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  • Compendium Venedig: Nicht alles, aber vieles, was es über die Lagunenstadt zu wissen gibt

    Venedig, Venezia auf Italienisch, ist eine italienische Stadt im Nordosten Italiens und vor allem für seine Schönheit, seine Kanäle, seine Architektur und seine Kunst bekannt. Wegen der Nähe zu Deutschland und als eine der nördlichsten Städte an der Adria ist die Lagunenstadt eins der Lieblingsziele vieler deutscher Touristen.

    Dabei hat die Stadt sehr viel mehr zu bieten als “nur” den italienischen Flair. Diese kleine Stadt, die inmitten einer Lagune gegründet wurde, war mehrere Jahrhunderte lang einer der mächtigsten europäischen Staaten und hat eine Kultur und einen Lebensstil hervorgebracht, die einzigartig und in ganz Europa immer noch präsent sind.

    Blick auf Canal Grande aus der Rialtobrücke, Venedig, Italien.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Oft als Serenissima bezeichnet, nach dem Namen der venezianischen Republik, die von 697 bis 1797 n.Chr. in Venedig und Umgebung herrschte, ist die Lagunenstadt seit Jahrhunderten die Lieblingsstadt von Künstlern und Erfindern. Viele Gewohnheiten, Wörter und Dinge, die heute Teil unseres täglichen Lebens sind, wurden in dieser kleinen, aber ungemein wichtigen Stadt geboren.

    Womöglich hast Du schon Hunderte von Bildern, Videos und Filmen über Venedig gesehen, und hast es vielleicht auch satt, immer das Gleiche zu lesen. In diesem Beitrag möchte ich Dir einen Überblick über die Geschichte der Stadt verschaffen, das weit über das Basiswissen der üblichen Reiseführer hinausgeht und was selbst vielen Italienern nicht bekannt ist.

    Literatur über Venedig

    Die Lektüre von Büchern über Venedig kann deine Erfahrung beim Besuch der Stadt in vielerlei Hinsicht verbessern:

    • Sie helfen, den historischen und kulturellen Kontext besser zu verstehen. Venedig hat eine sehr spannende und reiche Geschichte sowie Kultur, und die Lektüre von Büchern kann diesen Kontext liefern und dir helfen, die Kunst, Architektur und Traditionen der Stadt zu verstehen.
    • Die großen Touristenattraktionen in Venedig sind zwar bekannt, aber es gibt auch viele versteckte Juwelen, die du durch das Lesen von Büchern entdecken kannst.
    • Die Lagunenstadt war außerdem Schauplatz vieler berühmter literarischer Werke, darunter Shakespeares “Der Kaufmann von Venedig” und Thomas Manns “Tod in Venedig”. Die Lektüre dieser Werke kann deine Verbindung zur Stadt vertiefen und dir neue Einblicke in ihre Kultur und Geschichte geben.

    Insgesamt kann die Lektüre von Büchern über Venedig zu einem besseren Verständnis und einer größeren Wertschätzung der Stadt führen, so dass du einen erfüllteren und angenehmeren Besuch erleben kannst.

    geografische und historische Fakten über Venedig

    Wo befindet sich Venedig in Italien?

    Venedig liegt im Nordosten Italiens, inmitten der Venezianischen Lagune am nördlichen Ende der Adria. Venedig, auf Italienisch Venezia, ist vollständig von Wasser umgeben und wird von mehreren Hunderten von Kanälen durchzogen.

    Aufnahme von Venedig und der Lagune aus dem All.
    Aufnahme von Venedig und der Lagune aus dem All.

    Wann wurde Venedig gegründet?

    Die venezianische Lagune ist eine natürliche Formation aus der Zeit um 4.000 v.Chr.. Seit ihren Anfängen siedelte die Bevölkerung aufgrund der Anwesenheit von Fischen und Vögeln, die Fischer und Jäger anzogen.

    Die ersten bedeutenden Siedlungen in diesem Gebiet waren Altino, Torcello und Metamauco, die sich auf die Zeit um 1.500 v.Chr. datieren lassen.

    Mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches um 476 n.Chr. und den vorangegangen Kriegen war die Population der Lagune sehr gewachsen. Cassiodorus, ein spätrömischer Staatsmann, Gelehrter und Schriftsteller, beschrieb mit Bewunderung das Leben in der Lagune, das schon 500 n. Chr. als einzigartiger Ort auf der Welt galt, wo Arm und Reich dicht beieinander lebten, wo die Währung Salz war, wo die Kähne von Menschenhand auf Kanälen entlang der Treidelpfade zwischen den Gemüsegärten und dem Schilf geführt wurden, wo nicht ein Pferd an die Häuser gebunden war, sondern ein Boot, wo Ebbe und Flut ein Spiel von Untiefen schufen, die erst auftauchten und dann untergingen.

    Rialtomarkt unter Wasser in Venedig, Venezia, Italien.

    Hier erfährst Du meine persönlichen Überlebenstipps für Venedig und wie Du in der Stadt am besten zurechtkommst, ohne in Touristenfallen zu tappen.

    Seit 697 n.Chr. war das Gebiet der venezianischen Lagune ein unabhängiges Herzogtum des Byzantinischen Reiches bzw. des Oströmischen Reiches: ein von Byzanz ernannter Herzog war für die Verwaltung der venezianischen Lagune zuständig.

    Nachdem sie 810 n. Chr. einem Angriff Karls des Großen und seines Sohnes Pippin abgewehrt hatten, verlegten die Venezianer 812 n. Chr. das Zentrum ihrer politischen Macht vom Lido (damals Malamocco) nach Rivus Altus, dem heutigen Rialto, das schon bald das Herz der neuen Stadt wurde: Venedig!

    Die Unabhängigkeit der venezianischen Republik dauerte bis 1797 an, als die französische Armee, von Napoleon geführt, die Stadt belagerte und erfolgreich eroberte.

    Somit ist die venezianische Republik mit ihren 1.100 Jahren Bestand die am längsten bestehende Regierungsform der Welt überhaupt!

    Hier ist eine Übersicht, was seit der Gründung der venezianischen Republik im Jahre 697 bis heute geschah:

    • Von 697 bis 1204: Venedig war unabhängig, stand jedoch unter dem Schutz bzw. der Aufsicht des Byzantinischen Reiches.
    • Von 1204 bis 1797: Venedig war völlig unabhängig und die einflussreichste Macht im Mittelmeerraum.
    • Mai 1797 – Januar 1798: Im Mai 1797 stürzte Napoleon die venezianische Regierung und unterwirft die Stadt der französischen Besatzung, obwohl sich Venedig neutral erklärt hatte.
    • Januar 1798 – März 1805: Im März 1805 übergab Frankreich Venedig an das österreichische Kaiserreich, weil Napoleon nach den anfänglichen Siegen von der fortschreitenden österreichischen Armee fast überrumpelt worden wäre. Viele Kunstwerke und sonstige Schätze wurden von den französischen Besatzern mitgenommen.
    • März 1805 – April 1814: Im März 1805 wird Venedig an Frankreich zurückgegeben, da sich das Blatt zugunsten Napoleon wendete und Venedig Teil des Waffenstillstand zwischen Frankreich und Österreich war. Die Stadt litt sehr unter der französischen Besatzung und ein Drittel der Bevölkerung war von Armut betroffen.
    • April 1814 – März 1848: Nach dem Tod von Napoleon wird Venedig an das österreichische Kaiserreich zurückgegeben. Die Republik ist sehr geschwächt, aber die neuen Projekte, z.B. der Bau der Eisenbahnbrücke zwischen dem Festland und der Lagunenstadt sowie der Handel mit dem amerikanischen Kontinent beleben die angeschlagenen Wirtschaftslage.
    • März 1848 – August 1949: Die Venezianer rebellieren gegen die österreichische Herrschaft und übernehmen ihre Stadt. Die Venezianer gründen eine demokratische Republik.
    • August 1949 – Oktober 1866: Im August 1949 überwindet das österreichische Kaiserreich den venezianischen Widerstand, auch weil in Venedig und dem Umland eine Cholera-Epidemie ausgebrach und pro Tag bis zu 400 Venezianer starben.
    • Oktober 1866 – Heute: Im Oktober 1866 wird Venedig Teil des italienischen Königreichs. Heute ist Venedig Teil der 1946 gegründeten Italienischen Republik.

    Wie kam es, dass Venedig als relativ kleine Stadt so reich und mächtig geworden ist?

    Die Handelsbeziehungen mit dem Oströmischen Reich, die Vermittlerrolle, die Venedig zwischen West und Ost spielen konnte, der Gegensatz zwischen der christlichen und der muslimischen Welt, der mit dem Beginn der Kreuzzüge zum offenen Konflikt wurde; all das trug dazu bei, dass Venedig nicht nur sein Ansehen, sondern auch seine Macht ausbaute.

    Die Handelsbeziehungen mit dem Oströmischen Reich, die Vermittlerrolle, die Venedig zwischen dem damalig bekannten West und Ost spielen konnte, der Gegensatz zwischen der christlichen und der muslimischen Welt, der mit dem Beginn der Kreuzzüge ein offener Konflikt wurde. All das trug dazu bei, dass Venedig nicht nur sein Ansehen, sondern auch seine Macht ausbaute.

    Langzeitbelichtung aus San Giorgio Maggiore in Venedig, Venezia, Italien.

    In diesem Artikel erfährst Du, welche meine Lieblingsfotospots in Venedig sind.

    Diese Macht konnte nur durch die Kontrolle des Mittelmeers ausgeübt werden, nach der auch die anderen italienischen Seerepubliken strebten (Pisa, Genua und Amalfi, die zusammen mit Venedig auf dem Wappen der italienischen Marina Militare zu finden sind).

    Venedig profitierte von den bevorzugten Beziehungen zum Heiligen Land, dem damaligen Gebiet, das heute hauptsächlich Israel und Palästina ausmacht, und stellte sich im Laufe der Jahrhunderte immer auf die Seite der Kreuzfahrer und erlangte sogar ein Monopol auf den Handel mit einem Teil des Ostreiches, zum Nachteil der italienischen und ausländischen Konkurrenten.

    Ab dem 13. Jahrhundert kontrollierte Venedig fast alle Häfen an der Adriaküste, sowohl auf der italienischen als auch auf der balkanischen Seite. Die Venezianer verwalteten die Stadt, das Rechtssystem, die Kolonien und die Handelswege mit äußerster Sorgfalt durch die ausgeklügelte Regierung der Serenissima.

    In dieser Zeit wurden in Venedig viele der sozialen und finanziellen Instrumente entwickelt, die heute noch im Alltag präsent sind:

    • Die Bürger Venedigs wurden um Kredite zur Finanzierung der militärischen Unternehmungen Venedigs gebeten, im Austausch für satte Zinsen. (Entspricht dem Staatsanleihen-Gedanke.)
    • Die Ärzte schlossen sich zu einer Berufsvereinigung zusammen, und ihre Satzung verbot ihnen, von den Apothekern Prozente auf den Preis der Medikamente zu erhalten.
    • Apothekern war es verboten, Medikamente ohne Rezept zu verkaufen.
    • Der Staat hatte eine Gebührenordnung erlassen, die selbst die angesehensten Ärzte dazu verpflichtete, die Armen kostenlos zu besuchen.
    • Der Staat hat eine Höchstgrenze von einem Monat zwischen dem Zeitpunkt der Inhaftierung und der Verhandlung eines mutmaßlichen Straftäters festgelegt.

    In Venedig gab es schon zu der Zeit Ansammlungen regionaler oder nationaler Gemeinschaften: Die Mailänder hatten eine eigenen Straße, genauso wie die Dalmatiner oder die Florentiner. Von den ausländischen Gemeinschaften waren die griechische, die albanische und französische gut vertreten, zahlenmäßig waren die deutsche Bürger am Stärksten und sie hatten sogar einen eigenen Viertel, an dem der Palast “Fondaco dei Tedeschi” heute noch erinnert.

    Trotz allem Fortschritt folgte die Politik Venedigs auch den Diskriminierungen der Zeit: 1215 wurde das Zusammenleben von Christen und Juden verboten, so dass die jüdischen Venetianer sich erst auf Giudecca, dann aufs Festland und letzten Endes im Ghetto niederlassen mussten.

    Dank dieser sorgfältigen Organisation gelang es der “kleinen” Stadt Venedig, jahrhundertelang mit riesigen Imperien zu konkurrieren.

    Was ist die Serenissima?

    “Serenissima” ist einer der Spitznamen, die für die alte “Republik Venedig” verwendet wurden und werden, die als “Serenissima Repubblica di Venezia” bekannt war. Im Italienischen bedeutet Serenissima “die sehr Gelassene”.

    Das kommt davon, weil die venezianische Republik im Vergleich zu den umliegenden Reichen und Staaten von Einheimischen und Besuchern so wahrgenommen wurde. In der Tat war Venedig während des Bestehens der Serenissima-Republik 1.100 Jahre lang eins der ruhigsten Orte, an dem man damals leben konnte, und es hat seinen Namen “La Serenissima Repubblica di Venezia”, die ruhigste Republik Venedigs, voll verdient.

    Wie war die Regierung der Serenissima aufgebaut?

    Die Struktur der Regierung der Serenissima änderte sich im Laufe der ersten Jahrhunderte. Sie blieb jedoch vom 13. Jahrhundert bis zum Ende der Republik im Jahr 1797 unverändert.

    Maggior Consiglio – Der Große Rat in Venedig

    Der Große Rat, auf Italienisch “Maggior Consiglio”, war eine Versammlung aller venezianischen Adelsmitglieder. Er war die Wurzel der Macht der venezianischen Regierung und hatte durchschnittlich über 1.000 Mitglieder, die ihren Platz an ihr Nachkommen vererbten. Ursprünglich unter dem Namen Consiglio dei Savi bekannt, man der Rat wegen der Mitgliederanzahl bald den Namen Consiglio Maggiore an.

    Er war für die Wahl aller öffentlichen Ämter in der Serenissima verantwortlich: den Dogen, seine Berater, den Senat, den Rat der Zehn, den Rat der Weisen usw.

    Der Doge – das Staatsoberhaupt von Venedig

    Der Doge war das Oberhaupt der Republik Venedig. Seine Macht war jedoch gering und er unterstand stets der Kontrolle seiner Räte. Der Doge wurde durch ein komplexes Verfahren, bestehend aus bis zu zehn Ziehungen aus dem Großen Rat, um letzten Endes 41 Vertreter des venezianischen Adels auszuwählen, die über die Wahl des neuen Dogen nach dem Mehrheitsprinzip entscheiden mussten.

    Mehr Informationen sowie eine halbwegs anschauliche Grafik findest Du hier auf Wikipedia.

    Minor Consiglio – Der keine Rat

    Der Doge wurde von sechs Räten kontrolliert, einer für jeweils einen der sechs Bezirke (“Sestieri“) Venedigs vertraten. Die Hauptaufgabe des Kleinen Rates bestand darin, den Dogen zu unterstützen und zu beaufsichtigen, um seine Macht zu kontrollieren.

    Sie begleitete ihn in allen Entscheidungen und ihre Mitglieder hatten (auch einzeln) das Initiativrecht; sie hatten zum Beispiel die Macht, den Großen Rat einzuberufen, wenn sie es für nötig hielten.

    Sie hatte auch viele Befugnisse während der Vakanz zwischen dem Tod eines Dogen und der Wahl eines Nachfolgers. In solchen Fällen kümmerte sich der Rat um die Abstimmungsvorgänge und einer der Ratsmitglieder wurde zum Vize-Dogen ernannt und übernahm seine Aufgaben.

    Außerdem verwaltete der Kleine Rat die Hauptstadt, überwachte die Aktivitäten der Beamten und leitete die Neuwahlen. Er war auch für die Beilegung von Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Institutionen über Zuständigkeiten zuständig.

    Um zu verhindern, dass die Mitglieder des Kleinen Rats zu viel Macht und persönlichen Einfluss gewannen, war die Position auf ein Jahr beschränkt, mit der Möglichkeit einer Verlängerung ebenfalls von einem Jahr. Und selbstverständlich durften keine Verwandte des Dogen in den Kleinen Rat gewählt werden.

    La Serenissima Signoria – die Herrschaft der Serenissima in Venedig

    Der Kleine Rat und die drei Oberhäupter der Quarantia Criminal, der Justizmagistratur, bildeten zusammen mit dem Dogen die “Serenissima Signoria”, die Herrschaft der Serenissima. Sie war das oberste Regierungsorgan der Republik Venedig. Sie bildete ein Machtzentrum, das auch die Macht des Dogen umfasste.

    Die Signoria kann als Kombination aus dem Dogen und den anderen Personen betrachtet werden, die beauftragt waren, mit ihm zusammenzuarbeiten und zu regieren. Im Laufe der Zeit wurden diese Funktionäre zu Sparring Partnern auf Augenhöhe mit dem Dogen.

    Die Signoria galt als ein sehr wichtiges Regierungsgremium, wichtiger als der Doge selbst. Der Satz “se l’è morto el Doge, non-l’è morta la Signoria“, auf Detusch übersetzt: Der Doge ist tot, aber nicht die Signoria, wurde rituell während der Zeremonien zum Tod des Dogen gesprochen, um die faktische Macht der Signoria über die höchste politische Einzelfigur, die des Dogen, auszudrücken.

    Consiglio dei Pregadi oder Consiglio dei Rogadi – Der Senat der Serenissima

    Während die Herrschaft der Serenissima über die exekutiven und legislativen Angelegenheiten zu wachen hatte, wurden alle ihre Handlungen vom venezianischen Senat, einer Versammlung von mehr als 120 Personen, kontrolliert und mussten von ihm genehmigt werden.

    Den Vorsitz im Senat führte die Serenissima Signoria mit dem Dogen an der Spitze, während die Verhandlungen von den Rittern des Kollegiums vorbereitet und geleitet wurden.

    Dann waren da noch die Pregadi:

    • Zunächst die sechzig jährlich vom Großen Rat gewählten Senatoren.
    • Zu ihnen gesellten sich später weitere Senatoren, die die so genannte Zonta (“Ergänzung”) bildeten. Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Zonta mit der endgültigen Zahl von sechzig Senatoren zu einem dauerhaften Teil des Senats.

    Die Pregadi waren daran zu erkennen, dass sie die rote Toga trugen, im Gegensatz zur normalen schwarzen Toga der Patrizier.

    Consiglio dei Dieci – Der Rat der Zehn in Venedig

    Der Doge, seine sechs Berater aus dem Kleinen Rat und 10 Aristokraten bildeten den Rat der Zehn. Dieser war ein spezieller Rat, der zur Bekämpfung von Notsituationen wie Staatsstreichen geschaffen wurde.

    Zu den Besonderheiten dieser Institution gehörte das Recht, jeden ohne Berufung zum Tode zu verurteilen. Und in der Tat war selbst der Doge nicht davor geschützt.

    1355 vereitelte der Rat der Zehn eine Verschwörung, die vom damaligen Dogen selbst, Marin Falier, eingefädelt wurde, der eine erbliche Serenissima Signoria errichten wollte, um ihrer Kontrolle zu entgehen. Alle Verschwörer wurden hingerichtet und der Doge selbst wurde an der Stelle enthauptet, an der er, wie seine Vorgänger und Nachfolger, gekrönt worden war.

    Angesichts einer neuen Notsituation im 16. Jahrhundert, die aus den Verschwörungen des französischen Botschafters bestand, die zum Durchsickern von geheimen und militärischen Informationen zugunsten der Türken mit katastrophalen Folgen geführt hatten, wurde innerhalb des Rates der Zehn eine geheime Kommission eingerichtet: die Drei Staatsinquisitoren. Es war ein geheimes Tribunal, das bei der Bekämpfung von Bedrohungen des Staates helfen sollte.

    Tre Inquisitori di Stato – Der Rat der drei Staatsinquisitoren

    Zu den mächtigsten Figuren der venezianischen Regierung gehörten die drei “Staatsinquisitoren“.

    Die drei Staatsinquisitoren, zu denen ein Mitglied des Dogenrats (“Inquisitore Rosso“) und zwei der zehn Aristokraten (“Inquisitori Neri“) gehörten, die den Rat der Zehn bildeten, bildeten einen Geheimrat, der für äußerst heikle Situationen und verdeckte Operationen zuständig war.

    Die drei Staatsinquisitoren informierten zwar den Großen Rat über ihre Entscheidungen, doch selbst wenn eine Verurteilung durch die Staatsinquisitoren nicht geheim war, konnte ihre Entscheidung nicht nachträglich geändert werden.

    Die Vollstreckung von Todesurteilen, die aus den Entscheidungen der Staatsinquisitoren hervorgingen, bestand im Ertränken der Verurteilten nachts in den Gewässern der Lagune, in der Nähe des Kanals, der aus diesem Grund als Waisenkanal bekannt ist.

    Das hohe Maß an Kontrolle, das die verschiedenen Ämter und Räte übereinander ausübten, und die noch größere Komplexität des Abstimmungssystems verhinderten jeglichen Autoritarismus. Diese Organisation der venezianischen Regierung war 1.100 Jahre lang eine Garantie für die ausgeprägte Stabilität und Effizienz der venezianischen Republik.

    Gibt es in Venedig moderne Gebäude?

    Venedig ist eine völlig in sich geschlossene Stadt, die auf kleinen Inseln gebaut ist und keinen Platz mehr für neue Gebäude hat.

    Das ist auch der Grund, warum die wohlhabenden Einwohner nur die Möglichkeit haben, die Fassaden ihrer Paläste am Canal Grande ständig zu renovieren und zu veränderen, um den neuesten Trends und Moden ihrer Zeit zu folgen!

    Infolgedessen haben viele prestigeträchtige Paläste in Venedig einen relativ modernen Stil, der “nur” wenige Jahrhunderte zurückliegt.

    Es gibt jedoch einige Bereiche, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut wurden, lange nach dem Ende der Serenissima, der venezianischen Republik.

    Einige dieser Viertel in Venedig sind die “Baia” und die “Safa” im Stadtteil Cannaregio und Santa Marta im Stadtteil Dorsoduro. Der Bahnhof und der Piazzale Roma stammen ebenfalls aus jüngerer Zeit.

    Wenn Du mit dem Zug anreist, kannst Du bei Erreichen des Bahnhofs Santa Lucia in Venedig auf der nördlichen Seite (in Fahrtrichtung links) einen sehr großen und modernen Wohnkomplex sehen, der aus dem 20. Jahrhundert stammt.

    Giudecca und Sacca Fisola, zwei Inseln, die zu Venedig gehören, beherbergen ebenfalls mehrere Gebäude aus dem XX.

    Wie wurden die Paläste überhaupt gebaut?

    Wahrscheinlich hast Du schon mal gelesen oder gehört, dass Venedig auf dem Wasser gebaut wurde. Das ist so nicht richtig.

    Die Venezianer haben Venedig nicht auf dem Wasser gebaut, sondern auf auf 116 verschiedenen kleinen Inseln!

    Wo Venedig heute liegt, war früher das Piave-Delta, und die kleinen Inseln bestehen aus den Ablagerungen, die dieser Fluss im Laufe von Jahrtausenden von den Alpen bis zur Adria transportiert hat. Deswegen ist der Meeresgrund sowie der Boden der Inseln sehr weich, da er besonders sandig und schlammig ist.

    Um ein neues Gebäude auf sandigem venezianischem Boden zu errichten, schlugen die Venezianer zwei Reihen von Pfählen entlang des gesamten Umfangs des Hauses ein. Danach füllten sie den Raum zwischen diesen Reihen mit Lehm.

    Der nächste Schritt bestand darin, das Wasser und den Schlamm zwischen den beiden Pfahlreihen zu entfernen und sie teilweise trocknen zu lassen.

    Danach war es notwendig, weitere lange Holzpfähle dicht nebeneinander tief in den weichen Boden zu pflanzen. Die Pfähle mussten lang genug sein, um den festeren Boden mehrere Meter unter der Oberfläche zu erreichen und so der Struktur Stabilität zu verleihen.

    Da die Holzpfähle sich im Boden befinden und kein Sauerstoff zu ihnen gelangen kann, sind diese extrem gut erhalten und müssen kaum erneuert werden, obwohl einige von ihnen über 1.000 Jahre schon venezianische Paläste stützen. Es ist das gleiche Prinzip, das für die Erhaltung der Pfähle am Bodensee sorgt.

    Nach dem Setzen der Pfähle schnitten die Venezianer das aus dem Boden ragende Stück ab. Auf diese Weise befanden sich alle Pfähle auf der gleichen Höhe. Daraufhin wurde der Raum zwischen den Pfählen mit Steinen und Beton gefüllt.

    Schließlich setzten die Venezianer große Holzplatten auf die Pfahlköpfe und schufen so das Erdgeschoss, auf dem der Rest des Gebäudes errichtet werden sollte.

    Wie sah Venedig in der Vergangenheit aus?

    Obwohl Venedig diesen antiken Look hat, wird es Dich kaum überraschen, zu erfahren, dass sich das allgemeine Bild der Stadt im Laufe der Jahrhunderte doch stark verändert hat.

    In der Vergangenheit bauten die Venezianer Straßen und Plätze ohne Bodenbelag. Außerdem nutzten die Einheimischen die Plätze oft als Tier- und Gemüsegärten. Daran erinnert der Name der Plätze, die “campo …” heißen, was auf Italienisch “Feld” bedeutet. Plätze heißen ansonsten “piazza …”.

    Viele Jahrhunderte lang mussten die Venezianer ihre Gondeln benutzen, um sich in der Stadt zu bewegen. Erst später wurden die inzwischen Hunderte von Brücken, um die 118 Inseln, aus denen Venedig besteht, miteinander zu verbinden.

    Eine weitere Veränderung betrifft die Anzahl der Kanäle. In der Vergangenheit gab es in der Tat viel mehr Kanäle. Im Laufe der Zeit wurden diese jedoch zugeschüttet, auf Italienisch “interrati”, um mehr Fußgängerzonen zu schaffen.

    Allerdings erst nach dem Fall der Serenissima und während der anschließenden österreichischen Herrschaft: von 1816 bis 1866 wurden 28 Kanäle zugeschüttet.

    Wie Venedig früher aussah, kannst Du dank der unzähligen Gemälde aus der vergangenen Zeit sehen. Empfehlenswert sind die Werke von Giovanni Antonio Canal (“Canaletto”), der im frühen 18. Jahrhundert die Lagunenstadt Venedig – sowie London, Dresden und andere Städte – auf Leinwand festgehalten hat.

    Da die Stadt Venedig über einen sehr langen Zeitraum hinweg gebaut und modernisiert wurde, kannst Du in der Stadt ganz unterschiedliche Architekturstile finden, die sich meist schon an der Fassade erkennen lassen. Die Stile reichen von der frühen romanischen Architektur bis hin zum neuesten neoklassischen Stil:

    • Romanischer Stil: Die Kirche Sant’Alvise und die Basilica di Santa Maria Assunta in Torcello.
    • Gotischer Stil: Die Basilika Santa Maria Gloriosa dei Frari.
    • Renaissance-Stil: San Zaccaria Kirche.
    • Barocco-Stil: Basilika Santa Maria della Salute.
    • Neoklassischer Stil: San Simeon Kirche
    • Byzantinischer Stil: Markus-Basilika. Die Basilika ist ein Bilderbuchbeispiel für den byzantinischen Stil, dem die Venezianer Elemente des romanischen und gotischen Stils hinzugefügt haben.
    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Mehr zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in der venezianischen Lagune hier:

    Die Bevölkerung Venedigs

    Selten habe ich Venedig ohne Touristen erlebt: Höchstens noch vor Sonnenaufgang, wenn ich mit Kamera durch die Gassen schlendere und auf dem Weg zum nächsten Fotospot bin, sehe ich eine fast gespenstische Stadt mit nur den wenigen Menschen, die bereits zu einer solch frühen Uhrzeit arbeiten.

    Doch Venedig war schon in der Antike bewohnt und es ist interessant, zu beobachten, dass die Verstädterung in Venedig einen entgegengesetzten Trend als in jeder anderen Großstadt aufweist: Die Bewohnerzahl sinkt seit dem 19. Jahrhundert, zumindest in der Lagunenstadt und auf den umliegenden Inseln.

    Das kann einerseits an die sehr spezielle und zum Teil einschränkende Wohnsituation, die das Leben in der Lagune aufweist, andererseits auch um die steigenden Mietkosten, die nicht von ein erhöhtes Wohnangebot abgefangen werden können. Schließlich ist es nicht möglich, einfach so neue Gebäuden in oder um Venedig zu errichten.

    Außerdem ist es für viele Venezianer lukrativer, Eigentumswohnungen an Touristen zu vermieten, statt an Langzeitresidenten. Die Nachfrage ist ja vorhanden und ist wegen der Beliebtheit der Stadt selbst während der Corona-Pandemie nur wenig geschrumpft.

    Deswegen wundert es nicht, dass es jeden Tag in Venedig halb so viele Touristen gibt wie Bewohner. Nämlich kommen auf die 50.000 angemeldete Bewohner Venedigs 12.000.000 Touristen im Jahr, ungefähr 33.000 pro Tag! 

    Die Bewohner der Lagune tragen nicht alle den gleichen Namen und einige reagieren auch etwas brüsk, wenn sie als “Venezianer” fälschlicherweise bezeichnet werden.

    • Menschen, die in Venedig leben, sind Venezianer oder “Veneziani” auf Italienisch.
    • Diejenigen, die auf der Insel Murano leben, sind “Muranesi“.
    • Die Bewohner von Burano sind “Buranelli“.
    • Die Bewohner des nahe gelegenen Torcello sind “Torcellani“.
    • Die Insel Lido wird von “Lidensi” bewohnt.
    • Die Bewohner von Pellestrina sind “Pellestrinotti“.
    • Die Menschen, die im nahe gelegenen Mestre leben, sind “Mestrini“.
    • Und zu guter Letzt eine Stadt, die oft vergessen wird aber ebenso Teil der Lagune ist, ist Chioggia; ihre Bewohner heißen “Chioggiotti“.

    Worauf basiert die venezianische Wirtschaft?

    Der überwiegende Teil der modernen venezianischen Wirtschaft basiert auf dem Tourismus.

    Der Tourismus hat jedoch viele Aspekte. Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Arten des Tourismus in Venedig ist die Dauer des Aufenthalts der Touristen. Die Dauer des Aufenthalts beeinflusst nämlich das Verhalten der Touristen und damit auch ihre Auswirkungen auf die Stadt.

    Tagesausflügler tragen erheblich zur Verbreitung von Souvenirläden mit Massenware, Restaurants mit niedrigem Preisniveau und Supermärkten bei, die frische Lebensmittel teilweise durch Fertigmahlzeiten zum Mitnehmen ersetzen.

    Touristen, die zwei oder mehr Tage bleiben, tragen in der Regel mehr zur lokalen Wirtschaft bei, indem sie in Hotels übernachten, in Restaurants gehen und sich die Zeit nehmen, die hochwertige handwerkliche Produktion zu entdecken, die es in der Stadt noch gibt.

    Die venezianische Wirtschaft der Serenissima

    Obwohl Venedig schon im 13. Jahrhundert ein beliebter Tourismusziel europäischer Adeliger und Fürsten war, hatte dieser nicht den hohen Stellenwert von heute.

    Venedig diente als Umschlagshafen für alle möglichen Waren, die aus der bekannten Welt kamen und übers Mittelmeer transportiert werden mussten. Seide oder Gewürze aus dem fernen Osten wurden von hier gehandelt. In und um Venedig selbst wurden viele Leder- und Wollprodukte erstellt. Außerdem zählten die Glasprodukte aus Murano schon damals zu den begehrtesten an den Adelshöfen. Und natürlich alles, was mit der Navigation zu tun hatte: Von Segeltuch und Leinen bis hin zu fertigen Schiffen aus dem Arsenale.

    Die damalige Wirtschaftspolitik beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Stärken der vorhanden Handels- und Industriezweige. Der erste echte Patentschutz sowie erleichterte Finanzierungsmöglichkeiten lockten erfinderische Geister aus ganz Europa, sich in Venedig niederzulassen.

    Diese innovationsfreundliche Umgebung ließ zum Beispiel zu, dass Windmühlenbauern aus dem Nordwesten Europas die Stadt mit Windmühlen versorgten, ohne befürchten zu müssen, von Plagiatoren verdrängt zu werden.

    Außerdem stiegt Venedig zur Buchpresse Europas auf, nachdem Johannes von Speyer dort die erste Druckerei der Stadt errichtete.

    Festivitäten und Veranstaltungen in Venedig

    In Venedig finden das ganze Jahr über besondere Veranstaltungen statt. Viele Umzüge, meist auf dem Wasser, und Feuerwerke, der berühmte Karneval von Venedig und die Biennale sind inzwischen richtige Touristenmagnete.

    Weitere kostenlose Veranstaltungen werden zu den wichtigsten Festen wie der Madonna della Salute, dem Redentore, der Regata Storica und zu den Weihnachtsfeierlichkeiten organisiert.

    Der Karneval von Venedig

    Der Karneval von Venedig ist reich an Geschichte, Charme und Tradition: Zehntausende von Touristen strömen in die Lagunenstadt und lassen sich von der feierlichen Stimmung, der Kunst sowie der venezianischen Geschichte und Kultur anziehen.

    Während der zwei Wochen des Karnevals, die mit dem Mardi Gras (“martedì grasso”) enden, ist Venedig ein Hort des Vergnügens und der Unterhaltung, der improvisierten Straßenshows und der organisierten Veranstaltungen für Jung und Alt.

    Der Markusplatz mit seiner riesigen Bühne ist nach wie vor das Herzstück des Karnevals sowie das Zentrum aller Aktivitäten, auch wenn in der ganzen Stadt Veranstaltungen stattfinden, um eine übermäßige Ansammlung von Menschen in den zentralen Bereichen der Stadt zu vermeiden.

    Willst Du mehr zum Karneval in Venedig, seiner Ursprünge und seiner Entwicklung lernen? Dann empfehle ich Dir diesen Blogartikel zum Thema: Die Geschichte des Karnevals von Venedig.

    Woran das Marienfest erinnert, das während ders Karnevals in Venedig gefeiert wird, erfährst Du in diesem Blogartikel: Das Marienfest – die Festa delle Marie in Venedig.

    Mehr zum Karneval von Venedig 2022 findest du hier.

    Die offizielle Webseite des Karnevals von Venedig lautet: https://www.carnevale.venezia.it/en.

    La Biennale Di Venedig

    Die Biennale von Venedig ist eine der wichtigsten kulturellen Einrichtungen in Italien und wahrscheinlich der Welt. Die Ursprünge der Biennale von Venedig gehen auf den berühmten Bürgermeister von Venedig Riccardo Selvatico zurück, der 1893 beschloss, eine Kunstausstellung zu veranstalten.

    Am 30. April 1895 fand die erste Internationale Kunstausstellung der Stadt Venedig statt, die alle zwei Jahre in den ungeraden Jahren veranstaltet wird.

    Die Kunstbiennale wurde sofort zu einem Modell für die Organisation von zeitgenössischen Kunstveranstaltungen für alle Disziplinen. 1932 fand auf der Terrasse des Hotels Excelsior* am Lido von Venedig die erste Mostra del Cinema oder besser gesagt die Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica statt, eine der wichtigsten Kirmesveranstaltungen der Welt.

    Das Hotel Excelsior Venice Lido Resort wurde aus dem Wunsch heraus geboren, das luxuriöseste Hotel der Welt zu schaffen. Der visionäre Unternehmer Nicolò Spada und der renommierte Architekt Giovanni Sardi verwandelten den Lido von Venedig in ein unverzichtbares Reiseziel für reiche und berühmte Persönlichkeiten.

    MOSTRA DEL CINEMA DI VENEZIA

    Das Internationale Filmfestival von Venedig (“Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica“), das von der Biennale di Venezia organisiert wird, feiert 2022 sein 90-jähriges Bestehen.

    Das Programm des Festivals wird in der Regel auf der offiziellen Pressekonferenz Ende Juli bekannt gegeben, und das Festival selbst dauert 10 Tage zwischen der letzten Woche im August und der ersten Woche im September.

    Der wichtigste Preis des Filmfestivals von Venedig, der Goldene Löwe, wird von einer Jury vergeben, die jedes Jahr nominiert wird, und gilt als einer der prestigeträchtigsten Filmpreise, wie die Goldene Palme in Cannes und der Goldene Bär in Berlin.

    La Regata storica di Venezia

    Die Historische Regatta in Venedig ist nach wie vor einer der spektakulärsten, malerischsten und spannendsten Momente des Stadtlebens, der sowohl Touristen als auch Einheimische in seinen Bann ziehen kann. Sie findet immer am ersten Sonntag im September statt.

    Entlang der Ufer, auf den schwimmenden Tribünen oder in den Booten, die entlang des Kanals vertäut sind, verfolgen die Zuschauer die Rennen und jubeln leidenschaftlich, wenn die bunten Boote vorbeifahren.

    Im Rahmen der Regata Storica finden mehrere Rennen statt: die Regatta der Champions auf Gondolinos, die Regatta auf Caorline, die Frauenregatta auf Mascarete, die Jugendregatta auf Pupparini.

    La Festa del Redentore

    Das Erlöserfest (“Festa del Redentore“) ist sicherlich das am meisten geliebte und gefeierte Fest der Venezianer und bleibt das am meisten erwartete Ereignis des Jahres. Es wird jedes Jahr am dritten Samstag im Juli gefeiert.

    Die religiöse Bedeutung wird seit mehr als 400 Jahren von Unterhaltung und Spektakel begleitet. Das Feuerwerk, das in der Nacht des dritten Samstags im Juli stattfindet, bringt die Venezianer und Tausende von Besuchern vor der unglaublichen Kulisse des Markusbeckens zusammen.

    Entweder von festlich hergerichteten und beleuchteten Booten aus, die im Hafenbecken vertäut sind, oder von den venezianischen Palazzi aus, in denen fantastische Feste gefeiert werden, kann man ab 23.30 Uhr das 40-minütige Feuerwerk genießen, das die Türme, Kuppeln, Glockentürme und Denkmäler Venedigs mit bunten Lichterkaskaden erstrahlen lässt.

    La Vogalonga Di Venezia

    Die Vogalonga ist eine Ruderveranstaltung ohne Wettbewerbscharakter, die 1974 mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, auf das Problem der Wellenbewegung, das Erosion und Absenken der Lagune verursacht, aufmerksam zu machen und gleichzeitig den Charme der Lagune wiederzuentdecken. Sie findet in Mai an einem Sonntag statt.

    Einmal im Jahr rudern tausende Einheimische und Touristen aus ganz Europa in Kanus, Kajaks und Drachenbooten auf einem 32 km langen Kurs durch Venedig.

    Die Route berührt die faszinierendsten Inseln der Lagune: Start und Ziel sind im Markusbecken. Teilnehmen können alle Ruderboote, wobei in letzter Zeit die Zahl der ausländischen Mannschaften stark zugenommen hat.

    Hier dürfen nur von Muskelkraft angetriebene Boote teilnehmen. Die Stadt und die Umgebung ist in dieser Zeit für andere, motorisierte Schiffe komplett gesperrt.

    La maratona di Venezia

    Der Venedig-Marathon, der nun schon zum 27. Mal stattfindet, hat sich einen festen Platz unter den Veranstaltungen der Stadt erobert. Es handelt sich um ein Sportereignis von internationaler Bedeutung, das jedes Jahr mehr als sechstausend Marathonläufer aus der ganzen Welt anlockt und über die offizielle olympische Distanz (42 km und 195 m) ausgetragen wird. Er findet am letzten Sonntag im Oktober statt.

    Die Strecke ist meist flach und führt nur leicht bergab. Sie beginnt auf dem Festland in der Stadt Stra und führt entlang der schönen Riviera del Brenta, vorbei an den prächtigen palladianischen Villen.

    Die Läufer erreichen Venedig über den langen “Ponte della Libertà“, die Freiheitsbrücke, die die Lagunenstadt mit dem Festland verbindet. Nach der Überquerung des Canal Grande auf einer 160 m langen Pontonbrücke, die eigens für diesen Anlass gebaut wird, laufen die Läufer am Markusplatz vorbei in Richtung Riva dei Sette Martiri, wo sich die Ziellinie befindet.

    La Festa della Madonna della Salute

    Die Madonna della Salute wird am 21. November gefeiert und es ist ein typisch venezianisches Fest. Die Festa della Madonna della Salute erinnert an die schreckliche Pest von 1630 und das daraufhin vom Dogen abgegebene Gelübde, um die Fürsprache und die Hilfe der Jungfrau Maria zu erlangen.

    Auch heute noch ziehen Tausende von Venezianern und anderen Gläubigen, die in die Stadt kommen, am 21. November vor den Hauptaltar der gleichnamigen Kirche im Süden Venedig, Santa Maria della Salute, um das jahrhundertealte Band der Dankbarkeit, das die Stadt mit der Jungfrau Maria verbindet, zu verewigen.

    Es ist üblich, eine Kerze mitzubringen, die in der Kirche als Zeichen der Dankbarkeit angezündet wird.

    Vom Markusplatz bis hin zur Kirche wird eine Pontonbrücke errichtet, damit die Gläubigen vom Zentrum der Stadt zu Fuß in die Kirche pilgern können.

    Die weiteren Laguneninseln

    Die venezianische Lagune besteht aus über 60 Inseln: Einige kennst Du inzwischen, wie die verschiedenen Inseln, aus denen Venedig besteht, sowie Burano, Murano und San Giorgio. Doch viele Davon sind sehr klein und unbewohnt, andere werden nur vorübergehend benutzt und einige sind im Laufe der Zeit verschwunden oder wurden von der dortigen Bevölkerung verlassen.

    Burano

    gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt. Venedig (Fondamenta Nove) - Insel Murano - Insel Mazzorbo - Insel Torcello - Insel Burano -Treporti - Punta Sabbioni. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.

    Vergiss nicht, neben Murano auch Burano zu besuchen. Diese kleine Gemeinde auf einer Insel im nordöstlichen Teil der venezianischen Lagune hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt.

    Murano

    Murano bei Venedig ist eine der nächstgelegenen Inseln und verfügt über einen eigenen Canal Grande, der dem der Hauptinsel in nichts nachsteht – allerdings mit viel weniger Verkehr.

    Die Torre dell'orologio (der Uhrturm) auf dem Campo Santo Stefano in Murano bei Venedig
  • Die öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig

    Du bist auf dem Weg nach Venedig und weißt nicht, wie Du ohne Straßen von einem Ort zum anderen kommst? Im Grunde ist es eine Kombination aus Laufen, privaten Booten (Wassertaxis) und großen Wasserbussen, die meistgenutzten öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig. Im Folgenden werde ich Dir alle Möglichkeiten vorstellen und noch ein paar Tipps geben.

    Ein für die Stadt allgemeingültiges How-To findest Du hier: Venedig – Teil 1: Überlebenstipps.

    Wenn Du Dich fragst, wie die Lagunenstadt Venedig funktioniert, solltest Du an Deinem ersten Tag eine geführte Tour in Betracht ziehen. Das ist der beste Weg, um die Stadt kennenzulernen!

    Die öffentliche Verkehrsmittel in Venedig und Umland nutzen

    Die wichtigsten öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig, um ans Ziel zu kommen, sind das Boot oder der Fußweg. In der Lagune und entlang der Kanäle haben Reisende die Wahl zwischen verschiedenen Arten von öffentlichen und privaten Booten: die Wasserbusse (“Vaporetti”), die schnellen Wasserbusse der Kooperative “Alilaguna”, privates Wassertaxi, Gondeln und Fähren.

    In diesem Artikel erkläre ich Dir die verschiedenen Transportmöglichkeiten und wie Du sie nutzen kannst, je nachdem, wo Du hin willst. Alle Preise habe ich zuletzt am 23.01.2022 überprüft.

    Die FLughäfen von Venedig

    Es gibt zwei Flughäfen nahe Venedig: den Flughafen Marco Polo, der dem Stadtzentrum am nächsten ist und von dem nördlichen Ufer der Stadt zu sehen ist, und den Flughafen Treviso, auf dem Festland und 30 km von Venedig entfernt.

    Corona-Reisetipp: Plane zusätzliche Zeit an Flughäfen ein, vor allem bei internationalen Flügen. Air Travel Airbus Flugzeuge. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.

    Wie du vom Flughafen Marco Polo Venedig erreichst

    Reisende, die am Flughafen Marco Polo ankommen, haben vier Möglichkeiten, um in das Stadtzentrum von Venedig zu gelangen: den Alilaguna-Wasserbus, einen Landbus, ein privates Wassertaxi oder ein Landtaxi zum Piazzale Roma.

    Bus vom Flughafen Marco Polo nach Venedig (über Land)

    Es gibt zwei verschiedene Arten von Bussen, die vom Flughafen Marco Polo nach Venedig fahren: Der ATVO-Bus zum Piazzale Roma (Venedig) oder der ACTV-Bus #5 Aerobus, der zuerst in Mestre und schließlich am Piazzale Roma in Venedig hält. Beide Verbindungen kosten das Gleiche: 8,00 € für die einfache Fahrt oder 15,00 € für die Hin- und Rückfahrt. Die Bushaltestellen findest du direkt nach dem Verlassen des Ankunftsterminals am Flughafen Marco Polo. Tickets kannst du an den Kiosken im Terminal oder bei den Angestellten an den Bushaltestellen kaufen.

    Autoservice oder Taxi vom Flughafen Marco Polo zum Piazzale Roma (über Land)
    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Italien: Parkende Taxis.

    Reisende können ein Landtaxi oder einen Autoservice vom Flughafen Marco Polo zum Ponte della Libertá nehmen, die das Festland mit der Insel Venedig verbindet. Die Kosten liegen in der Regel bei 60 Euro und die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Der Taxistand am Flughafen Marco Polo befindet sich auf dem Bürgersteig direkt vor der Ankunftshalle.

    Mit dem Alilaguna-Wasserbus vom Flughafen Marco Polo nach Venedig (über Wasser)

    Die aufregendste Form der öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig sind sicherlich die öffentlichen Wasserbusse vom Flughafen Venedig ins Stadtzentrum, die von der Kooperative Alilaguna betrieben werden. Es gibt drei Linien, die Venedigs berühmten Canal Grande mit dem Festland (am Lido), dem Kreuzfahrthafen (Marittima) und dem Flughafen Marco Polo verbinden: die Linea Blu (Blaue Linie), die Linea Arancia (Orange Linie) und die Linea Rossa (Rote Linie – diese Linie fährt nur von April bis September).

    Die Tickets kosten 15 € für die einfache Fahrt und 27 € für die Hin- und Rückfahrt. Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos, und für jedes weitere Gepäckstück nach dem ersten werden 3 € berechnet. Fahrkarten sind an den Fahrkartenautomaten und am Fahrkartenschalter in der Ankunftshalle des Flughafens Marco Polo erhältlich. Die Strecke nach Venedig (Piazza San Marco) dauert etwas mehr als eine Stunde.

    Privates Wassertaxi von Marco Polo nach Venedig (über Wasser)
    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Angelegtes Wassertaxi auf dem Canal Grande.
    Wassertaxis auf dem Canal Grande.

    Zugegebenermaßen bin ich in Venedig noch nie Taxi gefahren. Wenn Du allerdings eine einmalige Reise planst oder Dich im Urlaub in Venedig wie James Bond fühlen willst, dann kann ein privates Wassertaxi ein großartiges Erlebnis werden. Einer der Vorteile eines Wassertaxis ist, dass es auch die inneren Kanäle jenseits des Canal Grande befahren kann und je nachdem, wo Du untergebracht bist, können diese Taxis direkt an der Anlegestelle Deines Hotel anlegen.

    Um ein Wassertaxi zu benutzen, kannst Du einen Voucher am Wassertaxi-Schalter in der Ankunftshalle des Flughafens kaufen, dann zur Anlegestelle gehen, die direkt beim Terminal ist, und den Voucher dem Taxifahrer vorlegen. Die Anlegestelle ist übrigens mit den blauen Schildern für “Trasporto Acque” gekennzeichnet. Im ersten Stock des Terminals sind die Rolltreppen, die Dich zum Dock führen.

    Wie Du vom Flughafen von Treviso “Antonio Canova” nach Venedig kommst

    Corona-Reisetipp: Plane zusätzliche Zeit an Flughäfen ein, vor allem bei internationalen Flügen. Air Travel Airbus Flugzeuge. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.

    Der Flughafen Treviso ist ein kleinerer Flughafen, der 30 km vom Zentrum Venedigs entfernt liegt und dennoch von vielen internationalen Fluggesellschaften wie EasyJet und RyanAir angeflogen wird. Da der Flughafen Treviso auf dem Festland liegt, gibt es für die Anreise nach Venedig nur die Möglichkeit, über Land nach Piazzale Roma oder zum Zugbahnhof Santa Lucia zu fahren.

    Die günstigste Option ist der Zug. Vom Flughafen fahren zweimal stündlich Busse zum Bahnhof von Treviso, von wo der Regionalzug nach Venedig fährt. Diese Kombination kostet 7,7 Euro und die Fahrt dauert 1 Stunde und 10 Minuten.

    Den Bus zu nehmen ist ebenfalls günstig und Du fährst ohne Umwege oder Umstiege direkt vom Flughafen in die Lagunenstadt. Es gibt zwei Buslinien, die nach Venedig fahren: ATVO und Barzi. Die ATVO-Linie braucht wegen der vielen Haltestellen bis zu 70 Minuten, während Barzi etwa 40 Minuten benötigt, um Piazzale Roma in Venedig zu erreichen. Ein ATVO-Ticket für Hin- und Rückfahrt kostet 22 Euro – die einfache Fahrt 12 – und der Barzi-Bus kostet 10 Euro die einfache Fahrt oder 18 Hin und Rückfahrt. Die Tickets kannst du an den Automaten in der Ankunftshalle kaufen. Vergiss nicht, dein ATVO-Ticket an dem Automaten an der Haltestelle zu entwerten, bevor du in den Bus einsteigst. Die Bushaltestellen findest du direkt vor der Ankunftshalle.

    Website des Busunternehmens ATVO

    Website des Busunternehmens Barzi

    Die andere Möglichkeit, um vom Flughafen Treviso nach Venedig zu kommen, ist ein Landtaxi oder ein Autoservice zu nehmen. Den Taxistand findest du direkt nach dem Verlassen der Ankunftshalle im Flughafen. Die Fahrt zum Piazzale Roma in Venedig dauert etwa 30-45 Minuten.

    Mit dem Zug nach Venedig Santa Lucia

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Vendig: Züge im Bahnhof Venezia Santa Lucia.
    Die öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig: Züge im Bahnhof Venezia Santa Lucia.

    Zwar konnte bisher kein motorisiertes Verkehrsmittel meine Ankunft mit dem Rennrad in Venedig übertreffen, nachdem ich, in München gestartet, fünf Tage lang über die Alpen geradelt bin, aber auf eine Zugfahrt nach Venedig freue mich dennoch immer noch.

    Schon als Kind fand ich es faszinierend, in diesen wohnzimmerähnlichen Abteilen zu spielen und vor allem zu lesen, ab und zu einen Blick aus dem Fenster zu werfen und mich zu wundern, dass die Landschaft schon wieder ganz anders aussah als beim letzten Glotzen durch die Scheibe, und plötzlich war ich am Ziel und voller Aufregung hätte ich bestimmt mehrmals mein Gepäck im Abteil vergessen, wenn nicht meine Eltern oder aufmerksame Passagiere mich daran erinnert hätten.

    Die Zufahrt nach Venedig ist für mich ein besonderes Erlebnis, die meine Vorfreude beim ersten Anblick der Lagune ansteigen lässt und der Bahnhof Santa Lucia kommt mir inzwischen wie ein vertrauter Reisebegleiter vor.

    Die Anreise nach Venedig mit dem Zug ist sehr bequem: Der Hauptbahnhof ist Venezia Santa Lucia, einer der größten und verkehrsreichsten in ganz Italien, der im Zentrum liegt und direkt auf den Canal Grande führt.

    Die anderen Bahnhöfe in der Stadt sind Venezia Mestre und Venezia Porto Marghera: beide liegen an der gleichen Strecke, aber dennoch auf dem Festland!

    Regional-, Intercity- und Hochgeschwindigkeitszüge von Trenitalia und Italo fahren vom Bahnhof Venezia Santa Lucia ab: Es gibt mehr als 50 Züge, die Dich zum Beispiel täglich zum Mailänder Hauptbahnhof (in knapp 2 Stunden und 30 Minuten) oder etwa 30, die Dich nach Bologna in anderthalb Stunden bringen, aber es gibt auch direkte Züge zu wichtigen europäischen Hauptstädten wie Paris, Wien Hauptbahnhof und München Hauptbahnhof (in 7 Stunden mit Trenitalia und der Deutschen Bahn).

    Innerhalb Italiens kannst Du von Venedig die bereits erwähnten Bahnhöfe in Mailand (Milano Centrale), Rom (Roma Termini) über Florenz (Firenze Santa Maria Novella) und Bologna, außerdem auch Genova und Neapel erreichen.

    Die öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig

    Die Wasserbusse (“Vaporetti”) von ACTV

    Sobald Du den Zugbahnhof verlässt, eröffnen sich vor Dir der Canal Grande, der Ponte degli Scalzi und das charakteristische Bild der Lagunenstadt offenbart sich: Überall geschäftige Menschenschlangen, Touristen aus allen Ecken der Welt, die mit Straßenverkäufern um Selfie-Sticks oder bei schlechtem Wetter um Regenschirme feilschen und ein auf den ersten Blick chaotisches Treiben auf dem Wasser.

    Sobald Du Dich in diesem Durcheinander orientiert hast, kannst Du Deinen Blick auf die vielen Vaporetto-Anlegestellen und Fahrkartenschaltern, die sich vor dem Zugbahnhof am Canal Grande befinden. Es gibt mehrere Vaporetto-Linien, die in verschiedene Richtungen fahren. Es ist also wichtig, zu wissen, welche Linie Du brauchst, um an Dein Ziel zu kommen.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Die Wasserbusse ("Vaporetti") an der Rialtobrücke.
    Die öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig: Die Wasserbusse (“Vaporetti”) an der Rialtobrücke.

    Die Fahrkarten für das Vaporetto sind nicht günstig, deshalb solltest Du Dir im Voraus überlegen, welche Art von Fahrkarte für Deinen Aufenthalt am besten geeignet ist und ob Du eine Mehrtageskarte kaufen möchtest oder nicht.

    Glücklicherweise sind die Verbindungen der Vaporetti sowohl in Google Maps, Bing Maps und Apple hinterlegt und falls Du eins der genannten Systeme zur Navigation verwendest, kannst Du dort nach der bestern Verbindung, die Dich ans Ziel bringt.

    AVM/ACTV-Tickets können über die folgenden Verkaufskanäle erworben werden:

    • Venezia Unica-Verkaufsstellen im historischen Zentrum von Venedig und auf dem Festland
    • zugelassene Einzelhändler: viele Tabakladen (“Tabaccheria”) und Café/Bars
    • Fahrkartenautomaten in den wichtigsten Ankunfts- und Landeterminals der öffentlichen Verkehrsmittel AVM/ACTV
    • die offizielle AVM Venezia-App
    • online unter www.veneziaunica.it.

    Wassertaxis

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Fahrendes Wassertaxi auf dem Canal Grande.
    Die öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig: Fahrendes Wassertaxi auf dem Canal Grande.

    Links von der letzten Vaporetto-Anlegestelle vor dem Bahnhof Santa Lucia findest du einen Wassertaxi-Schalter. Um ein Wassertaxi zu nehmen, musst du dir zuerst einen Voucher am Schalter holen und dann zum Dock gehen, um das Dir zugewiesene Wassertaxi zu finden.

    Mit der Gondel

    Es lässt sich nicht leugnen: Eine Gondelfahrt ist keine günstige Attraktion ist, aber ihr Charme ist so groß, dass es eine Schande wäre, Venedig zu besuchen, ohne sich eine Fahrt zu gönnen. Das wäre, als würde man nach Paris fahren und den Eiffelturm nicht sehen! Da der Preis mittelhoch ist, ist es besser, im Voraus genau zu wissen, welche Tour Du machen möchtest und in aller Ruhe die Tour auszuwählen, die Deinen Bedürfnissen am besten entspricht.

    Ich empfehle Dir, die Gondelfahrt in voraus zu buchen, denn die Gondelfahrt ist eine der Top-Attraktionen, die jeder in Venedig machen will. Das führt oft zu langen Schlangen von Touristen, die an den Gondelanlegern warten.

    Rialtomarkt unter Wasser in Venedig, Venezia, Italien.
    Rialtomarkt unter Wasser in Venedig, Venezia, Italien.

    Wenn du online buchst, vermeidest du diesen Ärger und kannst zur Abfahrtszeit der Tour am Treffpunkt erscheinen, ohne Zeit zu verlieren.

    Der Preis für eine klassische Gondelfahrt liegt zwischen 80 und 100 Euro für eine private Gondelfahrt – die Gondel ist nur für dich, max. 6 Personen – tagsüber und dauert 30 Minuten. Die Preise für Nachttouren beginnen bei 100 Euro. Der Preis gilt pro Gondel und ist unabhängig von der Personenanzahl. Wenn du dir eine Gondelfahrt mit anderen Personen teilen möchtest, sinkt der Preis auf etwa 25 Euro pro Person.

    Die Mindestpreise werden von dem Ente Gondola festgelegt, der Organisation, die sich für den Erhalt dieser traditionellen Form des Wassertransports und den Schutz des Berufsbildes des Gondoliere einsetzt, sodass es nicht viel Spielraum für Verhandlungen gibt. Ein Gondoliere, der bereit ist, über den Preis zu verhandeln, sollte die Alarmglocken läuten lassen: Er hat vielleicht keine Lizenz dafür.

    Preis pro Gondel oder pro Person? Bei privaten Touren gilt der Preis pro Gondel und ändert sich nicht je nach der Anzahl der Teilnehmer an der Tour.

    Das traghetto

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.
    Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Wenn eine private Gondeltour Dein Budget sprengt, Du aber nicht auf den Blick auf Venedig vom Wasser aus verzichten willst, ist eine kurze Tour auf dem Traghetto die Lösung für Dich: Weniger romantisch als eine Gondel, aber viel günstiger, kannst Du bei dieser Tour die Stadt aus demselben Blickwinkel wie eine Gondel sehen, also auf dem Wasser.

    Eine Last-Minute-Lösung für Low-Cost-Reisende, die von den Kosten einer sehr touristischen Stadt wie Venedig bereits erschöpft sind, ist das Traghetto oder Paradegondel, eine größere Gondel, die von einem Ufer des Canal Grande zum anderen fährt und es Dir ermöglicht, schneller von einem Sestiere Venedigs zum anderen zu gelangen.

    Das Traghetto besteht aus einer großen und breiten Paradegondel, die von zwei Gondolieri gesteuert wird und von einer Seite des Canal Grande zur anderen fährt. Geh einfach zur Haltestelle (“Stazio”) und warte, bis die Gondel abfährt, um dich abzuholen oder auf die andere Seite zu bringen. Es ist eine sehr bequeme Art, das Wasser vom Canal Grande zu überqueren: So vermeidest Du oft lange Fußmärsche oder teure ACTV-Tickets.

    Es gibt aktuell vier offene Übergänge (“stazi”): Dogana und Santa Maria del Giglio im Süden, San Tomà und Riva del Vin/Riva del Carbon in der Mitte südlich von der Rialtobrücke und Santa Sofia im Norden. Die meisten Traghetti fahren von 9 bis 18 Uhr, das Traghetto Carbon fährt allerdings nur von 9 bis 12 Uhr unter der Woche und sonst gar nicht. Aktuelle Infos gibt es hier.

    Das Traghetto ist ein sehr authentisches Erlebnis: Es wird tatsächlich immer noch von den Venezianern benutzt, um den Canal Grande zu überqueren.

    Zu Fuß gehen

    Manchmal ist es in Venedig wegen der Überflutungen nicht immer angenehm, zu Fuß zu gehen. Dennoch gehört dieses Phänomen zu den einzigartigen Charakteristiken der Lagunenstadt.
    Manchmal ist es in Venedig wegen der Überflutungen nicht immer angenehm, zu Fuß zu gehen. Dennoch gehört dieses Phänomen zu den einzigartigen Charakteristiken der Lagunenstadt.

    Wahrscheinlich ist Dein Hotel oder Deine Wohnung nur 10-20 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt, da es nur wenige Ecken Venedigs gibt, die weiter weg liegen. Es ist auf jeden Fall ratsam, leichtes Gepäck zu packen, wenn Du nach Venedig reist, vor allem, wenn Du Dein Gepäck zu Fuß zu deinem Hotel bringen willst!

    Mit dem Auto

    Du solltest auf keinen Fall mit dem Auto nach Venedig fahren! Wenn Du mit dem Auto in Venedig ankommst, musst du planen, zum Piazzale Roma zu fahren und dort für einen Parkplatz zu bezahlen. Anschließend nimmst du eines der oben beschriebenen Verkehrsmittel, um zu deinem Hotel oder deiner Wohnung zu gelangen. Weiter als Piazzale Roma kommst Du mit dem Auto leider nicht.

    Die Parkhäuser am Piazzale Roma liegen am nächsten zum Stadtzentrum von Venedig und sind auch am teuersten – ca. 50 Euro am Tag. Günstigere findest Du beim Hafen weiter im Westen; die Kosten dort betragen 30 Euro oder mehr am Tag.

    Es ist zwar möglich, günstigere gebührenpflichtige Parkplätze in Mestre zu finden, aber meine Empfehlung ist, bei einem der kleinen Bahnhöfen entlang der Strecke der vielen Regionalzügen zu parken und von dort aus den Zug nach Venezia Santa Lucia zu nehmen.

    Fazit

    Blick auf den Markusplatz aus San Giorgio Maggiore, Venedig, Venezia, Italien.
    Blick auf den Markusplatz aus San Giorgio Maggiore in Venedig.

    Wie Du vielleicht schon gemerkt hast, schwimmt das Transportsystem in Venedig auf dem Wasser. Viele Reisende steigen in ein Vaporetto ein und hoffen, dass es an den richtigen Ort fährt. Im Gegensatz zu einem Bus können die Fahrer Dich nicht überall aussteigen lassen und Du könntest auf eine tragisch lange Schleife in die falsche Richtung geraten. Studiere die Karte oder das Navigationssystem und befrage die Angestellten der öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig.

    Ich hoffe, dass dieser Leitfaden nützlich sein wird und dazu beiträgt, dass Du Deinen Besuch in Venedig besser erleben kannst.

    Die öffentlichen Verkehrsmittel in Venedig einfach erklärt: Wasserbusse (WVaporetti”), Wassertaxis und viel mehr auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.

  • Karneval in Venedig 2022: Lohnt sich ein Besuch?

    Das Besondere am Karneval in Venedig sind die farbenprächtigen Masken, die es gestatten, die eigene Persönlichkeit zu verstecken und in eine neue Rolle zu schlüpfen. Die fantasiereichen Kostüme sind Kunstwerke und zu eben diesen Preisen in Venedig zu kaufen. Der Karneval in Venedig hat eine Jahrhunderte alte Tradition; bereits Casanova liebte das bunte Treiben, bei dem er sich seinen Gelüsten unerkannt hingeben konnte. Ein wenig ist von dem bunten Zauber heute übrig geblieben, wenn Venedig und seine Gäste sich für ein paar närrische Tage verwandeln.

    Mehr zu Venedig findest Du hier.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Aktuelles

    Die Stadtverwaltung von Venedig hat bestätigt, dass der Karneval 2022 stattfinden wird, wobei die großen, öffentlichen Veranstaltungen auf dem Markusplatz bei einer hohen Covid19-Inzidenz womöglich ausfallen werden, z.B. der Engelsflug oder die Preisverleihungen für die besten Kostüme.

    Der diesjährige Karnevals von Venedig beginnt offiziell am 12. Februar 2022 und endet am Dienstag, den 1. März 2022.

    Auf dieser Seite findest Du das vollständige Programm mit vielen interessanten Terminen und Veranstaltungen.

    Ich empfehle Dir, im Voraus zu buchen, da viele der Veranstaltungen bereits ausverkauft sind!

    Auf einen Blick: Tipps für Deinen Besuch

    • Viele der offiziellen Veranstaltungen finden auf dem Markusplatz oder im Arsenal, der historische Schiffswerft, statt.
    • Am Ende des Karnevals könnte wieder ein Zombie-Walk als Alternative zum klassischen Karneval geplant sein.
    • Der Markusplatz ist der perfekte Platz, um Fotos von den tausenden verkleideten Karnevalsteilnehmern zu machen.
    • Die offizielle Webseite des Karnevals von Venedig lautet: https://www.carnevale.venezia.it/en.
    Reiseplanung: Packliste, Rucksack und Gepäck

    Damit Du für Venedig bestens vorbereitet bist, findest Du hier meine persönliche Packliste für die Lagunenstadt, mit all dem, was im Reisegepäck nicht fehlen sollte.

    Literatur über Venedig

    Die Lektüre von Büchern über Venedig kann deine Erfahrung beim Besuch der Stadt in vielerlei Hinsicht verbessern:

    • Sie helfen, den historischen und kulturellen Kontext besser zu verstehen. Venedig hat eine sehr spannende und reiche Geschichte sowie Kultur, und die Lektüre von Büchern kann diesen Kontext liefern und dir helfen, die Kunst, Architektur und Traditionen der Stadt zu verstehen.
    • Die großen Touristenattraktionen in Venedig sind zwar bekannt, aber es gibt auch viele versteckte Juwelen, die du durch das Lesen von Büchern entdecken kannst.
    • Die Lagunenstadt war außerdem Schauplatz vieler berühmter literarischer Werke, darunter Shakespeares “Der Kaufmann von Venedig” und Thomas Manns “Tod in Venedig”. Die Lektüre dieser Werke kann deine Verbindung zur Stadt vertiefen und dir neue Einblicke in ihre Kultur und Geschichte geben.

    Insgesamt kann die Lektüre von Büchern über Venedig zu einem besseren Verständnis und einer größeren Wertschätzung der Stadt führen, so dass du einen erfüllteren und angenehmeren Besuch erleben kannst.

    Karneval in Venedig – Termine 2022

    Der offizielle Karneval dauert 10 Tage und beginng am Sonntag, dem 20. Februar, um 11 Uhr mit dem “Engelsflug” über dem Markusplatz. Währenddessen erklingt normalerweise Lifemusik und Konfetti regnen von oben, während bunte Luftballons in den Himmel steigen. Vom Markusturm schwebt der “Engel” zum Dogenpalast herab.

    Die wichtigsten Termine vom 12.02. bis 01.03.2022 – ich versuche, etwaige Änderungen zeitnah einzutragen:

    Samstag, 12. Februar 2022: Festa Veneziana sull’acqua – 1. Tag

    Sonntag, 13. Februar 2022: Festa Veneziana sull’acqua – 2. Tag

    Samstag, 19. Februar 2022: La Festa delle Marie – Das Marienfest

    Um 14:30 beginnt der Umzugs der Festa delle Marie in Via Garibaldi. Um 15 Uhr erreicht er den Markusplatz, auf dem um 16 Uhr die zwölf schönsten Mädchen im Theater Gran Teatro di San Marco gewählt werden.

    Sonntag, 20. Februar 2022: Il Volo dell’Angelo – Der Engelsflug

    Er beginnt um 11:00 Uhr auf dem Markusplatz. Um 12 Uhr wird die Karnevalswoche in Venedig offiziell eröffnet.

    Sonntag, 27. Februar 2022: Il Volo del’Aquila (12 Uhr) und das Finale des Wettbewerbs “Concorso della Maschera più bella

    Montag, 28. Februar 2022: Kinderwettbewerb des Concorso della Maschera più bella

    Dienstag, 1. März 2022: Preisverleihung für die schönste Maria (16 Uhr) und “Svolo del Leon

    Wo in Venedig übernachten?

    In einem Hotel auf Venedig zu übernachten ist die perfekte Möglichkeit, um alles zu genießen, was die Lagunenstadt zu bieten hat. Dann kannst Du spätabends und frühmorgens die Insel erkunden, wenn die meisten Touristen bereits abgereist sind!

    Inzwischen benutze ich bevorzugt Booking.com, um die passende Unterkunft für meine Reisen zu finden. Die Bewertungen anderer Reisenden helfen mir, herauszufinden, welches Hotel am besten zu mir passt. Das Hotel Rialto* ist meine erste Wahl, wenn ich in Venedig ein Hotel brauche: Es befindet sich im Zentrum Venedigs, direkt bei der Rialtobrücke, und von dort ist jede Ecke der Stadt in kürzester Zeit erreichbar.

    Hotel Rialto

    Die Lage dieses 4-Sterne-Hotel ist ideal, um die Stadt zu erkunden und zu entdecken. Stell Dir vor, Du sitzt am Fenster deiner Junior Suite und bewunderst die Rialtobrücke. Unter dem Brückenbogen überqueren ständig Gondeln und Boote den Canal Grande und die Vaporetti halten nur wenige Schritte vom Hotel entfernt, um ganz Venedig zu Dir zu bringen.

    Geschichte

    Carnevale di Venezia mit kostümierten Teilnehmern. Fotos von kostümierten Faschingssbesucher beim Karneval von Venedig auf dem Markusplatz. Karneval in Venedig, Italien. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Der Karneval von Venedig vor dem Dogenpalast

    Die Geschichte und die Ursprünge des Karnevals von Venedig sind Themen, die viel Faszination und Begeisterung auslösen. Ein Blick darauf lässt uns erfahren, wann und wie dieses außergewöhnliche Ereignis entstanden ist, wie sich Masken und Kostümen im Laufe der Zeit entwickelt haben, welche kuriosen Anekdoten und historischen Fakten den Carnevale di Venezia geprägt haben…

    Der Karneval gehört zu den wichtigsten Ereignissen in der Region Venetien, und ist wahrscheinlich das wichtigste und berühmteste Fest Venedigs. Der Karneval, der Touristen aus aller Welt in die Lagunenstadt lockt, verwandelt die Stadt jedes Jahr in einen Potpourri aus Festlichkeit und Vergnügen, begleitet von einer Reihe an Unterhaltungs-, Gastronomie- und Musikveranstaltungen.

    Willst Du mehr zum Karneval in Venedig, seiner Ursprünge und seiner Entwicklung lernen? Dann empfehle ich Dir diesen Blogartikel zum Thema: Die Geschichte des Karnevals von Venedig.

    Woran das Marienfest erinnert und seit wann es gefeiert wird, erfährst Du in diesem Blogartikel: Das Marienfest – die Festa delle Marie in Venedig.

    Der Karneval in Venedig, wie er heute gefeiert wird, wurde erst 1979 wie­der­belebt. Ausgelöst wurde er durch den Film „Casanova” von Federico Fellini von 1976. Besonders die Tourismusbranche sah großes Potenzial in der Wieder­be­le­bung. Dieses sich zum touristischen Spektakel ent­wick­el­te Ereignis hat aber mit dem historischen Karneval kaum noch etwas ge­mein­sam.

    Die venezianischen Karnevalsmasken

    Fotos von kostümierten Faschingssbesucher beim Karneval von Venedig auf dem Markusplatz, Venezia, Italien. Im Hintergrund der Markusdom.
    Der Karneval von Venedig auf dem Markusplatz vor dem Markusdom

    Einen hohen Stellenwert nehmen die Karnevalsmasken ein, die ebenfalls antike Tradition besitzen und nicht nur zum Karneval selbst getragen wurden.

    Die Karnevalsmasken waren erlaubt von Tag des S. Stefano (26. Dezember) an, dem Tag an dem der Carnevale Veneziano begann bis Mitternacht des “Martedì Grasso” (Faschingdienstag), der den Karneval beendete. An kirchlichen Feiertagen war das Maskentragen allerdings verboten.

    Aber auch an weiteren Tagen im Jahr sowie zu offiziellen Banketten und großen Festen der Seerepublik Venedig, genannt die Serenissima, war das Maskentragen erlaubt. Die Karnevalsmaske bot Schutz vor indiskreten Blicken vor den Schuldnern oder den als Bettlern verkleideten “nobiluomini”, den verarmten Patriziern, die an der Straßenecke um Almosen bettelten.

    Wie wird Karneval von Venedig heute gefeiert?

    Carnevale di Venezia mit kostümierten Teilnehmern. Fotos von kostümierten Faschingssbesucher beim Karneval von Venedig auf dem Markusplatz. Karneval in Venedig, Italien. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Bunte und prächtige Kostüme sind die Seele des Karnevals in Venedig

    Der Karneval Venedig wird am Samstag mit dem Festa delle Marie und den 12 Mädchen in den schönsten Kostümen der Renaissance im “Gran Teatro” in Piazza San Marco eingeleitet. Am Sonntag findet die offizielle Eröffnung mit dem Engelsflug vom Glockenturm Campanile di San Marco statt.

    Der gesamte venezianische Carneval wird von traditionellen Speisen und vorzüglichen Getränke begleitet, von der Eröffnung am Samstag, dem 12. Februar sowie allen venezianischen Festen.

    Am Samstagabend und Sonntag findet der historische Umzug mit geschmückten Booten in den Kanälen statt. Die Tradition der venezianischen Ruderboote steht in enger Verbindung mit dem Karneval. Zugleich kann das Publikum entlang des Rio di Cannaregio Kostproben der venezianische Küche probieren.

    Il Volo dell’Angelo – Der Engelsflug

    Historisch gesehen geht der Engelsflug auf die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück, als ein junger Osmane an einem Seil vom Glockenturm des Markusdoms zum Dogenpalast lief, um ihm zu huldigen. Im Jahr 1759 musste diese Tradition, die seit zwei Jahrhunderten bestand, aufgrund eines tragischen Vorfalls unterbrochen werden, bei dem der Akrobat während des Engelsflugs starb.

    Etwa drei Jahrhunderte lang wurde der Engelsflug durch den Flug der Taube ersetzt, bei dem eine hölzerne Taube den Seiltänzer ersetzte und Konfetti und Blumen über die Menge auf dem Markusplatz verteilte.

    Im Jahr 2001, also erst kürzlich, wurde der traditionelle Volo dell’Angelo (Engelsflug) mit akrobatischen Darbietungen berühmter Persönlichkeiten aus der Welt der italienischen Unterhaltung und des Sports wieder ins Leben gerufen. Seit 2010 sind die Akrobaten des venezianischen Karnevals die Gewinner des Wettbewerbs Festa delle Marie, der schönsten Maske der aktuellen Ausgabe des Karnevals von Venedig.

    Il Volo dell’Aquila – Der Adlerflug

    Aufgrund des Erfolgs des Volo dell’Angelo (Engelsflug) wird seit 2013 ein weiterer akrobatischer Flug über die festliche Menge auf dem Markusplatz zum Karneval organisiert: der Volo dell’Aquila (Adlerflug).

    Bei früheren Ausgaben des Adlerflugs flogen italienische Sportlerinnen in Kostümen über den Markusplatz, zum Beispiel die Eiskunstlaufmeisterin Carolina Kostner und die paralympische Sportlerin und TV-Persönlichkeit Giusy Versace.

    Svolo del Leon – Der Flug des Löwen

    Der Svolo del Leon ist eine Feier zu Ehren des geflügelten Markuslöwen, dem Symbol Venedigs, der ausnahmsweise den Campanile erklimmt und auf einer großen Leinwand über dem Publikum auf dem Platz schwebt.

  • Das Marienfest – Die Festa delle Marie in Venedig

    Die Festa delle Marie in Venedig ist eine der wichtigsten Veranstaltungen des venezianischen Karnevals: Sie inszeniert die berühmte Entführung sowie die darauffolgende Rettung von zwölf Bräuten, die sich in Venedig zur Zeit des Dogen Candiano III. im Jahr 943 ereigneten.

    Seit dem neunten Jahrhundert war in Venedig Brauch, am 2. Februar, dem Fest der Reinigung Mariens, alle Paare zu segnen, die im Laufe des Jahres heiraten sollten. Unter den Teilnehmern der Segnung, die in der Kirche San Pietro di Castello stattfand, wurden die zwölf ärmsten Frauen ausgewählt.

    Sie wurden in prächtige Kleider gekleidet und mit kostbarem Schmuck geschmückt, der aus den wichtigsten Kirchen der Stadt entliehen wurde. Während der Zeremonie beschenkten die reichen venezianischen Familien der Stadt die jungen Damen mit Spenden; der Doge lieh ihnen manchmal sogar Juwelen aus der Schatzkammer vom Sankt Markus-Dom.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Im Jahr 943 kamen jedoch Piraten aus Istrien nach Venedig und sie entführten alle Bräute, um sie ihres Schmuckes zu berauben und sie selbst als Bräute zu nehmen. Zusammen mit einer Gruppe tapferer Männer verfolgte der Doge die Piraten, und in der Nähe von Caorle, 60 km nord-östlich von Venedig, holten die Venezianer sie ein und befreiten die zwölf Bräute, um sie sicher nach Venedig zurückzubringen. In Caorle wurden alle Piraten getötet und ihre Leichen ins Meer geworfen, damit niemand ihrer gedenken konnte. Zu Ehren der Damen wurde der Hafen, in dem sie gerettet wurden, “porto delle donzelle” genannt und er heißt immer noch so.

    Um der Rettung zu gedenken und der heiligen Maria für den glücklichen Ausgang zu danken, rief der Doge die Festa delle Marie in Venedig ins Leben, die jedes Jahr mit einer schönen Prozession durch die Stadt gefeiert wird, um allen die Schönheit der Mädchen und ihrer eleganten Kleider zur Schau zu stellen, die von der venezianischen Aristokratie unterstützt wurden. Zusammen mit der Prozession organisierte der Doge auch Regatten, Feste und weitere Veranstaltungen, um Venedig jedes Jahr ein achttägiges Fest zu bescheren.

    Die jungen Frauen wurden durch unattraktive Holzstatuen ersetzt

    Das ursprüngliche Fest wurde viele Jahrhunderte lang abgehalten, bis 1349, dann wurden die Damen durch Holzfiguren verkörpert. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil die Venezianer, und nicht nur sie, mehr daran interessiert waren, die Bräute zu umwerben, als religiöse Zeremonien zu befolgen. Die Entscheidung wurde bald ziemlich unpopulär und vor allem die männliche Bevölkerung reagierte mit Empörung und Zorn auf die Ersetzung, denn die Bürger begannen, die Figuren mit Gegenständen und Gemüse zu bewerfen.

    Im selben Jahr (1349) musste die Republik Venedig ein Gesetz erlassen, das vorsah, dass jeder, der Gemüse auf den Umzug der Holzfiguren warf, mit einer Freiheitsstrafe bestraft wurde, was jedoch das Ansehen des Marienfestes nur noch weiter schwächte. Dreißig Jahre später (1379) wurde das Marienfest in Venedig endgültig abgeschafft.

    Aus diesen Episoden stammt eine in Venedig verbreitete Redensart: Die Venezianer sagen immer noch Maria de Tola (wörtlich: Maria das Holzbrett), um auf eine kühle, distanzierte Frau hinzuweisen.

    Die Wiederauflebung der Festa delle Marie in Venedig

    Carnevale di Venezia mit kostümierten Teilnehmern. Fotos von kostümierten Faschingssbesucher beim Karneval von Venedig auf dem Markusplatz. Karneval in Venedig, Italien. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Die Festa delle Marie wird heutzutage beim Karneval von Venedig gefeiert.

    Die Festa delle Marie geriet jedoch allmählich in Vergessenheit, bis Bruno Tosi, ein bekannter venezianischer Journalist und Kulturkritiker, beschloss, das Fest wieder aufleben zu lassen und 1999 machte er zu einer der Eröffnungsveranstaltungen des Karnevals von Venedig. Die Schönheit der Damen und ihrer Kleider war in der Tat ideal, um dem Karneval einen idealen Start zu geben.

    Bei der modernen Version werden aus den Bewerberinnen, die entweder in Venedig geboren oder in der Lagunenstadt ansässig sein müssen, zwölf Mädchen von einer Jury ausgewählt, und der Umzug mit mehr als 300 Teilnehmern zieht von San Pietro di Castello zum Sankt Markus-Dom. Das Ereignis ist fantastisch, denn alle Kleider und Ornamente entsprechen den Originales der Renaissance. Auf der Piazza San Marco wird dann die Maria des Jahres von der Jury gekürt.

    Mehr zur diesjährigen Festa delle Marie in Venedig sowie zum berühmten Karneval von Venedig 2022 findest du hier.

    Mehr zu Venedig findest Du hier.

    Die offizielle Webseite der Festa delle Marie in Venedig lautet: https://www.festadellemarie.com. Offizielle Informationen zum Karneval von Venedig findest Du dagegen hier: https://www.carnevale.venezia.it/en.

  • Die Geschichte des Karnevals von Venedig

    Die Geschichte und die Ursprünge des Karnevals von Venedig sind Themen, die viel Faszination und Begeisterung auslösen. Ein Blick darauf lässt uns erfahren, wann und wie dieses außergewöhnliche Ereignis entstanden ist, wie sich Masken und Kostümen im Laufe der Zeit entwickelt haben, welche kuriosen Anekdoten und historischen Fakten den Carnevale di Venezia geprägt haben…

    Der Karneval gehört zu den wichtigsten Ereignissen in der Region Venetien, und ist wahrscheinlich das wichtigste und berühmteste Fest Venedigs. Der Karneval, der Touristen aus aller Welt in die Lagunenstadt lockt, verwandelt die Stadt jedes Jahr in einen Potpourri aus Festlichkeit und Vergnügen, begleitet von einer Reihe an Unterhaltungs-, Gastronomie- und Musikveranstaltungen.

    Mehr zu Venedig findest Du hier.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Der Ursprung des Karnevals von Venedig

    Blick auf Canal Grande aus der Rialtobrücke, Venedig, Italien.
    Blick auf Canal Grande aus der Rialtobrücke, Venedig

    Die historischen Ursprünge des Karnevals von Venedig liegen in zwei antiken Traditionen: den lateinischen Saturnalien und den griechischen dionysischen Kulten. Das waren zwei religiöse Feste, bei denen Masken und symbolische Darstellungen eine große Bedeutung spielten.

    Die Ursprünge und die Bedeutung des Karnevals von Venedig sind von diesen Traditionen inspiriert, die sie für ihre eigenen Zwecke umgestaltet haben. Bei den Saturnalien im alten Rom wurde die soziale Ordnung umgestürzt, und Sklaven und freie Bürger strömten in die Stadt, um bei lauter Musik und im wilden Tänzen zu feiern. Bei den griechischen Dionysien sollten Prozessionen und Theateraufführungen die Menschen mit der Natur vereinen und eine Harmonie höherer Ordnung erstellen, frei von den vom Menschen geschaffenen sozialen Konventionen.

    Venedig interpretierte daher die antiken griechischen und römischen Feste neu, um den Bedürfnissen der damaligen neuen Ordnung gerecht zu werden, die den Karneval förderte, um der Bevölkerung, insbesondere den unteren Schichten, eine Möglichkeit zum Vergnügen und Feierns bot. Im venezianischen Karneval garantierten Masken völlige Anonymität, eine Art Nivellierung der sozialen Unterschiede, die es den Bürgern manchmal sogar erlaubte, Verwaltung und Aristokratie öffentlich zu verspotten.

    Literatur über Venedig

    Die Lektüre von Büchern über Venedig kann deine Erfahrung beim Besuch der Stadt in vielerlei Hinsicht verbessern:

    • Sie helfen, den historischen und kulturellen Kontext besser zu verstehen. Venedig hat eine sehr spannende und reiche Geschichte sowie Kultur, und die Lektüre von Büchern kann diesen Kontext liefern und dir helfen, die Kunst, Architektur und Traditionen der Stadt zu verstehen.
    • Die großen Touristenattraktionen in Venedig sind zwar bekannt, aber es gibt auch viele versteckte Juwelen, die du durch das Lesen von Büchern entdecken kannst.
    • Die Lagunenstadt war außerdem Schauplatz vieler berühmter literarischer Werke, darunter Shakespeares “Der Kaufmann von Venedig” und Thomas Manns “Tod in Venedig”. Die Lektüre dieser Werke kann deine Verbindung zur Stadt vertiefen und dir neue Einblicke in ihre Kultur und Geschichte geben.

    Insgesamt kann die Lektüre von Büchern über Venedig zu einem besseren Verständnis und einer größeren Wertschätzung der Stadt führen, so dass du einen erfüllteren und angenehmeren Besuch erleben kannst.

    Carnevale di Venezia mit kostümierten Teilnehmern. Fotos von kostümierten Faschingssbesucher während des Karnevals von Venedig auf dem Markusplatz. Karneval in Venedig, Italien. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Der Karneval von Venedig auf dem Markusplatz

    Diese großzügige und kurzweilige Erlaubnis war ein Ventil für die Spannungen und Missstimmungen, die in der Gesellschaft aufgrund der strengen Grenzen, der grundfest christlichen Moral und der öffentlichen Ordnung entstanden.

    Der Ursprung des Wortes Karneval lässt sich bis zu einem Dokument des Dogen Vitale Falier aus dem Jahr 1094 zurückverfolgen, in dem es zum ersten Mal verwendet wird, wenn es um öffentliche Unterhaltung geht.

    Die Geschichte des Karnevals in Venedig als offizieller Feiertag begann jedoch erst im Jahr 1296, als ein Edikt des Senats der Republik den Tag vor Beginn der Fastenzeit zum Feiertag erklärte. Viele Jahrhunderte lang wurde der Karneval in Venedig sechs Wochen lang, vom 26. Dezember bis zum Aschermittwoch, auf den Hauptplätzen der Stadt, der Riva degli Schiavoni und dem Markusplatz, gefeiert.

    Die Exzesse und Zügellosigkeit

    Carnevale di Venezia mit kostümierten Teilnehmern. Fotos von kostümierten Faschingssbesucher beim Karneval von Venedig auf dem Markusplatz. Karneval in Venedig, Italien. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Kostümierte Faschingssbesucherin beim Karneval von Venedig auf dem Markusplatz.

    Doch schon bald hatten der ursprüngliche Zweck des Karnevals und der eigentliche Sinn des Festes, Spannungen und Unzufriedenheit abzubauen, eskalierte, um den gegenteiligen Effekt zu erreichen. Die Möglichkeit, seine Identität unter typisch venezianischen Masken und ausgefallenen Kostümen vollständig zu verschleiern, förderte immer mehr Diebstähle, Raubüberfälle und Belästigungen verschiedener Art. Diese schwerwiegenden Exzesse zwangen die Stadtverwaltung Venedigs dazu, eine lange Reihe von Dekreten zu erlassen, um den Missbrauch und die betrügerische Verwendung von Masken und Kostümen in der Lagunenstadt einzuschränken; Maßnahmen, die nach und nach das eigentliche Wesen des Karnevals und seine Ursprünge von Freiheit und Gleichheit untergruben.

    Langzeitbelichtung aus San Giorgio Maggiore in Venedig, Venezia, Italien.
    Blick aus dem Glockenturm von San Giorgio Maggiore

    Die schlimmste Zeit war die nach Sonnenuntergang, wenn Dunkelheit und Verkleidung Verbrechen aller Art möglich machten. 1339 wurde verboten, sich nachts mit Masken und Karnevalskostümen in Venedig zu bewegen. Ein weiterer Missbrauch, der eingedämmt werden musste, betraf die Möglichkeit für Männer, Frauen- oder Ordenskleidung zu tragen, um in Kirchen, Klöster oder Stifte einzubrechen und unanständige Handlungen zu begehen. Im Januar 1458 wurde es verboten, heilige Orte mit Masken zu betreten. Wegen der Gefahren für die öffentliche Sicherheit, Waffen oder andere gefährliche Gegenstände unter der Karnevalskleidung zu verstecken, wurden zahlreiche behördliche Verordnungen erlassen, die das Mitführen solcher gefährlichen Gegenständen verboten.

    Im 18. Jahrhundert wurde der Karneval in Venedig zu einem echten Kulturevent und war in ganz Europa bekannt. Der prestigeträchtige Karneval von Venedig, der jedes Jahr Tausende von Besuchern anlockt, erreichte zu dieser Zeit seinen größten Glanz und seine internationale Anerkennung: Die überschäumende und grenzüberschreitende Atmosphäre, die Commedia dell’arte und die Masken, außergewöhnliche Shows und die öffentliche Spielbank machten Venedig zum “Magneten Europas”.

    Schluss mit lustig: Das Ende der venezianischer Spaßgesellschaft

    Carnevale di Venezia mit kostümierten Teilnehmern. Fotos von kostümierten Faschingssbesucher während des Karnevals von Venedig auf dem Markusplatz. Karneval in Venedig, Italien. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Der Karneval von Venedig vor dem Markusdom

    Mit dem Sturz der Serenissima im Jahr 1797 wurden die Karnevalskostüme endgültig verboten, mit Ausnahme von privaten Festen in venezianischen Palästen sowie dem exklusiven und elitären Ballo della Cavalchina im luxuriösen Theater La Fenice. Das verpasste dem Karnevals in Venedig einen schweren Rückschlag, und eine lange Phase des Niedergangs folgte, die zum allmählichen Aussterben aller damit verbundenen Festlichkeiten führte. Der letzte historische Karneval in Venedig geht auf dieses Jahr (1797) zurück. Die Eroberung Venedigs durch Napoleon bedeutete das Ende ihrer langen Unabhängigkeit und die Abschaffung der zahllosen Traditionen, auch des venezianischen Karnevals, für etwa zwei Jahrhunderte.

    Der heutige Karneval von Venedig

    Carnevale di Venezia mit kostümierten Teilnehmern. Fotos von kostümierten Faschingssbesucher beim Karneval von Venedig auf dem Markusplatz. Karneval in Venedig, Italien. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Karneval in Venedig, Italien.

    Erst 1967 wurden wieder Feiern mit Masken– und Kostümumzügen organisiert, die die Geschichte und die Traditionen des Karnevals von Venedig wieder aufleben ließen. 1979 wurde zum ersten Mal ein Programm erstellt, das die Venezianer selbst in die Feierlichkeiten einbezog und damit zu den Ursprüngen des Karnevals von Venedig zurückkehrt. Die neue Formel wurde zu einem Erfolg, der nun schon seit über vierzig Jahren anhält.

    Mehr zum kommenden Karneval von Venedig findest du hier:

    Die offizielle Webseite des Karnevals von Venedig lautet: https://www.carnevale.venezia.it/en.

    Das Marienfest – Die Festa delle Marie in Venedig

    Die Festa delle Marie in Venedig ist inzwischen eine der wichtigsten Veranstaltungen des venezianischen Karnevals: Sie inszeniert die berühmte Entführung sowie die darauffolgende Rettung von zwölf Bräuten, die sich in Venedig zur Zeit des Dogen Candiano III. im Jahr 943 ereigneten.

    1999, als die Festa delle Marie in die Karnevalszeit fiel, organisierte das European Consortium of Historical Reenactments (C.E.R.S.) das Marienfest auf dem Markusplatz mit dem Ziel, dieses traditionelle und sehr besondere Fest wieder aufzuführen. Seitdem wird das Fest der Marien jedes Jahr im Karneval wiederholt, mit der Preisverleihung am letzten Tag der Veranstaltung für die Maria des Jahres.

    Mehr zur Entstehung des Marienfests kannst Du hier erfahren.

  • Venedig – Teil 2: Meine Lieblingsfotospots

    In diesem Post verrate ich Dir meine fünf fotografischen Lieblingslocations in Venedig, Italien, die ich im Laufe der letzten Jahre entdeckt und immer wieder besucht habe. Den vorherigen Post über Venedig und wie Du in der Stadt am besten zurechtkommst, findest Du hier. (Öffnungszeiten und Preise wurden von mir zuletzt am 10.11.2020 überprüft und aktualisiert.)

    Mehr zu Venedig findest Du hier.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Fondaco dei Tedeschi

    Das Luxus-Einkaufszentrum am Canal Grande, in einem antiken Palast aus dem dreizehnten Jahrhundert, bietet nicht nur drei Stockwerke voller unbezahlbarer Markenartikel inmitten des ältesten Teils Venedigs, sondern auch den kostenlosen Besuch der Dachterrasse mit atemberaubendem Blick auf den Kanal und die Rialtobrücke. Dies ist allerdings nur nach vorheriger Buchung möglich: Es werden 15-minütige Slots von 10:30 bis 18:30 angeboten.

    Tipp: Buche zwei Slots hintereinander. Du kannst beide Buchungen bei der ersten Kontrolle vorzeigen, damit Du beim „Schichtwechsel“ auf der Dachterrasse bleibst und nicht wieder in die Wartehalle geschickt wirst. So hast du die Terrasse eine oder zwei Minuten nur für dich und deine Fotos; Stative waren bisher übrigens erlaubt.

    Der Name deutet darauf hin, dass das Gebäude im Spätmittelalter und in der Renaissance als Niederlassung deutschsprachiger Händler und Handwerker diente; sogar die Fugger hatten eine Handelsvertretung hier. Die Räumlichkeiten weisen heute immer noch Zeichen und Wappen verschiedener Händler auf, die auf Säulen, Regalen, Fenstern, Wänden, Fassaden und Sockeln eingraviert wurden, um den Raum für sich zu beanspruchen.

    Campanile di San Giorgio Maggiore

    Die wunderschöne und recht überschaubare Insel südöstlich von San Marco diente schon den Malern der Renaissance als Inspiration und Motiv für ihre Bilder, da die majestätische und imposante Fassade der Basilika auf dem Wasser der Lagune sehr gut von der Piazzetta San Marco zu sehen und der Ausblick wirklich sehr malerisch ist. Bis zum elften Jahrhundert war auf der Insel jedoch nur eine kleine Kirche aus Holz; erst im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte wurde erst das angrenzende Kloster und später, im 16 Jahrhundert, auch die Basilika gebaut, wie wir sie heute kennen.

    Der aktuelle Glockenturm stammt aus dem Jahre 1791, da der ursprüngliche 1774 stürzte. Er gehört zu den höchsten Türmen der Stadt und bietet einen fantastischen Blick auf die Altstadt Venedigs, besonders auf den Markusplatz und auf Santa Maria della Salute, da keine Gebäuden die Sicht beeinträchtigen. Den Glockenraum erreicht Du in einem gläsernen Aufzug und Du kannst so während der Fahrt nach oben noch das Gerüst der alten Holztreppe im Inneren des Glockenturms sehen, ohne Gefahr zu laufen, dass die modernden Stufen plötzlich beim Hochgehen zusammenbrechen.

    Santa Maria della Salute und der Sankt Markus-Glockenturm im Sonnenuntergang, von San Giorgio Maggiore aufgenommen.

    Tipp: Kleine Stative konnten bisher problemlos aufgestellt und für Zeitrafferaufnahmen oder Langzeitbelichtungen verwendet werden.

    Der Glockenturm ist offen von 9:00 bis 19:00 von April bis Oktober (letzte Eintrittsmöglichkeit um 18:30), von November bis März von 8:30 bis 18:00 (letzte Eintrittsmöglichkeit um 17:30). Der Eintritt für den Glockenturm kostet 6 Euro – die Kirche kann kostenfrei betreten werden.

    Vorsicht beim Glockenschlag, es kann richtig laut werden!

    Ponte di Rialto

    Die Rialtobrücke ist die älteste der vier Brücken, die heutzutage über den Canal Grande führen, und bis ca. 1850 war sie sogar die einzige, um von einem Ufer des Kanals zum anderen zu kommen. Sie ist die dritte Brücke, die an dieser Stelle errichtet wurde, denn beide vorherigen brachen in sich zusammen. Im 16. Jahrhundert fanden mehrere Ausschreibungen statt, an denen namhafte italienische Architekten teilnahmen, und 1588 gewann das Projekt von Antonio da Ponte; ausschlaggebend war seine Idee, die Brücke auf nur einem Bogen zu stützen, statt auf mehreren, um den Schiffsverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

    Auf der Brücke befinden sich viele Geschäfte; die meisten von ihnen verkaufen Luxuswaren wie Juwelen, Uhren oder Murano-Glas. Schon auf der ersten Holzbrücke 1250 befanden sich Geschäfte; damals finanzierte die Stadt aus den Mieteinnahmen der Räumlichkeiten die Wartungsarbeiten an der Brücke.

    Fun Fact 1: Die Miete für ca. 16m² auf der Brücke (8m² Erdgeschoss, 8m² 1. OG) beträgt ungefähr 5.000 Euro/Monat.

    Die Lage der Brücke erlaubt es, die großartige Sonnenuntergangsstimmung bei Abenddämmerung über dem Canal Grande Richtung Südwesten fotografieren zu können; der rötliche Himmel und die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich auf dem Wasser und beleuchten die hellen Paläste an den Seiten des Kanals mit warmem Licht. Dabei fehlt es in Venedig ganz sicher nicht an romantischer Stimmung, aber beim Sonnenuntergang ist die Stadt noch schöner.

    Auf der Brücke gibt es noch die Möglichkeit, lustige und spannende Zeitraffervideos zu drehen, da die vielen Wasserfahrzeuge sich in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und auf der Aufnahme wird dies noch stärker hervorgehoben.

    Einige Dutzend Meter westlich der Brücke befindet sich der Rialtomarkt, der seit über tausend Jahren dort angesiedelt ist und im Laufe der Jahrhunderte sogar bis an die Ufer des Kanals bei der Brücke reichte. Inzwischen erfüllt der Markt keine Versorgungsfunktion mehr, sondern hat vielmehr einen folkloristischen Charakter, vor allem der Fischmarkt in den Hallen der Pescheria di Rialto ist eine beliebte touristische Anlaufstelle. Die antik wirkende Markthalle ist übrigens erst 1907 nach gotisch-venezianischen Stil erbaut worden, und dem Laien – also mir – war dies nie aufgefallen.

    Fun Fact 2: Im Mittelalter durften nur gebürtige Venetianer, die das 50. Lebensjahr bereits bestritten und mindestens 20 Jahre selbst gefischt hatten, Fisch verkaufen.

    San Marco

    Der Platz von San Marco bietet sehr viele Sehenswürdigkeiten, einige von ihnen sind Dir bestimmt bekannt, andere womöglich noch nicht. Der Besuch des Markusplatz ist für mich bei jedem Aufenthalt in Venedig “Pflicht”.

    Campanile di San Marco

    Der Glockenturm vom Markusplatz ist wahrscheinlich das bekannteste Wahrzeichen Venedigs. Durch seine imposante Höhe (99m) überragt er jedes Gebäude der Lagunenstadt um einige Dutzend Meter und selbst Goethe war auf seiner Italienreise von der Aussicht vom Turm beeindruckt:

    Aus Goethes Italienischer Reise:

    Als ich ihn [den Stadtplan Venedigs] einigermaßen studiert, bestieg ich den Markusturm, wo sich dem Auge ein einziges Schauspiel darstellt. Es war um Mittag und heller Sonnenschein, daß ich ohne Perspektiv Nähen und Fernen genau erkennen konnte. Die Flut bedeckte die Lagunen, und als ich den Blick nach dem sogenannten Lido wandte (es ist ein schmaler Erdstreif, der die Lagunen schließt), sah ich zum erstenmal das Meer und einige Segel darauf. In den Lagunen selbst liegen Galeeren und Fregatten, die zum Ritter Emo stoßen sollten, der den Algierern den Krieg macht, die aber wegen ungünstiger Winde liegenbleiben. Die paduanischen und vicentinischen Berge und das Tiroler Gebirge schließen zwischen Abend und Mitternacht das Bild ganz trefflich schön.

    Ein Aufzug bringt alle Besucher von der Basis zum Glockengeschoss in weniger als einer Minute und ohne jegliche Anstrengung, so dass Du dich auf den 360°-Panoramablick konzentrieren kannst. Übrigens sollen auch Menschen, die an Höhenangst leiden, den Blick genießen können, da es von oben nicht möglich ist, direkt zum Sockel runter zu schauen.

    Der Glockenturm ist im Sommer von 9 bis 21 Uhr für Besucher offen, im Winter von 9:30 bis 15:45, sonst von 9 bis 19 Uhr. Der letzte Einlass ist eine Stunde vor Schluss, und trotz aller italienischer Gemütlichkeit wird das auch streng eingehalten. Ich wurde am Ticketschalter schon mal abgewiesen, weil ich ein paar Minuten zu spät da war. Der volle Preis beträgt 8 und der ermäßigte 4 Euro.

    Piazza san marco

    Der Markusplatz ist an drei Seiten von den Gebäuden der Prokuratie umschlossen, der mittelalterlichen Baubehörde, die im Verlauf der Jahrhunderte immer mehr Bedeutung und Einfluss gewann. Im Norden befinden sich die alten Prokuratie (Procuratie vecchie), im Süden die neuen (Procuratie nuove) und im Osten ist der Napoleonische Flügel (Ala napoleonica), der unter Napoleon erbaut wurde. Auf der Ostseite befinden sich Markusdom und Glockenturm.

    Basilica di San Marco

    Die Kirche wurde vom Doge Giustiniano Partecipazio in Auftrag gegeben, als 828 zwei venezianische Händler aus Alexandria in Ägypten die Reliquien vom Heiligen Markus schmuggelten. Mehrere Neubauten folgten, die letzte große Renovierung erfolgte 1231 nach einem verheerenden Brand.

    Die Basilika ist in vielerlei Hinsichten einzigartig, denn zum einen finden sich hier viele architektonische Besonderheiten – im Inneren sind alle Wände und Decken ausschließlich von Mosaiken geschmückt, Fresken wirst Du vergeblich suchen; die Kirche weist einen seltenen romanischen Stil mit byzantinischen Einflüssen -, zum anderen war die Kirche Mittelpunkt des sozialen und politischen Lebens der venezianischen Republik und alle wichtigen Ereignisse, angefangen bei den vielen religiösen Veranstaltungen bis hin zu der Wahl des Dogen, fanden in der oder um die Kirche statt. Diese Funktion spiegelt sich nicht nur in den vielen Kunststücken, sondern auch in der Architektur wider.

    Außerdem beherbergt das Museum der Kirche viele Schätze: die Originalpferde von San Marco (auch: Quadriga marciana, Quadriga des Markusdoms genannt) – auf der Loggia befinden sich lediglich Kopien davon – und die alte Bedeckung des goldenen Altarbildes, auf der Paolo Veneziano im 14. Jahrhundert die Geschichte des Heiligen Markus malte.

    Torre dell’orologio

    Der Glockenturm gilt noch heute als Geheimtipp, um einen Blick auf den Markusplatz zu werfen, ohne beim Einlass der Basilika oder des Glockenturms anzustehen, denn trotz seiner hervorragenden Lage wirkt der relativ hohe Preis oft abschreckend: 12 Euro pro Person werden nämlich für den Eintritt verlangt. Dafür kannst Du nicht nur den kompletten Markusplatz von oben überblicken – sogar von weiter oben als von der Loggia des Markusdoms -, sondern auf dem Weg nach oben bekommst Du auch das Uhrwerk zu sehen und auf der obersten Terrasse findest Du die zwei Moren, den “Alten” und den “Jungen”, die zu jeder vollen Stunden auf eine extra für diesen Turm gegossene Glocke schlagen.

    Sich in den Gässchen verlaufen

    In den letzten Jahren habe ich es sehr genossen, mich von meiner Neugier leiten zu lassen und planlos durch die Stadt zu laufen, um verlorene Geschäfte, geheime Gänge und vom Massentourismus noch verschonte Plätze zu entdecken. Zwar mündete mein Weg des Öfteren in Sackgassen, dennoch lohnt es sich, einen Blick abseits der touristischen Routen und der vielen “Pilgerstätten” zu werfen.

    Zusätzlich empfehle ich Dir, recht früh aufzustehen, da es ein einzigartiges Erlebnis ist, morgens die Stadt beim Aufwachen zu beobachten, wenn die Touristen noch schlafen und viele Bäckereien sowie Konditoreien ihren Duft in die Gässchen ausströmen. Die Anwohner schicken sich an, ihre Kinder zur Schule zu bringen und danach zur Arbeit zu gehen, Waren werden per Boot geliefert, ebenso erfolgt die Müllentsorgung über den Wasserweg. Zu keiner anderen Zeit sonst zeigt sich Venedig von ihrer authentischen Seite.

  • Venedig – Teil 1

    Von allen Städten, die ich besichtigt habe, fasziniert mich Venedig immer noch am meisten. Venedig ist wegen seiner Geschichte, Architektur und der Tatsache, dass es ins Meer gebaut wurde, vielleicht wirklich „die unwahrscheinlichste der Städte“, wie Thomas Mann schreibt. Andererseits macht sie die Nähe zu Süddeutschland – in 5 Stunden ist man schon an der Adria –zu einem leicht erreichbaren Ziel.  Ich bin sehr gerne dort und versuche auch mehrere Tage zu bleiben, vor allem zur Zeit des Karnevals. Doch dazu später mehr.

    1. ANKUNFT

    Da ich in der Nähe Münchens wohne, fahre ich meistens mit dem Auto nach Venedig. Die Fahrt vergeht recht schnell, es gibt viel zu sehen, und ich verbinde mit dem Venedig-Ausflug noch einige Städtetrips und Verwandtenbesuche, so dass ich mit dem Wagen am besten bedient bin. Für Wochenendausflüge könntest du auch mit dem Zug fahren. Das lohnt sich vor allem, wenn man früh – und vielleicht mit einer günstigen Bahncard 25 – bucht. Reist du von weiter weg an, ist vielleicht ein Flug zum Aeroporto Marco Polo Tessera (VCE) zeit- und kosteneffizient, von dort gibt es viele Möglichkeiten, nach Venedig zu kommen.

    Es ist zwar möglich, in Venedig in einem der Riesenparkhäuser direkt bei der Verbindungsbrücke zum Festland zu parken, günstig ist das jedoch nicht. Ich parke entlang der Eisenbahnlinie zwischen Treviso und Venedig an einem kleinen Bahnhof, mit keinen oder sehr geringen Parkgebühren, und genieße so die zwanzig- oder dreißigminütige Fahrt in die Lagune über den Ponte della Libertà. Am Bahnhof Santa Lucia angekommen, gibt es die ersten Möglichkeiten, sich günstig zu verpflegen: Ich bevorzuge den  Relax & Caffé, denn du kannst ordentlich viel essen zu verhältnismäßig niedrigen Preis und eine saubere Toilette ist auch vorhanden.

    Aus dem Bahnhof raus bist du sofort von der Schönheit der Stadt umgeben.

    • FORTBEWEGUNG

    In Venedig wurden über 400 Brücken gebaut, um die etwa 150 Kanäle passieren zu können. Nur wenige von ihnen sind bequem mit Trolleys oder Kinderwagen zu überqueren. In den engen Gassen ist es manchmal schwierig, größere Tragetaschen neben sich zu schleppen, ohne sie an den Gebäuden zu reiben; ich reise deswegen nur mit dem Allernötigsten, auch an Kameraausrüstung (auch dazuspäter mehr).

    Es gibt allerdings die „Vaporetti“, so werden die Wasserbusse genannt, mit denen man viele Punkte an den größeren Kanälen erreichen kann. Die Tickets sind sogar teurer als so manche Fahrkarte der Münchner S-Bahn, dennoch kann es sich bei viel Gepäck lohnen, diese Alternative zu nutzen. Wer die entfernten Inseln Murano und Burano besuchen will, kann überlegen, ob und wann ein 24-Stunden-Ticket (20 Euro) sinnvoll wäre. Die Tickets können an vielen Haltestellen an den Automaten erworben werden, und es gibt ebenso viele Schalter oder Geschäfte, wo du sie kaufen kannst.

    Venedig wäre ohne die Gondeln undenkbar, und in der Vergangenheit hatte jede Familie der Mittel- und Oberschicht mindestens eine, mit der die Herrschaften durch die Kanäle gefahren wurden, während Dienerschaft und Unterschicht sich durch die dunklen und schmutzigen Gassen zwingen musste. In der Neuzeit sind Gondeln eher eine Turistenattraktion, und für 70-90 Euro je nach Tageszeit wird man eine Stunde lang durch die Stadt gefahren, was aber in Anbetracht der gelangweilten Gesichter vieler Passagiere, die lieber auf ihr Smartphone schauen als um sich herum, eine nicht so spannende Angelegenheit zu sein scheint.

    Wer es eilig hat, kann ein Wassertaxi nehmen. Obwohl ihr Rumpf oft aus Holz besteht und die geölten sowie polierten Oberflächen den Eindruck vermitteln, die Boote seien nur dekorative Objekte, sind sie mit starken Motoren ausgestattet, und sie können außerhalb der Stadt hohe Geschwindigkeiten erreichen.

    • VERPFLEGUNG

    Viele Lokale in Venedig locken mit ihrem internationalen kulinarischen Angebot und fabelhafter Lage: Wer würde nicht gerne am Canal Grande Martini schlürfen und ein paar Snacks essen? Doch manchmal sollte man lieber erst einen Blick auf die Preisliste werfen, bevor man sich hinsetzt. Denn am Ende des Aperitifs oder der Mahlzeit ist eine böse Überraschung hinsichtlich der Höhe der Rechnung nicht förderlich für die Verdauung.

    Allgemein gilt:

    • In Venedig – sowie in vielen anderen größeren Städten Italiens – gibt es in Bars und Cafés unterschiedliche Preise für Selbstbestellung sowie Verzehr an der Theke und dem Sich Bedienen Lassen am Tisch: Am Tisch sind die Preise meist doppelt so hoch, dafür kann man bequem sitzen bleiben, die Aussicht genießen und sogar etwas Sonne tanken. So kann ein Espresso plötzlich 3,5 statt 1,5 Euro kosten.
    • In der Nähe der Sehenswürdigkeiten und der Brücken über den Canal Grande kann es sehr schnell sehr teuer werden oder die Qualität nicht sonderlich verlockend sein. Die Betreiber von Restaurants lassen sich die tolle Lage gut bezahlen und in einigen Fällen haben die Gerichte viel mehr mit Fast Food-Massenproduktion gemeinsam als mit italienischer Gourmetküche.

    Wenn ich neue Lokale aufsuchen will, lasse ich mich von Tripadvisor und ähnliche Seiten inspirieren, denn die Bewertungen geben ein gutes Bild wider und zeichnen ein realistisches Bild der zu erwartenden Erfahrung in dem einen oder anderen Restaurant. Einen Blogpost über meine Lieblingslokale in Venedig wird folgen.

    • ÜBERNACHTEN

    Je nachdem, wie du Venedig erreicht hast, gibt es verschiedene Optionen:

    • Die günstigste, aber unglamouröseste ist auf dem Festland eine Schlafmöglichkeit zu finden, und Venedig mit dem Zug zu erreichen. Die Regionalzüge fahren bis tief in der Nacht, so dass es möglich ist, recht lange in der Lagunenstadt zu bleiben. Ich finde diese Lösung okay für Tagesausflüge, aber ein längerer Aufenthalt wird nicht unbedingt angenehm durch die Fahrerei. Wenn Karneval oder Biennale ist und viele Unterkünfte ausgebucht sind, ist diese Option allerdings durchaus sinnvoll.
    • Ich bevorzuge es jedoch, bei Airbnb nach Wohnungen (manchmal auch nur nach Zimmern), die in dem Viertel (in Venedig ‚Sestiere‘) sind, das ich entdecken möchte. San Polo ist eine gute Wahl, wenn du noch keine festen Ziele hast und Venedig nicht so gut kennst, da es genau mittig liegt. Für Seebären gibt es auch die Möglichkeit, auf einem Segelboot im östlichen Yacht-Hafen zu übernachten, und man findet noch skurrilere Annoncen.
    • Die luxuriösere Art, in Venedig seine Nächte zu verbringen, ist tatsächlich ein Zimmer in einem der vielen Hotel zu buchen. Die Preise variieren stark, von fensterlosen Zimmern bis Kleinapartments direkt am Canal Grande ist alles vertreten. Dennoch garantieren die vielen namhaften Hotels auch hohe Standards, und oft präsentieren sie Angebote für feste Zeiträume, die z.B. Airbnb unterbieten. Zur Hochsaison sind die Preise dennoch sehr hoch.
    • FOTOAUSRÜSTUNG

    Nun zur entscheidenden Frage: Was nehme ich mit nach Venedig? Aus meiner Erfahrung mit APS-C  und DSLR macht es schon einen großen Unterschied, ob ich mit einer Crop- oder Vollformatkamera unterwegs bin.

    APS-C:

    • Mit der Canon EOS 7D hatte ich bei jedem Besuch in Venedig mindestens Weitwinkel- und Zoom objektiv dabei (meine: Canon EF-S 10-18mm bzw. EF Canon 24-105mm). Damit kannst du die meisten Motive fotografieren, die du bei der Erkundung der Stadt entdeckst. In den meisten Fällen hätte ein EF-S 17-55mm gereicht.

    DSLR:

    • Wegen der Größe des Sensors deiner Vollformatkamera kannst du mit nur einem Objektiv zurechtkommen, und zwar einem Zoomobjektiv (meins: Canon EF 24-105mm).
    • Ich hatte bei der letzten Tour auch ein Weitwinkelobjektiv (Canon EF 16-35), und sehr selten habe ich die 16mm wirklich gebraucht. (Dafür kam er in den Alpen auf der Rückfahrt zum Einsatz, aber das ist eine andere Geschichte.)

    Ansonsten:

    • Ein kleines und leichtes Stativ für nächtliche Spaziergänge ist nicht schlecht, behelfsmäßig kann man auch Geländer, Treppenstufen o.Ä. nutzen.
    • Möchtest du die Stadt ohne Menschen fotografieren, kannst du tagsüber auf einen Graufilter und Einsatz eines Stativs zurückgreifen. Bei Hochsaison kann es dennoch schwierig sein, ein klares Bild ohne Farbstreifen und Leuchtspuren zu haben. Eine gute Möglichkeit, die Touristenmassen nicht auf deinen Bildern zu haben, ist, bei Sonnenaufgang schon unterwegs zu sein und so die Stadt beim Aufwachen zu fotografieren; viele Touristen kommen nämlich vom Festland und sind noch auf den Weg zur Lagunenstadt, die Anwohner frühstücken noch, und nur wenige Menschen sind zusammen mit dir auf den Straßen.
    • Willst du von den höchsten Punkten der Stadt fotografieren (Markusturm, Glockenturm von San Giorgio uvm.), kann es sich für dich lohnen, ein Teleobjektiv mitzunehmen. Mit dem Canon 75-300mm kann ich alle Wünsche an Bildvergrößerung trotz hoher Blendenzahl erfüllen.

    Wichtig:

    Venedig ist, trotz seines städtischen Charakters, im Meer gebaut und vom Meer umgeben. Hohe Luftfeuchtigkeit und Meeresluft mit hohem Salzgehalt können deine Kamera schädigen. Deswegen achte darauf, deine Kamera zu schützen und gut zu pflegen.

    Die appetitlichen Essensangebote, die überall präsent sind, sorgen bei mir dafür, dass meine Hände selten wirklich sauber sind, und oft hinterlasse ich lästige Abdrücke auf Kamera und Objektiv. Aus diesem Grund habe ich – leider nicht immer – Taschentücher, Feuchttücher oder Desinfektionstücher mit mir, damit ich nach einem Leckerbissen wieder saubere Hände habe und mir keine Sorgen machen muss, die Linse damit zu verschmieren.

    Generell sind in Italien die Steckdosen Typ-F noch nicht überall verbreitet; stattdessen ist man häufiger mit dem Typ-L konfrontiert. Für solche Fälle habe ich einen passenden Adapter dabei.

  • Venedig – Teil 1: Überlebenstipps

    Von allen Städten, die ich besichtigt habe, fasziniert mich Venedig immer noch am meisten. Venedig ist wegen seiner Geschichte, Architektur und der Tatsache, dass es ins Meer gebaut wurde, vielleicht wirklich „die unwahrscheinlichste der Städte“, wie Thomas Mann schreibt. Andererseits macht sie die Nähe zu Süddeutschland – in 5 Stunden ist man schon an der italienischen Adria –zu einem leicht erreichbaren Ziel.  Ich bin sehr gerne dort und versuche auch, mehrere Tage zu bleiben, vor allem zur Zeit des Karnevals.

    Den nächsten Post über Venedig mit meinen fünf Lieblingsfotospots findest Du hier.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Venedig Bilder- Venedig vom Wassertaxi fotografiert

    Ankunft in Venezia

    Da ich in der Nähe Münchens wohne, fahre ich meistens mit dem Auto nach Venedig, da Italien quasi ein Katzensprung entfernt ist. Die Fahrt vergeht recht schnell, es gibt viel zu sehen, und ich verbinde mit dem Venedig-Ausflug noch einige Städtetrips und Verwandschaftsbesuche, so dass ich mit dem Wagen am besten bedient bin.

    Für Wochenendausflüge kannst Du auch mit dem Zug nach Venezia Santa Lucia fahren. Das lohnt sich vor allem, wenn man früh – und vielleicht mit einer günstigen Bahncard 25 – bucht. Reist Du von weiter weg an, ist vielleicht ein Flug zum Aeroporto Marco Polo Tessera (VCE) zeit- und kosteneffizient; von dort gibt es viele Möglichkeiten, zur Lagunenstadt zu kommen.

    Es ist zwar möglich, in Venedig in einem der Riesenparkhäuser direkt bei der Verbindungsbrücke zum Festland zu parken, günstig ist das jedoch nicht. Ich parke entlang der Eisenbahnlinie zwischen Treviso und Venedig an einem kleinen Bahnhof, vor Mestre, mit keinen oder sehr geringen Parkgebühren, und genieße so die zwanzig- oder dreißigminütige Fahrt in die Lagune über den Ponte della Libertà. Am Bahnhof Santa Lucia in Venedig angekommen, gibt es die ersten Möglichkeiten, sich günstig zu verpflegen: Ich bevorzuge den Relax & Caffé, denn Du kannst ordentlich viel essen zu verhältnismäßig niedrigen Preis und eine saubere Toilette ist auch vorhanden – beides sind nämlich nicht überall vorhanden, vor allem zu Coronazeiten.

    Einmal den Bahnhof verlassen, bist Du sofort von der Schönheit der Stadt umgeben.

    Venedig - Zugbahnhof Venezia Santa Lucia

    Fortbewegung

    In Venedig wurden über 400 Brücken gebaut, um die etwa 150 Kanäle passieren zu können. Nur wenige von ihnen sind bequem mit Trolleys oder Kinderwagen zu überqueren. In den engen Gassen ist es manchmal schwierig, größere Tragetaschen neben sich zu schleppen, ohne sie an den Gebäuden zu reiben; ich reise deswegen nur mit dem Allernötigsten im Rucksack, auch an Kameraausrüstung (dazu später mehr).

    Es gibt allerdings die „Vaporetti“, so werden die Wasserbusse genannt, mit denen man viele Punkte an den größeren Kanälen erreichen und so von einer Insel zur anderen fahren kann. Die Tickets sind sogar teurer als so manche Fahrkarte der Münchner S-Bahn, dennoch kann es sich bei viel Gepäck lohnen, diese Alternative zu nutzen. Wer die entfernten Inseln Murano und Burano besuchen will, kann überlegen, ob und wann ein 24-Stunden-Ticket (20 Euro pro Person) sinnvoll wäre. Die Tickets können an vielen Haltestellen an den Automaten erworben werden, und es gibt ebenso viele Schalter oder Geschäfte, wo Du sie kaufen kannst.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Mehr zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in der venezianischen Lagune hier:



    Venedig wäre ohne die Gondeln undenkbar, und in der Vergangenheit hatte jede Familie der Mittel- und Oberschicht mindestens eine, mit der die Herrschaften durch die Kanäle gefahren wurden, während Dienerschaft und Unterschicht sich durch die dunklen und schmutzigen Gassen zwingen musste. In der Neuzeit sind Gondeln eher eine Touristenattraktion, und für 70-90 Euro je nach Tageszeit wird man eine Stunde lang durch die Stadt gefahren, was aber in Anbetracht der gelangweilten Gesichter vieler Passagiere, die lieber auf ihr Smartphone schauen als um sich herum, eine nicht so spannende Angelegenheit zu sein scheint.

    Wer es eilig hat, kann ein Wassertaxi nehmen. Obwohl ihr Rumpf oft aus Holz besteht und die geölten sowie polierten Oberflächen den Eindruck vermitteln, die Boote seien nur dekorative Objekte, sind sie mit starken Motoren ausgestattet, und sie können außerhalb der Stadt hohe Geschwindigkeiten erreichen.

    Wichtig: Venedig ist an sich eine sehr kleine Stadt, deswegen kommst du auch zu Fuß sehr schnell voran. Ich lasse mich regelmäßig von der Skala in Google Maps täuschen, weil ich von der Weitläufigkeit Münchens ausgehe; dabei dauert der Fußweg vom Bahnhof bis zur Rialtobrücke keine Viertelstunde und allgemein ist alles innerhalb weniger Minuten schnell erreicht.

    Verpflegung

    Viele Lokale in Venedig locken mit ihrem internationalen kulinarischen Angebot und fabelhafter Lage: Wer würde nicht gerne am Canal Grande Martini schlürfen und ein paar Snacks essen? Doch manchmal sollte man lieber erst einen Blick auf die Preisliste werfen, bevor man sich hinsetzt. Denn am Ende des Aperitifs oder der Mahlzeit ist eine böse Überraschung hinsichtlich der Höhe der Rechnung nicht förderlich für die Verdauung.

    Allgemein gilt:

    • In Venedig – sowie in vielen anderen größeren Städten Italiens – gibt es in Bars und Cafés unterschiedliche Preise für Selbstbestellung sowie Verzehr an der Theke und dem Sich Bedienen Lassen am Tisch: Am Tisch können die Preise bis doppelt so hoch sein, dafür kann man bequem sitzen bleiben, die Aussicht genießen und sogar etwas Sonne tanken. So kann ein Espresso plötzlich 3,5 statt 1,5 Euro kosten.
    • In der Nähe der Sehenswürdigkeiten und der Brücken über den Canal Grande kann es sehr schnell sehr teuer werden. Die Betreiber von Restaurants lassen sich die tolle Lage gut bezahlen und in einigen Fällen haben die Gerichte viel mehr mit Fast Food-Massenproduktion gemeinsam als mit italienischer Gourmetküche. Die Qualität des Essen war entgegen allgemeiner Annahmen bisher immer immer zufriedenstellend bis sehr gut.

    Wenn ich neue Lokale aufsuchen will, lasse ich mich von Tripadvisor und ähnlichen Seiten inspirieren, denn die Bewertungen geben ein gutes Bild wider und zeichnen ein realistisches Bild der zu erwartenden Erfahrung in dem einen oder anderen Restaurant. Einen Blogpost über meine Lieblingslokale in Venedig wird folgen.

    Übernachten in Venedig

    Je nachdem, wie Du Venedig erreicht hast, gibt es verschiedene Optionen:

    • Die günstigste, aber unglamouröseste ist auf dem Festland eine Schlafmöglichkeit zu finden, und Venedig mit dem Zug zu erreichen. Die Regionalzüge fahren bis tief in der Nacht, so dass es möglich ist, recht lange in der Lagunenstadt zu bleiben und auch einen romantischen Sonnenuntergang zu beobachten. Ich finde diese Lösung okay für Tagesausflüge, aber ein längerer Aufenthalt wird nicht unbedingt angenehm durch die Fahrerei. Wenn Karneval oder Biennale ist und viele Unterkünfte ausgebucht sind, ist diese Option allerdings durchaus sinnvoll.
    • Ich bevorzuge es jedoch, bei Airbnb nach Wohnungen (manchmal auch nur nach Zimmern), die in dem Viertel (in Venedig ‚Sestiere‘) sind, das ich entdecken möchte. San Polo ist eine gute Wahl, wenn Du noch keine festen Ziele hast und Venedig nicht so gut kennst, da dieses Viertel genau mittig liegt. Für Seebären gibt es auch die Möglichkeit, in einem Segelboot im östlichen Yacht-Hafen zu übernachten, und man findet noch skurrilere Annoncen.
    • Die luxuriösere Art, in Venedig seine Nächte zu verbringen, ist tatsächlich ein Zimmer in einem der vielen Hotel zu buchen. Die Preise variieren stark, von fensterlosen Zimmern bis Kleinapartments direkt am Canal Grande ist alles vertreten und die Preisspanne ist recht groß. Dennoch garantieren die vielen namhaften Hotels auch hohe Standards, und oft präsentieren sie Angebote für feste Zeiträume, die z.B. Airbnb unterbieten. Zur Hochsaison sind die Preise dennoch sehr hoch. Das Hotel Rialto* ist meine erste Wahl, wenn ich in Venedig ein Hotel brauche: Es befindet sich im Zentrum Venedigs, direkt bei der Rialtobrücke, und von dort ist jede Ecke der Stadt in kürzester Zeit erreichbar.

    Die Lage dieses 4-Sterne-Hotel ist ideal, um die Stadt zu erkunden und zu entdecken. Stell Dir vor, Du sitzt am Fenster deiner Junior Suite und bewunderst die Rialtobrücke. Unter dem Brückenbogen überqueren ständig Gondeln und Boote den Canal Grande und die Vaporetti halten nur wenige Schritte vom Hotel entfernt, um ganz Venedig zu Dir zu bringen.

    Lohnt es sich, auch Murano und Burano zu besuchen?

    Murano bei Venedig ist eine der nächstgelegenen Inseln und verfügt über einen eigenen Canal Grande, der dem der Hauptinsel in nichts nachsteht – allerdings mit viel weniger Verkehr.

    Die Torre dell'orologio (der Uhrturm) auf dem Campo Santo Stefano in Murano bei Venedig
    gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt. Venedig (Fondamenta Nove) - Insel Murano - Insel Mazzorbo - Insel Torcello - Insel Burano -Treporti - Punta Sabbioni. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.

    Vergiss nicht, neben Murano auch Burano zu besuchen. Diese kleine Gemeinde auf einer Insel im nordöstlichen Teil der venezianischen Lagune hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt.

    Fotoausrüstung für Venedig

    Nun zur entscheidenden Frage: Was nehme ich mit nach Venedig? Aus meiner Erfahrung mit APS-C  und DSLR macht es schon einen großen Unterschied, ob ich mit einer Crop- oder Vollformatkamera unterwegs bin.

    APS-C:

    • Mit der Canon EOS 7D hatte ich bei jedem Besuch in Venedig mindestens ein Weitwinkel– und ein Zoomobjektiv dabei (in meinem Fall: Canon EF-S 10-18mm bzw. EF Canon 24-105mm). Damit kannst Du die meisten Motive fotografieren, die Du bei der Erkundung der Stadt entdeckst. In den meisten Fällen hätte allerdings ein EF-S 17-55mm gereicht.

    DSLR:

    • Wegen der Größe des Sensors Deiner Vollformatkamera kannst Du auch mit nur einem Objektiv zurechtkommen; ich habe das Zoomobjektiv (Canon EF 24-105mm) am Häufigsten benutzt und kann damit auch einen Sonnenuntergang oder -Aufgang gut in Szene setzen. Damit kann ich fast alle Motive in Venedig fotografieren.
    • Ich hatte bei der letzten Tour auch ein Weitwinkelobjektiv (Canon EF 16-35mm) bei mir, und selten habe ich die 16mm wirklich gebraucht. (Dafür kam er in den Alpen auf der Rückfahrt gut zum Einsatz, aber das ist eine andere Geschichte.)

    In Venedig fotografieren – Sonstige Tipps

    • Ein kleines und leichtes Stativ für nächtliche Spaziergänge ist nicht schlecht, behelfsmäßig kann man auch Geländer, Treppenstufen o.Ä. nutzen.
    • Möchtest Du die Stadt ohne Menschen fotografieren, kannst Du tagsüber auf einen Graufilter und Einsatz eines Stativs zurückgreifen. Bei Hochsaison kann es dennoch schwierig sein, ein klares Bild ohne Farbstreifen und Leuchtspuren zu haben. Eine gute Möglichkeit, die Touristenmassen nicht auf deinen Bildern zu haben, ist, bei Sonnenaufgang schon unterwegs zu sein und so die Stadt beim Aufwachen zu fotografieren; viele Touristen kommen nämlich vom Festland und sind noch auf den Weg zur Lagunenstadt, die Anwohner frühstücken noch, und nur wenige Menschen sind zusammen mit dir auf den Straßen.
    • Willst Du von den höchsten Punkten der Stadt fotografieren (Markusturm, Glockenturm von San Giorgio uvm.), kann es sich für dich lohnen, ein Teleobjektiv mitzunehmen. Mit dem Canon 75-300mm kann ich alle Wünsche an Bildvergrößerung trotz hoher Blendenzahl erfüllen.

    Wichtig

    Venedig ist, trotz seines städtischen Charakters, im Meer auf Inseln gebaut und vom Meer umgeben. Hohe Luftfeuchtigkeit und Meeresluft mit hohem Salzgehalt können deine Kamera schädigen. Deswegen achte darauf, deine Kamera zu schützen und gut zu pflegen.

    Die appetitlichen Essensangebote, die überall präsent sind, sorgen bei mir dafür, dass meine Hände selten wirklich sauber sind, und oft hinterlasse ich lästige Abdrücke auf Kamera und Objektiv. Aus diesem Grund habe ich – leider nicht immer – Taschentücher, Feuchttücher oder Desinfektionstücher mit mir, damit ich nach einem Leckerbissen wieder saubere Hände habe und mir keine Sorgen machen muss, die Linse damit zu verschmieren.

    Generell sind in Italien die Steckdosen Typ-F noch nicht überall verbreitet; stattdessen ist man häufiger mit dem Typ-L konfrontiert. Für solche Fälle habe ich einen passenden Adapter dabei.