ein Ablichten, denn eine spontane Begegnung im Wald endet oft damit, dass die Tiere schon weg sind, bevor ich die Fotokamera überhaupt hochgenommen habe.

    Alpengämsen werden in der Jägersprache einfach Gämsen oder Gamswild genannt. Sie gehören zu den Ziegenartigen in der Familie der Hornträger und Unterfamilie der Antilopinae und sie kommen im europäischen sowie kleinasiatischen Alpenraum vor.

    Bevorzugt halte sich Gämsen im oberen Waldgürtel, kurz vor der Baumgrenze, auf. Im Sommer kannst Du allerdings auch erleben, wie sie noch ins Gebirge hinauf klettern, vor allem wenn sie sich gestört fühlen, und manchmal sogar in unwegsame Gebiete.

    Sie ernähren sich besonders von jungen Trieben der Alpensträucher und Bäume, aber sie verspeisen ebenso Kräuter, Blätter, Gräser und im Winter auch Flechten und Moos.

    Weibchen und Jungtiere leben in Herden zusammen mit 15 bis 30 Tieren, Böcke sind jedoch Einzelgänger. Sie schließen sich erst im Spätsommer der Herde an, wo sie den männlichen Nachwuchs, wenn er alt genug ist, um die Weibchen zu konkurrieren, vertreiben und sich kämpferisch gegen Geschlechtsgenossen behaupten.

    Gämsen paaren sich um die zweite Novemberhälfte; die Jungen werden dann zwischen Ende Mai und Anfang Juni geboren, meistens einzeln, manchmal aber auch zwei oder drei. Weibliche Gämsen können bis zu 20 Jahren alt werden, Gamsböcke bis zu 15 Jahren.

    Im Laufe eines Jahres ändert sich die Farbe des Fells: Im Sommer rötlich-braun, im Winter dunkelbraun oder braunschwarz.

    Da Gämsen meist in unzulänglichen Gebieten aufhalten, ist die die Jagd auf sie oft mühsam und gefährlich. Dennoch ist die Gams ein sehr beliebtes Wildtier und jedes Jahr werden mehrere Tausend Tiere erlegt. Von dem Tier wird alles verwertet: Das Gamsfleisch soll wohlschmeckend sein, aus dem Gamsfell wird Leder hergestellt, Hörner und Haare des Widerrists von Böcken werden zu Stockgriffen und Gamsbärten für Hutschmuck verwendet.

    Reh und Hirsch

    Reh im Zillertal, Österreich. Eins der vielen Tieren, die Du beim Männerabenteuer sehen kannst.
    Reh im Zillertal, Österreich. Kurz darauf ist das Tier in wenigen Sprüngen aus meinem Sichtfeld in den Wald verschwunden.

    In den Wäldern Mitteleuropas ist das größte Säugetier der Rothirsch, wenn wir von den wenigen Braunbärenexemplaren absehen. Männliche Hirsche und Rehe werfen im Februar bis April jährlich ihr Geweih – bei den Rehen sagen die Jäger auch “Gehörn” dazu – ab; Weibchen tragen keins.

    Die Männchen werfen ihr Geweih zu einem Zeitpunkt ab, an dem ihr Testosteronspiegel seinen niedrigsten Stand erreicht hat.

    So wie viele Wildtiere ist auch der Rothirsch menschenscheu und er ist überwiegend in Waldbiotopen zu finden, in denen er dem Kontakt mit Menschen am geringsten ausgesetzt ist. 

    Das Reh ist mit dem Rothirsch nur entfernt verwandt. Rehe wirken zunächst neugierig, da sie bei Geräuschen nicht sofort weglaufen. Dabei handelt es sich um ein Verhalten, bei dem sich das Reh Klarheit über die Ursache der Störung verschafft, um unmittelbar danach zu fliehen. In solchen Momenten gelangen Aufnahmen wie die obige.

    Feld- und Schneehasen

    Schneehase im Sommer im Zillertal, Österreich.
    Schneehase im Sommer.

    Sowohl Feld- als auch Schneehasen bevölkern die höheren Gebirgslagen in Zillertal. In Deutschland zählt der Schneehase zu den gefährdeten Tierarten und die Jagd auf ihn ist deswegen verboten.

    Der Schneehase ist in verschiedenen Lebensräumen beheimatet: Im Winter hält er sich in lichten Laub- und Nadelwäldern auf, im Sommer dagegen ist er gerne auf Weiden und hoch gelegenen alpinen Wiesen. Er kann bis zu acht Jahren alt werden.

    Sein Fellwechsel hängt von der Tageslänge sowie der Temperatur ab: Im Herbst wechselt er auf das weiße Winterkleid, im Frühling wieder zum Sommerfell.

    Zum Speiseplan des Schneehasen gehören viele krautige Pflanzen, Beeren sowie Pilze. Im Winter ernährt er sich von trockenen Grasen, Blättern, Moosen sowie Flechten und nagt sogar an Rinde und Wurzeln von Bäumen.

    Der Feldhase ist ein sehr scheuer und nachtaktiver Einzelgänger. Er bevorzugt warme, trockene und offene Flächen mit einer guten Rundsicht, um etwaige Feinde sofort zu erkennen. Dazu zählen Wildschweine, Füchse, Greifvögel und sogar Rabenvögel.

    Obwohl er kurzsichtig ist, nimmt er insbesondere Bewegungen wahr - man nennt solche Tiere "Bewegungsseher" - und er hat den perfekten Überblick: Denn durch die seitlich stehenden Augen überblickt er einen Bereich von nahezu 360 Grad!

    Er lässt sich auch im Sommer vom Schneehasen unterscheiden, denn seine Hinterläufe und Ohren sind außergewöhnlich lang – die vom Schneehasen merklich kürzer. Im Sommer ist das Fell des Feldhasen erdbraun, im Winter gräulich-braun.

    Steinadler

    Steinadler im Zillertal, Österreich.
    Steinadlerpaar im Flug im Zillertal.

    Steinadler zählen zu den größten Vertretern der Gattung Aquila (“Echte Adler”) mit einer Flügelspannweite von über 2 Metern. Auch in der Körperlänge zählen Steinadler zu den Giganten unter der Greifvögel: Ausgewachsene Exemplare erreichen sogar 100 cm und sind somit fast so groß wie ein vierjähriges Kind!

    Der Steinadlers ernährt sich in den Alpen von Murmeltieren sowie sonstigen kleinen bis mittelgroßen Säugetiere, er kann sogar junge Gämsen und Steinbockkitze. Sie können nämlich ein Beutegewicht bis zu 15 Kilogramm heben – das Dreifache ihres Körpergewichtes.

    Adlerpaare halten ein Leben lang, und sie besitzen mehrere Horste, jedoch wird immer nur ein Horst auf einmal benutzt. Diese Horste liegen oft an unzugänglichen Stellen und wohl aus diesem Grund haben die Tiere die unerbittliche Jagd auf sie im 17. bis ins 20. Jahrhundert überlebt. In Österreich leben inzwischen circa 350 Brutpaare, in Bayern leider nur 50, da sie vermehrt von Hubschraubern oder Gleitschirmfliegern gestört werden.

    Die Balz beginnt schon in Januar, die Eiablagen Ende Februar und Brutzeit nimmt bis 45 Tage in Anspruch. Erst 80 Tage nach dem Ausschlüpfen absolvieren die Jungvögel die ersten Kurzflüge um den Horst. Da erst das Brutpaar und dann auch die Jungvögel möglichst nicht gestört werden sollen, da ansonsten das Gelege, die Futtersuche und letzten Endes das Überleben der Jungvögel sonst gefährdet wird, ist es wichtig, auch keine Drohnenflüge in dieser Zeit zu unternehmen!

    In diesem Sinne fliege ich nie zwischen Februar und frühestens Juni in Gebieten, die von Steinadlern bewohnt werden. Alle meine winterlichen Drohnenaufnahmen finden zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember statt.

    Diese Gämse im Zillertal fiel dem Steinadler zum Opfer.
    Diese Gämse im Zillertal fiel wohl einem Steinadler zum Opfer.

    Wildtiere beobachten: wann und wo?

    Eine fotografische “Jagd” auf Wildtiere hat in vielerlei Hinsichten große Ähnlichkeit mit der Heisenberg’sche Unschärferelation. Der Erfolg hängt davon ab, dass man am richtigen Ort und zur richtigen Zeit da ist. Dennoch ist es meistens so, dass ich vielleicht den Ort, z.B. ein Tierpfad, an dem häufig Tiere verkehren, kenne, aber nicht mit Genauigkeit sagen kann, wann dort welche anzutreffen sind. Umgekehrt kann ich wissen, zu welcher Uhrzeit Murmeltiere oder Gämsen besonders aktiv sind, aber nicht, wo sie sich zu der Uhrzeit finden lassen werden.

    Aus dem simplen Leitsatz “Man muss nur wissen, wo sie zu sehen sind – und wann,” hat sich unter Jägern und Fotografen eine eigenständige Wissenschaft entwickeln, die mir vor allem viele Rätsel – und Kopfschmerzen – bereitet.

    Zur rechten Zeit…

    Erfahrungsgemäß ist es in der Früh am besten, im Sommer um 5.00 oder 6.00 Uhr morgens, bevor es zu heiß wird. Sobald die Temperaturen steigen, flüchten die Tiere in den Wald bzw. in ihren Bau. Besonders Gämsen suchen dort Zuflucht, wo es schattig ist. Wie Rehe und Hirsche sind sie hauptsächlich frühmorgens und spätabends, wenn die Dämmerung einsetzt, zu beobachten.

    Generell sind Frühling und Frühsommer eine gute Zeit, denn die Tage werden länger, sind aber noch nicht heiß. Im Hochsommer ist es oft zu warm und die Tiere verstecken sich lieber im kühlen Schatten des Waldes. Im Herbst, wenn die Luft wieder abkühlt, kommen sie aber aus dem Schatten zurück – etwa Mitte September beginnt zum Beispiel die Hirschbrunft. Sie dauert bis Mitte Oktober und ist besonders spannend zu beobachten.

    Natürlich spielt auch der Zufall bzw. das Glück eine große Rolle bei der Beobachtung von Wildtieren. Zur richtigen Zeit ist es aber wahrscheinlich, dass Du die scheuen Tiere vors Objektiv bekommst.

    …am rechten Ort

    Genauso wichtig wie der richtige Zeitpunkt ist der richtige Ort. Denn eine aktive Suche im Wald wird eher erfolglos ende, da die Tiere ein sehr gutes Gehör oder einen hervorragenden Riechsinn haben und unsere Präsenz sie nur aufscheucht und verjagt. Sobald sie nur einen geflüsterten Windhauch oder einen leisen Geräusch vernehmen, in dem sie einen Menschen wittern können, setzt bei den Wildtieren sofort der Fluchtreflex ein.

    Tierfotografen in der Wildnis suchen deswegen einen Platz aus, an dem viele Tiere verkehren, und warten geduldig (und gut getarnt) darauf, dass sich die nächsten blicken lassen. Um also Hirsche, Rehe und Gämsen beobachten zu können, brauchst Du vor allem eins: Geduld. Wer sich gut positioniert und viel Geduld aufweist, der wird (hoffentlich) nicht lange warten müssen.

    Und wenn all das nicht hilft…

    … gibt es noch die Möglichkeit, sich der Flora und der eher langsamen Fauna zu widmen. Makroaufnahmen von Blumen und Insekten mögen vielleicht nicht alle begeistern, dennoch ein ergiebiges Intermezzo, solange die größeren Tiere sich nicht blicken lassen.

    Hast du vielleicht Tipps zum Fotografieren von Wildtieren? Die anderen Leser und ich sind über jeden Hinweis dankbar!

  • Fotoshooting in München – So kannst Du Dich als Model oder Fotograf am besten schützen

    Mit diesem Beitrag möchte ich Dir, ob Model oder Fotograf, einige Hinweise ans Herz legen, um beim nächsten Fotoshooting in München oder anderswo bestens geschützt zu sein. Denn durch mein TfP-Fotoshooting-Angebot begegne ich viele mir (noch) unbekannte Menschen, und für diese bin ich ebenfalls eine erst einmal völlig fremde Person. Damit beide Seiten sich wohlfühlen und gut zusammenarbeiten, habe ich die folgenden Tipps aus meinen Erfahrungen der letzten Jahre für Dich zusammengefasst.

    Wie Du Dich am besten schützt,

    kannst nur Du herausfinden. Die hier geschilderten Strategien sind aus meiner Erfahrung der letzten Jahre entstanden, hauptsächlich beim Planen und Durchführen von TfP-Fotoshootings in München und Umgebung, und geben meine Wahrnehmung wieder: die eines erwachsenen, männlichen Fotografen.

    Durch den Umgang und die Gesprächen mit vielen Models, weiblichen sowie männlichen, habe ich zwar auch die andere Perspektive kennengelernt, aber die Diskrepanz zwischen dem Verstehen und dem Erleben der Situation eines Anderen bleibt immer bestehen.

    Viele Hinweise sind für Dich womöglich schon selbstverständlich, dennoch für all diejenigen, die damit noch nicht vertraut sind, können sie relevant sein. Nichts davon ist ein Muss, manchmal reicht es, ein paar einzuhalten, um ein sicheres und entspanntes Shooting zu ermöglichen. Ziel ist es auch, ein Gespür zu entwickeln, um vertrauenswürdige Menschen schnell zu erkennen und ein Netzwerk an bekannten und befreundeten Fotografen und Models aufzubauen, mit denen Du gerne und sicher arbeiten kannst.

    Mir liegt es am Herzen, dass Du sicher und sorgenfrei viel Spaß an der Fotografie hast, denn für mich war es eine Bereicherung, auf diese Welt eingelassen zu haben, und ich wünsche jeder Person ebenfalls viele positive und bereichernde Erfahrungen, sei es als Model, als Fotograf, oder beides.

    Alleine sein – der größte Luxus?

    Es ist sinnvoll, eine Begleitperson zu einem TfP-Fotoshooting in München und Umgebung mitzunehmen. Die Begleitung kann dann auch am Fotoshooting mitwirken. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    “Was soll diese Obsession, sich ständig mit Leuten umgeben zu wollen? Das Alleinsein ist der größte Luxus.”

    Karl Lagerfeld soll das Alleinsein als größter Luxus bezeichnet haben. Das mag auf einige Situationen zutreffen, allerdings geht mein wichtigster Tipp an Dich genau in die entgegengesetzte Richtung: Nicht alleine sein beim Fotoshooting. Dies gilt sowohl für Neulinge als auch für Profis.

    Wenn Du noch minderjährig bist, empfehle ich Dir, einen Elternteil oder einen vertrauenswürdigen Vormund bei Dir zu haben. Die rechtliche Bedingungen, die beim Fotografieren von Minderjährigen gelten, solltest Du außerdem gut kennen.

    Bist Du schon älter, denkst Du vielleicht, Du bist reif genug, um alleine mit etwaigen Schwierigkeiten fertig zu werden. Das möchte ich nicht anzweifeln. Ich finde dennoch, dass eine Begleitperson dafür sorgt, dass viele Gefahrensituationen gar nicht entstehen.

    Leider ist es nicht immer möglich, eine Begleitperson zu finden. Wenn Du allein bist, habe ich folgende Anregungen für Dich:

    Du kannst Dein Telefon griffbereit halten – jedoch ohne ständig mit deinen Freunden zu chatten oder Dich anderweitig abzulenken. Wenn es Deine ersten Erfahrungen mit einem Fotoshooting sind, wird jede Person mit seriösen Absichten verstehen, wenn Du Dich in regelmäßigen Abständen bei einer Vertrauensperson meldest.

    Lasse Dich nicht darauf ein, beim Shooting plötzlich in ein fremdes Auto einzusteigen, um die Location ohne vorherige Absprache zu wechseln. (Einfach 30 Meter weiter zu gehen, um zum Beispiel eine andere Perspektive einzunehmen oder andere Lichtverhältnisse zu nutzen, finde ich unproblematisch.)

    Im Wesentlichen sollte das Fotoshooting so ablaufen, wie es abgesprochen wurde. Ausnahmen bestätigen die Regeln, da nichts in Stein gemeißelt ist und eine gewisse Flexibilität sowie Spontaneität wichtig für den künstlerischen Prozess ist, aber ich finde es wichtig, immer Vorsicht walten zu lassen. Dein Bauchgefühl sollte immer Vorrang haben.
    Es ist sinnvoll, eine Begleitperson zu einem TfP-Fotoshooting in München und Umgebung mitzunehmen. Die Begleitung kann dann auch am Fotoshooting mitwirken. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Selbst bei einem Paarshooting ist es sinnvoll, eine Begleitperson dabei zu haben.

    Erfahrungsgemäß ist es für weibliche Models hilfreich, wenn am Set noch eine gleichgeschlechtliche Person mit anwesend ist, um sich wohlzufühlen. Es kann eine zweite Fotografin, aber auch eine Visagistin, eine Haarkünstlerin oder eine Assistentin sein. Als Fotograf spüre ich sofort, ob das – in diesem Fall weibliche – Model sich behaglich fühlt, und beobachte, dass eine zusätzliche weibliche Person einen tendenziell positiven Einfluss auf die Stimmung des Models hat. Umgekehrt ist es beim Fotografieren von Männern manchmal von Vorteil, nur männliche Personen am Set zu haben.

    Letzten Endes ist nicht so sehr vom Geschlecht des Models abhängig, sondern vielmehr von dessen  Selbstbewusstsein und Erfahrung. Ich sehe es aber als meine Aufgabe, für eine entspannte und professionelle Situation zu sorgen, egal welches Geschlecht die Models haben. 

    Das führt erneut zum Punkt, dass es sinnvoll ist, eine Begleitperson mitzunehmen. Außerdem ist sie nicht nur mit ihrer Präsenz hilfreich, sondern ist es für mich beim Fotografieren sehr praktisch, wenn ein Model eine Begleitperson mitbringt.

    Denn selbst bei einem Paarshooting oder einem Partner-Fotoshooting kann sie beim Transportieren oder Halten von Reflektoren oder Ähnliches helfen oder einige “Making-Of”-Videos auf ihrem Telefon aufnehmen kann, die Fotograf und Model später in ihren sozialen Medien verwenden können. Und sie kann zusätzlich Ausrüstung und Taschen im Auge behalten.

    Das Kennenlernen

    Vor einem Fotoshooting in München möchte ich das Model kennenlernen. Oft ist ein Telefonat die einfachste Möglichkeit, zu erfahren, ob Du mit dem Model oder dem Fotografen zusammenarbeiten möchtest. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.

    Ich lege viel Wert auf ein telefonisches Kennenlernen vor dem ersten Fotoshooting, vor allem wenn es um ein TfP-Shooting geht. Dabei kann ich das Model kennenlernen, erfahren, welche seine Erwartungen und seine Vorstellungen sind. Umgekehrt hat das Model bei der Gelegenheit ebenfalls die Möglichkeit, mich kennenzulernen sowie Fragen zu stellen, und kann meine Motivation erfahren.

    Eine Alternative zum Telefonat ist es, sich vorab persönlich kennenzulernen. Dazu eignet sich ein neutraler, öffentlicher Ort, an dem sich beide Seiten wohlfühlen.

    Hast Du bestimmte Vorstellungen oder Regeln, die Du einhalten willst? Spreche sie einfach aus. Beim Kennenlerntermin wird über die eigenen Erwartungen an das Fotoshooting gesprochen und das Verhalten am Fotoshooting-Tag klar festgelegt. Es ist mir wichtig, zu helfen, Unsicherheiten zu überwinden oder gar zu vermeiden.

    Einige Beispielfragen, die ich als Fotograf vor einem Fotoshooting in München bespreche: „Gibt es irgendwelche Dinge, die ich beim Fotoshooting vermeiden soll? Welche Seite Deines Gesichts magst du mehr? Soll ich bei der Retusche etwas beachten?”

    Bei dem Telefonat nutze ich außerdem die Gelegenheit, um mit dem Model ein erstes Brainstorming bezüglich Ideen und Vorschläge des Fotoshootings anzuregen. Ist ein (oft nur grob umrissenes) Thema definiert, kann ich schon einige Locations für das Fotoshooting in München vorschlagen und das Model kann ebenso mögliche Orte nennen. Wichtig ist, dass beide Seiten sich auf eine Shooting-Location einigen und damit einverstanden sind.

    Fotocheck

    Ein Fotocheck ist eine hilfreiche Maßnahme, um mögliche Betrugsversuche aufzudecken.  Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.

    Eine andere gute Strategie ist es, eine “Reverse Image Search” vorzunehmen. Ausgehend von den Bildern, die der Fotograf bzw. das Model veröffentlich hat, kannst Du diese von Google oder anderen Anbietern im Netz suchen lassen, um festzustellen, ob die Bilder tatsächlich von dieser Person sind oder ob es sich um gestohlene Fotos anderer Fotografen oder Models handelt.

    Hier sind einige Anbieter, die ich selber nutze, um Fotos zu überprüfen:

    Warnsignale

    Vor einem Fotoshooting in München möchte ich das Model kennenlernen. Schlechte Manieren sollten nicht geduldet werden, egal wie viele Follower die Fotografen oder die Models haben, mit denen Du zusammenarbeiten möchtest. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Schlechte Manieren sollten nicht geduldet werden, egal wie viele Follower die Fotografen oder die Models haben, mit denen Du zusammenarbeiten möchtest.

    Wenn Du im Gespräch mit dem Fotografen folgende oder ähnliche Aussagen hörst, sollten Deine Alarmglocken läuten: “Ein anderes Model wollte jemanden zum Set bringen! Doch alleine arbeite ich immer besser!” oder “Mit Begleitpersonen habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht, deswegen lasse ich keine mehr zu.”

    Ich finde es äußerst bedenklich, wenn ein Fotograf sagt, dass er es vorzieht, alleine zu arbeiten und keine Begleitpersonen zulässt. Manchmal wird dies sogar im Vertrag so festgehalten, deswegen: Kleingedrucktes lesen, Fragen stellen. Kein Fotoshooting ist es wert, Deine Sicherheit zu gefährden.

    Muster-TfP-Verträge von mir findest Du auf der Seite Kostenloses TFP-Fotoshooting in München und Umgebung. Im Internet findest Du weitere Beispiele, die ähnlich aufgebaut sind. Bitte lese den Vertrag, den Du für Dein Shooting unterschreibst, genau durch: Auch wenn kein Geld fließt, ist er rechtlich verbindlich!

    Im Gespräch mit einer Person kannst Du Vieles über sie lernen: Achte auf ihre (Körper-)Sprache, darauf, wie sie andere Menschen behandeln oder wie über sie gesprochen wird. Muhammad Ali, eine Ikone der Boxgeschichte und Wehrdienstverweigerer während des Vietnamkrieges, sagte einmal:

    “I don’t trust anyone who’s nice to me but rude to the waiter. Because they would treat me the same way if I were in that position.”

    Muhammad Ali

    Ein guter Gesprächsstart ist die Frage nach den seltsamsten und den besten Erfahrungen mit einem Fotografen oder einem Model. Wenn Du feststellst, dass Dein Gesprächspartner mehr Negatives als Positives erzählt, ist es vielleicht an der Zeit, sich zu verabschieden, denn das Leben ist wirklich zu kurz, um es nicht mit positiven Menschen zu verbringen, die Freude und Enthusiasmus ausstrahlen.

    Manchmal kann ein kurzer Gespräch ausreichen, um festzustellen, dass Du die Zusammenarbeit lieber sein lassen solltest oder ob Du Dich richtig toll darauf freuen kannst.

    Alkohol oder bewusstseinsverändernde Substanzen

    Es gibt bestimmte No-Go-Situationen, die ich zwar bisher noch nicht im Rahmen eines Fotoshooting in München erlebt habe, aber auch nicht erleben möchte. Nämlich mit einer Person zusammenzuarbeiten, die Alkohol oder bewusstseinsverändernde Substanzen zu sich genommen hat. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.

    Es gibt bestimmte No-Go-Situationen, die ich zwar bisher noch nicht im Rahmen eines Fotoshooting in München erlebt habe, aber auch nicht erleben möchte. Nämlich mit einer Person zusammenzuarbeiten, die Alkohol oder bewusstseinsverändernde Substanzen zu sich genommen hat.

    Ich bin der Meinung, dass jeder erwachsene Mensch machen soll, was er will, sofern er andere nicht gefährdet; ob wandern, Netflix schauen oder Drogen konsumieren: das geht mich alles nichts an, sofern ich mit der Person nicht etwas vereinbart habe, das Nüchternheit und Konzentration erfordert.

    Sowohl für Fotografen als auch für Models ist es lästig, wenn die andere Person nicht bei der Sache ist, sich unprofessionell verhält und nicht zuverlässig ist. Manchmal kann es auch passieren, dass Dir Alkohol oder bewusstseinsverändernde Substanzen am Set angeboten werden.

    Meine Empfehlung für den Fall, dass Du etwas trinken oder rauchen möchtet: Warte, bis Du mit dem Shooting fertig bist.

    Fährt die Person unter dem Einfluss von Rauschmitteln zum Fotoshooting selber Auto fahren, ist das für mich eine rote Flagge und ein klarer Hinweis für Mangel an Verantwortung und Rücksicht.

    Werden Dir Alkohol oder andere Substanzen aufgezwungen, ist das eine klare Überschreitung der persönlichen Grenzen und für mich wäre das der Zeitpunkt, die Zusammenarbeit zu beenden.

    Wenn Du den Eindruck hast, ein einfaches “Nein” wäre nicht ausreichend oder würde die Situation sogar exazerbieren, kannst Du der Person sagen, dass Du gerade von Deiner Schwangerschaft erfahren hast oder zur Zeit Antibiotika nimmst, die sich nicht mit Alkohol oder anderen Drogen vertragen. Bringe Dich dann so schnell wie möglich in Sicherheit.

    Sonstige Warnzeichen

    Andere negative Auffälligkeiten sind Anzeichen von schizophrener Paranoia, unerwünschte Telefonanrufe ohne Bezug auf das Fotoshooting und zu unüblichen Zeiten.

    Weniger gefährlich, aber dennoch für mich unprofessionell, sind übermäßige Verspätungen, Absagen kurz vor Drehbeginn oder gar nicht beim Fotoshooting zu erscheinen, ohne etwas zu sagen.

    Schlusswort

    Ein Fotoshooting in München kann eine tolle Erfahrung für Dich sein, sei es als einziges Model oder zusammen mit Deinem Partner auf einem Paarshooting. 
 Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.

    Der beste Weg, unangenehme sowie gefährliche Situationen zu vermeiden, besteht darin, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Möglichkeit zu verhindern, dass sie überhaupt passieren.

    Das sollten wir nicht müssen und die Menschen könnten einfach anständig zueinander sein, aber wir sind anscheinend noch nicht soweit.

    Indem Du die Risiken minimierst, kannst Du beim Modeln oder Fotografieren Großartiges erleben, Dich auf professionelle und positive Menschen einlassen und vielleicht sogar viele Deiner zukünftigen engsten Freunde kennenlernen!

    Fotoshooting in München

    Wünschst Du als Model ein Fotoshooting in München mit mir, kannst Du einen Blick auf die Seite kostenloses TFP-Fotoshooting in München und Umgebung werfen, um zu erfahren, ob ein TfP-Fotoshooting etwas für Dich wäre und wie Du Dich dafür bewerben kannst.

    Wie ein TfP-Fotoshooting in München mit mir abläuft, kannst du in diesem Post lesen: Wie läuft ein TFP-Fotoshooting mit mir ab?

    Möchtest Du stattdessen ein individuelles Fotoshooting buchen, können wir bei einem gemeinsamen Vorgespräch (entweder persönlich oder telefonisch) auf alle Deine Wünsche eingehen, um zusammen ein individuelles Fotoshooting zu konzipieren, das auf Dich zugeschnitten ist.

  • Der Maddalena-Archipel: 3 fantastische Ausflugsziele zum Verlieben

    L’arcipelago della Maddalena

    Der Maddalena-Archipel ist eine der schönsten Gegenden, die ich je gesehen habe, und obwohl die Costa Smeralda unzählige wunderschöne Orte beherbergt, ist La Maddalena mein Lieblingsort auf ganz Sardinien!

    Insel La Maddalena

    Ich beginne diesen Artikel mit der Hauptinsel des Maddalena-Archipels, der Insel La Maddalena.

    La Maddalena, Hauptinsel des gleichnamigen Archipels auf Sardinien, von der Fähre aus beobachtet.
    La Maddalena, Hauptinsel des gleichnamigen Archipels auf Sardinien, von der Fähre aus fotografiert.

    Der Maddalena-Archipel besteht aus sieben Inseln und La Maddalena ist die größte von ihnen. Sie ist auch die einzige, die mit der Fähre erreichbar ist. Wie überall auf Sardinien, ist die Insel La Maddalena vor allem für ihre Strände und Buchten sowie ihr kristallklares Wasser bekannt.

    Der beste Weg, um die Insel ohne große Anstrengungen zu genießen, ist dort ein Auto zu mieten. Es gibt nur wenige öffentlichen Verkehrsmittel, da der bewohnte Teil dieser Insel recht klein ist. Es ist zwar auch möglich, die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden, allerdings sind die vielen steilen Hügel wirklich nicht zu unterschätzen.

    Mit der Fähre aus Palau kommst du direkt in die Stadt La Maddalena. Dieser kleine Badeort ist eine schöne und farbenfrohe Stadt, in der Du viele Souvenirläden, Cafés, Restaurants und Eisdielen findest. Der touristische Charakter ist nicht zu übersehen, dennoch ist es sehr schön, am Hafen und in den kühlen Gassen zu spazieren und die abendliche Brise zu genießen.

    Für die Naschkatzen unter uns, die am Ende eines Badetags sich gerne etwas Süßes gönnen: Das Eis der Eisdiele Dolci Distrazioni schmeckt fantastisch!

    Die 20 km lange und malerische Straße rund um die Insel ist der beste Weg, um die schönsten Orte von La Maddalena zu entdecken. Entlang der Straße findest Du auch unzählige schöne Aussichtspunkte.

    Es gibt einige kleine und ziemlich wilde Buchten, in denen ich außerhalb der Hochsaison ungestört baden konnte. Wie so oft auf Sardinien ist der Weg zu den Stränden ziemlich steinig und Sand ist nicht immer vorhanden; daher ist es besser, Badeschuhe zu tragen, wenn Du dort schwimmen möchtest.

    Hier sind einige der Highlights, die mich immer wieder nach La Maddalena hinziehen:

    • Spiaggia di Tegge: ein schöner Ort mit vielen Felsen im Wasser. An der Küste kannst Du auch sehr schöne Bilder machen.
    • Punta Carlotto: ein kleines Kap mit gleichnamiger Bucht, auf dem sich die Madonnetta-Kapelle befindet. Kurz vor dem Kap ist ein verlassenes Militärkomplex, das nur darauf wartet, von Dir erforschst zu werden.
    • Der Strand von Bassa Trinita ist einer der berühmteste Strände auf La Maddalena. Dort ist der feine Sand weiß und das Wasser türkisfarben!
    Punta Nido d'Aquila, vom Steg aus auf La Maddalena fotografiert.
    Punta Nido d’Aquila auf La Maddalena, vom Steg aus fotografiert.
    • Spiaggia di Monte di Rena, ein großer und beliebter Sandstrand. Deswegen ist er meistens schon in der Früh überfüllt. Auf dem Weg dorthin gibt es kurz vorher jedoch einen kleineren, weniger bekannten Strand, der fast genauso schön ist.
    • Spiaggia del Cardellino ist ein sehr ruhiger Strand in einer wunderschönen Lage.
    • Cala Lunga ist ein winziger Strand am Ende einer langen Bucht – daher der Name – und Teil eines nahe gelegenen Hotelkomplexes.
    • Der Strand von Cala Spalmatore ist in der gleichnamigen Bucht gelegen. Es gibt 3 Strände in dieser Bucht, die zwei anderen sind etwas ruhiger.

    Und zu guter Letzt mein Lieblingsstrand: Capocchia du Purpu oder Testa di Polpo (auf Deutsch: „Oktopuskopf“) am westlichen Ende der Isola Giardinelli. Dorthin kannst Du zwar auch mit dem Auto gelangen, allerdings war die Straße bei meinen letzten Besuchen in einem sehr schlechten Zustand und deswegen blieb der Ansturm der Touristen aus. Am Ende der Straße, direkt beim Strand, ist ein kleiner Parkplatz. Der Octopus-Strand ist einfach atemberaubend, mit seinen massiven Granitfelsen, die von seichtem türkisfarbenen Wasser umgeben sind. Es ist meiner Meinung nach der schönste Strand auf der Insel La Maddalena!

    Ausschnitte einer Kompass-Karte von La Maddalena, Sardinien, Italien.
    Der Archipel La Maddalena.

    Outdoor-Enthusiasten, die nicht nur den Maddalena-Archipel, sondern auch den wunderschönen Norden Sardiniens erkunden wollen, empfehle ich die Wanderkarten von Kompass für Nordsardinien*. Im Set ist die Region auf vier Karten aufgeteilt, um einen relativ großen Maßstab (1:50000) zu haben. Vor allem Mountainbiker und Wanderer können von den Karten profitieren, denn Wander- und Radwege sind alle als solche markiert. Sogar Reitwege finden sich in der Karte wieder.

    Die besten Unterkünfte im Maddalena-Archipel

    Hotel Excelsior

    Das luxuriöse Hotel Excelsior auf La Maddalena, Sardinien, überzeugt mit Komfort und bestem Service.

    Der Name ist Programm: Das 4-Sterne-Hotel Excelsior liegt direkt am Wasser und bietet einen fantastischen auf Palau und die Insel Santo Stefano. Die zentrale Lage ist perfekt, um La Maddalena und Caprera auch ohne Auto zu erkunden.

    Via Amendola, 7, La Maddalena, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Clelia’s Boutique Rooms & Suites

    Die Appartamenti Milù auf La Maddalena, Sardinien, sind sehr liebevoll eingerichtet und bieten den perfekten Rückzugsort für die Erkundung des sardischen Archipels

    Das Bed&Breakfast Clelias’s ist sehr modern und liebevoll eingerichtet. Die Lage ist sehr zentral und viele Strände können innerhab weniger Minuten erreicht werden, z.B. der Strand Punta Tegge oder die Buchten Cala d’Inferno und Cala Francese.

    Via Cristoforo Colombo, 55, 07024 La Maddalena, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Apartments Milù

    Das Bed & Breakfast Clelia's bietet einen außergewöhnlichen und unvergesslichen Aufenthalt auf La Maddalena, Sardinien.

    Diese Unterkunft liegt mitten in der Altstadt von La Maddalena und doch etwas abseits der touristischen Plätze. Der Hafen ist gleich um die Ecke und die unmittelbare Umgebung bietet sehr viele und gute Restaurants sowie Osterie.

    Via Goito, 1, 07024 La Maddalena, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Isola di Caprera

    Die andere wichtige Insel im Maddalena-Archipel ist die Insel Caprera. Sie ist die zweitgrößte Insel des Archipels und seit 1982 ein vollständig geschütztes Naturgebiet. Caprera ist durch eine 1958 erbaute 600-Meter-Brücke, den “Ponte Moneta”, mit der Insel Maddalena verbunden.

    Die Bucht Cala Garibald auf Caprera, perfekt zum Übernachten auf einem Segelboot. Im Hintergrund die Brücke Ponte Monate, die Caprera mit La Maddalena verbindet.
    Die Bucht Cala Garibald auf Caprera, perfekt zum Übernachten auf einem Segelboot. Im Hintergrund die Brücke Ponte Moneta, die Caprera mit La Maddalena verbindet.

    Diese Insel ist ganz anders als ihre Nachbarn: Sie ist authentischer und wilder!

    Nicht nur für ihre Schönheit, sondern auch als letzte Residenz von Giuseppe Garibaldi ist die Insel Caprera bekannt. Das weiße Haus Garibaldis bewahrt seine Erinnerungen: Hier lebte der Held zweier Welten noch 26 Jahre bis zu seinem Tod. Alltagsgegenstände, Habseligkeiten und Uniformen kannst Du in dem Compendio Garibaldino, einem der meistbesuchten Museen Italiens, entdecken. Das Museum ist täglich außer montags geöffnet.

    Garibaldi ist der Held der italienischen Unabhängigkeitskriege um 1860 und Symbol des vereinten Italiens unter König Vittorio Emanuele II.

    Die zerklüftete Küste teilt Caprera in zwei Gebiete: Der östliche Teil ist mangels fester Straßen kaum mit dem Auto zu erreichen, abgeschirmt von rosa Granitfelsen, steil und mit mediterranem Gestrüpp bedeckt. Die unberührte Ostseite führte dazu, dass die Insel 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde und anschließend in den Maddalena-Nationalpark aufgenommen wurde.

    Es ist zwar möglich, die abgelegenen Teile im Osten und Norden Capreras  zu Fuß zu entdecken, jedoch sind Kratzer und Abschürfungen an den Beinen und Unterarmen vorprogrammiert, da die durch die Trockenheit sehr hart gewordenen Dornenbüsche kennen kein Pardon beim Erkunden der Gegend. Da Caprera von Wildschweinen bewohnt ist - diese sind den menschlichen Bewohnern zahlenmäßig überlegen -, solltest Du mit Zecken rechnen.

    Die Gegend ist in Zonen aufgeteilt, die bestimmte Aktivitäten erlauben bzw. verbieten. Innerhalb der Zone A ist zum beispiel das Fischen strengstens untersagt. Dies ist der Fall auch bei Cala Coticcio, dem „sardischen Tahiti“, das unbedingt einen Besuch wert ist, und im Meeresgebiet zwischen Punta Rossa und Isola Pecora.

    Im südöstlichen Teil ist Cala Portese – auch “Cala dei due mari” genannt – nicht zu übersehen. Dahinter liegt Punta Rossa, auf dem ein verlassenes Militärkomplex (“Batterie di Punta Rossa”) liegt und sehr viel zu erkunden bietet. Die Festung an der Südspitze der Insel Caprera stammt noch aus dem 19. Jahrhundert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wegen der strategischen Lage im nordwestlichen Mittelmeer ein aktiver Stützpunkt, während sie bis vor etwa zwanzig Jahren von der italienischen Armee zu Übungszwecken genutzt wurde.

    Nach einem kurzen Spaziergang kommst Du zum herrlichen Strand des Schiffswracks (“Spiaggia del relitto”), der nicht nur von feinem weißen Sand, sondern auch vom Skelett eines alten Holzschiffes am Ufer kennzeichnet ist.

    Im Westen dominieren flache Weiten und ein riesiger Kiefernwald. Jede Bucht ist ein Augenschmaus: Das blaue Wasser von Cala Napoletana, die wilde Natur von Cala Garibaldi und die Weite des weißen Sandes von Cala Serena sind einzigartig in der Welt.

    Stagnali, ein ehemaliges Militärdorf mit einem Hafen für Fischer und Bootsfahrer, ist noch von Menschen besiedelt. Caprera ist auch bekannt für das Segelzentrum Centro Velico Caprera, eine der ältesten Segelschulen Italiens und die größte im Mittelmeerraum.

    Die Insel Caprera ist der beste Ort auf Sardinien, um eine perfekte Mischung aus Strandurlaub und Wandern zu genießen. Die Wege sind gut markiert, nummeriert und die geschätzte Dauer der Wanderungen ist sowohl angegeben als auch halbwegs zutreffend. Wanderkarten sind im Tourismusbüro auf La Maddalena erhältlich.

    Neben den Stränden und dem Garibaldi-Museum gibt es auf der Insel Caprera noch weitere Sehenswürdigkeiten:

    • Die Batterie Poggio Rasu Superiore: Diese alte Militärfestung bietet einen Rundum-Blick über die Insel. Außerdem kannst Du dort die verlassenen Ruinen erforschen und wunderschöne Fotos dieses einzigartigen Lost Place schießen.
    • Der Aussichtspunkt des Teialone-Turms ist mit seinen 212 Höhenmetern der höchste Punkt der Insel, der eine fantastische Aussicht bietet! Um dorthin zu gelangen, gibt es eine Treppe, die bereits am Parkplatz beginnt und bis zum Aussichtspunkt sind es ca. 15 Minuten.
    Auf der Suche nach Lost Places auf La Maddalena und Caprera wurde ich immer belohnt: Viele militärische Einrichtungen aus verschiedenen Jahrhunderte sind verlassen und warten nur darauf, dass Du sie erforschst. Sardinien entdecken.
    Auf der Suche nach Lost Places auf La Maddalena und Caprera wurde ich immer belohnt: Viele militärische Einrichtungen aus verschiedenen Jahrhunderte sind verlassen und warten nur darauf, dass Du sie erforschst. Dieses Foto entstand bei Punta Carlotto.

    Die anderen Inseln des Maddalena-Archipels

    Der Archipel bietet viel mehr, als die zwei größeren Inseln, denn wegen ihrer abgelegenen Lage sind die restlichen Inseln noch sehr wild und naturbelassen. Die schlechte Nachricht: Es nur einen Weg dorthin, und zwar mit einem Boot!

    Aber es gibt Schlimmeres, als in La Maddalena ein Boot zu mieten und damit herum zu fahren, nicht wahr?

    Die anderen Inseln sind kleiner, weniger beliebt und verlassen. Nicht zuletzt, weil sie streng geschützt sind und jegliches Bauvorhaben ist verboten.

    Reisebüros bieten eintägige Bootstouren rund um die Inseln an. Die Abfahrten erfolgen vom Hafen in La Maddalena selbst oder schon in Palau, manche starten sogar im Hafen von Santa Teresa di Gallura und anderen kleineren Städtchen entlang der Costa Smeralda.

    Da diese Art von Ausflügen sehr beliebt ist, sind die Tickets schnell ausverkauft, darum solltest Du unbedingt einige Tage in Voraus buchen.

    Eine solche Tour kostet ca. 40 € pro Person (Stand 2021) und bei der Buchung kannst Du sogar den Abfahrtshafen auswählen. Diese Art von Tagestouren beinhaltet mehrere Schwimmstopps sowie ein Mittagessen auf dem Boot.

    Die Touren führen Dich meistens auf folgende Inseln:

    • Budelli: weltberühmt für seine Spiaggia Rosa, den einzigartigen Stand mit einem sehr seltenen rosaroten Sand. Leider ist es inzwischen nicht mehr erlaubt, auf die Insel zu gehen und dort zu baden;
    • Santa Maria: Hier gibt es eine Badepause und Du kannst im kristallklaren Wasser von Cala Santa Maria auf der gleichnamigen Insel baden;
    • Spargi und ihr atemberaubender Strand Cala Corsara;
    • Razzoli und sein berühmter Strand, Cala Lunga.

    Wie gelange ich zum Maddalena-Archipel?

    Delcomar ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen.
    Delcomar ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen.

    Da es sich um eine Inselansammlung handelt, erfolgt die Anfahrt über Wasser. Es gibt eine Fährenverbindung vom Hafen von Palau im Nordosten Sardiniens, die Dich direkt zum Maddalena-Hafen bringt und recht günstig ist. Die Fähren, die zwischen Sardinien und La Maddale pendeln, können auch Fahrzeuge mitnehmen.

    Palau ist etwa 50 Minuten vom Flughafen Olbia und 3,5 Stunden von Cagliari entfernt.

    Der Ticketschalter ist ein wenig versteckt, in einer Halle mit Cafè und Bars am Hafen von Palau. Am besten bist Du schon 30 Minuten vor Abfahrt da, um in aller Ruhe Tickets am Ticketschalter zu kaufen und sicherzustellen, dass noch genügend Plätze verfügbar sind, insbesondere wenn Du auch Dein Auto mitnehmen willst.

    Für meine Überfahrt 2019 habe ich 40 € für zwei Personen + ein Auto (Hin- und Rückfahrt) bezahlt. Es gibt zwei Unternehmen, die Fahrten zu fast gleichen Preisen anbieten; beide sind voll in Ordnung und legen am selben Hafen an. Die Fahrt zur Insel la Maddalena dauert ungefähr 20 Minuten.

    Ansonsten gibt es die Möglichkeit, an einer organisierten Bootstour teilzunehmen, um die anderen Inseln des Archipels zu besuchen. Abfahrten gibt es zum Beispiel von Palau, von der Insel La Maddalena und von Santa Teresa di Gallura. In nur einem Tag kannst Du so die besten Strände des Maddalena-Archipels entdecken!

    Nach Sardinien kommst Du am besten mit der Fähre, wenn du mit dem eigenen Auto anreisen möchtest, oder mit dem Flugzeug, wenn Du lieber einen Mietwagen vor Ort nehmen willst und keine Lust auf eine lange Überfahrt aus Deutschland oder Österreich hast.

    Die Fähre nach Olbia bzw. Golfo Aranci, dem nahegelegenen Industriehafen, verkehrt im nördlichen Italien von Genau und Livorno. Die Fahrt dauert normalerweise zwischen 12 und 16 Stunden, aber es sind auch schnellere Fährenverbindungen vorhanden. Die bekannteste Gesellschaft ist wohl Corsica/Sardinia Ferries*, deren gelbe Aufkleber auf der Heckscheibe vieler deutscher Autos zu sehen sind, aber viele andere Gesellschaften bieten eine Transportmöglichkeit vom italienischen Festland nach Sardinien.

    Inzwischen gibt es nicht nur günstige Flüge nach Olbia, sondern auch nach Sassari oder Alghero. Die regionale Busunternehmen decken die Langstreckenverbindungen zwischen Flughäfen und den größeren sardischen Städten gut ab, auch wenn ich manchmal etwas Geduld entgegenbringen musste, weil der Bus schon voll war und der nächste 1,5 Stunden später kam, oder weil das Fahrzeug auf halber Strecke nur noch im dritten Gang fuhr und sich so die Fahrzeit um Einiges verlängerte.

    Capo Testa

    Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern . Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.
    Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern . Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.

    Wenn Du schon mal auf der Maddalena bist, empfehle ich Dir, noch Capo Testa zu besuchen. Capo Testa befindet sich 25 km von Palau entfernt und ist wegen seiner Schönheit ein sehr beliebtes Reiseziel von Touristen aus der ganzen Welt. Dort sind gigantische Felsformationen mit überraschenden Formen direkt am Meer. Wirklich beeindruckend!

    Einen Blogeintrag zu Capo Testa findest Du hier: Es ist einer meiner Lieblingsorte, die ich immer besuche, wenn ich auf Sardinien bin!

  • Capo Testa: wilde Natur, die Du lieben wirst

    Ein Stückchen Paradies auf wenigen Quadratkilometern, ein Naturschutzgebiet mit karibikähnlichen Landschaften, Unterwasserwracks zum Erforschen, wilde Tiere zu Wasser und Land, eine Halbinsel nur durch einen schmalen Landstrich mit Sardinien verbunden und auf der imposante Granitfelsen bizarre Formen annehmen. Das alles und vieles mehr findest Du auf Capo Testa. Im Folgenden erfährst Du mehr über Highlights, Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten im nördlichsten Teil Sardiniens.

    Dieses Land ähnelt keinem anderen Ort. Sardinien ist ganz anders. (…) Liebliche Weiten ringsum, entgleitende Entfernungen – nichts endet, nichts ist endgültig. Es ist die Freiheit selbst.

    David Herbert Lawrence in seinem Werk “Das Meer und Sardinien”

    Das (nicht mehr so unbekannte) Paradies im Norden Sardiniens: Capo Testa

    Capo Testa, früherer Geheimtipp in- und ausländischer Touristen ist inzwischen weltweit bekannt für seine atemberaubende Aussicht und das ausgedehnte Wandergebiet, das schon in den 80ern in deutschen Reiseführern Erwähnung findet.

    Die Bocche di Bonifacio: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltige Klippen von Korsika, Frankreich. Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.
    Die Bocche di Bonifacio von Capo Testa aus im Blick: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltigen Klippen von Korsika, Frankreich.

    Von diesem herrlichen Urlaubsziel, umgeben von kristallklarem und warmen Wasser, kann Korsika bei jedem Wetter gesichtet und der bergige Charakter der Nachbarinsel erkannt werden, denn Capo Testa liegt nur wenige Kilometer westlich von Santa Teresa di Gallura und ist der am weitesten entfernte Punkt im Nordosten Sardiniens in der Provinz Olbia-Tempio, nur zwanzig Kilometer von der französischen Nachbarinsel entfernt.

    Die Meereszunge, die beide Inseln trennt, heißt Bocche di Bonifacio auf Italienisch und Bonifacio-Straße auf Deutsch.
    Capo Testa und Santa Teresa di Gallura.

    Outdoor-Enthusiasten, die nicht nur Capo Testa erkunden wollen, empfehle ich die Wanderkarten von Kompass für Nordsardinien*. Im Set ist die Region auf vier Karten aufgeteilt, um einen relativ großen Maßstab (1:50000) zu haben. Vor allem Mountainbiker und Wanderer können von den Karten profitieren, denn Wander- und Radwege sind gesondert markiert. Sogar Reitwege finden sich in der Karte wieder.

    Die besten Unterkünfte Auf und um Capo Testa

    Appartamenti Del Conte di Capo Testa

    Die Apartments des Conte di Capo Testa mit Blick auf Die Bonifacio-Straße und Korsika

    Die Apartments des Conte di Capo Testa sind perfekt, um Capo Testa zu Fuß zu erkunden. Sie wurden neulich renoviert und Piero, der “Graf” von Capo Testa, ist ein hervorragender Gastgeber. Von Balkon aus kannst Du viele Buchten und Strände überblicken.

    Via Cala Spinosa, 07028 Capo Testa, Sardinien (Standort auf Google Maps)

    Colonna Grand Hotel Capo Testa

    Das Colonna Grand Hotel auf Capo Testa, direkt am Strand

    Das Colonna Grand Hotel Capo Testa, ein exklusives und raffiniertes 5-Sterne-Hotel, befindet sich auf der schmalen sandigen Landenge, die das Vorgebirge Capo Testa mit dem Festland verbindet und an der zwei wunderschöne Strände liegen, Rena di Ponente und Rena di Levante.

    Via Capo Testa, 07028 Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Hotel Corallaro

    Das Hotel Corallaro in Santa Teresa di Gallura ist eins der besten Hotels Sardiniens
    Das Hotel Corallaro in Santa Teresa di Gallura

    Äußerst elegant und sehr stilvoll. Das Hotel Corallaro liegt im historischen Zentrum von Santa Teresa di Gallura und nur 200 Meter vom beliebten Strand Rena Bianca entfernt, außerdem bietet es einen Außenpool und eine Sonnenterrasse mit Meerblick. Die Zimmer wurden kürzlich renoviert und sind im maritimen Stil eingerichtet.

    Rena Bianca, 07028 Santa Teresa Gallura, Sardinien (Standort auf Google Maps)

    Highlights

    Die Küste

    Seit Jahren werden die Strände Rena di Ponente und Rena di Levante in Capo Testa damit gekürt, die Badegäste aus der ganzen Region anziehen.

    Capo Testa ist mit der eigentlichen sardischen Insel durch eine schmale Landenge verbunden, auf der die Straße zum Leuchtturm verläuft. Links dieser Landzunge befindet sich der Strand von “Rena di Ponente“ (der Weststrand), auch als „Taltana-Strand“ bekannt und rechts ist der Strand von “Rena di Levante” (der Oststrand), auch bekannt als Strand von „ Zia Colomba“ oder auch „Spiaggia dei graniti “ wegen der vielen Granitfelsen, die aus dem Sand emporragen. Die besondere Lage dieser beiden Strände ermöglicht Dir, je nach Windrichtung immer geschützt zu sein und ein ruhiges Bad nehmen zu können. Beide Strände wurden mit der Blauen Flagge ausgezeichnet.

    Die Blaue Flagge ("Bandiera blu") ist eine internationale Anerkennung, die von der Fee-Gesellschaft ("Foundation for Environmental Education", Stiftung für Umwelterziehung) an Badeorte am Meer vergeben wird, die alle Kriterien für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gebiets erfüllen und so besonders nachhaltig betrieben werden.

    Sobald Du in Capo Testa angekommen bist und die Landenge passierst, kannst Du geradeaus bis zum Ende der Straße fahren. Dort findest du einen kleinen Parkplatz, von dem der Leuchtturm schon zu sehen ist, sowie das „Cafè Sealounge“. Einen Blick nach unten verrät schon die Schönheit der unberührten Bucht von Cala Spinosa, die vor Wind geschützt und von hohen Felsenklippen umgeben ist.

    Vom Parkplatz aus kannst Du zu Fuß zum Leuchtturm spazieren, um die umliegende felsige und wilde Landschaft zu bewundern. Auf der rechten Seite, nach ungefähr 400 Metern, befindet sich eine weitere atemberaubende Bucht: Cala Francese.

    Diese Orte sind ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Cala Spinosa wurde vom SkyScanner-Portal als einer der zehn schönsten Strände Italiens ausgewählt.

    Der Strand von Cala Spinosa auf Capo Testa, Sardinien, ein Paradies für Bade- und Wandertouristen sowie Segler.
    Der Strand von Cala Spinosa auf Capo Testa, Sardinien, ein Paradies für Bade- und Wandertouristen sowie Segler.

    Cala Grande oder auch Valle della Luna genannt ist etwas versteckt und nur zu Fuß zu erreichen. Du kannst entlang der Straße parken, fußläufig, noch vor Cala Spinosa erreichst Du dann auf der linken Seite ein dunkles, altes Holztor. Dort schlägst Du den Wanderweg ein, der dich nach zehn Minuten ins Tal führt, dessen Eingang ein riesiger 15 Meter langer Granitblock bildet – ein Zeugnis der Bergbautätigkeit aus der Römerzeit.

    Das von dichter mediterraner Vegetation umgebene Gebiet ist von mehreren Tälern und naturbelassenen Buchten umgeben, die durch gigantische Granitfelsen getrennt sind, denen der Wind bizarre Formen gegeben hat. Die “Valle della Luna” (Mondtal) ist ein einzigartiger Ort auf der Welt, an dem in den 70er Jahren eine Hippie-Gemeinde in kleinen Höhlen & Hohlräumen lebte und selbst bis heute sind in der warmen Saison noch moderne Hippies anzutreffen.

    Ein stürmischer Tag auf Capo Testa. Dennoch schützen Dich die imposanten Granitfelsen vor den wilden und wuchtigen Wellen.
    Ein stürmischer Tag auf Capo Testa.

    Granitformationen

    Der Friedhof der Steine, „Cimitiero dei Sassi", auf Capo Testa, Sardinien.
    Der Friedhof der Steine, „Cimitiero dei Sassi”, auf Capo Testa, Sardinien.

    Eine Wanderung entlang der zerklüfteten Granitküste ist am ehesten damit vergleichbar, in den Himmel zu schauen und die Form der Wolken zu beschreiben. Du kennst es bestimmt, dass die eine Wolke dann wie das Maul eines Hais aussieht oder dich vielleicht an ein bekanntes Gesicht erinnert.

    Seit Tausenden von Jahren prägt der starke Wind über dem Mittelmeer Capo Testa. Die Felsen wurden von der Meeresbrise geglättet und einige von ihnen haben recht skurrile oder lustige Formen angenommen. Bei jedem Besuch kann ich Touristen sowie Einheimische beobachten, wie sie Fotos von den vielen Felsformationen aufnehmen und ihnen Namen geben, die sich zum Teil über die Jahre hinweg durchgesetzt haben. Allgemein wird auch von „Cimitiero dei Sassi” gesprochen, dem Friedhof der Steine.

    Der Fachbegriff für die Verwitterung, die den Felsen ihre charakteristischen Formen gibt, heißt Tafone (Plural Tafoni; aus dem Korsischen pietra tafunata „durchlöcherter Stein“).  Bei der Tafonierung bilden sich durch chemische Verwitterung von innen nach außen („Kernverwitterung“) kugel- bis nierenförmige Hohlräume mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern bis hin zu einem halben Meter und mehr. (Aus Wikipedia.)

    Flora und Fauna

    Auf dem Naturwanderweg von Santa Teresa di Gallura nach Capo Testa bekommt man die nördlichste sardische Halbinsel sehr gut zu sehen, bevor man am Strand Rena di Levante rauskommt.
    Auf dem Naturwanderweg von Santa Teresa di Gallura nach Capo Testa bekommt man die nördlichste sardische Halbinsel sehr gut zu sehen, bevor man am Strand Rena di Levante ankommt. Hier ist die Vegetation noch sehr farbenfroh und knallgrün, weil ich das Foto im April geschossen habe.

    Capo Testa ist ein wunderschöner Ort zum Spazierengehen, selbst mit kleinen Kindern, und die Schönheit der Gegend bleibt oft auch im Winter erhalten, wenn die Touristenscharen ausbleiben und Flora und Fauna Gelegenheit haben, sich von der sommerlichen Dürreperiode zu erholen und das Land wieder für sich beanspruchen.

    Das mysteriöse Capo Testa ist umgeben von bezaubernden Buchten und dichter, tief liegender mediterraner Vegetation. Diese spektakuläre Landschaft begeistert inzwischen Touristen aus aller Welt und sowohl Wanderer als auch Kletterer kommen gerne hierher, um in die Natur einzutauchen.

    Mit seiner wilden Küste, den schroffen Wanderwegen und endloser natürlicher Schönheit ist Capo Testa einer der wahren Höhepunkte einer Reise nach Sardinien, der Dich dazu bringt, noch mehr von dieser atemberaubenden Insel erkunden zu wollen.

    Die charakteristischen Felsenformationen auf Capo Testa, die im Norden der Gallura auf Sardinien präsent sind. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Die charakteristischen Felsenformationen auf Capo Testa, die im Norden der Gallura auf Sardinien präsent sind.

    Sardinien bietet auch eine große Anzahl an wild lebender Tieren – viele Arten sind glücklicherweise auch seit Jahrzehnten geschützt und deswegen kann sich ihr Bestand erhöhen -; hier ist eine kleine Auswahl derjenigen, die Du auf Capo Testa antreffen kannst:

    • Wildschweine sind für viele sardische Landwirte eine Plage: Sie verwüsten mühsam angebaute Felder, schwächen den Boden, indem sie mit ihrer Schnauze die obersten Erdschichten umwälzen und verstärken somit den Effekt der Erosion, die besonders im Sommer bei knallender Sonne und starkem Wind über die kahlen Böden tobt. Sie sind recht menschenscheu, können aber aggressiv reagieren, wenn sie oder ihre Frischlinge sich bedroht fühlen. Auf Sardinien gibt es zwei Arten: Die endemische Art Sus scrofa meridionalis ist seit der Jungsteinzeit dort (und auf Korsika) heimisch, die andere, Sus scrofa majori, wurde aus dem “Kontinent”, wie die Sarden das italienische Festland nennen, eingeführt.
    • Es gibt mehrere Dutzende wilde Ziegen auf Capo Testa, die im Naturschutzgebiet rund um den Leuchtturm leben. Sie sind recht zutraulich und lassen Menschen auch sehr nah an sich ran.
    • Im Sommer kannst Du neben den vielen tyrrhenischen Mauereidechsen (Podarcis tiliguerta tiliguerta) auch viele Insekten beobachten: Heuschrecken, Libellen, Bienen, Wespen, Hummeln und allerlei Fliegen.
    • Die sardische Landschildkröte (Testudo marginata sarda) lässt sich recht oft vor der Sommersaison auf den Wanderwegen rund um den Leuchtturm blicken, aber sobald der Touristenstrom zunimmt, sind sie nicht mehr zu sehen, bis sie ab Oktober wieder das Gebiet für sich beanspruchen.

    Historisches und kulturelles Erbe

    Der Fundplatz Lu Brandali

    Panoramablick auf die Lu Brandali-Ausgrabungsstätte; Wohn- und Arbeitsräume. Capo Testa, Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien. Foto von Oliver Avellino, mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.
    Panoramablick auf die Lu Brandali-Ausgrabungsstätte. Foto von Oliver Avellino, mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.

    Selbst wenn der nördlichste Teil Sardiniens mit seinen gigantischen Felsenformationen, der schroffen Küsten und einem sehr trockenen Sommer, der Fauna und Flora sehr beeinträchtigt, alles andere als zum Leben angenehm erscheint, waren schon in der späten Bronzezeit Menschensiedlungen in der unmittelbaren Nähe von Capo Testa.

    In Lu Brandali, eine Ausgrabungsstätte, die zwischen Santa Teresa di Gallura und Capo Testa liegt, kannst Du die Reste vorrömischer Siedlungen und der sogenannten Gigantengräber (auf Sardu Tumbas de sos zigantes und auf italienisch Tombe dei Giganti) besichtigen, die zwischen 1.400 und 1.000 vor Christus datiert werden.

    Der Fundplatz besteht aus dem Fundament eines Gigantengrabes, den Resten einer Außenmauer und mehrerer Türme, einer runden Anlage und mehrerer kleinen Strukturen.

    Die Besonderheit des Fundplatzes besteht in der Menge und der Vielfalt der Funde, die eine Rekonstruktion des Alltags der damaligen Bewohner ermöglichen. Es sind nicht nur viele Arbeits- und Haushaltsgegenstände ausgegraben worden, sondern auch viele Reste, die auf die Hauptnahrungsquelle hindeuten: nämlich Fische und kleine Säugetiere.

    Im Bildungszentrum der archäologischen Stätte ist es möglich, die Archäologieausstellung LU BRANDALI: READ TOUCH LISTEN zu besuchen, in der die in den letzten Ausgrabungen gefundenen Gegenstände ausgestellt sind und die eine volldigitale Virtual Reality-3D-Erfahrung beinhaltet, bei der viele detaillierten Informationen über das tägliche Leben in Lu Brandali vermittelt werden.

    Die Ausstellung ermöglicht es sogar sehbehinderten oder blinden Menschen, dank eines Tast- und Hörpfades und der Möglichkeit, naturgetreue Nachbildungen der Funde zu ertasten und zu erforschen und so die Entdeckung der Ausgrabungsstätte auf ihre Weise zu erleben.

    Tastlageplan der Ausgrabungsstätte Lu Brandali, Capo Testa, Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien. Mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.
    Tastlageplan der Ausgrabungsstätte Lu Brandali im Museum. Mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.

    Der Fundplatz ist von Anfang April bis Ende Oktober immer offen und bietet auch im Winter die Möglichkeit, nach vorheriger Reservierung ein Stück vorgeschichtlicher Vergangenheit zu erleben. Der Eintritt in die Ausgrabungsstätte beträgt nur 2 Euro, wer eine Führung – sowohl auf Deutsch, aber auch auf Französisch, Englisch, Russisch oder Spanisch und natürlich auch auf Italienisch – bekommen oder ebenfalls ins Ausgrabungsmuseum möchte, zahlt etwas mehr (bis 9 Euro für Erwachsene und 4,5 Euro für Kinder).

    Für mehr Infos und Führungen (auch außerhalb der angegebenen Öffnungszeiten): www.santateresaturismo.it  – www.lubrandali.it

    Granitbruch im Naturschutzgebiet

    Der Totem von Valle della luna (Cala grande) auf Capo Testa, Sardinien
    Der Totem von Valle della luna (Cala grande) auf Capo Testa, Sardinien; im Hintergrund die imposanten Granitfelsen, die über 100 Meter Höhe erreichen können.

    Seit der Nutzung der Wasserwege als Hauptbeförderungsmittel war die Lage Capo Testa auch für das römische Reich von großer Bedeutung. Obwohl es nur wenige Überreste aus der Römerzeit gibt, sind noch Spuren in den riesigen Granitblöcken vorhanden, die daran erinnern, dass in der Antike Holzkeile zum Spalten von Stein verwendet wurden.

    Hierzu werden Löcher in den Stein geschlagen und mit trockenem Holz ausgekeilt. Durch Befeuchten des Holzes entsteht ein sehr hoher Druck, wodurch der Stein auseinandergerissen wird.

    Dies war einst eine kleine Bergbaustadt, in der die Römer enorme Mengen Granit förderten und zum Teil selbst nach Rom brachten. Capo Testa diente früher nämlich als Hauptstandort einer alten römischen Kolonie, Tibula, und selbst heute noch sind in ganz Sardinien Straßen und Wege der Römer sichtbar.

    Dies macht es zu einem wunderbaren Ort, um Altertumsgeschichte zu lernen und die Vergangenheit zu beobachten und wertzuschätzen.

    Ankunft

    Corsica Ferries/Sardinia Ferries ist eins der größten Unternehmen, die eine Fahrt von Livorno nach Golfo Aranci/Olbia, Sardinien, anbieten.
    Corsica Ferries/Sardinia Ferries ist eins der größten Unternehmen, die eine Fahrt von Livorno nach Golfo Aranci/Olbia, Sardinien, anbieten.

    Ich kann mich erinnern, als ich als Kind mit meinem Großvater mit der Fähre der italienischen Eisenbahngesellschaft von Civitavecchia, in der Nähe von Rom, nach Golfo Aranci gefahren bin. Das war ein Abenteuer! Fliegen war damals noch eine recht teure Angelegenheit, und als wir in Italien lebten, war die Route immer die gleiche: Zum Hafen Civitavecchia mit dem Auto, dann ab in die Fähre und von Golfo Aranci nach Capo Testa waren es ungefähr zwei Stunden Autofahrt, jedoch recht ungemütlich im kleinen Fiat Panda meiner Mutter: (zu) viele Kurven und sehr enge Straßen sind nicht förderlich für den Magen eines Kindes, das sich fast einen Tag lang zu wenig bewegt hat.

    Die Fähre nach Olbia bzw. Golfo Aranci, dem nahegelegenen Industriehafen, verkehrt im nördlichen Italien von Genau und Livorno, die Fahrt dauert normalerweise zwischen 12 und 16 Stunden, aber es sind auch schnellere Fährenverbindungen vorhanden. Die bekannteste Gesellschaft ist Corsica/Sardinia Ferries*, deren gelbe Aufkleber auf der Rückscheibe vieler deutscher Autos zu sehen sind, aber viele andere Gesellschaften bieten eine Transportmöglichkeit vom Festland nach Sardinien.

    Inzwischen gibt es nicht nur günstige Flüge nach Olbia, sondern auch nach Sassari oder Alghero. Die regionale Busunternehmen decken die Langstreckenverbindungen gut ab, auch wenn ich manchmal etwas Geduld entgegenbringen musste, weil der Bus voll war und ich auf den nächsten – der 1,5 Stunden später kam – warten musste oder das Fahrzeug auf halber Strecke nur noch im dritten Gang fuhr und sich so die Fahrzeit um einiges verlängerte.

    Taxis sind zwar überall präsent, dennoch recht kostspielig. Zum Beispiel kostet die Fahrt zwischen dem Flughafen Olbia und Capo Testa um die 80 Euro, während eine Fahrtkarte für den Direktbus bis Santa Teresa weniger als zehn Euro beträgt.

    Da Capo Testa recht klein und alles fußläufig ist, brauchst Du kein Auto, um die Gegend zu erkunden oder von einem Strand zum nächsten zu kommen. Sehr wohl aber, um Capo Testa Richtung Zivilisation zu verlassen, da die Busse zwischen der Halbinsel und Santa Teresa nur in der Touristensaison, ungefähr von Juni bis Mitte September, und schon tagsüber nicht allzu oft.

    Übernachten

    Auf Capo Testa gibt es drei Siedlungen: Funtanaccia, den Bereich um den Hotel Mirage und die große Häuseransammlung, die der Hauptstraße den Hügel hinauf folgt; dort sind die meisten Unterkünfte und auch einige Geschäfte, wobei ein richtiger Supermarkt fehlt und erst in Santa Teresa di Gallura kannst Du richtig “shoppen” – vor allem bei niedrigen Preisen.

    Ich habe dort noch nie in einem Hotel übernachtet, denn ich hatte das Glück, erst die kleine Ferienwohnung meines Großvaters auf Capo Testa und dann die meines Onkels in Ruoni nutzen zu können, so dass ich wenig zu den vielen Gaststätten sagen kann.

    Eine – oder mehrere – Übernachtungen auf Capo Testa sind besonders sinnvoll, wenn Du dich dem Alltagsstress völlig entziehen willst und ein paar Tage auch aufs Auto verzichten möchtest. Bed&Breakfast-Zimmern und AirBnB-Wohnungen sind dort reichlich vorhanden.

    La Maddalena

    Ein weiterer Ausblick im Frame auf Punta Rossa an der Südspitze der Insel Caprera, im verlassenen Militärkomplex "Batterie di Punta Rossa" aus dem 19. Jahrhundert.
    Auf Punta Rossa an der Südspitze der Insel Caprera liegt ein verlassenes Militärkomplex (“Batterie di Punta Rossa”), das sehr viel zu erkunden bietet. Die Festung stammt aus dem 19. Jahrhundert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein aktiver Stützpunkt wegen der strategischen Lage im nordwestlichen Mittelmeer.

    Wenn Du schon mal auf Capo Testa bist, empfehle ich Dir, auch den Maddalena-Archipel zu besuchen. Er befindest sich 25 km von Capo Testa entfernt und gehört zu den beliebtesten Reiseziele der Region, auch weil es zu den größten Naturschutzgebiete Sardiniens gehört.

    Einen Blogeintrag über La Maddalena und die weiteren Inseln des Archipels findest du hier.

    Zeitraffervideo von einem leicht windigen Tag auf Punta Falcone.
  • Wie läuft ein TFP-Fotoshooting mit mir ab?

    Ob Du zum ersten Mal ein Fotoshooting machst oder Du schon ein erfahrenes (Hobby-)Model bist, es gibt immer einige offene Fragen im Vorfeld. Womöglich hast Du mich über Google gefunden und hast bereits die TfP-Seite gelesen und Du möchtest noch mehr erfahren. Mit diesem Post möchte ich Dir einen kurzen Einblick in den Ablauf eines TfP-Fotoshooting mit mir geben, damit Du weißt, was Du erwarten kannst und was üblich ist.

    TfP-Fotoshooting- Was bedeutet die Abkürzung?

    TfP-Fotoshooting, Outdoor-Porträt eines Pärchens, Partner-tfp-Shooting in München, kostenloses partner-Fotoshooting, Pärchen-Shooting, Couple-Shooting in München und Umgebung.

    Die Abkürzung „TfP“ steht für „Time for pictures“ (früher: „Time for prints“) und sie bedeutet nichts anderes als „Zeit für Bilder“, denn bei einem TfP-Fotoshooting investieren sowohl das Model als auch der Fotograf ihre Zeit und beide bekommen dafür kostenlos Bilder.

    Ein TFP-Fotoshooting mit mir ist deswegen kostenfrei. Als Fotograf biete ich diese Form des Shootings sehr gerne an, weil sie mich künstlerisch weiterbringt und auch Du als Model davon profitierst.

    Bezüglich Honorar und Nutzungsrechte vereinbaren wir, dass die auf Basis des Shootings entstandenen Bilder die Gegenleistung für die Fotoaufnahmen anstelle eines monetären Honorars sind. Fotograf und Model verzichten also beide auf die sonst übliche Geldzahlung.

    Das Urheberrecht (Copyright) an den Bildern steht grundsätzlich dem Fotografen zu. Wir beide – Du als Model und ich als Fotograf – dürfen die Fotos zur Eigenwerbung nutzen, jedoch nicht zu gewerblichen Zwecken.

    Bewerbung

    weibliches Model beim Shooting im Studio in München

    Deine Bewerbung als Model braucht kein formales Schreiben zu werden. Dennoch gibt es einige Punkte, die für mich relevant sind und die Du bereits in Deinem Anschreiben berücksichtigen solltest:

    Was genau möchtest du shooten?

    Für welche Fotoshooting-Bereichen (z.B. Fashion, Portrait usw.) stehst Du zur Verfügung? Hast Du bereits Shootingideen? Vielleicht ausgefallene Stylings und Outfits?

    Wofür möchtest Du die Fotos verwenden?

    Wo möchtest Du die Fotos veröffentlichen? Mit welcher Reichweite? Die Anzahl Deiner Follower ist für mich uninteressant, allerdings ist es mir wichtig, die Zielgruppe und das Umfeld zu kennen, in denen meine Fotos gezeigt werden.

    Am wichtigsten: Verlinke einige aussagekräftige Fotos!

    Zum Beispiel Dein öffentlich einsehbares Instagram-Profil oder einen offenen Facebook-Fotoalbum. Wichtig ist, dass Du auf mindestens einem Portraitfoto ungeschminkt ungeschminkt zu sehen bist. Wenn du noch keine professionellen Fotos von Dir hast, genügen auch ordentliche Handyfotos – ohne Filter und bei guter Beleuchtung.

    Ich kann nur Anfragen mit Bild beantworten. Sei dir aber sicher: Diese Bilder werden 100% vertraulich behandelt und weder weitergegeben noch veröffentlicht!

    Höflichkeit und Zuverlässigkeit

    Wenn du Interesse an einer Zusammenarbeit mit mir hast, solltest Du nicht nur engagiert, sondern auf jeden Fall auch zuverlässig sein. Bei Rückfragen möchte ich eine zeitnahe Antwort und im Falle der Zusage wünsche ich mir, dass ein ausgemachter Termin eingehalten wird.

    Ich bitte Dich um Verständnis, dass ich eine Absage nicht zwingend begründe. Selbst wenn kein TFP-Fotoshooting zustande kommt, hat dies nichts mit Dir zu tun, denn es kann auch sein, dass ich schlichtweg keine Zeit habe oder in dem Zeitraum bereits viele TfP-Anfragen hatte und ich nicht mit allen shooten kann. Eine TFP-Zusammenarbeit ist und bleibt immer eine besondere Ausnahme.

    Das Vorgespräch

    Ein guter Draht zueinander ist die beste Voraussetzung für jedes gelungene Fotoshooting. Im Falle einer Annahme Deiner Bewerbung werde ich Dich kontaktieren und ein erstes Gespräch vor dem Shooting am Telefon anbieten. Dabei können wir schon viele Details klären, die Dir und mir wichtig sind. Je nach Charakter und Wünsche passen bestimmte Themen besser bzw. kommen die Wunschfotos heraus, auch deswegen ist ein erstes Kennenlernen wichtig.

    Bei diesem Telefonat besprechen wir, welche Ideen wir beim Shooting umsetzen wollen, unter welchen rechtlichen Bedingungen wir zusammenarbeiten, ob Du eine Visagistin möchtest und was noch fürs Shooting wichtig ist: Location, Uhrzeit, Outfits usw.

    Die Vorlage für meine TfP-Fotoshootingsverträge kannst Du hier finden:

    Haben wir die rechtlichen Details geklärt, bitte ich Dich, mir den Vertrag ausgefüllt und unterschrieben vorab zu schicken, und dann beim Shooting mitnehmen, damit wir je ein Exemplar in Papierform haben. Der rechtliche Rahmen ist notwendig, damit wir beide uns mit dem TfP-Shooting wohl fühlen.

    Du darfst übrigens eine beliebige andere Person deines Vertrauens zum Fotoshooting mitnehmen.

    Der Ablauf vor Ort

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    Dieses Bild ist bei einem TfP-Fotoshooting 2020 entstanden.

    Zum vereinbarten Termin treffen wir uns an der zuvor verabredeten Location statt. Wir besprechen die letzten Details und schon geht es los.

    Du solltest ca. ein bis zwei Stunden für das TfP-Shooting einkalkulieren. Dabei werden wir keinem exakten Ablauf folgen, sondern spontan Ideen entwickeln und umsetzen sowie viel aus der Situation heraus locker improvisieren.

    Die besten Fotos entstehen nach spontanen Eingebunden und es ist wichtig, dass die Stimmung locker und unverkrampft ist. Wir werden häufig kurze Pausen machen und einen Blick auf die bereits geschossenen Fotos werfen, um die Posen zu besprechen und einen ersten Eindruck der Bilder zu haben.

    Begleitperson

    Begleitperson ist bei mir problemlos möglich. Das kann auch Unsicherheit beseitigen, da man als Fotomodel nicht gerne alleine mit einer erst einmal fremden Person, dem Fotografen, ist. Hier ist der Lebensgefährte nicht unbedingt die beste Wahl, aber Freunde oder Verwandte haben sich soweit als recht unproblematisch und hilfreich erwiesen: Die Begleitperson kann nämlich auch Reflektoren halten, um die Lichtverhältnisse zu unseren Gunsten anzupassen.

    Anzahl von Fotos

    Ausschnitt einer Porträtaufnahme mit Karnevalsmaske, TfP-Fotoshooting München
    Ausschnitt einer Porträtaufnahme mit venezianischer Karnevalsmaske

    Während des TfP-Fotoshootings entstehen erfahrungsgemäß mehrere hundert Fotos, manchmal auch deutlich über tausend. Das passiert deshalb, weil nicht alle Fotos gut werden, sondern gewöhnlich nur 3-5% aller Bilder.

    Kleine Veränderungen im Gesichtsausdruck und in der Körperspannung machen den entscheidenden Unterschied. Manchmal kommt der Augenschlag einfach zum falschen Zeitpunkt.

    Das ist aber in Ordnung und völlig normal, selbst im Profibereich ist das nicht anders. Daher die große Anzahl der Fotos – die im Umkehrschluss für den Fotografen leider auch eine sehr große Nachbearbeitungszeit bedeutet mit Sichten, Auswählen und Bearbeiten. Meine Arbeit endet also keinesfalls mit dem Ende des TfP-Fotoshootings.

    Wann bekommst Du als Fotomodel die Fotos und in welcher Form?

    Wegen der nicht unerheblichen Bearbeitungszeit dauert es bis zu zwei Wochen, bis ich mit der Bearbeitung aller Bilder durch bin. Du erhältst deswegen in der Regel innerhalb von 14 Tagen eine Auswahl der Fotos, die beim Shooting entstanden sind, in einem eigenem Dropbox-Ordner – selbstverständlich in voller Auflösung.

    Die Anzahl variiert, je nachdem, wie lange wir geshootet haben und wie viele verschiedene Posen Du eingenommen hast. Pro Stunde können so zwischen 5 und 20 gute Bilder entstehen.

    Du bekommst natürlich auch alle Fotos, die ich selbst auf meiner Webseite, in Facebook oder Instagram veröffentlichen möchte.

    Kontakt

    Hast Du Interesse, sende mir gerne eine Email an [email protected] oder eine Whatsapp-Nachricht. Vergiss bitte nicht, mindestens ein aktuelles, natürliches Foto von Dir anzuhängen. So kann ich mir einen ersten Eindruck von Dir machen.

    Sollte ein TFP-Fotoshooting, aus welchen Gründen auch immer, für Dich nicht in Frage kommen, Du aber Lust auf Fotos von Dir in meinem Stil möchtest, kannst Du Dich auch für ein bezahltes Fotoshooting entscheiden. Bei so einem, von Dir bezahlten professionellen Shooting kann ich komplett auf Deine Bildwünsche und Ideen eingehen.

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  • Was ist der ISO-Wert?

    Dieser Artikel ist Teil der Fotografie lernen-Reihe “Grundwissen Fotografie: Lernen, wie was funktioniert” und erklärt die Rolle des ISO beim Fotografieren. ISO wird über den ISO-Wert gesteuert und ist einer der drei wichtigsten Parameter in der Fotografie – die anderen zwei sind Belichtungszeit und Blende.

    Was ist ISO in der Fotografie?

    Ich bin schon als Kind auf den Kürzel ISO gestoßen und habe mich gefragt, was das wohl heißen mag. Ich wusste, es gab Analogfilme mit ISO 200 und 400, letztere waren etwas günstiger und deswegen habe ich nur mit solchen fotografiert. Die Bedeutung des Akronyms war mir dennoch lange ein Rätsel.

    Inzwischen weiß ich, dass ISO für International Organization of Standardization steht, die Organisation, die die Empfindlichkeitsbewertungen für Kamerasensoren und Kamerafilme standardisiert. Die Methode zur Messung von Filmempfindlichkeit wurde von der American Standards Association entwickelt, deswegen steht auf älteren Kameras mit integriertem Belichtungsmesser nicht ISO, sondern ASA.

    Die ISO-Skala sagt aus, wie empfindlich der digitale Sensor für Licht ist. Diese wird in Zahlen wie 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200 usw. angegeben, wobei eine niedrige Zahl eine geringe Lichtempfindlichkeit und eine hohe eine große Lichtempfindlichkeit bedeutet. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Die ASA- bzw. ISO-Skala sagte früher aus, wie empfindlich der analoge Film fürs Licht ist. Bei digitalen Kameras bezieht sich der Wert auf die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors.

    Die ISO-Skala sagt aus, wie empfindlich der digitale Sensor für Licht ist. Diese wird in Zahlen wie 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200 usw. angegeben, wobei eine niedrige Zahl eine geringe Lichtempfindlichkeit und eine hohe eine große Lichtempfindlichkeit bedeutet.

    Wenn Du also den ISO-Wert von 100 auf 200 änderst, verdoppelst Du die Empfindlichkeit des Sensors.

    Der ISO-Wert aus der analogen Welt besteht bezieht sich auf die physikalischen Eigenschaften des von verwendeten Films, bei der Digitalfotografie dagegen bezieht er sich auf einen elektronischen Prozess. Dennoch ist das Konzept immer noch dasselbe: Der ISO-Wert steuert die Lichtempfindlichkeit.

    Hohe ISO-Werte eignen sich am besten für schlechte Lichtverhältnisse, denn je lichtempfindlicher der Sensor ist, desto weniger Licht muss darauf fallen, um ein gut beleuchtetes Bild zu erzeugen. Warum sollte ich mich also mit Stativ bei Dunkelheit quälen, wenn ich mit einem ISO-Wert von 25.600 auch in der Nacht von Hand fotografieren kann?

    ISO-Rauschen

    Die ISO-Skala sagt aus, wie empfindlich der digitale Sensor für Licht ist. Diese wird in Zahlen wie 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200 usw. angegeben, wobei eine niedrige Zahl eine geringe Lichtempfindlichkeit und eine hohe eine große Lichtempfindlichkeit bedeutet. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Diese Foto habe ich spät abends geschossen, bei größter Blendenöffnung, dennoch war ein ISO-Wert von 6400 nötig gewesen, um eine Belichtungszeit von 1/80 Sekunden zu bekommen, um ohne Stativ zu fotografieren.

    Der Haken ist, dass je höher der ISO-Wert, desto körniger erscheinen die Fotos, sowohl die analogen als auch die digitalen. In der digitalen Fotografie ist das Rauschen das Nebenprodukt der erhöhten elektrischen Ladung, die erforderlich ist, um den Sensor lichtempfindlicher zu machen. Das Ergebnis: Kleine Flecken auf dem Foto und eine verringerte Bildqualität.

    Die ISO-Skala sagt aus, wie empfindlich der digitale Sensor für Licht ist. Diese wird in Zahlen wie 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200 usw. angegeben, wobei eine niedrige Zahl eine geringe Lichtempfindlichkeit und eine hohe eine große Lichtempfindlichkeit bedeutet. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Hier die Vergrößerung des Ausschnitts mit der vorderen Boje. Die körnige Struktur wegen des hohen ISOs ist deutlich zu sehen.

    Luminanzrauschen und Chromarauschen

    Es gibt zwei Arten von Rauschen: Luminanzrauschen und Chromarauschen.

    Das Luminanzrauschen behält einen Großteil der ursprünglichen Farbe bei, da diese Art von Rauschen nur die Helligkeit der Pixel beeinflusst. Chromarauschen hingegen erscheint als farbige Flecken oder Körner und verfälscht die Farbe der betroffenen Pixel grundlegend.

    Glücklicherweise leistet Nachbearbeitungssoftware wie Lightroom gute Arbeit bei der Beseitigung von Chromarauschen, auch wenn es besser ist, gleich die Ursachen zu bekämpfen und den ISO-Wert niedrig zu halten.

    Chromarauschen und Luminanzrauschen. Das Luminanzrauschen behält einen Großteil der ursprünglichen Farbe bei, da diese Art von Rauschen nur die Helligkeit der Pixel beeinflusst. Chromarauschen hingegen erscheint als farbige Flecken oder Körner und verfälscht die Farbe der betroffenen Pixel grundlegend. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Chromarauschen und Luminanzrauschen. Die hellen Pixel sind deutlich im Bereich des schwarzen Armaturenbretts zu sehen, die Pixel der Karosserie weisen sehr viele Farben aus, obwohl sie nur weiß lackiert ist.

    Wann benutze ich welche ISO-Einstellung?

    Nun weißt Du über die Funktionsweise vom ISO und über die Nachteile von hohen ISO-Werten Bescheid. Was heißt es konkret für Dich und Deine Fotografie?

    In diesem Artikel erkläre ich, warum ich die Blende für den wichtigsten Parameter beim Fotografieren halte und weshalb ich meist im Blendenprioritätsmodus fotografiere. Je nachdem, welche Blendenöffnung ich brauche, lasse ich von der Kamera die Verschlusszeit automatisch ermitteln. Und nach ihr stelle ich den ISO-Wert dann ein, der prinzipiell immer so niedrig wie möglich ist.

    Wenn ich nämlich eine große Blendenöffnung möchte, aber die Verschlusszeit ist wegen der schlechten Lichtverhältnisse zu lang, erhöhe ich den ISO-Wert, bis die Verschlusszeit niedrig genug ist, um das Bild einzufangen, ohne ein Stativ benutzen zu müssen. 

    Doch die Bildqualität leidet schon bei einem ISO-Wert ab 800 unter dem Rauschen, so dass die Bilder, die bei höheren Werten entstehen, kaum meinen Ansprüchen genügen. Dann gilt es, die Blende entweder weiter zu vergrößern, oder doch ein Stativ zu nutzen bzw. die Kamera auf den Boden oder eine Sitzbank zu legen, damit ich durch das Halten das Bild nicht verwackle.

  • Was ist die Blende?

    Dieser Artikel ist Teil der Fotografie lernen-Reihe “Grundwissen Fotografie: Lernen, wie was funktioniert” und erklärt die Rolle der Blende beim Fotografieren. Die Blende ist einer der drei wichtigsten Parameter in der Fotografie – die anderen zwei sind Belichtungszeit und ISO – und sicherlich der vielfältigste.

    die Blende

    Die Blende (im Englischen “aperture”) kann als die Öffnung in einem Objektiv definiert werden, durch die Licht in die Kamera gelangt. Sie wird in Blendenzahlen wie 1:1,8, 1:2, 1:4,5 usw. ausgedrückt, um die Größe der Objektivöffnung widerzuspiegeln, die über das Objektiv oder die Kamera gesteuert werden kann.

    Ihre Funktionsweise ist ähnlich wie die der Regenbogenhaut/Iris im menschlichen Auge: Je nachdem, ob Du Dich in einer hellen oder dunklen Umgebungen befindest, zieht sich die Iris zusammen oder dehnt sich aus, wodurch die Größe Deiner Pupille gesteuert wird.

    In der Fotografie ist die „Pupille“ eines Objektivs die Blende. Du kannst die Blende verkleinern oder vergrößern, damit mehr oder weniger Licht auf den Kamerasensor gelangt. Die Blende kann sich öffnen und schließen, um die durchzulassende Lichtmenge zu ändern.

    Was bewirkt die Blende?

    Die Blende Deines Objektivs ist für vielerlei verantwortlich:

    • Tiefenschärfe
    • Schärfeverlust durch Beugung
    • Helligkeit / Belichtung Deiner Fotos
    • Starburst-Effekte
    • Sichtbarkeit von Staubflecken des Kamerasensors
    • Qualität des Bokeh
    • Fokusverschiebung
    • Fokussierung bei schlechten Lichtverhältnissen

    Blende und Schärfentiefe

    Die geringe Tiefenschärfe bei einer großen Blendenöffnung führt dazu, dass Vorder- und Hintergrund unscharf dargestellt sind und nur das Motiv in der Mitte scharf zu sehen ist.

    Die Schärfentiefe bezieht sich auf den Bereich zwischen dem nächsten und dem am weitesten entfernten Objekt in einem Foto, das scharf erscheint. Im Allgemeinen führt eine große Blende zu einer großen Vordergrund- und Hintergrundunschärfe, das eine geringe Schärfentiefe bedeutet. Andererseits führt eine kleine Blende zu einer geringen Unschärfe des Vordergrunds und des Hintergrunds, also zu einer großen Schärfentiefe.

    Durch die Einstellung der Blende kannst Du einerseits Deinen Bilder eine Tiefendimension hinzufügen, indem Du die Schärfentiefe steuerst. Im Extremfall liefert die Blende einen unscharfen Hintergrund mit einem schönen flachen Fokuseffekt.

    Andererseits kannst Du auch eine Blendeneinstellung auswählen, die ein vom nahe gelegenen Vordergrund bis hin zum fernen Horizont gleichermaßen scharfes Bild erzeugt.

    Wie sich die Blende auf die Schärfentiefe auswirkt

    Die Schärfentiefe ist also die Fläche des Fotos, die von vorne bis hinten scharf erscheint. Einige Fotos haben eine „dünne“ oder „flache“ Schärfentiefe, also nur einen kleinen Bereich, der scharf ist. Andere Bilder haben eine „große“ oder „tiefe“ Schärfentiefe, bei der sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund scharf sind.

    Porträt eines älteren Mannes mit Hut vor schwarzem Hintergrund, Senior-Fotografie, TFP-Shooting, kostenloses Fotoshooting in München, kleine Blende f/1.8. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Porträt eines älteren Mannes mit Hut vor schwarzem Hintergrund, fotografiert mit Blende 1/1.8.

    Im Bild kannst Du sehen, dass die Augenpartie des Mannes scharf erscheint, während Nase sowie Ohren unscharf sind. Die Wahl der Blende spielte hierbei eine große Rolle. Ich habe speziell eine große Blende (1/1.8) verwendet, um einen flachen Fokuseffekt zu erzielen. Damit kann ich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das eigentliche Thema des Fotos – die Augen – zu lenken und nicht auf den hier unwichtigen Rest. Eine kleine Blende hätte das gesamte Gesicht scharf abgebildet.

    Zum besser Merken: Eine große Blende führt zu einer großen Unschärfe sowohl des Vordergrunds als auch des Hintergrunds. Dies ist häufig bei Porträts oder Nahaufnahmen von Objekten wünschenswert, bei denen Du das Motiv isolieren möchtest. Eine kleine Blende führt zu einer geringen Unschärfe, also zu einem großflächig scharfen Bild.

    Für Porträtfotos bevorzuge ich große Blenden wie 1:1,8 oder 1:2, um das Motiv vom Vordergrund und Hintergrund zu isolieren. Dadurch kann ich zum Beispiel nur die Augen des porträtierten Menschen scharf fokussieren und so in den Mittelpunkt rücken; dabei sind ablenkende Elemente unscharf und ihnen wird nicht allzu viel Aufmerksamkeit eingeräumt.

    Es ist jedoch gar nicht so, dass alle Bilder mit größtmöglicher Blende gemacht werden sollen. In der Landschafts- und Architekturfotografie arbeite ich eher mit kleinen Blenden, so ab 1:8, um möglichst viele Elemente im Vordergrund und Hintergrund gleichzeitig in den Fokus zu rücken. Beim folgenden Foto war es mir wichtig, eine möglichst große Tiefenschärfe zu erreichen, und deswegen habe ich trotz schlechter Lichtverhältnisse Blende 1/4 gewählt.

    Markusplatz, Blick auf Markusdom und Glockenturm bei Hochwasser, Venedig, Venezia, Italien.
    Markusplatz, Blick auf Markusdom und Glockenturm bei Hochwasser. Mit Blende 1/4 fotografiert.

    Der negative Effekt der Beugung

    Heißt es im Umkehrschluss, dass mit der niedrigsten Blende (zum Beispiel 1:22) die höchste Schärfe erreicht wird?

    Nein! Bilder mit extrem kleinen Blenden enthalten viel weniger Details. Durch den Effekt namens Beugung verliert das Bild viel an Schärfe!

    Die Beugung ist ganz einfach erklärt: Wenn Du eine winzige Blende verwenden, drückst du das Licht, das durch das Objektiv fällt, buchstäblich zusammen. Die Lichtstrahlen behindern sich gegenseitig, das Foto wird unscharf und Details gehen verloren.

    Doch woran erkennst Du, ob der Beugungseffekt eintritt? Es hängt von vielen Faktoren ab, wann die Beugung sichtbar wird, einschließlich der Größe des Kamerasensors und der Auflösung des Bildes. Ich persönlich gehe verringere die Blende selten über 1:16, doch den Effekt kann schon vorher sichtbar werden.

    Der Beugungseffekt ist kein Weltuntergang, aber Du solltest im Hinterkopf behalten, dass er existiert.

    Bei welcher Blende ist also alles im Fokus?

    Das hängt von der Sensorgröße Deiner Kamera, der Brennweite des Objektivs und der Nähe der Kamera zu dem zu fotografierenden Motiv ab. Im Allgemeinen bietet eine kleine Blende wie 1:8 eine ausreichende Schärfentiefe, um den größten Teil Deines Fotos scharf abzubilden. Wenn sich das Motiv jedoch zu nahe an der Kamera befindet, muss die Blendeöffnung noch weiter verringert werden oder Du gehst ein paar Schritte zurück.

    Zusammenfassend: Eine große Blende führt zu einer geringen Schärfentiefe, wodurch alles vor und hinter dem fokussierten Motiv unscharf wird und diese Teile des Fotos verschwommen erscheinen. Große Blendenöffnungen zeigen auch die Schwächen des optischen Designs der Linse, was häufig zu sichtbaren Linsenaberrationen führt. Eine kleine Blende hingegen führt zu einer großen Schärfentiefe, wodurch das Bild schärfer erscheint. Kleine Blendenöffnungen verbergen typischerweise auch Linsenaberrationen. 

    Blende und Belichtung

    Auf Punta Rossa liegt ein verlassenes Militärkomplex ("Batterie di Punta Rossa") und es bietet sehr viel zu erkunden bietet. Die Festung an der Südspitze der Insel Caprera stammt noch aus dem 19. Jahrhundert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein aktiver Stützpunkt wegen der strategischen Lage im nordwestlichen Mittelmeer
    Das verlassene Militärkomplex von Punta Rossa (“Batterie di Punta Rossa”) auf Caprera, La Maddalena, Sardinien. Bei schlechten Lichtverhältnisse, wie in diesem Fall, ist es ratsam, mit sehr großer Blendenöffnung zu fotografieren.

    Die Blende hat verschiedene Auswirkungen auf Deine Fotos. Eine der wichtigsten ist die Helligkeit oder Belichtung der Bilder. Wenn sich die Einstellung der Blende ändert, ändert sich die Gesamtlichtmenge, die den Kamerasensor erreicht, und damit die Helligkeit des Fotos.

    Durch Öffnen der Objektivblende gelangt mehr Licht in die Kamera, sodass Du ein ordnungsgemäß belichtetes Bild mit einer kürzeren Belichtungszeit aufnehmen kannst. Das Anhalten oder Verringern der Objektivblende verringert andererseits die Lichtmenge, die in die Kamera eintritt, was die Verwendung einer längeren Belichtungszeit erfordert, um ein Bild mit derselben Helligkeit zu erhalten.

    Eine große Blende, also eine große Öffnung, lässt viel Licht durch, was zu einem hellen Foto führt. Eine kleine Blende macht genau das Gegenteil: Das Foto wird dunkel.

    Blendeneffekt auf die Helligkeit

    In einer dunklen Umgebung, zum Beispiel nachts – möchtest Du wahrscheinlich eine große Blende auswählen, um so viel Licht wie möglich einzufangen. Dies ist übrigens der gleiche Grund, warum sich Deine Pupillen erweitern, wenn es dunkel wird.

    Aberrationen

    Blick auf den Canal Grande vom Fondaco dei Tedeschi, Venedig, Venezia, Italien.
    Blick auf den Canal Grande vom Fondaco dei Tedeschi, Venedig, Venezia, Italien. Die Aberrationen des Objektivs sind am Rand sehr gut zu sehen.

    Vielen Menschen vernachlässigen eine einfache Tatsache bezüglich der Blende: Sie blockiert buchstäblich das Licht, das von den Rändern Ihres Objektivs übertragen wird. Das heißt aber nicht, dass dies zu schwarzen Ecken in den Fotos führt, da die mittleren Bereiche eines Objektivs immer noch genug Licht an die Ränder des Kamerasensors durchlassen.

    Wenn sich die Blende schließt, wird immer mehr Licht von den Seiten des Objektivs blockiert und dieses gelangt nicht zum Kamerasensor. Nur das Licht aus dem mittleren Bereich tritt durch und führt zum Entstehen des Fotos. Das bedeutet, dass die Fotos bei immer kleineren Blendenöffnungen weniger Aberrationen aufweisen, bei großer Blendenöffnung die Aberrationen aber zunehmen!

    Zwar kann die Beugung dafür sorgen, dass einige Aberrationen abgeschwächt sind, aber das funktioniert nicht immer und manchmal wird die Verzerrung sogar verstärkt. Eine kleine Blende blockiert einfach Licht, das durch die Ränder des Objektivs gelangt ist. Wenn also die Linsenkanten nicht die Ursache des Problems sind, gibt es bei kleinerer Blende keine Verbesserung.

    Starburst-Effekte

    Starbust-/Blendensterneffekt mit sechs Sonnenstrahlen - Blick auf Manhattan, New York, vom Rockefeller Center. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Starbust-/Blendensterneffekt mit sechs Sonnenstrahlen – Blick auf Manhattan, New York, vom Rockefeller Center.

    Starbursts, auch Blendensterne oder Sterneffekte genannt, sind wunderschöne Elemente, die Du sicherlich schon mal auf Fotos gesehen hast: Lichtquellen werden als Sten abgebildet und verleihen dem Bild einen glamourösen Touch.

    Wie kommt der Effekt zustande? Im Wesentlichen hängt es vom Objektiv ab, denn für jedes Blendenblatt in dem Objektiv erhält die Lichtquelle einen Sonnenstrahl. Der Effekt wird nur dann sichtbar, wenn Du einen kleinen, hellen Lichtpunkt fotografierst, zum Beispiel die Sonne, und wenn diese Lichtquelle von der Blende teilweise blockiert ist. Wenn Du also einen möglichst starken Starburst wünschst, verwende eine möglichst kleine Blende.

    Außerdem sieht der Starburst-Effekt von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich aus. Es hängt alles von den Blendenlamellen ab. Wenn das Objektiv sechs Blendenlamellen hat, werden sechs Sonnenstrahlen erzeugt. Wenn das Objektiv über acht Blendenlamellen verfügt, erhältst Du acht Sonnenstrahlen. Und wenn das Objektiv neun Blendenlamellen hat, gibt es achtzehn Sonnenstrahlen.

    Moment mal, neun Lamellen und achtzehn Sonnenstrahlen?

    Ja! Bei einer ungeraden Anzahl von Blendenlamellen werden doppelt so viele Sonnenstrahlen erzeugt. Es klingt zunächst seltsam, aber der Grund ist eigentlich ganz einfach. Bei Objektiven mit einer geraden Anzahl von Blendenlamellen – und einem deswegen vollständig symmetrischen Design – überlappt die Hälfte der Sonnenstrahlen die andere Hälfte und nur die Hälfte bekommst Du als Lichtstrahl auf dem Foto zu sehen.

    Blick auf Santa Maria della Salute vom Markusplatz aus, Venezia, Venedig, Italien.
    Starbust-/Blendenstern-Effekt mit 18 Sonnenstrahlen in Venedig, Blick auf Santa Maria della Salute vom Markusplatz.
    Canon-Objektive haben häufig acht Blendenlamellen, was zu acht Sonnenstrahlen führt. Dagegen haben viele Nikon-Objektive sieben oder neun Blendenlamellen, was zu 14 bzw. 18 Sonnenstrahlen führt.

    Es kommt jedoch nicht nur auf die Anzahl der Klingen an, sondern auch auf ihre Form. Einige Blendenlamellen sind abgerundet, um eine angenehme Hintergrundunschärfe zu erzeugen, andere sind gerade. Wenn Du gute Starbursts einfangen möchtest, sind gerade Lamellen im Vergleich besser.

    Kleine Blende und unerwünschte Elemente

    Das Forum Romanum in Rom, nach einem seltenen Schneefall 2018. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Das Forum Romanum in Rom, nach einem seltenen Schneefall. Findest Du die Stelle, auf der eine Schneeflocke die Line bedeckt hat?

    Wenn Du mit einer kleinen Blende durch Gegenstände wie Zäune, Fenster, Pflanzen und sogar Wassertropfen auf Deinem Objektiv fotografierst, wird Dir wahrscheinlich auffallen, dass das Foto nicht so geworden ist, wie Du es Dir gewünscht hast.

    Kleine Blenden ab 1:11 aufwärts bieten nämlich eine so große Schärfentiefe, dass auch ich manchmal versehentlich Elemente einschließen, die ich nicht scharfstellen möchten! Zum Beispiel wenn ich Wasser in Bewegung fotografiere und erst nach einigen Bildern fällt mir auch, dass auf der Linse Wassertropfen sind. Diese sind dann wegen der kleinen Blende sehr deutlich auf dem Foto zu sehen und zwar als hässlicher Fleck.

    Bei großen Blenden würden diese Störelemente zwar noch sichtbar sein, aber weniger deutlich. Tritt der Fall eines störenden Elements auf, ist es besser, eine große Blende zu verwenden, z. B. 1:5,6, um das Wassertropfen so unscharf abzubilden, dass es vielleicht nicht einmal auf dem Bild erscheint.

    Oder ich wische das Tröpfchen einfach ab. Diese Lösung gilt aber nicht für alle Störelemente, wie der nächste Fall zeigt.
    Das Forum Romanum in Rom, nach einem seltenen Schneefall 2018. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Hier die Vergrößerung der unerwünschten Stelle. Wegen der hellen Sonne und des reflektierenden Schnees habe ich mit einer kleinen Blendenöffnung fotografiert, deswegen ist die Stelle sehr sichtbar.

    Ein weiteres Beispiel, wie kleine Blenden ungewollte Elemente in den Fokus rücken, ist, wenn etwas Staub auf dem Kamerasensor landet. Leider kann dies beim Objektivwechsel immer wieder passieren. Staubflecken auf dem Kamerasensor werden bei kleinen Blenden (zum Beispiel ab 1:16) sehr deutlich sichtbar, mit einer großen Blende können sie aber wieder verschwinden.

    Sollte Dir auffallen, dass auf Deinem Sensor Staubpartikeln liegen, kannst Du diesen entweder selbst oder vom Profi wieder staubfrei machen.

    Bokeh

    photo of yellow lantern during night
    Die verschwommene Lichter im Hintergrund sind Teil des Bokehs.

    Bokeh ist, einfach gesagt, die Qualität der Hintergrundunschärfe.

    Ausführlicher erklärt, ist Bokeh die Qualität der unscharfen Glanzlichter des vom Kameraobjektiv aufgenommenen Bildes. Die Verwendung der größten Blende des Objektivs führt normalerweise zu kreisförmigen Hintergrundlichtern mit großer Größe, während kleine Blendenöffnungen normalerweise dazu führen, dass Glanzlichter kleiner aussehen und unterschiedlich eckige Formen annehmen.

    In der Porträt- oder Tierfotografie weisen viele Fotos stark unscharfe Hintergründe auf, die aber nicht alle gleich gut aussehen. Die Qualität der Hintergrundunschärfe kannst Du über die Blendeneinstellungen steuern. Doch warum ist das so?

    Weil die Hintergrundunschärfe immer die Form der Öffnung der Blendenlamellen annimmt. Wenn die Öffnung die Form eines Herzen hat, erhältst Du eine herzförmige Hintergrundunschärfe.

    Wie das funktioniert, kannst Du hier sehen.

    In vielen Objektiven ist die Form der Öffnung der Blendenlamellen nicht immer gleich, sondern sie ändert sich je nach Blendeneinstellung. Oft weisen große Blendeneinstellungen (z. B. 1:1,8) eine fast runde Hintergrundunschärfe auf als kleine Blendeneinstellungen. Bei großen Blendenöffnungen erhalten Sie auch mehr Hintergrundunschärfe.

    Wenn Dir die Bokeh-Qualität  wichtig ist, empfehle ich Dir, gezielt nach Bokeh-Objektiven zu schauen und die Blendeneinstellungen auch ausgiebig zu testen. 

    Fokusverschiebung

    Bei einigen Objektiven – selbst wenn Du den Fokus nicht änderst, im manuellen Fokusmodus bist und den Fokusring nicht bewegst – kann passieren, dass sich der Fokuspunkt verschiebt, wenn Du kleine Blenden verwendest.

    Folgende Schritte können Dir helfen, herauszufinden, ob Dein Objektiv eine Fokusverschiebung aufweist:

    1. Stelle die Kamera auf ein Stativ und wechsle zu manuellem Fokus.
    2. Suche einen Gegenstand, der sich in die Tiefe erstreckt, zum Beispiel ein Tisch, und fokussiere dessen Mitte.
    3. Wenn Du das Bild in Live-View vergrößerst, sollten sowohl die fokussierten Details gut zu sehen sowie der Rest des Fotos deutlich unscharf sein.
    4. Schieße ein Foto mit der größten Blende des Objektivs und dann mit immer kleineren Blenden. Achte darauf, den Fokus nicht zu verändern und nicht am Fokusring zu drehen.
    5. Nun brauchst Du einen großen Monitor, auf dem Du die Fotos vergrößerst und überprüfst, ob der Fokuspunkt in allen Fotos auf der selben Stelle bleibt oder sich nach hinten verschiebt. Je mehr er sich verschiebt, desto stärker ist die Fokusverschiebung Deines Objektivs.

    Wenn das Problem auftritt, ist es nichts Schlimmes, denn Du weißt jetzt Bescheid. Für Dich bedeutet es, dass Du immer wieder den Fokus überprüfen sollst, wenn Du im manuellen Fokusmodus bist und die Blendeneinstellungen veränderst, vor allem bei großen Blendenöffnungen. (Bei kleinen Blendenöffnungen ist die Tiefenschärfe oft groß genug, dass die Fokusverschiebung nicht sichtbar wird.)

    Blende und Autofokus

    Das Autofokus-System Deiner Kamera funktioniert nur dann gut, wenn es viel Licht empfängt.

    Normalerweise ist dies kein Problem. Selbst wenn Du eine kleine Blende einstellst, verwendet die Kamera zum Fokussieren die größte Blende und erst beim Auslösen wird die Blendenöffnung auf Deine Einstellung angepasst.

    Doch nicht immer ist die größte Blende groß genug. Zoom- und Teleobjektive haben als größte Blende vielleicht 1:4,5, manchmal auch 1:5,6. Oder dein Objektiv hat eine manuelle Blendeneinstellung und Du belässt diese auf einem hohen Wert wie 1:8. Vor allem günstigere Objektive haben relativ hohe Werte als größte Blendenöffnung. Das führt dazu, dass bei schlechten Lichtverhältnissen der Autofokus nicht gut arbeiten kann.

    Dieser Effekt ist nicht von großer Bedeutung, wenn viel Licht scheint, aber im Dunkeln kann er durchaus sehr wichtig werden, wenn Du Dich auf den Autofokus verlässt.

    Fazit

    Die Blende (im Englischen "aperture") kann als die Öffnung in einem Objektiv definiert werden, durch die Licht in die Kamera gelangt. Sie wird in Blendenzahlen wie 1: 1,8, 1:2, 1:4,5 usw. ausgedrückt, um die Größe der Objektivöffnung auszudrücken, die über das Objektiv oder die Kamera gesteuert werden kann. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Geschlossene Blendenöffnung.

    Die Blende ist eindeutig eine, wenn nicht die entscheidende Einstellung in der Fotografie. Die Blende wirkt sich auf verschiedene Aspekte Deines Fotos aus, so dass Du mit der richtigen Einstellung das Beste auf dem Bild rausholen kannst. Welche Einstellung die richtige ist, wirst du durch etwas Übung ziemlich schnell herausbekommen.

    Eine kleine Blende macht die Fotos dunkler, erhöht die Schärfentiefe, erhöht die Beugung, verringert den Effekt der meisten Linsenaberrationen und verstärkt den Starbursts-Effekt. Eine große Blende bewirkt das Gegenteil.

    Ich fotografiere die meiste Zeit im Aperture priority-Modus, abgekürzt A oder Av und auf Deutsch  Blendenvorwahl, damit ich immer volle Kontrolle über die Blende habe und die Kamera automatisch die Belichtungszeit meiner Blendeneinstellung anpasst. (Mehr zum Kameramodus in diesem Blogartikel.) 

    Das scheint jetzt vielleicht ziemlich kompliziert zu sein, aber bald wirst Du nicht mehr darüber nachdenken müssen. Für Starbust-Effekte ist eine sehr niedrige Blende nötig (zum Beispiel 1:16), bei schlechten Lichtverhältnisse und bei Porträts möchte ich eher eine große, eventuell die größtmögliche Blende einstellen (zum Beispiel 1:1,8) und in der Landschaftsfotografie – oder wann immer sowohl Vordergrund als auch Hintergrund scharf sein sollen – möchte ich eine mittlere Blendenöffnung haben (zum Beispiel 1:8).

    Welche Blende eignet sich am besten für die Porträtfotografie?

    Wenn Du ein Bild mit geringer Schärfentiefe erstellen möchtest, bei dem das eigentliche Motiv scharf erscheint, während der Vordergrund und der Hintergrund verschwommen sind, kannst Du eine sehr große Blende wie 1:1,8 oder 1:2,8 verwenden.

    Welche Blende eignet sich am besten für die Landschaftsfotografie?

    Wenn Du gerne Landschaften tagsüber fotografierst, möchtest Du wahrscheinlich eine möglichst große Schärfentiefe haben, damit sowohl Vordergrund als auch Hintergrund so scharf wie möglich abgelichtet werden. In solchen Fällen ist es am besten, eine kleine Blenden wie 1:8 oder 1:11 auszuwählen.

    Nachts kannst Du dann eine große Blende auswählen, damit Deine Belichtungszeit nicht zu hoch wird.

    Ist es besser, eine höhere oder niedrigere Blende zu haben?

    Es hängt wirklich davon ab, was Du fotografieren möchtest und wie das Foto aussehen soll. Niedrigere Blenden wie 1:1,8 lassen mehr Licht durch die Linse und erzeugen eine geringe Schärfentiefe. Im Vergleich dazu lassen kleinere Blendeneinstellungen wie 1:8 weniger Licht durch und erzeugen gleichzeitig eine große Schärfentiefe.

  • Fotografie lernen leicht gemacht – Teil 1

    Wenn Du gerade erst mit dem Fotografieren beginnst und nicht weißt, wo Du anfangen sollst, oder wenn Du schon eine Weile mit Deiner Kamera fotografierst und Dein Wissen erweitern möchtest, bist Du hier genau richtig.

    Das in diesem Artikel zusammengestellte Material hilft Dir nicht nur beim Aufbau Deiner fotografischen Kenntnisse, sondern auch bei Deiner Weiterentwicklung als (Hobby-)Fotograf. Auf dieser Seite findest Du wertvolle Tipps und Techniken, um Deine Fähigkeiten zu verbessern; von grundlegendem Fotografie-Wissen für Anfänger bis hin zu fortgeschrittenen Techniken und Tutorials, alles, was Dir helfen kann, wird hier besprochen.

    Fotografie Lernen: wie was funktioniert

    Was ist eine DSLR?

    Was ist eine spiegellose Kamera?

    Wie funktioniert ein Kamerasensor?

    Was ist die Belichtungszeit?

    Was ist Blende?

    Was ist der ISO-Wert in der Fotografie?

    belichtungsdreieck: belichtungszeit, blende, iso

    Was benutze ich welchen Kameramodus?

    Diese Blogartikel aus der Reihe "Fotografie lernen" helfen Dir, die Grundlagen zu beherrschen und mehr aus Deinen Fotos rauszuholen. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Diese Blogartikel aus der Reihe “Fotografie lernen” helfen Dir, die Grundlagen zu beherrschen und mehr aus Deinen Fotos rauszuholen.

    Folgt:

    Mess- und Messmodi

    Was ist eine Belichtungskorrektur?

    Autofokus-Modi erklärt

    Allgemeine Kameraeinstellungen

    So machst Du scharfe Fotos

  • Was ist die Belichtungszeit und warum ist sie wichtig?

    Dieser Artikel ist Teil der Fotografie lernen-Reihe “Grundwissen Fotografie: Lernen, wie was funktioniert” und erklärt die Rolle der Belichtungszeit beim Fotografieren.

    Die Belichtungszeit, auch als Verschlusszeit oder Belichtungsdauer bekannt, ist für zwei bestimmte Aspekte der Fotografie wichtig: Du kannst einerseits darüber die Helligkeit Deines Fotos regulieren, andererseits auch Dramatik und Dynamik durch Einfrieren oder Verwischen von Bewegungen erzeugen. Ich möchte Dir in diesem Artikel erklären, was die Belichtungszeit ist, wobei sie eine Rolle spielt und was Du bei der Einstellung beachten könntest.

    Was ist die Belichtungszeit?

    Marienkäfer im Schnee im Zillertal.
    Marienkäfer im Schnee im Zillertal. Da ich eine große Blendenöffnung für eine dünne Tiefenschärfe ausgewählt hatte und der Schnee die Mittagssonne stark reflektierte, lag die Belichtungszeit bei 1/1.000 Sek.

    Unsere Digitalkameras bieten uns hauptsächlich drei Parameter, an denen wir schrauben können, um das gewünschte fotografische Ergebnis zu erreichen: ISO, Blende und Belichtungszeit.

    Die Belichtungszeit gibt an, wie lange der Kameraverschluss geöffnet bleibt und so Licht auf den Bildsensor fällt. Im Wesentlichen hängt davon ab, wie lange Deine Kamera ein Foto aufnimmt. Bei dem Kameraverschluss handelt es sich um eine Art Vorhang vor dem Kamerasensor, der geschlossen bleibt, bis Du auf den Auslöser drückst, um ein Foto aufzunehmen.

    Bei der Auslösung öffnet sich der Verschluss und der Kamerasensor wird vollständig dem Licht ausgesetzt, das durch das Objektiv hindurch fällt. Nachdem für eine (automatisch oder manuell) eingestellte Dauer das Licht auf den Sensor gefallen ist, schließt der Verschluss und verhindert, dass weiteres Licht den Sensor erreicht.

    Die Dauer des Lichteinfalls hat einige wichtigen Auswirkungen auf Deine Fotos, die ich Dir im Folgenden präsentiere.

    Lange Belichtungszeit

    Langzeitbelichtung (1/3 Sek.) eines Wasserfalls. Dabei kam mir ein Stativ zu Hilfe, damit ich das Bild nicht verwackle und der Wasserfluss etwas verschwommen aussieht, während die statischen Elemente scharf bleiben.

    Wenn Du eine lange Belichtungszeit verwendest, wird Dein Sensor über einen langen Zeitraum belichtet. Die erste wichtige Folge davon ist Bewegungsunschärfe: Sich bewegende Motive erscheinen entlang der Bewegungsrichtung unscharf auf dem Foto.

    Dieser Effekt wird zum Beispiel in der Werbung für Autos und Motorräder verwendet, bei der dem Betrachter ein Gefühl von Geschwindigkeit und Bewegung vermittelt wird, indem die Drehung der Räder absichtlich verwischt erscheint.

    In der Landschaftsfotografie werden lange Verschlusszeiten absichtlich verwendet, um den Wasserstrom von Flüssen und Wasserfällen durch die Unschärfe hervorzuheben und die statischen Objekte weiter scharf abzubilden.

    Lange Belichtungszeiten werden auch verwendet, um Sterne oder andere Objekte nachts oder in dunklen Umgebungen mit einem Stativ zu fotografieren, da die lange Verschlusszeit dafür sorgt, dass viel Licht den Bildsensor erreicht.

    Kurze Belichtungszeit

    Eine sehr kurze Verschlusszeit (1/1.000 Sek.) bewirkt, dass Wasserspritzer wie eingefroren aussehen.

    Andererseits kann die Belichtungszeit auch verwendet werden, um genau das Gegenteil zu bewirken und die Bewegung des abgelichteten Motiv einzufrieren. Wenn Du eine besonders kurze Belichtungsdauer verwenden, kannst Du das Gefühl von Bewegungen auch von sich schnell bewegenden Objekten wie fliegenden Vögeln oder vorbeifahrenden Autos verbannen.

    Wenn Du beim Fotografieren von Wasser eine sehr kurze Belichtungszeit verwendest, hängt jedes Tröpfchen Wasser in der Luft, was wir mit unseren Augen möglicherweise gar nicht wahrnehmen können. Das Wasser sieht dann so aus, als wäre es genau so wie auf dem Foto eingefroren.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kurze Verschlusszeiten die Bewegungen einfrieren, während lange Belichtungszeiten beim Fotografieren von sich bewegenden Objekten einen Bewegungseffekt erzeugen.

    Wie wird die Belichtungszeit gemessen?

    Belichtungszeit/Verschlusszeit (shutter speed). Wenn Du eine lange Belichtungszeit verwenden, wird Dein Sensor über einen langen Zeitraum belichtet. Die erste wichtige Folge davon ist Bewegungsunschärfe: Wenn Deine Belichtungszeit lang ist, erscheinen sich bewegende Motive entlang der Bewegungsrichtung unscharf auf dem Foto. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Für dieses Foto habe ich eine sehr kleine Blende gewählt und eine lange Belichtungszeit (30 Sek.), um möglichst viele Lichtstreifen zu sammeln.

    Die Belichtungszeit wird typischerweise in Bruchteilen einer Sekunde gemessen, solange sie unter einer Sekunde liegt. Zum Beispiel bedeutet 1/2 eine halbe Sekunde, während 1/250 eine Zweihundertfünfzigstel Sekunde (vier Millisekunden) bedeutet.

    Die meisten modernen DSLRs und spiegellosen Kameras können Verschlusszeiten von 1/4000 aufweisen, einige sogar 1/8000 oder noch weniger. Die längste verfügbare Verschlusszeit bei den meisten DSLRs oder spiegellosen Kameras beträgt normalerweise 30 Sekunden.

    Bei Bedarf kannst Du eine längere Belichtungszeit einstellen, indem Du den Bulb-Modus und einen externen Fernauslöser verwendest.

    Was hat die Verschlusszeit mit der Helligkeit des Fotos zu tun?

    Belichtungszeit/Verschlusszeit (shutter speed). Wenn Du eine lange Belichtungszeit verwenden, wird Dein Sensor über einen langen Zeitraum belichtet. Die erste wichtige Folge davon ist Bewegungsunschärfe: Wenn Deine Belichtungszeit lang ist, erscheinen sich bewegende Motive entlang der Bewegungsrichtung unscharf auf dem Foto. Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Dieses Bild entstand in einer kalten Oktobernacht mit Hilfe eines Stativs. Um das Foto lange genug zu belichten, lag die Verschlusszeit bei 25 Sekunden.

    Der andere wichtige Effekt der Belichtungszeit ist die Auswirkung auf die Helligkeit eines Bildes. Wenn Du eine lange Verschlusszeit verwendest, sammelt der Kamerasensor viel Licht und das resultierende Foto ist ziemlich hell. Durch die Verwendung einer kurzen Belichtungsdauer wird der Kamerasensor nur kurz dem Licht ausgesetzt, was zu einem dunkleren Foto führt.

    Die Belichtungszeit ist jedoch nicht der einzige Parameter, der die Helligkeit eines Bildes beeinflusst. Auch Blende, ISO und die tatsächliche Helligkeit der Szene – ist es ein sonniger Sommertag oder eine mondlose Nacht? – spielen eine große Rolle. Du kannst also die Verschlusszeit mit einer gewissen Flexibilität einstellen, solange Du das Zusammenspiel der anderen Parameter in Deinen Einstellungen berücksichtigst.

    Die Belichtungszeit kann ein wichtiges Werkzeug sein, um für ein Foto die richtige Helligkeit einzustellen. An einem sonnigen Tag musst Du möglicherweise eine kurze Belichtungsdauer verwenden, sonst ist Dein Foto überbelichtet. Wenn es Nacht ist, können eine lange Verschlusszeit und ein Stativ erforderlich sein, um ein zu dunkles Bild zu vermeiden.

    Fotografie lernen mit Claudio Salvati Photography; richtige Verschlusszeit, optimale Belichtungsdauer, brennweite.

  • Was ist eine DSLR-Kamera?

    Dieser Artikel ist Teil der Fotografie lernen-Reihe “Grundwissen Fotografie: Lernen, wie was funktioniert” und erklärt die Funktionsweise einer DSLR-Kamera.

    Das Akronym DSLR steht für “Digital Single Lens Reflex” (auf Deutsch: Spiegelreflexkameras mit digitalem Aufnahme-Sensor). Eine DSLR ist also eine digitale Spiegelreflexkameras: Mithilfe eines Spiegelmechanismus reflektiert sie das Licht von dem Kameraobjektiv zu einem optischen Sucher und beim Fotografieren lässt sie das Licht vollständig auf den digitalen Bildsensor gelangen, indem sie den Spiegel hochklappt.

    Der Sucher ist ein Okular auf der Rückseite der Kamera, durch das der Fotograf schaut, um zu sehen, was er aufnimmt.

    Spiegelreflexkameras gibt es seit dem 19. Jahrhundert, die ersten kommerziellen digitalen Spiegelreflexkamera mit Bildsensor erschienen erst 1991. Im Gegensatz zu Point-and-Shoot- und Smartphonekameras verwenden digitale Spiegelreflexkameras normalerweise Wechselobjektive.

    Woraus besteht eine DSLR-Kamera?

    Folgendes Bild ist ein Querschnitt einer Spiegelreflexkamera (Bild mit freundlicher Genehmigung von Wikipedia):

    1. Linsen des Objektivs
    2. Schräg stehender Schwingspiegel, der beim Auslösen nach oben geklappt wird
    3. Verschluss, der sich beim Auslösen öffnet
    4. Digitaler Bildsensor bzw. analoger Film
    5. Einstellscheibe des Suchersystems
    6. Sammellinse/Feldlinse
    7. Dachkantpentaprisma
    8. Sucher

    en:User:Cburnett – Own work with Inkscape based on Image:Slr-cross-section.png, CC BY-SA 3.0.

    Wie funktioniert eine DSLR-Kamera?

    Schaust Du durch einen DSLR-Sucher bzw. das Okular auf der Rückseite der Kamera, wird alles, was Du siehst, durch das an der Kamera angebrachte Objektiv geleitet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Du genau das siehst, was Du aufnimmst.

    Das Licht des Motivs, das Du fotografieren möchtest, gelangt durch das Objektiv (1) auf den Schwingspiegel (2), der sich in einem Winkel von 45 Grad in der Kamerakammer befindet und das Licht dann vertikal an das Dachkantpentaprisma (7) weiterleitet. Das Dachkantpentaprisma leitet das Licht so um, dass es richtigrum den Sucher (8) und somit Dein Auge erreicht.

    Wenn Du auf den Auslöser drückst, um ein Bild aufnehmen, schwingt der Schwingspiegel (2) nach oben, blockiert die Lichtumleitung zum Sucher und lässt das Licht direkt zum hinteren Teil der Kamerakammer durch. Der Verschluss (3) öffnet sich und das Licht erreicht den Bildsensor bzw. den Film (4). Der Verschluss (3) bleibt so lange geöffnet, bis der Bildsensor (4) das Bild aufzeichnet. Dann schließt er sich und der Schwingspiegel fällt auf den 45-Grad-Winkel zurück. Das Licht wird nun wieder in den Sucher gelenkt.

    Bei einer DSLR-Kamera wird nun das Licht, das auf den Sensor gefallen ist, in ein digitales Bild verarbeitet: Der Kameraprozessor nimmt die Informationen vom Bildsensor auf, konvertiert sie in ein geeignetes Format (zum Beispiel in RAW oder JPEG) und speichert sie dann auf eine Speicherkarte. Der gesamte Vorgang dauert wenig, je nachdem, welche Bildauflösung eingestellt ist, wie hoch die Schreibgeschwindigkeit des Speichermediums ist und ob dem ersten Foto gleich ein weiteres folgt.

    person holding black canon dslr camera shallow focus photography

    Für mehr und vor allem tiefergehende Informationen ist der Wikipedia-Eintrag zu DSLR-Kameras sehr zu empfehlen!