Diese kleine Gemeinde auf einer Insel im nordöstlichen Teil der venezianischen Lagune hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt.
Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.
Die kleine Fischerinsel Burano liegt im Nordosten der venezianischen Lagune und wird, wie der größte Teil Venedigs, von einem von Menschen erbauen Kanalsystem durchzogen. Während Venedig eine melancholische Ausstrahlung haben kann, stechen in Burano die fröhlichen und bunt bemalten Häuser hervor.
Burano besteht aus einer Gruppe von vier kleinen Inseln, die wie in Venedig durch eine Reihe von Brücken miteinander verbunden sind und durch ihre farbenfrohe Bemalung noch fester zusammengehalten werden. Das auffällige Farbschema wurde jahrzehntelang beibehalten und war sogar im Begriff zu verblassen, bis es in den letzten Jahren wieder – verpflichtend – eingeführt wurde.
Die bunten Häuser von Burano
Jetzt erstrahlen die Häuser von Burano in leuchtenden Farben, die fast wie mit Photoshop bearbeitet aussehen, da sie alle zwei Jahre neu gestrichen werden. Jedes Haus hat eine andere Farbe als seine Nachbarn, und jeder, der sein Haus streichen möchte, muss zuerst die Genehmigung der örtlichen Gemeindeverwaltung einholen. (Diese Regelung war bereits während der Monarchie des Könighauses Savoyen in ganz Italien gültig und wurde erst nach der Abstimmung zur Staatsform 1946 abgeschafft.)
Die vielen bunten Häuser von Burano sind tatsächlich typisch für die kleine Insel und diese kuriose Farbenpracht zieht wirklich viele Maler und Fotografen auf die Insel, auch weil die in kräftigen Farbe gestrichenen Fischerhäuser sich gut in den Kanälen spiegeln.
Spitze
Burano ist nicht nur für seine einzigartig bemalten Häuser bekannt, sondern auch für seine hochwertigen Klöppelarbeiten. Die Spitzenstickerinnen von Burano stellen seit dem 16. Jahrhundert Spitzen in der aufwendigen Nadelspitzen-Technik Reticella her, die im örtlichen Klöppelmuseum zu sehen sind; dort ist allerdings das Fotografieren verboten.
Die örtliche Legende besagt, dass es einem Fischer zu verdanken ist, dass die traditionelle Textilproduktion geboren wurde. Nachdem er nämlich im Namen seiner Geliebten, die in Burano auf ihn wartete, dem Gesang der Sirenen widerstanden hatte, soll er von der Königin der Wellen eine Schaumkrone erhalten haben, um das Haupt seiner Braut zu schmücken. Die Freundinnen seiner Geliebten, neidisch und fasziniert von der Schönheit des Schleiers, versuchten, für sich ebenso schöne Schleier zu fertigen und gründeten so eine Schule, deren Tradition inzwischen jahrhundertealt ist. Historisch gesehen geht das Klöppeln jedoch “nur” bis ins 16. Jahrhundert zurück.
Gut zu wissen
Napoleonische Katasterkarte der Insel Burano in der Lagune von Venedig, Italien. Aus Wikipedia.
Historisches
Die ersten Behausungen in Burano waren Pfahlbauten und bis zur ersten Jahrtausendwende standen sie auf Stelzen und Pfählen mit Wänden aus Schilf und Lehm. Erst um das Jahr 1000 wurden Häuser aus Ziegeln gebaut.
Wasserbus-Linie nach Burano
Um nach Burano zu gelangen, kannst Du das Vaporetto Nummer 12 im Norden von Venedig nehmen. Auf der 40-minütigen Fahrt mit dem Vaporetto hältst Du auch in Murano – einer Insel, die für ihre Glasbläserei bekannt ist und einen Besuch wert ist – bevor Du nach Burano weiterfährst. Der Verlauf lautet: Venedig (Fondamenta Nove) – Murano – Mazzorbo – Torcello – Burano -Treporti – Punta Sabbioni.
Die Details
Schlange bei einer Wasserbushaltestelle in Venedig, Italien.
In Venedig fahren die Fähren der Linie 12 im Norden der Altstadt ab: Haltestelle Fondamente Nove Plattform A, meist alle 30 Minuten oder öfter tagsüber. Das ist die einzige Haltestelle der Linie 12 in Venedig, aber Du kannst vom Hauptbahnhof oder Busbahnhof entweder nach Fondamente Nove oder nach Murano fahren und dort umsteigen. Auch von San Marco (Markusplatz) gibt es keine direkten Wasserbusse nach Burano.
Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Die Wasserbusse (“Vaporetti”) vor dem Bahnhof Venezia Santa Lucia.
Mehr zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in der venezianischen Lagune hier:
Auf der Insel Murano halten die Wasserbusse der Linie 12 ebenfalls nur an einer Haltestelle, nämlich an der Haltestelle “Faro” im Süden dieser Insel.
Mazzorbo ist die Nachbarinsel von Burano und die beiden sind mit einer Brücke im Norden verbunden. Im Gegensatz zu den dicht besiedelten Inseln der Lagune hat Mazzorbo einen ländlichen Charakter und nur 300 Einwohner, darunter einige Landwirte, die dort Gemüse und Wein anbauen.
Bevor der Vaporetto die Insel Burano erreicht, fährt es nach Torcello. Keine andere bewohnte Insel der venezianischen Lagune ist weiter von der Hauptinsel entfernt. Torcello hatte einst fast 20.000 Einwohner, heute wohnen nur noch etwa 10 Menschen auf der Insel. Die wichtigste Sehenswürdigkeit auf Torcello ist die älteste Kirche in der Region: die byzantinische Basilika Santa Maria Assunta aus dem Jahre 639 n.Chr.
Die Farben der bunten Häuser von Burano spiegeln auch die Eigentumsverhältnisse der Wohneinheiten wider.
Auf der Insel Burano halten die Fähren an dem einzigen Wasserbus-Anleger im Norden der Insel. Das ist kein großes Problem, denn die Insel Burano ist nicht besonders groß und Du kannst in 15 Minuten fast überall hin zu Fuß gehen. Viele der Touristen fahren extra wegen der vielen bunten Häuser von Burano dorthin.
Nach Burano fahren die Vaporetti weiter nach Punta Sabbioni, das auf dem italienischen Festland liegt. Dort sind viele Busverbindungen zu beliebten touristischen Orten, zum Beispiel zum Lido di Jesolo.
Weiterführende Links
Nicht weit von der Insel Burano: Blick auf Canal Grande aus der Rialtobrücke, Venedig.
In diesem Artikel erfährst Du, welche meine Lieblingsfotospots in Venedig sind. Den vorherigen Post über Venedig und wie Du in der Stadt am besten zurechtkommen kannst, findest Du hier.
Lohnt es sich, auch Murano und Burano zu besuchen?
Murano bei Venedig ist eine der nächstgelegenen Inseln und verfügt über einen eigenen Canal Grande, der dem der Hauptinsel in nichts nachsteht – allerdings mit viel weniger Verkehr.
Diese kleine Gemeinde auf einer Insel im nordöstlichen Teil der venezianischen Lagune hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt. lagune von venedig; laguna di venezia; burano; die bunten häuser von burano; Piazza Baldassare Galuppi, der zentrale Platz von Burano; burano mit campanile von san martino; Venedig (Fondamenta Nove) – Insel Murano – Insel Mazzorbo – Insel Torcello – Insel Burano -Treporti – Punta Sabbioni. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
Im äußersten Norden Sardiniens gelegen, ist das Meer der unbestrittene Mittelpunkt von Santa Teresa di Gallura. Es ist ein kleines Küstendorf mit rund 5.000 Einwohnern, deren Zahl sich im Sommer mit der Ankunft von zehntausenden Urlaubern und Touristen vervielfacht, wodurch der Ort mit Aperitifs in trendigen Lokalen und Livemusik belebt wird.
Obwohl es in der Hochsaison ziemlich voll ist – und ich bin deswegen auch froh, dass mein Großvater eine kleine Ferienwohnung auf Capo Testa und nicht in Santa Teresa hatte -, ist dies zweifellos eines der authentischeren und farbenfroheren Dörfer Sardiniens und sicherlich weit entfernt von den eher verschwenderischen Resorts anderswo an der Costa Smeralda.
Die Stadt an der Nordküste Sardiniens hat einen wunderschönen Hafen und eine atemberaubende Lage direkt am Meer, ist aber auch eine historische und lebendige Stadt. Es stimmt, Santa Teresa di Gallura ist eine beliebte Touristenstadt mit vielen Cafés und schicken Bars mit Live-Musik.
Tatsächlich ist auch das kulinarische Angebot besonders beeindruckend, und wie zu erwarten, bieten die meisten Restaurants Meeresfrüchte- und Fischgerichte, Pasta, Pizza sowie eine Reihe von lokalen sardischen Gerichten.
Der Longosardo-Turm (“torre di longosardo”), der den Eingang zum Hafen von Santa Teresa Gallura bewacht und vom gegenüberliegenden Korsika noch gut sichtbar ist.
Die Geschichte Von Santa Teresa di Gallura
Der 1808 von König Vittorio Emanuele I. gegründete und nach seiner Ehefrau Maria Teresa von Österreich benannte Ort Santa Teresa ist einer der bekanntesten Badeorte im Norden Sardiniens.
Elegante Gebäude in Pastelltönen säumen die Hauptstraße, die zur Kirche San Vittorio und dem zentralen Platz führt, der der Mittelpunkt des Stadtlebens ist. Kleine Boutiquen, Nachtclubs, Cafés und einladende Geschäfte finden sich in der historischen Altstadt, die im Sommer dank Ausstellungen, Veranstaltungen und Shows noch lebendiger ist.
Wenn Du in Richtung Meer gehst, kommst du zum imposanten Longosardo-Turm, der auf das sechzehnte Jahrhundert zurückgeht und auf Befehl von Philipp II von Spanien erbaut wurde. Er ist der größte von den Spaniern auf Sardinien erbaute Turm und dominiert das Panorama mit Blick auf Korsika und den La Maddalena-Archipel. Dies ist ein symbolträchtiger Ort in Santa Teresa, wo ein Urlaubsfoto mit Mitreisenden ein Muss ist!
Seit einigen Jahren ist der Turm für die Öffentlichkeit geöffnet und von oben ist der Blick sowohl auf Korsika als auch auf das Inland fantastisch. Wichtig ist, dass Du für Deinen Besuch einen klaren Tag ohne Dunst, damit die Berge Korsikas gut sichtbar sind.
Der touristische Hafen der Stadt ist einer der wichtigsten der Gallura und verbindet die Insel dank der Fährverbindung Santa Teresa – Bonifacio mit dem nahen Korsika.
Vom nördlichsten Punktes des renommierten Ferienorts von Sardinien, Santa Teresa Gallura, aus, erscheint Dir der zauberhafte ‘weiße Sand’: Dies wird eine unauslöschliche Erinnerung Deines Urlaubs sein, in den Du am Ende eines langen und ‘süßen’ Abstiegs eintauchst.
Aktivitäten in Santa Teresa di Gallura
Die Strände sind sicherlich der Hauptgrund der Beliebtheit von Santa Teresa di Gallura, vor allem weil Du die Möglichkeit hast, Dich Tag für Tag von einem Strand zu einem anderen zu bewegen und je nach Wetter, Wind, Menschen oder einfach nach Lust und Laune die eine oder andere Bucht zu genießen.
Der Hauptstrand des Ortes ist La Rena Bianca, der am einfachsten und am schnellsten zu erreichen und etwa 700 Meter lang ist. Er bietet einen fantastischen Blick auf den Turm von Longosardo.
Die korsische Küste ist gute 15 Kilometer entfernt, und an klaren Tagen kann man nicht nur die Kalksteinklippen von Bonifacio sehen, sondern auch die korsischen Berge.
Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen weißen Sandstrand, der aufgrund zahlreicher Korallenfragmente rosafarbene Töne aufweist. Das Wasser dagegen zeigt alle möglichen Blautöne und fällt sehr sanft ab, was La Rena Bianca zu einem der beliebtesten Strände für Familien mit Kindern macht.
In Santa Teresa di Gallura mangelt es nicht an Geschäften für jeden Bedarf: Typische Produkte sind vor allem Leinenstoffe, Korkwaren, leckere Lebensmittel, vor allem Käse, Weine und traditionelle Süßigkeiten, aber es gibt auch Geschäfte für Teppiche, Keramik, Haushaltswaren und wie in jedem anderen touristischen Ort findest Du problemlos Sportbekleidungsgeschäfte, Buchhandlungen usw.
Jeden Donnerstagmorgen kannst Du durch die Stände des Marktes von Santa Teresa di Gallura schlendern und die kulinarischen Schätze Sardiniens entdecken: Käse: Pecorino, Zucchetta, Peretta… Olivenöl, Süßgebäck: Papassini, Formagelle, Amaretti… Selbst Eisenwaren, einschließlich einer Maschine zur Herstellung frischer Nudeln, Lederwaren und Kleidung sind immer vorhanden.
Ein guter Ort zum Einkaufen ist der wöchentliche Markt, der donnerstags morgens im Dorfzentrum in der Nähe der Post und des Busbahnhofs abgehalten wird: Dort findest Du frisches Obst und Gemüse, die unvermeidlichen sardischen Süßigkeiten, lokal hergestellten Käse, Kunsthandwerk, Gebrauchtwaren und Modeschmuck.
Das Nachtleben in Santa Teresa di Gallura ist sehr vielfältig und es gibt zahlreiche Diskotheken und Strandbäder, in denen man bis zum Morgengrauen tanzen kann, vor allem in der Nähe des Wassers, mit herrlichem Blick auf die Bocche di Bonifacio, den Maddalena-Archipel usw., aber auch in abgelegenen Gegenden, oft in der Nähe von Dörfern und Hotelanlagen, wenn nicht direkt dort.
Im Sommer wird Santa Teresa di Gallura mit Veranstaltungen sowie Musik-, Essens- und Weinfestivals belebt. Unter der sehr großen Auswahl an kulturellen und kulinarischen Aktivitäten ist das am meisten erwartete Ereignis das Musica sulle Bocche, ein internationales Jazzfestival, das fantastische Musik mit der atemberaubenden Landschaft von Capo Testa verbindet.
Jedes Jahr im August wird die schönste Landschaft im Norden Sardiniens zur Kulisse und Bühne für talentierte Künstler, die vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung begeistern und eine unvergessliche Bandbreite an Emotionen an einzigartigen Orten bieten.
Die Innenstadt von Santa Teresa Gallura ist recht klein; es ist wahrlich ein kleines Dorf mir farbigen Gassen und leckeren Restaurants.
Die besten Unterkünfte in Santa Teresa di Gallura
Diese und noch mehr Hotels in Santa Teresa di Gallura findest Du hier:
Äußerst elegant und sehr stilvoll. Das Hotel Corallaro liegt im historischen Zentrum von Santa Teresa di Gallura und nur 200 Meter vom beliebten Strand Rena Bianca entfernt, außerdem bietet es einen Außenpool und eine Sonnenterrasse mit Meerblick. Die Zimmer wurden kürzlich renoviert und sind im maritimen Stil eingerichtet.
Das Hotel Coluccia ist ein wunderschönes Anwesen und liegt 50 m vom Strand entfernt, mit Blick auf die Insel Spargi. Der Schwerpunkt des Hotels liegt auf Wellness in entspannter Atmosphäre, denn das Hotel bietet alles, was das Herz begeht: Fitnessraum, türkisches Bad, Entspannungsbereich, Außenpool mit Sonnenterrasse und Liegestühlen.
Wenn Du lieber nicht direkt im Zentrum von Santa Teresa di Gallura in ruhiger Lage Dich entspannen willst, empfehle ich Dir das Bed&Breakfast Villa Elena: Es liegt an der Ostseite der Hafenbucht und bietet einen fantastischen Blick auf den Hafen, auf die Altstadt von Santa Teresa und auch auf Bonifacio.
Santa Teresa di Gallura mag zwar ein größerer Dorf sein, dennoch sorgt seine strategische Lage für eine sehr gute Anbindung in das eher fragwürdige öffentlicher Verkehrsnetz Sardinien. Das öffentliche Nah- und Fernverkehr – wobei beide Begriffe in Relation zu Größe der Insel gesetzt werden sollten – decken einen großen Teil der Küstenstraßen und Santa Teresa di Gallura ist ein wichtiger Anlaufpunkt der verschiedenen Transportgesellschaften der Insel.
Eine ausführliche und detaillierte Übersicht der Linien, die Santa Teresa di Gallura bedienen, findest du auf moovit. Hier ist erst mal eine Liste der vorhandenen Verbindungen mit der jeweiligen Busgesellschaft in Klammern:
Sassari – Castelsardo – Badesi – Santa Teresa Di Gallura (ARST)
Porto Cervo – Azachena – Palau – Santa Teresa (CARAMELLI TOURS)
Fertilia Aeroporto | Alghero – Porto Torres – Castelsardo – Badesi – Santa Teresa di Gallura (DIGITUR)
La Marmorata – Santa Teresa di Gallura – Baia Santa Reparata (SARDABUS)
Costa Paradiso – Santa Teresa di Gallura – Tempio (SARDABUS)
Olbia Aeroporto – Palau – Santa Teresa di Gallura (TURMO TRAVEL)
Cagliari – Nuoro – Olbia Aeroporto – Palau – Santa Teresa di Gallura (TURMO TRAVEL)
Nahverkehr – Von Baia Santa Reparata bis La Marmorata
Der Strand Rena di Levante, direkt gegenüber dem Rena di Ponente, auf dem Weg zu Capo Testa, Sardinien. Diese fantastischen Strände gehören zu den Highlights Sardiniens und sind auf der ganzen Welt wegen ihrer Schönheit und Sauberkeit bekannt.
Mit den Nahverkehrsmitteln sind viele wunderschöne Orte rund um Santa Teresa di Gallura leider nicht gut erreichbar. Denn schon vor Corona gab es wenige Linien, die die Umgebung bedient haben. Inzwischen habe ich mit großem Bedauern festgestellt, dass nur noch die Linie 108 in Betrieb ist.
Diese verläuft von Baia Santa Reparata, südwestlich von Santa Teresa, bis zum Strand von La Marmorata, im Westen der Stadt. Diese Linie fährt über das “Colonna Grand Hotel Capo Testa*“, der an Capo Testa nächstgelegene Punkt.
Es ist von Vorteil, wenn Du eine gute Portion Geduld mitbringst, denn so klischeehaft es auch klingen mag, mit der Pünktlichkeit haben es die dortigen Busfahrer nicht immer. Ich muss allerdings auch hinzufügen, dass die meisten extrem nett sind und mich auch mitgenommen haben, wenn ich nicht an der Haltestelle gewartet habe, sondern schon zu Fuß am Straßenrand unterwegs war.
Fernverkehr – Sassari, Olbia und sogar Cagliari!
Maddalena Lines ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen. Den Hafen kannst Du leicht mit dem Bus von Santa Teresa Gallura aus erreichen.
Die etwas fernere Ziele sind deutlich leichter erreichbar per Bus: Die drei größeren Flughäfen des nördlichen Teil der Insel, nämlich Alghero (Ryanair-Stützpunkt), Olbia und Cagliari, sind alle mit Santa Teresa verbunden.
Außerdem gibt es Verbindungen zu Palau, um mit der Fähre nach La Maddalena zu fahren; der Bus bringt Dich auch nach Costa Paradiso, die ihrem Namen (“Paradiesküste”) alle Ehre macht: Die Küste und die Landschaft dort sind auf jeden Fall eine Reise wert. In diesem Teil der nordsardischen Küste findest Du Sandstrände, ein in der Sonne glitzerndes Meer und einige herrliche, abgelegene Orte zum Entspannen.
Innerhalb von sechs Stunden kannst Du sogar nach Cagliari, Hauptstadt und südlichster Punkt der Insel, fahren. Dort warten auf Dich der Anfiteatro Romano, das größte römische Bauwerk auf Sardinien aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.. die Kathedrale Santa Maria di Castello, Bischofskirche des Erzbistums Cagliari und ab dem 13. Jahrhundert n. Chr. von den Pisanern im romanisch-pisanischen Stil erbaut, und weitere historische sowie religiöse Bauten, die in der Dichte nirgendwo sonst auf der Insel zu finden sind.
Was gibt es in der Nähe von Santa Teresa di Gallura?
Die Bocche di Bonifacio: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltige Klippen von Korsika, Frankreich.
Rund um den Ort liegen weitere bezaubernde Strände: der große, gut ausgestattete Strand La Marmorata, die malerische Cala Sambuco, die reizende Cala Balcaccia und der Strand Santa Reparata, dessen glasklares Wasser und felsige Klippen besonders faszinieren und der wie geschaffen für Schnorchel- und Tauchgänge ist.
Nach Westen
Die Lage von Santa Teresa di Gallura erlaubt Dir, nicht nur einen Blick auf die Bocche di Bonifacio zu werfen. Der Ort folgt dem kurvigen Verlauf zweier Buchten: Im Osten ist Porto Longone, der Touristenhafen, und im Westen die Bucht von Rena Bianca, ein strahlender, besonders feiner Sandstrand und nur wenige Schritte vom Hauptplatz des Ortes entfernt. Das glasklare Wasser mit seinen tausenden Farbnuancen wurden schon mehrmals mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichnet.
Die Blaue Flagge ("Bandiera blu") ist eine internationale Anerkennung, die von der Fee-Gesellschaft ("Foundation for Environmental Education", Stiftung für Umwelterziehung) an Badeorte am Meer vergeben wird, die alle Kriterien für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gebiets erfüllen und so besonders nachhaltig betrieben werden.
Die interessantesten archäologischen Fundstätten sind nuraghischen Ursprungs: Lu Brandali und Sa Testa. Lu Brandali liegt auf dem Weg nach Capo Testa, Sa Testa ist etwas weiter weg Richtung Olbia.
Capo Testa
Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern. Von Santa Teresa di Gallura benötigst Du eine Viertelstunde mit dem Auto oder eine Stunde zu Fuß, um hinzukommen.
Weiter nach Westen stößt man auf den Felsvorsprung Capo Testa, der Nordspitze der Insel. Capo Testa ist wegen seiner Schönheit ein sehr beliebtes Reiseziel von Einheimischen und Touristen aus der ganzen Welt. Dort sind gigantische Felsformationen mit überraschenden Formen direkt am Meer. Wirklich beeindruckend!
Am Wall, der die Halbinsel-Landzunge mit dem Festland verbindet, erstrecken sich zwei wunderschöne Strände: Rena di Ponente und Rena di Levante. je nach Wind kannst Du hier auf einem der beiden Stränden immer ruhiges Meer genießen. Vom westlichen Strand gelangt man bis nach Capicciolu (oder „Zia Colomba“-Strand). Hier lag vermutlich die römische Siedlung Tibula und dessen Hafen, von wo aus schwer mit Granit beladene Schiffe abfuhren, der die Paläste des antiken Roms zieren sollte.
An der Westseite von Capo Testa liegt die zauberhafte Cala Lunga – Valle della Luna, das Wahrzeichen des Kaps: Zwischen den von der Natur geformten Granitwänden verbirgt sich so manche wunderschöne kleine Bucht. Das ist übrigens auch die Kulisse des Festival Musiche sulle Bocche, das beim Mondschein noch spektakulärer ist.
Nach Osten
Die Kirche Buoncammino (“Chiesa del Buoncammino”), wurde auf einem mittelalterlichen Vorgängerbau errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts vollständig umgebaut. Sie ist nur wenige Kilometer von Santa Teresa di Gallura entfernt.
Absolut sehenswert ist die Batteria Ferrero und der Semaforo di Punta Falcone, eine Befestigungsruine aus den Unabhängigkeitskriegen des 19. Jahrhunderts mit Artillerieposten, Bunkern, Kasernen und Gruben aus dem zweiten Weltkrieg. Wenn Du mehr erfahren willst, geht es hier zum Blogartikel.
Wenn Du Santa Teresa di Gallura hingegen in östlicher Richtung verlässt, findest Du die Granitbecken von Valle dell’Erica, der lange Porto Liscia–Sciumara – ein wahres Surferparadies -, und die friedliche Conca Verde.
Doch bevor Du Santa Teresa verlässt, empfehle ich Dir, in einem romantischen Pinienhain 3 km vom Ort entfernt, die Kirche Chiesa del Buoncammino zu besuchen, die Anfang des 20.Jh. auf einem mittelalterlichen Bau errichtet wurde und eine mit Kupfer gedeckte Kuppel hat.
Noch weiter nach Osten liegen Palau und das Maddalena-Archipel. Wenn Du schon mal in Santa Teresa di Gallura bist, empfehle ich Dir, auch den Maddalena-Archipel zu besuchen. Er gehört zu den beliebtesten Reiseziele der Region, auch weil es zu den größten Naturschutzgebieten Sardiniens gehört. Einen Blogeintrag über La Maddalena und die weiteren Inseln des Archipels findest du hier.
Der Maddalena-Archipel ist eine der schönsten Gegenden, die ich je gesehen habe, und obwohl die Costa Smeralda unzählige wunderschöne Orte beherbergt, ist La Maddalena mein Lieblingsort auf ganz Sardinien!
Insel La Maddalena
Ich beginne diesen Artikel mit der Hauptinsel des Maddalena-Archipels, der Insel La Maddalena.
La Maddalena, Hauptinsel des gleichnamigen Archipels auf Sardinien, von der Fähre aus fotografiert.
Der Maddalena-Archipel besteht aus sieben Inseln und La Maddalena ist die größte von ihnen. Sie ist auch die einzige, die mit der Fähre erreichbar ist. Wie überall auf Sardinien, ist die Insel La Maddalena vor allem für ihre Strände und Buchten sowie ihr kristallklares Wasser bekannt.
Der beste Weg, um die Insel ohne große Anstrengungen zu genießen, ist dort ein Auto zu mieten. Es gibt nur wenige öffentlichen Verkehrsmittel, da der bewohnte Teil dieser Insel recht klein ist. Es ist zwar auch möglich, die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden, allerdings sind die vielen steilen Hügel wirklich nicht zu unterschätzen.
Mit der Fähre aus Palau kommst du direkt in die Stadt La Maddalena. Dieser kleine Badeort ist eine schöne und farbenfrohe Stadt, in der Du viele Souvenirläden, Cafés, Restaurants und Eisdielen findest. Der touristische Charakter ist nicht zu übersehen, dennoch ist es sehr schön, am Hafen und in den kühlen Gassen zu spazieren und die abendliche Brise zu genießen.
Für die Naschkatzen unter uns, die am Ende eines Badetags sich gerne etwas Süßes gönnen: Das Eis der Eisdiele Dolci Distrazioni schmeckt fantastisch!
Die 20 km lange und malerische Straße rund um die Insel ist der beste Weg, um die schönsten Orte von La Maddalena zu entdecken. Entlang der Straße findest Du auch unzählige schöne Aussichtspunkte.
Auf Entdeckungsreise auf La Maddalena bin ich nach dem Granitbruch-Museum “Cava Francese” auf alte Gleise gestoßen und ich kam nicht umhin, ihnen zu folgen, um zu erfahren, wo sie hinführten.Auf der Suche nach Lost Places auf La Maddalena wurde ich immer belohnt; viele militärische Einrichtungen aus verschiedenen Jahrhunderten sind verlassen und warten nur darauf, dass Du sie erforschst.
Es gibt einige kleine und ziemlich wilde Buchten, in denen ich außerhalb der Hochsaison ungestört baden konnte. Wie so oft auf Sardinien ist der Weg zu den Stränden ziemlich steinig und Sand ist nicht immer vorhanden; daher ist es besser, Badeschuhe zu tragen, wenn Du dort schwimmen möchtest.
Hier sind einige der Highlights, die mich immer wieder nach La Maddalena hinziehen:
Spiaggia di Tegge: ein schöner Ort mit vielen Felsen im Wasser. An der Küste kannst Du auch sehr schöne Bilder machen.
Punta Carlotto: ein kleines Kap mit gleichnamiger Bucht, auf dem sich die Madonnetta-Kapelle befindet. Kurz vor dem Kap ist ein verlassenes Militärkomplex, das nur darauf wartet, von Dir erforschst zu werden.
Der Strand von Bassa Trinita ist einer der berühmteste Strände auf La Maddalena. Dort ist der feine Sand weiß und das Wasser türkisfarben!
Punta Nido d’Aquila auf La Maddalena, vom Steg aus fotografiert.
Spiaggia di Monte di Rena, ein großer und beliebter Sandstrand. Deswegen ist er meistens schon in der Früh überfüllt. Auf dem Weg dorthin gibt es kurz vorher jedoch einen kleineren, weniger bekannten Strand, der fast genauso schön ist.
Spiaggia del Cardellino ist ein sehr ruhiger Strand in einer wunderschönen Lage.
Cala Lunga ist ein winziger Strand am Ende einer langen Bucht – daher der Name – und Teil eines nahe gelegenen Hotelkomplexes.
Der Strand von Cala Spalmatore ist in der gleichnamigen Bucht gelegen. Es gibt 3 Strände in dieser Bucht, die zwei anderen sind etwas ruhiger.
Und zu guter Letzt mein Lieblingsstrand: Capocchia du Purpu oder Testa di Polpo (auf Deutsch: „Oktopuskopf“) am westlichen Ende der Isola Giardinelli. Dorthin kannst Du zwar auch mit dem Auto gelangen, allerdings war die Straße bei meinen letzten Besuchen in einem sehr schlechten Zustand und deswegen blieb der Ansturm der Touristen aus. Am Ende der Straße, direkt beim Strand, ist ein kleiner Parkplatz. Der Octopus-Strand ist einfach atemberaubend, mit seinen massiven Granitfelsen, die von seichtem türkisfarbenen Wasser umgeben sind. Es ist meiner Meinung nach der schönste Strand auf der Insel La Maddalena!
Der Archipel La Maddalena.
Outdoor-Enthusiasten, die nicht nur den Maddalena-Archipel, sondern auch den wunderschönen Norden Sardiniens erkunden wollen, empfehle ich die Wanderkarten von Kompass für Nordsardinien*. Im Set ist die Region auf vier Karten aufgeteilt, um einen relativ großen Maßstab (1:50000) zu haben. Vor allem Mountainbiker und Wanderer können von den Karten profitieren, denn Wander- und Radwege sind alle als solche markiert. Sogar Reitwege finden sich in der Karte wieder.
Die besten Unterkünfte im Maddalena-Archipel
Hotel Excelsior
Der Name ist Programm: Das 4-Sterne-Hotel Excelsior liegt direkt am Wasser und bietet einen fantastischen auf Palau und die Insel Santo Stefano. Die zentrale Lage ist perfekt, um La Maddalena und Caprera auch ohne Auto zu erkunden.
Das Bed&Breakfast Clelias’s ist sehr modern und liebevoll eingerichtet. Die Lage ist sehr zentral und viele Strände können innerhab weniger Minuten erreicht werden, z.B. der Strand Punta Tegge oder die Buchten Cala d’Inferno und Cala Francese.
Diese Unterkunft liegt mitten in der Altstadt von La Maddalena und doch etwas abseits der touristischen Plätze. Der Hafen ist gleich um die Ecke und die unmittelbare Umgebung bietet sehr viele und gute Restaurants sowie Osterie.
Die andere wichtige Insel im Maddalena-Archipel ist die Insel Caprera. Sie ist die zweitgrößte Insel des Archipels und seit 1982 ein vollständig geschütztes Naturgebiet. Caprera ist durch eine 1958 erbaute 600-Meter-Brücke, den “Ponte Moneta”, mit der Insel Maddalena verbunden.
Die Bucht Cala Garibald auf Caprera, perfekt zum Übernachten auf einem Segelboot. Im Hintergrund die Brücke Ponte Moneta, die Caprera mit La Maddalena verbindet.
Diese Insel ist ganz anders als ihre Nachbarn: Sie ist authentischer und wilder!
Nicht nur für ihre Schönheit, sondern auch als letzte Residenz von Giuseppe Garibaldi ist die Insel Caprera bekannt. Das weiße Haus Garibaldis bewahrt seine Erinnerungen: Hier lebte der Held zweier Welten noch 26 Jahre bis zu seinem Tod. Alltagsgegenstände, Habseligkeiten und Uniformen kannst Du in dem Compendio Garibaldino, einem der meistbesuchten Museen Italiens, entdecken. Das Museum ist täglich außer montags geöffnet.
Garibaldi ist der Held der italienischen Unabhängigkeitskriege um 1860 und Symbol des vereinten Italiens unter König Vittorio Emanuele II.
Die zerklüftete Küste teilt Caprera in zwei Gebiete: Der östliche Teil ist mangels fester Straßen kaum mit dem Auto zu erreichen, abgeschirmt von rosa Granitfelsen, steil und mit mediterranem Gestrüpp bedeckt. Die unberührte Ostseite führte dazu, dass die Insel 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde und anschließend in den Maddalena-Nationalpark aufgenommen wurde.
Es ist zwar möglich, die abgelegenen Teile im Osten und Norden Capreras zu Fuß zu entdecken, jedoch sind Kratzer und Abschürfungen an den Beinen und Unterarmen vorprogrammiert, da die durch die Trockenheit sehr hart gewordenen Dornenbüsche kennen kein Pardon beim Erkunden der Gegend. Da Caprera von Wildschweinen bewohnt ist - diese sind den menschlichen Bewohnern zahlenmäßig überlegen -, solltest Du mit Zecken rechnen.
Die Gegend ist in Zonen aufgeteilt, die bestimmte Aktivitäten erlauben bzw. verbieten. Innerhalb der Zone A ist zum beispiel das Fischen strengstens untersagt. Dies ist der Fall auch bei Cala Coticcio, dem „sardischen Tahiti“, das unbedingt einen Besuch wert ist, und im Meeresgebiet zwischen Punta Rossa und Isola Pecora.
Im südöstlichen Teil ist Cala Portese – auch “Cala dei due mari” genannt – nicht zu übersehen. Dahinter liegt Punta Rossa, auf dem ein verlassenes Militärkomplex (“Batterie di Punta Rossa”) liegt und sehr viel zu erkunden bietet. Die Festung an der Südspitze der Insel Caprera stammt noch aus dem 19. Jahrhundert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wegen der strategischen Lage im nordwestlichen Mittelmeer ein aktiver Stützpunkt, während sie bis vor etwa zwanzig Jahren von der italienischen Armee zu Übungszwecken genutzt wurde.
Nach einem kurzen Spaziergang kommst Du zum herrlichen Strand des Schiffswracks (“Spiaggia del relitto”), der nicht nur von feinem weißen Sand, sondern auch vom Skelett eines alten Holzschiffes am Ufer kennzeichnet ist.
Auf Punta Rossa an der Südspitze der Insel Caprera liegt das verlassene Militärkomplex “Batterie di Punta Rossa” aus dem 19. Jahrhundert.La spiaggia del Relitto, der Wrackstrand, benannt nach den Überresten eines Schiffes, das in einer stürmischen Sommernacht 1922 manövrierunfähig an die Kuste gespült wurde. Herum kristallklares Wasser und feiner Sand auf Caprera, La Maddalena, Sardinien.
Im Westen dominieren flache Weiten und ein riesiger Kiefernwald. Jede Bucht ist ein Augenschmaus: Das blaue Wasser von Cala Napoletana, die wilde Natur von Cala Garibaldi und die Weite des weißen Sandes von Cala Serena sind einzigartig in der Welt.
Stagnali, ein ehemaliges Militärdorf mit einem Hafen für Fischer und Bootsfahrer, ist noch von Menschen besiedelt. Caprera ist auch bekannt für das Segelzentrum Centro Velico Caprera, eine der ältesten Segelschulen Italiens und die größte im Mittelmeerraum.
Die Insel Caprera ist der beste Ort auf Sardinien, um eine perfekte Mischung aus Strandurlaub und Wandern zu genießen. Die Wege sind gut markiert, nummeriert und die geschätzte Dauer der Wanderungen ist sowohl angegeben als auch halbwegs zutreffend. Wanderkarten sind im Tourismusbüro auf La Maddalena erhältlich.
Neben den Stränden und dem Garibaldi-Museum gibt es auf der Insel Caprera noch weitere Sehenswürdigkeiten:
Die Batterie Poggio Rasu Superiore: Diese alte Militärfestung bietet einen Rundum-Blick über die Insel. Außerdem kannst Du dort die verlassenen Ruinen erforschen und wunderschöne Fotos dieses einzigartigen Lost Place schießen.
Der Aussichtspunkt des Teialone-Turms ist mit seinen 212 Höhenmetern der höchste Punkt der Insel, der eine fantastische Aussicht bietet! Um dorthin zu gelangen, gibt es eine Treppe, die bereits am Parkplatz beginnt und bis zum Aussichtspunkt sind es ca. 15 Minuten.
Auf der Suche nach Lost Places auf La Maddalena und Caprera wurde ich immer belohnt: Viele militärische Einrichtungen aus verschiedenen Jahrhunderte sind verlassen und warten nur darauf, dass Du sie erforschst. Dieses Foto entstand bei Punta Carlotto.
Die anderen Inseln des Maddalena-Archipels
Der Archipel bietet viel mehr, als die zwei größeren Inseln, denn wegen ihrer abgelegenen Lage sind die restlichen Inseln noch sehr wild und naturbelassen. Die schlechte Nachricht: Es nur einen Weg dorthin, und zwar mit einem Boot!
Aber es gibt Schlimmeres, als in La Maddalena ein Boot zu mieten und damit herum zu fahren, nicht wahr?
Die anderen Inseln sind kleiner, weniger beliebt und verlassen. Nicht zuletzt, weil sie streng geschützt sind und jegliches Bauvorhaben ist verboten.
Reisebüros bieten eintägige Bootstouren rund um die Inseln an. Die Abfahrten erfolgen vom Hafen in La Maddalena selbst oder schon in Palau, manche starten sogar im Hafen von Santa Teresa di Gallura und anderen kleineren Städtchen entlang der Costa Smeralda.
Da diese Art von Ausflügen sehr beliebt ist, sind die Tickets schnell ausverkauft, darum solltest Du unbedingt einige Tage in Voraus buchen.
Eine solche Tour kostet ca. 40 € pro Person (Stand 2021) und bei der Buchung kannst Du sogar den Abfahrtshafen auswählen. Diese Art von Tagestouren beinhaltet mehrere Schwimmstopps sowie ein Mittagessen auf dem Boot.
Die Touren führen Dich meistens auf folgende Inseln:
Budelli: weltberühmt für seine Spiaggia Rosa, den einzigartigen Stand mit einem sehr seltenen rosaroten Sand. Leider ist es inzwischen nicht mehr erlaubt, auf die Insel zu gehen und dort zu baden;
Santa Maria: Hier gibt es eine Badepause und Du kannst im kristallklaren Wasser von Cala Santa Maria auf der gleichnamigen Insel baden;
Spargi und ihr atemberaubender Strand Cala Corsara;
Razzoli und sein berühmter Strand, Cala Lunga.
Wie gelange ich zum Maddalena-Archipel?
Delcomar ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen.
Da es sich um eine Inselansammlung handelt, erfolgt die Anfahrt über Wasser. Es gibt eine Fährenverbindung vom Hafen von Palau im Nordosten Sardiniens, die Dich direkt zum Maddalena-Hafen bringt und recht günstig ist. Die Fähren, die zwischen Sardinien und La Maddale pendeln, können auch Fahrzeuge mitnehmen.
Palau ist etwa 50 Minuten vom Flughafen Olbia und 3,5 Stunden von Cagliari entfernt.
Der Ticketschalter ist ein wenig versteckt, in einer Halle mit Cafè und Bars am Hafen von Palau. Am besten bist Du schon 30 Minuten vor Abfahrt da, um in aller Ruhe Tickets am Ticketschalter zu kaufen und sicherzustellen, dass noch genügend Plätze verfügbar sind, insbesondere wenn Du auch Dein Auto mitnehmen willst.
Für meine Überfahrt 2019 habe ich 40 € für zwei Personen + ein Auto (Hin- und Rückfahrt) bezahlt. Es gibt zwei Unternehmen, die Fahrten zu fast gleichen Preisen anbieten; beide sind voll in Ordnung und legen am selben Hafen an. Die Fahrt zur Insel la Maddalena dauert ungefähr 20 Minuten.
Ansonsten gibt es die Möglichkeit, an einer organisierten Bootstour teilzunehmen, um die anderen Inseln des Archipels zu besuchen. Abfahrten gibt es zum Beispiel von Palau, von der Insel La Maddalena und von Santa Teresa di Gallura. In nur einem Tag kannst Du so die besten Strände des Maddalena-Archipels entdecken!
Nach Sardinien kommst Du am besten mit der Fähre, wenn du mit dem eigenen Auto anreisen möchtest, oder mit dem Flugzeug, wenn Du lieber einen Mietwagen vor Ort nehmen willst und keine Lust auf eine lange Überfahrt aus Deutschland oder Österreich hast.
Die Fähre nach Olbia bzw. Golfo Aranci, dem nahegelegenen Industriehafen, verkehrt im nördlichen Italien von Genau und Livorno. Die Fahrt dauert normalerweise zwischen 12 und 16 Stunden, aber es sind auch schnellere Fährenverbindungen vorhanden. Die bekannteste Gesellschaft ist wohl Corsica/Sardinia Ferries*, deren gelbe Aufkleber auf der Heckscheibe vieler deutscher Autos zu sehen sind, aber viele andere Gesellschaften bieten eine Transportmöglichkeit vom italienischen Festland nach Sardinien.
Inzwischen gibt es nicht nur günstige Flüge nach Olbia, sondern auch nach Sassari oder Alghero. Die regionale Busunternehmen decken die Langstreckenverbindungen zwischen Flughäfen und den größeren sardischen Städten gut ab, auch wenn ich manchmal etwas Geduld entgegenbringen musste, weil der Bus schon voll war und der nächste 1,5 Stunden später kam, oder weil das Fahrzeug auf halber Strecke nur noch im dritten Gang fuhr und sich so die Fahrzeit um Einiges verlängerte.
Capo Testa
Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern . Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.
Wenn Du schon mal auf der Maddalena bist, empfehle ich Dir, noch Capo Testa zu besuchen. Capo Testa befindet sich 25 km von Palau entfernt und ist wegen seiner Schönheit ein sehr beliebtes Reiseziel von Touristen aus der ganzen Welt. Dort sind gigantische Felsformationen mit überraschenden Formen direkt am Meer. Wirklich beeindruckend!
Einen Blogeintrag zu Capo Testa findest Du hier: Es ist einer meiner Lieblingsorte, die ich immer besuche, wenn ich auf Sardinien bin!
Ein Stückchen Paradies auf wenigen Quadratkilometern, ein Naturschutzgebiet mit karibikähnlichen Landschaften, Unterwasserwracks zum Erforschen, wilde Tiere zu Wasser und Land, eine Halbinsel nur durch einen schmalen Landstrich mit Sardinien verbunden und auf der imposante Granitfelsen bizarre Formen annehmen. Das alles und vieles mehr findest Du auf Capo Testa. Im Folgenden erfährst Du mehr über Highlights, Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten im nördlichsten Teil Sardiniens.
Dieses Land ähnelt keinem anderen Ort. Sardinien ist ganz anders. (…) Liebliche Weiten ringsum, entgleitende Entfernungen – nichts endet, nichts ist endgültig. Es ist die Freiheit selbst.
David Herbert Lawrence in seinem Werk “Das Meer und Sardinien”
Das (nicht mehr so unbekannte) Paradies im Norden Sardiniens: Capo Testa
Capo Testa, früherer Geheimtipp in- und ausländischer Touristen ist inzwischen weltweit bekannt für seine atemberaubende Aussicht und das ausgedehnte Wandergebiet, das schon in den 80ern in deutschen Reiseführern Erwähnung findet.
Die Bocche di Bonifacio von Capo Testa aus im Blick: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltigen Klippen von Korsika, Frankreich.
Von diesem herrlichen Urlaubsziel, umgeben von kristallklarem und warmen Wasser, kann Korsika bei jedem Wetter gesichtet und der bergige Charakter der Nachbarinsel erkannt werden, denn Capo Testa liegt nur wenige Kilometer westlich von Santa Teresa di Gallura und ist der am weitesten entfernte Punkt im Nordosten Sardiniens in der Provinz Olbia-Tempio, nur zwanzig Kilometer von der französischen Nachbarinsel entfernt.
Die Meereszunge, die beide Inseln trennt, heißt Bocche di Bonifacio auf Italienisch und Bonifacio-Straße auf Deutsch.
Capo Testa und Santa Teresa di Gallura.
Outdoor-Enthusiasten, die nicht nur Capo Testa erkunden wollen, empfehle ich die Wanderkarten von Kompass für Nordsardinien*. Im Set ist die Region auf vier Karten aufgeteilt, um einen relativ großen Maßstab (1:50000) zu haben. Vor allem Mountainbiker und Wanderer können von den Karten profitieren, denn Wander- und Radwege sind gesondert markiert. Sogar Reitwege finden sich in der Karte wieder.
Die besten Unterkünfte Auf und um Capo Testa
Appartamenti Del Conte di Capo Testa
Die Apartments des Conte di Capo Testa sind perfekt, um Capo Testa zu Fuß zu erkunden. Sie wurden neulich renoviert und Piero, der “Graf” von Capo Testa, ist ein hervorragender Gastgeber. Von Balkon aus kannst Du viele Buchten und Strände überblicken.
Das Colonna Grand Hotel Capo Testa, ein exklusives und raffiniertes 5-Sterne-Hotel, befindet sich auf der schmalen sandigen Landenge, die das Vorgebirge Capo Testa mit dem Festland verbindet und an der zwei wunderschöne Strände liegen, Rena di Ponente und Rena di Levante.
Äußerst elegant und sehr stilvoll. Das Hotel Corallaro liegt im historischen Zentrum von Santa Teresa di Gallura und nur 200 Meter vom beliebten Strand Rena Bianca entfernt, außerdem bietet es einen Außenpool und eine Sonnenterrasse mit Meerblick. Die Zimmer wurden kürzlich renoviert und sind im maritimen Stil eingerichtet.
Seit Jahren werden die Strände Rena di Ponente und Rena di Levante in Capo Testa damit gekürt, die Badegäste aus der ganzen Region anziehen.
Capo Testa ist mit der eigentlichen sardischen Insel durch eine schmale Landenge verbunden, auf der die Straße zum Leuchtturm verläuft. Links dieser Landzunge befindet sich der Strand von “Rena di Ponente“ (der Weststrand), auch als „Taltana-Strand“ bekannt und rechts ist der Strand von “Rena di Levante” (der Oststrand), auch bekannt als Strand von „ Zia Colomba“ oder auch „Spiaggia dei graniti “ wegen der vielen Granitfelsen, die aus dem Sand emporragen. Die besondere Lage dieser beiden Strände ermöglicht Dir, je nach Windrichtung immer geschützt zu sein und ein ruhiges Bad nehmen zu können. Beide Strände wurden mit der Blauen Flagge ausgezeichnet.
Die Blaue Flagge ("Bandiera blu") ist eine internationale Anerkennung, die von der Fee-Gesellschaft ("Foundation for Environmental Education", Stiftung für Umwelterziehung) an Badeorte am Meer vergeben wird, die alle Kriterien für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gebiets erfüllen und so besonders nachhaltig betrieben werden.
Sobald Du in Capo Testa angekommen bist und die Landenge passierst, kannst Du geradeaus bis zum Ende der Straße fahren. Dort findest du einen kleinen Parkplatz, von dem der Leuchtturm schon zu sehen ist, sowie das „Cafè Sealounge“. Einen Blick nach unten verrät schon die Schönheit der unberührten Bucht von Cala Spinosa, die vor Wind geschützt und von hohen Felsenklippen umgeben ist.
Vom Parkplatz aus kannst Du zu Fuß zum Leuchtturm spazieren, um die umliegende felsige und wilde Landschaft zu bewundern. Auf der rechten Seite, nach ungefähr 400 Metern, befindet sich eine weitere atemberaubende Bucht: Cala Francese.
Diese Orte sind ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Cala Spinosa wurde vom SkyScanner-Portal als einer der zehn schönsten Strände Italiens ausgewählt.
Der Strand von Cala Spinosa auf Capo Testa, Sardinien, ein Paradies für Bade- und Wandertouristen sowie Segler.
Cala Grande oder auch Valle della Luna genannt ist etwas versteckt und nur zu Fuß zu erreichen. Du kannst entlang der Straße parken, fußläufig, noch vor Cala Spinosa erreichst Du dann auf der linken Seite ein dunkles, altes Holztor. Dort schlägst Du den Wanderweg ein, der dich nach zehn Minuten ins Tal führt, dessen Eingang ein riesiger 15 Meter langer Granitblock bildet – ein Zeugnis der Bergbautätigkeit aus der Römerzeit.
Das von dichter mediterraner Vegetation umgebene Gebiet ist von mehreren Tälern und naturbelassenen Buchten umgeben, die durch gigantische Granitfelsen getrennt sind, denen der Wind bizarre Formen gegeben hat. Die “Valle della Luna” (Mondtal) ist ein einzigartiger Ort auf der Welt, an dem in den 70er Jahren eine Hippie-Gemeinde in kleinen Höhlen & Hohlräumen lebte und selbst bis heute sind in der warmen Saison noch moderne Hippies anzutreffen.
Ein stürmischer Tag auf Capo Testa.
Granitformationen
Der Friedhof der Steine, „Cimitiero dei Sassi”, auf Capo Testa, Sardinien.
Eine Wanderung entlang der zerklüfteten Granitküste ist am ehesten damit vergleichbar, in den Himmel zu schauen und die Form der Wolken zu beschreiben. Du kennst es bestimmt, dass die eine Wolke dann wie das Maul eines Hais aussieht oder dich vielleicht an ein bekanntes Gesicht erinnert.
Seit Tausenden von Jahren prägt der starke Wind über dem Mittelmeer Capo Testa. Die Felsen wurden von der Meeresbrise geglättet und einige von ihnen haben recht skurrile oder lustige Formen angenommen. Bei jedem Besuch kann ich Touristen sowie Einheimische beobachten, wie sie Fotos von den vielen Felsformationen aufnehmen und ihnen Namen geben, die sich zum Teil über die Jahre hinweg durchgesetzt haben. Allgemein wird auch von „Cimitiero dei Sassi” gesprochen, dem Friedhof der Steine.
Der Fachbegriff für die Verwitterung, die den Felsen ihre charakteristischen Formen gibt, heißt Tafone (Plural Tafoni; aus dem Korsischen pietra tafunata „durchlöcherter Stein“). Bei der Tafonierung bilden sich durch chemische Verwitterung von innen nach außen („Kernverwitterung“) kugel- bis nierenförmige Hohlräume mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern bis hin zu einem halben Meter und mehr. (Aus Wikipedia.)
Flora und Fauna
Auf dem Naturwanderweg von Santa Teresa di Gallura nach Capo Testa bekommt man die nördlichste sardische Halbinsel sehr gut zu sehen, bevor man am Strand Rena di Levante ankommt. Hier ist die Vegetation noch sehr farbenfroh und knallgrün, weil ich das Foto im April geschossen habe.
Capo Testa ist ein wunderschöner Ort zum Spazierengehen, selbst mit kleinen Kindern, und die Schönheit der Gegend bleibt oft auch im Winter erhalten, wenn die Touristenscharen ausbleiben und Flora und Fauna Gelegenheit haben, sich von der sommerlichen Dürreperiode zu erholen und das Land wieder für sich beanspruchen.
Das mysteriöse Capo Testa ist umgeben von bezaubernden Buchten und dichter, tief liegender mediterraner Vegetation. Diese spektakuläre Landschaft begeistert inzwischen Touristen aus aller Welt und sowohl Wanderer als auch Kletterer kommen gerne hierher, um in die Natur einzutauchen.
Mit seiner wilden Küste, den schroffen Wanderwegen und endloser natürlicher Schönheit ist Capo Testa einer der wahren Höhepunkte einer Reise nach Sardinien, der Dich dazu bringt, noch mehr von dieser atemberaubenden Insel erkunden zu wollen.
Die charakteristischen Felsenformationen auf Capo Testa, die im Norden der Gallura auf Sardinien präsent sind.
Sardinien bietet auch eine große Anzahl an wild lebender Tieren – viele Arten sind glücklicherweise auch seit Jahrzehnten geschützt und deswegen kann sich ihr Bestand erhöhen -; hier ist eine kleine Auswahl derjenigen, die Du auf Capo Testa antreffen kannst:
Wildschweine sind für viele sardische Landwirte eine Plage: Sie verwüsten mühsam angebaute Felder, schwächen den Boden, indem sie mit ihrer Schnauze die obersten Erdschichten umwälzen und verstärken somit den Effekt der Erosion, die besonders im Sommer bei knallender Sonne und starkem Wind über die kahlen Böden tobt. Sie sind recht menschenscheu, können aber aggressiv reagieren, wenn sie oder ihre Frischlinge sich bedroht fühlen. Auf Sardinien gibt es zwei Arten: Die endemische Art Sus scrofa meridionalis ist seit der Jungsteinzeit dort (und auf Korsika) heimisch, die andere, Sus scrofa majori, wurde aus dem “Kontinent”, wie die Sarden das italienische Festland nennen, eingeführt.
Es gibt mehrere Dutzende wilde Ziegen auf Capo Testa, die im Naturschutzgebiet rund um den Leuchtturm leben. Sie sind recht zutraulich und lassen Menschen auch sehr nah an sich ran.
Im Sommer kannst Du neben den vielen tyrrhenischen Mauereidechsen (Podarcis tiliguerta tiliguerta) auch viele Insekten beobachten: Heuschrecken, Libellen, Bienen, Wespen, Hummeln und allerlei Fliegen.
Die sardische Landschildkröte (Testudo marginata sarda) lässt sich recht oft vor der Sommersaison auf den Wanderwegen rund um den Leuchtturm blicken, aber sobald der Touristenstrom zunimmt, sind sie nicht mehr zu sehen, bis sie ab Oktober wieder das Gebiet für sich beanspruchen.
Wildziegen auf Capo Testa, La Maddalena und Caprera, Sardinien, die sich von der spärlichen mediterranen Vegetation ernähren.Eine der vielen Landschildkröten (Testudo marginata sarda), die Capo Testa, La Maddalena und das restliche Sardinien bevölkern und unter Naturschutz stehen.Eins der vieler Tiere, die Capo Testa, La Maddalena und den restlichen Teil Sardiniens bewohnen: die tyrrhenische Mauereidechse (Podarcis tiliguerta tiliguerta)
Historisches und kulturelles Erbe
Der Fundplatz Lu Brandali
Panoramablick auf die Lu Brandali-Ausgrabungsstätte. Foto von Oliver Avellino, mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.
Selbst wenn der nördlichste Teil Sardiniens mit seinen gigantischen Felsenformationen, der schroffen Küsten und einem sehr trockenen Sommer, der Fauna und Flora sehr beeinträchtigt, alles andere als zum Leben angenehm erscheint, waren schon in der späten Bronzezeit Menschensiedlungen in der unmittelbaren Nähe von Capo Testa.
In Lu Brandali, eine Ausgrabungsstätte, die zwischen Santa Teresa di Gallura und Capo Testa liegt, kannst Du die Reste vorrömischer Siedlungen und der sogenannten Gigantengräber (auf SarduTumbas de sos zigantes und auf italienisch Tombe dei Giganti) besichtigen, die zwischen 1.400 und 1.000 vor Christus datiert werden.
Der Fundplatz besteht aus dem Fundament eines Gigantengrabes, den Resten einer Außenmauer und mehrerer Türme, einer runden Anlage und mehrerer kleinen Strukturen.
Die Besonderheit des Fundplatzes besteht in der Menge und der Vielfalt der Funde, die eine Rekonstruktion des Alltags der damaligen Bewohner ermöglichen. Es sind nicht nur viele Arbeits- und Haushaltsgegenstände ausgegraben worden, sondern auch viele Reste, die auf die Hauptnahrungsquelle hindeuten: nämlich Fische und kleine Säugetiere.
Im Bildungszentrum der archäologischen Stätte ist es möglich, die Archäologieausstellung LU BRANDALI: READ TOUCH LISTEN zu besuchen, in der die in den letzten Ausgrabungen gefundenen Gegenstände ausgestellt sind und die eine volldigitale Virtual Reality-3D-Erfahrung beinhaltet, bei der viele detaillierten Informationen über das tägliche Leben in Lu Brandali vermittelt werden.
Die Ausstellung ermöglicht es sogar sehbehinderten oder blinden Menschen, dank eines Tast- und Hörpfades und der Möglichkeit, naturgetreue Nachbildungen der Funde zu ertasten und zu erforschen und so die Entdeckung der Ausgrabungsstätte auf ihre Weise zu erleben.
Tastlageplan der Ausgrabungsstätte Lu Brandali im Museum. Mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.
Der Fundplatz ist von Anfang April bis Ende Oktober immer offen und bietet auch im Winter die Möglichkeit, nach vorheriger Reservierung ein Stück vorgeschichtlicher Vergangenheit zu erleben. Der Eintritt in die Ausgrabungsstätte beträgt nur 2 Euro, wer eine Führung – sowohl auf Deutsch, aber auch auf Französisch, Englisch, Russisch oder Spanisch und natürlich auch auf Italienisch – bekommen oder ebenfalls ins Ausgrabungsmuseum möchte, zahlt etwas mehr (bis 9 Euro für Erwachsene und 4,5 Euro für Kinder).
Der Totem von Valle della luna (Cala grande) auf Capo Testa, Sardinien; im Hintergrund die imposanten Granitfelsen, die über 100 Meter Höhe erreichen können.
Seit der Nutzung der Wasserwege als Hauptbeförderungsmittel war die Lage Capo Testa auch für das römische Reich von großer Bedeutung. Obwohl es nur wenige Überreste aus der Römerzeit gibt, sind noch Spuren in den riesigen Granitblöcken vorhanden, die daran erinnern, dass in der Antike Holzkeile zum Spalten von Stein verwendet wurden.
Hierzu werden Löcher in den Stein geschlagen und mit trockenem Holz ausgekeilt. Durch Befeuchten des Holzes entsteht ein sehr hoher Druck, wodurch der Stein auseinandergerissen wird.
Dies war einst eine kleine Bergbaustadt, in der die Römer enorme Mengen Granit förderten und zum Teil selbst nach Rom brachten. Capo Testa diente früher nämlich als Hauptstandort einer alten römischen Kolonie, Tibula, und selbst heute noch sind in ganz Sardinien Straßen und Wege der Römer sichtbar.
Dies macht es zu einem wunderbaren Ort, um Altertumsgeschichte zu lernen und die Vergangenheit zu beobachten und wertzuschätzen.
Corsica Ferries/Sardinia Ferries ist eins der größten Unternehmen, die eine Fahrt von Livorno nach Golfo Aranci/Olbia, Sardinien, anbieten.
Ich kann mich erinnern, als ich als Kind mit meinem Großvater mit der Fähre der italienischen Eisenbahngesellschaft von Civitavecchia, in der Nähe von Rom, nach Golfo Aranci gefahren bin. Das war ein Abenteuer! Fliegen war damals noch eine recht teure Angelegenheit, und als wir in Italien lebten, war die Route immer die gleiche: Zum Hafen Civitavecchia mit dem Auto, dann ab in die Fähre und von Golfo Aranci nach Capo Testa waren es ungefähr zwei Stunden Autofahrt, jedoch recht ungemütlich im kleinen Fiat Panda meiner Mutter: (zu) viele Kurven und sehr enge Straßen sind nicht förderlich für den Magen eines Kindes, das sich fast einen Tag lang zu wenig bewegt hat.
Die Fähre nach Olbia bzw. Golfo Aranci, dem nahegelegenen Industriehafen, verkehrt im nördlichen Italien von Genau und Livorno, die Fahrt dauert normalerweise zwischen 12 und 16 Stunden, aber es sind auch schnellere Fährenverbindungen vorhanden. Die bekannteste Gesellschaft ist Corsica/Sardinia Ferries*, deren gelbe Aufkleber auf der Rückscheibe vieler deutscher Autos zu sehen sind, aber viele andere Gesellschaften bieten eine Transportmöglichkeit vom Festland nach Sardinien.
Inzwischen gibt es nicht nur günstige Flüge nach Olbia, sondern auch nach Sassari oder Alghero. Die regionale Busunternehmen decken die Langstreckenverbindungen gut ab, auch wenn ich manchmal etwas Geduld entgegenbringen musste, weil der Bus voll war und ich auf den nächsten – der 1,5 Stunden später kam – warten musste oder das Fahrzeug auf halber Strecke nur noch im dritten Gang fuhr und sich so die Fahrzeit um einiges verlängerte.
Taxis sind zwar überall präsent, dennoch recht kostspielig. Zum Beispiel kostet die Fahrt zwischen dem Flughafen Olbia und Capo Testa um die 80 Euro, während eine Fahrtkarte für den Direktbus bis Santa Teresa weniger als zehn Euro beträgt.
Da Capo Testa recht klein und alles fußläufig ist, brauchst Du kein Auto, um die Gegend zu erkunden oder von einem Strand zum nächsten zu kommen. Sehr wohl aber, um Capo Testa Richtung Zivilisation zu verlassen, da die Busse zwischen der Halbinsel und Santa Teresa nur in der Touristensaison, ungefähr von Juni bis Mitte September, und schon tagsüber nicht allzu oft.
Übernachten
Auf Capo Testa gibt es drei Siedlungen: Funtanaccia, den Bereich um den Hotel Mirage und die große Häuseransammlung, die der Hauptstraße den Hügel hinauf folgt; dort sind die meisten Unterkünfte und auch einige Geschäfte, wobei ein richtiger Supermarkt fehlt und erst in Santa Teresa di Gallura kannst Du richtig “shoppen” – vor allem bei niedrigen Preisen.
Ich habe dort noch nie in einem Hotel übernachtet, denn ich hatte das Glück, erst die kleine Ferienwohnung meines Großvaters auf Capo Testa und dann die meines Onkels in Ruoni nutzen zu können, so dass ich wenig zu den vielen Gaststätten sagen kann.
Eine – oder mehrere – Übernachtungen auf Capo Testa sind besonders sinnvoll, wenn Du dich dem Alltagsstress völlig entziehen willst und ein paar Tage auch aufs Auto verzichten möchtest. Bed&Breakfast-Zimmern und AirBnB-Wohnungen sind dort reichlich vorhanden.
La Maddalena
Auf Punta Rossa an der Südspitze der Insel Caprera liegt ein verlassenes Militärkomplex (“Batterie di Punta Rossa”), das sehr viel zu erkunden bietet. Die Festung stammt aus dem 19. Jahrhundert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein aktiver Stützpunkt wegen der strategischen Lage im nordwestlichen Mittelmeer.
Wenn Du schon mal auf Capo Testa bist, empfehle ich Dir, auch den Maddalena-Archipel zu besuchen. Er befindest sich 25 km von Capo Testa entfernt und gehört zu den beliebtesten Reiseziele der Region, auch weil es zu den größten Naturschutzgebiete Sardiniens gehört.
In diesem Post verrate ich Dir meine fünf fotografischen Lieblingslocations in Venedig, Italien, die ich im Laufe der letzten Jahre entdeckt und immer wieder besucht habe. Den vorherigen Post über Venedig und wie Du in der Stadt am besten zurechtkommst, findest Du hier. (Öffnungszeiten und Preise wurden von mir zuletzt am 10.11.2020 überprüft und aktualisiert.)
Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.
Das Luxus-Einkaufszentrum am Canal Grande, in einem antiken Palast aus dem dreizehnten Jahrhundert, bietet nicht nur drei Stockwerke voller unbezahlbarer Markenartikel inmitten des ältesten Teils Venedigs, sondern auch den kostenlosen Besuch der Dachterrasse mit atemberaubendem Blick auf den Kanal und die Rialtobrücke. Dies ist allerdings nur nach vorheriger Buchung möglich: Es werden 15-minütige Slots von 10:30 bis 18:30 angeboten.
Tipp: Buche zwei Slots hintereinander. Du kannst beide Buchungen bei der ersten Kontrolle vorzeigen, damit Du beim „Schichtwechsel“ auf der Dachterrasse bleibst und nicht wieder in die Wartehalle geschickt wirst. So hast du die Terrasse eine oder zwei Minuten nur für dich und deine Fotos; Stative waren bisher übrigens erlaubt.
Der Name deutet darauf hin, dass das Gebäude im Spätmittelalter und in der Renaissance als Niederlassung deutschsprachiger Händler und Handwerker diente; sogar die Fugger hatten eine Handelsvertretung hier. Die Räumlichkeiten weisen heute immer noch Zeichen und Wappen verschiedener Händler auf, die auf Säulen, Regalen, Fenstern, Wänden, Fassaden und Sockeln eingraviert wurden, um den Raum für sich zu beanspruchen.
Das Innere vom FondacoAusblick auf den Rialto-MarktFish-Eye-Foto vom Canal Grande Sonnenuntergang über dem Canal Grande
Campanile di San Giorgio Maggiore
Die wunderschöne und recht überschaubare Insel südöstlich von San Marco diente schon den Malern der Renaissance als Inspiration und Motiv für ihre Bilder, da die majestätische und imposante Fassade der Basilika auf dem Wasser der Lagune sehr gut von der Piazzetta San Marco zu sehen und der Ausblick wirklich sehr malerisch ist. Bis zum elften Jahrhundert war auf der Insel jedoch nur eine kleine Kirche aus Holz; erst im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte wurde erst das angrenzende Kloster und später, im 16 Jahrhundert, auch die Basilika gebaut, wie wir sie heute kennen.
Der aktuelle Glockenturm stammt aus dem Jahre 1791, da der ursprüngliche 1774 stürzte. Er gehört zu den höchsten Türmen der Stadt und bietet einen fantastischen Blick auf die Altstadt Venedigs, besonders auf den Markusplatz und auf Santa Maria della Salute, da keine Gebäuden die Sicht beeinträchtigen. Den Glockenraum erreicht Du in einem gläsernen Aufzug und Du kannst so während der Fahrt nach oben noch das Gerüst der alten Holztreppe im Inneren des Glockenturms sehen, ohne Gefahr zu laufen, dass die modernden Stufen plötzlich beim Hochgehen zusammenbrechen.
Santa Maria della Salute und der Sankt Markus-Glockenturm im Sonnenuntergang, von San Giorgio Maggiore aufgenommen.
Tipp: Kleine Stative konnten bisher problemlos aufgestellt und für Zeitrafferaufnahmen oder Langzeitbelichtungen verwendet werden.
Der Glockenturm ist offen von 9:00 bis 19:00 von April bis Oktober (letzte Eintrittsmöglichkeit um 18:30), von November bis März von 8:30 bis 18:00 (letzte Eintrittsmöglichkeit um 17:30). Der Eintritt für den Glockenturm kostet 6 Euro – die Kirche kann kostenfrei betreten werden.
Vorsicht beim Glockenschlag, es kann richtig laut werden!
Blick auf San MarcoSanta Maria della SaluteSan Marco vom Wasserbus ausLangzeitbelichtung von Santa Maria della SaluteAufnahmen aus dem Glockenturm von San Giorgio Maggiore.
Ponte di Rialto
Die Rialtobrücke ist die älteste der vier Brücken, die heutzutage über den Canal Grande führen, und bis ca. 1850 war sie sogar die einzige, um von einem Ufer des Kanals zum anderen zu kommen. Sie ist die dritte Brücke, die an dieser Stelle errichtet wurde, denn beide vorherigen brachen in sich zusammen. Im 16. Jahrhundert fanden mehrere Ausschreibungen statt, an denen namhafte italienische Architekten teilnahmen, und 1588 gewann das Projekt von Antonio da Ponte; ausschlaggebend war seine Idee, die Brücke auf nur einem Bogen zu stützen, statt auf mehreren, um den Schiffsverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Auf der Brücke befinden sich viele Geschäfte; die meisten von ihnen verkaufen Luxuswaren wie Juwelen, Uhren oder Murano-Glas. Schon auf der ersten Holzbrücke 1250 befanden sich Geschäfte; damals finanzierte die Stadt aus den Mieteinnahmen der Räumlichkeiten die Wartungsarbeiten an der Brücke.
Fun Fact 1: Die Miete für ca. 16m² auf der Brücke (8m² Erdgeschoss, 8m² 1. OG) beträgt ungefähr 5.000 Euro/Monat.
Die Lage der Brücke erlaubt es, die großartige Sonnenuntergangsstimmung bei Abenddämmerung über dem Canal Grande Richtung Südwesten fotografieren zu können; der rötliche Himmel und die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich auf dem Wasser und beleuchten die hellen Paläste an den Seiten des Kanals mit warmem Licht. Dabei fehlt es in Venedig ganz sicher nicht an romantischer Stimmung, aber beim Sonnenuntergang ist die Stadt noch schöner.
Auf der Brücke gibt es noch die Möglichkeit, lustige und spannende Zeitraffervideos zu drehen, da die vielen Wasserfahrzeuge sich in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und auf der Aufnahme wird dies noch stärker hervorgehoben.
Einige Dutzend Meter westlich der Brücke befindet sich der Rialtomarkt, der seit über tausend Jahren dort angesiedelt ist und im Laufe der Jahrhunderte sogar bis an die Ufer des Kanals bei der Brücke reichte. Inzwischen erfüllt der Markt keine Versorgungsfunktion mehr, sondern hat vielmehr einen folkloristischen Charakter, vor allem der Fischmarkt in den Hallen der Pescheria di Rialto ist eine beliebte touristische Anlaufstelle. Die antik wirkende Markthalle ist übrigens erst 1907 nach gotisch-venezianischen Stil erbaut worden, und dem Laien – also mir – war dies nie aufgefallen.
Fun Fact 2: Im Mittelalter durften nur gebürtige Venetianer, die das 50. Lebensjahr bereits bestritten und mindestens 20 Jahre selbst gefischt hatten, Fisch verkaufen.
Die Rialtobrücke vom Ufer des Rialto-MarktesCanal Grande von der Rialto-Brücke fotografiertDer Canal Grande und die Rialto-Brücke vom Dach des Fondaco dei Tedeschi aufgenommen
San Marco
Der Platz von San Marco bietet sehr viele Sehenswürdigkeiten, einige von ihnen sind Dir bestimmt bekannt, andere womöglich noch nicht. Der Besuch des Markusplatz ist für mich bei jedem Aufenthalt in Venedig “Pflicht”.
Campanile di San Marco
Der Glockenturm vom Markusplatz ist wahrscheinlich das bekannteste Wahrzeichen Venedigs. Durch seine imposante Höhe (99m) überragt er jedes Gebäude der Lagunenstadt um einige Dutzend Meter und selbst Goethe war auf seiner Italienreise von der Aussicht vom Turm beeindruckt:
Aus Goethes Italienischer Reise:
Als ich ihn [den Stadtplan Venedigs] einigermaßen studiert, bestieg ich den Markusturm, wo sich dem Auge ein einziges Schauspiel darstellt. Es war um Mittag und heller Sonnenschein, daß ich ohne Perspektiv Nähen und Fernen genau erkennen konnte. Die Flut bedeckte die Lagunen, und als ich den Blick nach dem sogenannten Lido wandte (es ist ein schmaler Erdstreif, der die Lagunen schließt), sah ich zum erstenmal das Meer und einige Segel darauf. In den Lagunen selbst liegen Galeeren und Fregatten, die zum Ritter Emo stoßen sollten, der den Algierern den Krieg macht, die aber wegen ungünstiger Winde liegenbleiben. Die paduanischen und vicentinischen Berge und das Tiroler Gebirge schließen zwischen Abend und Mitternacht das Bild ganz trefflich schön.
Ein Aufzug bringt alle Besucher von der Basis zum Glockengeschoss in weniger als einer Minute und ohne jegliche Anstrengung, so dass Du dich auf den 360°-Panoramablick konzentrieren kannst. Übrigens sollen auch Menschen, die an Höhenangst leiden, den Blick genießen können, da es von oben nicht möglich ist, direkt zum Sockel runter zu schauen.
Der Glockenturm ist im Sommer von 9 bis 21 Uhr für Besucher offen, im Winter von 9:30 bis 15:45, sonst von 9 bis 19 Uhr. Der letzte Einlass ist eine Stunde vor Schluss, und trotz aller italienischer Gemütlichkeit wird das auch streng eingehalten. Ich wurde am Ticketschalter schon mal abgewiesen, weil ich ein paar Minuten zu spät da war. Der volle Preis beträgt 8 und der ermäßigte 4 Euro.
Piazza san marco
Der Markusplatz ist an drei Seiten von den Gebäuden der Prokuratie umschlossen, der mittelalterlichen Baubehörde, die im Verlauf der Jahrhunderte immer mehr Bedeutung und Einfluss gewann. Im Norden befinden sich die alten Prokuratie (Procuratie vecchie), im Süden die neuen (Procuratie nuove) und im Osten ist der Napoleonische Flügel (Ala napoleonica), der unter Napoleon erbaut wurde. Auf der Ostseite befinden sich Markusdom und Glockenturm.
Basilica di San Marco
Die Kirche wurde vom Doge Giustiniano Partecipazio in Auftrag gegeben, als 828 zwei venezianische Händler aus Alexandria in Ägypten die Reliquien vom Heiligen Markus schmuggelten. Mehrere Neubauten folgten, die letzte große Renovierung erfolgte 1231 nach einem verheerenden Brand.
Die Basilika ist in vielerlei Hinsichten einzigartig, denn zum einen finden sich hier viele architektonische Besonderheiten – im Inneren sind alle Wände und Decken ausschließlich von Mosaiken geschmückt, Fresken wirst Du vergeblich suchen; die Kirche weist einen seltenen romanischen Stil mit byzantinischen Einflüssen -, zum anderen war die Kirche Mittelpunkt des sozialen und politischen Lebens der venezianischen Republik und alle wichtigen Ereignisse, angefangen bei den vielen religiösen Veranstaltungen bis hin zu der Wahl des Dogen, fanden in der oder um die Kirche statt. Diese Funktion spiegelt sich nicht nur in den vielen Kunststücken, sondern auch in der Architektur wider.
Außerdem beherbergt das Museum der Kirche viele Schätze: die Originalpferde von San Marco (auch: Quadriga marciana, Quadriga des Markusdoms genannt) – auf der Loggia befinden sich lediglich Kopien davon – und die alte Bedeckung des goldenen Altarbildes, auf der Paolo Veneziano im 14. Jahrhundert die Geschichte des Heiligen Markus malte.
Torre dell’orologio
Der Glockenturm gilt noch heute als Geheimtipp, um einen Blick auf den Markusplatz zu werfen, ohne beim Einlass der Basilika oder des Glockenturms anzustehen, denn trotz seiner hervorragenden Lage wirkt der relativ hohe Preis oft abschreckend: 12 Euro pro Person werden nämlich für den Eintritt verlangt. Dafür kannst Du nicht nur den kompletten Markusplatz von oben überblicken – sogar von weiter oben als von der Loggia des Markusdoms -, sondern auf dem Weg nach oben bekommst Du auch das Uhrwerk zu sehen und auf der obersten Terrasse findest Du die zwei Moren, den “Alten” und den “Jungen”, die zu jeder vollen Stunden auf eine extra für diesen Turm gegossene Glocke schlagen.
Basilica di San MarcoMarkusdom und -glockenturm von der westlichen GalerieMarkusplatz bei leichter ÜberschwemmungDer Markusplatz vom südlichen Ufer aus fotografiertMarkusdom und Dogenpalast
Sich in den Gässchen verlaufen
In den letzten Jahren habe ich es sehr genossen, mich von meiner Neugier leiten zu lassen und planlos durch die Stadt zu laufen, um verlorene Geschäfte, geheime Gänge und vom Massentourismus noch verschonte Plätze zu entdecken. Zwar mündete mein Weg des Öfteren in Sackgassen, dennoch lohnt es sich, einen Blick abseits der touristischen Routen und der vielen “Pilgerstätten” zu werfen.
Zusätzlich empfehle ich Dir, recht früh aufzustehen, da es ein einzigartiges Erlebnis ist, morgens die Stadt beim Aufwachen zu beobachten, wenn die Touristen noch schlafen und viele Bäckereien sowie Konditoreien ihren Duft in die Gässchen ausströmen. Die Anwohner schicken sich an, ihre Kinder zur Schule zu bringen und danach zur Arbeit zu gehen, Waren werden per Boot geliefert, ebenso erfolgt die Müllentsorgung über den Wasserweg. Zu keiner anderen Zeit sonst zeigt sich Venedig von ihrer authentischen Seite.
La scala del bovolo contariniMaskierte KarnevalsbesucherEine Gondelfahrt ist zwar nicht die günstigste, aber die traditionelle Art, Venedig zu entdeckenDie Katze des Bücherladens Acqua AltaBlick auf Santa Maria della Salute von den Giardini Reali aus gesehenÜberflutete Plätze sind keine Seltenheit “Acqua alta” (Hochwasser) in dem gleichnamigen Bücherladen Oft ist Venedig nachts wie entvölkertCalle Giazzo nördlich des Arsenals
Von allen Städten, die ich besichtigt habe, fasziniert mich Venedig immer noch am meisten. Venedig ist wegen seiner Geschichte, Architektur und der Tatsache, dass es ins Meer gebaut wurde, vielleicht wirklich „die unwahrscheinlichste der Städte“, wie Thomas Mann schreibt. Andererseits macht sie die Nähe zu Süddeutschland – in 5 Stunden ist man schon an der Adria –zu einem leicht erreichbaren Ziel. Ich bin sehr gerne dort und versuche auch mehrere Tage zu bleiben, vor allem zur Zeit des Karnevals. Doch dazu später mehr.
ANKUNFT
Da ich in der Nähe Münchens wohne, fahre ich meistens mit dem Auto nach Venedig. Die Fahrt vergeht recht schnell, es gibt viel zu sehen, und ich verbinde mit dem Venedig-Ausflug noch einige Städtetrips und Verwandtenbesuche, so dass ich mit dem Wagen am besten bedient bin. Für Wochenendausflüge könntest du auch mit dem Zug fahren. Das lohnt sich vor allem, wenn man früh – und vielleicht mit einer günstigen Bahncard 25 – bucht. Reist du von weiter weg an, ist vielleicht ein Flug zum Aeroporto Marco Polo Tessera (VCE) zeit- und kosteneffizient, von dort gibt es viele Möglichkeiten, nach Venedig zu kommen.
Es ist zwar möglich, in Venedig in einem der Riesenparkhäuser direkt bei der Verbindungsbrücke zum Festland zu parken, günstig ist das jedoch nicht. Ich parke entlang der Eisenbahnlinie zwischen Treviso und Venedig an einem kleinen Bahnhof, mit keinen oder sehr geringen Parkgebühren, und genieße so die zwanzig- oder dreißigminütige Fahrt in die Lagune über den Ponte della Libertà. Am Bahnhof Santa Lucia angekommen, gibt es die ersten Möglichkeiten, sich günstig zu verpflegen: Ich bevorzuge den Relax & Caffé, denn du kannst ordentlich viel essen zu verhältnismäßig niedrigen Preis und eine saubere Toilette ist auch vorhanden.
Aus dem Bahnhof raus bist du sofort von der Schönheit der Stadt umgeben.
FORTBEWEGUNG
In Venedig wurden über 400 Brücken gebaut, um die etwa 150 Kanäle passieren zu können. Nur wenige von ihnen sind bequem mit Trolleys oder Kinderwagen zu überqueren. In den engen Gassen ist es manchmal schwierig, größere Tragetaschen neben sich zu schleppen, ohne sie an den Gebäuden zu reiben; ich reise deswegen nur mit dem Allernötigsten, auch an Kameraausrüstung (auch dazuspäter mehr).
Es gibt allerdings die „Vaporetti“, so werden die Wasserbusse genannt, mit denen man viele Punkte an den größeren Kanälen erreichen kann. Die Tickets sind sogar teurer als so manche Fahrkarte der Münchner S-Bahn, dennoch kann es sich bei viel Gepäck lohnen, diese Alternative zu nutzen. Wer die entfernten Inseln Murano und Burano besuchen will, kann überlegen, ob und wann ein 24-Stunden-Ticket (20 Euro) sinnvoll wäre. Die Tickets können an vielen Haltestellen an den Automaten erworben werden, und es gibt ebenso viele Schalter oder Geschäfte, wo du sie kaufen kannst.
Venedig wäre ohne die Gondeln undenkbar, und in der Vergangenheit hatte jede Familie der Mittel- und Oberschicht mindestens eine, mit der die Herrschaften durch die Kanäle gefahren wurden, während Dienerschaft und Unterschicht sich durch die dunklen und schmutzigen Gassen zwingen musste. In der Neuzeit sind Gondeln eher eine Turistenattraktion, und für 70-90 Euro je nach Tageszeit wird man eine Stunde lang durch die Stadt gefahren, was aber in Anbetracht der gelangweilten Gesichter vieler Passagiere, die lieber auf ihr Smartphone schauen als um sich herum, eine nicht so spannende Angelegenheit zu sein scheint.
Wer es eilig hat, kann ein Wassertaxi nehmen. Obwohl ihr Rumpf oft aus Holz besteht und die geölten sowie polierten Oberflächen den Eindruck vermitteln, die Boote seien nur dekorative Objekte, sind sie mit starken Motoren ausgestattet, und sie können außerhalb der Stadt hohe Geschwindigkeiten erreichen.
VERPFLEGUNG
Viele Lokale in Venedig locken mit ihrem internationalen kulinarischen Angebot und fabelhafter Lage: Wer würde nicht gerne am Canal Grande Martini schlürfen und ein paar Snacks essen? Doch manchmal sollte man lieber erst einen Blick auf die Preisliste werfen, bevor man sich hinsetzt. Denn am Ende des Aperitifs oder der Mahlzeit ist eine böse Überraschung hinsichtlich der Höhe der Rechnung nicht förderlich für die Verdauung.
Allgemein gilt:
In Venedig – sowie in vielen anderen größeren Städten Italiens – gibt es in Bars und Cafés unterschiedliche Preise für Selbstbestellung sowie Verzehr an der Theke und dem Sich Bedienen Lassen am Tisch: Am Tisch sind die Preise meist doppelt so hoch, dafür kann man bequem sitzen bleiben, die Aussicht genießen und sogar etwas Sonne tanken. So kann ein Espresso plötzlich 3,5 statt 1,5 Euro kosten.
In der Nähe der Sehenswürdigkeiten und der Brücken über den Canal Grande kann es sehr schnell sehr teuer werden oder die Qualität nicht sonderlich verlockend sein. Die Betreiber von Restaurants lassen sich die tolle Lage gut bezahlen und in einigen Fällen haben die Gerichte viel mehr mit Fast Food-Massenproduktion gemeinsam als mit italienischer Gourmetküche.
Wenn ich neue Lokale aufsuchen will, lasse ich mich von Tripadvisor und ähnliche Seiten inspirieren, denn die Bewertungen geben ein gutes Bild wider und zeichnen ein realistisches Bild der zu erwartenden Erfahrung in dem einen oder anderen Restaurant. Einen Blogpost über meine Lieblingslokale in Venedig wird folgen.
ÜBERNACHTEN
Je nachdem, wie du Venedig erreicht hast, gibt es verschiedene Optionen:
Die günstigste, aber unglamouröseste ist auf dem Festland eine Schlafmöglichkeit zu finden, und Venedig mit dem Zug zu erreichen. Die Regionalzüge fahren bis tief in der Nacht, so dass es möglich ist, recht lange in der Lagunenstadt zu bleiben. Ich finde diese Lösung okay für Tagesausflüge, aber ein längerer Aufenthalt wird nicht unbedingt angenehm durch die Fahrerei. Wenn Karneval oder Biennale ist und viele Unterkünfte ausgebucht sind, ist diese Option allerdings durchaus sinnvoll.
Ich bevorzuge es jedoch, bei Airbnb nach Wohnungen (manchmal auch nur nach Zimmern), die in dem Viertel (in Venedig ‚Sestiere‘) sind, das ich entdecken möchte. San Polo ist eine gute Wahl, wenn du noch keine festen Ziele hast und Venedig nicht so gut kennst, da es genau mittig liegt. Für Seebären gibt es auch die Möglichkeit, auf einem Segelboot im östlichen Yacht-Hafen zu übernachten, und man findet noch skurrilere Annoncen.
Die luxuriösere Art, in Venedig seine Nächte zu verbringen, ist tatsächlich ein Zimmer in einem der vielen Hotel zu buchen. Die Preise variieren stark, von fensterlosen Zimmern bis Kleinapartments direkt am Canal Grande ist alles vertreten. Dennoch garantieren die vielen namhaften Hotels auch hohe Standards, und oft präsentieren sie Angebote für feste Zeiträume, die z.B. Airbnb unterbieten. Zur Hochsaison sind die Preise dennoch sehr hoch.
FOTOAUSRÜSTUNG
Nun zur entscheidenden Frage: Was nehme ich mit nach Venedig? Aus meiner Erfahrung mit APS-C und DSLR macht es schon einen großen Unterschied, ob ich mit einer Crop- oder Vollformatkamera unterwegs bin.
APS-C:
Mit der Canon EOS 7D hatte ich bei jedem Besuch in Venedig mindestens Weitwinkel- und Zoom objektiv dabei (meine: Canon EF-S 10-18mm bzw. EF Canon 24-105mm). Damit kannst du die meisten Motive fotografieren, die du bei der Erkundung der Stadt entdeckst. In den meisten Fällen hätte ein EF-S 17-55mm gereicht.
DSLR:
Wegen der Größe des Sensors deiner Vollformatkamera kannst du mit nur einem Objektiv zurechtkommen, und zwar einem Zoomobjektiv (meins: Canon EF 24-105mm).
Ich hatte bei der letzten Tour auch ein Weitwinkelobjektiv (Canon EF 16-35), und sehr selten habe ich die 16mm wirklich gebraucht. (Dafür kam er in den Alpen auf der Rückfahrt zum Einsatz, aber das ist eine andere Geschichte.)
Ansonsten:
Ein kleines und leichtes Stativ für nächtliche Spaziergänge ist nicht schlecht, behelfsmäßig kann man auch Geländer, Treppenstufen o.Ä. nutzen.
Möchtest du die Stadt ohne Menschen fotografieren, kannst du tagsüber auf einen Graufilter und Einsatz eines Stativs zurückgreifen. Bei Hochsaison kann es dennoch schwierig sein, ein klares Bild ohne Farbstreifen und Leuchtspuren zu haben. Eine gute Möglichkeit, die Touristenmassen nicht auf deinen Bildern zu haben, ist, bei Sonnenaufgang schon unterwegs zu sein und so die Stadt beim Aufwachen zu fotografieren; viele Touristen kommen nämlich vom Festland und sind noch auf den Weg zur Lagunenstadt, die Anwohner frühstücken noch, und nur wenige Menschen sind zusammen mit dir auf den Straßen.
Willst du von den höchsten Punkten der Stadt fotografieren (Markusturm, Glockenturm von San Giorgio uvm.), kann es sich für dich lohnen, ein Teleobjektiv mitzunehmen. Mit dem Canon 75-300mm kann ich alle Wünsche an Bildvergrößerung trotz hoher Blendenzahl erfüllen.
Wichtig:
Venedig ist, trotz seines städtischen Charakters, im Meer gebaut und vom Meer umgeben. Hohe Luftfeuchtigkeit und Meeresluft mit hohem Salzgehalt können deine Kamera schädigen. Deswegen achte darauf, deine Kamera zu schützen und gut zu pflegen.
Die appetitlichen Essensangebote, die überall präsent sind, sorgen bei mir dafür, dass meine Hände selten wirklich sauber sind, und oft hinterlasse ich lästige Abdrücke auf Kamera und Objektiv. Aus diesem Grund habe ich – leider nicht immer – Taschentücher, Feuchttücher oder Desinfektionstücher mit mir, damit ich nach einem Leckerbissen wieder saubere Hände habe und mir keine Sorgen machen muss, die Linse damit zu verschmieren.
Generell sind in Italien die Steckdosen Typ-F noch nicht überall verbreitet; stattdessen ist man häufiger mit dem Typ-L konfrontiert. Für solche Fälle habe ich einen passenden Adapter dabei.
Von allen Städten, die ich besichtigt habe, fasziniert mich Venedig immer noch am meisten. Venedig ist wegen seiner Geschichte, Architektur und der Tatsache, dass es ins Meer gebaut wurde, vielleicht wirklich „die unwahrscheinlichste der Städte“, wie Thomas Mann schreibt. Andererseits macht sie die Nähe zu Süddeutschland – in 5 Stunden ist man schon an der italienischen Adria –zu einem leicht erreichbaren Ziel. Ich bin sehr gerne dort und versuche auch, mehrere Tage zu bleiben, vor allem zur Zeit des Karnevals.
Den nächsten Post über Venedig mit meinen fünf Lieblingsfotospots findest Du hier.
Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.
Da ich in der Nähe Münchens wohne, fahre ich meistens mit dem Auto nach Venedig, da Italien quasi ein Katzensprung entfernt ist. Die Fahrt vergeht recht schnell, es gibt viel zu sehen, und ich verbinde mit dem Venedig-Ausflug noch einige Städtetrips und Verwandschaftsbesuche, so dass ich mit dem Wagen am besten bedient bin.
Für Wochenendausflüge kannst Du auch mit dem Zug nach Venezia Santa Lucia fahren. Das lohnt sich vor allem, wenn man früh – und vielleicht mit einer günstigen Bahncard 25 – bucht. Reist Du von weiter weg an, ist vielleicht ein Flug zum Aeroporto Marco Polo Tessera (VCE) zeit- und kosteneffizient; von dort gibt es viele Möglichkeiten, zur Lagunenstadt zu kommen.
Es ist zwar möglich, in Venedig in einem der Riesenparkhäuser direkt bei der Verbindungsbrücke zum Festland zu parken, günstig ist das jedoch nicht. Ich parke entlang der Eisenbahnlinie zwischen Treviso und Venedig an einem kleinen Bahnhof, vor Mestre, mit keinen oder sehr geringen Parkgebühren, und genieße so die zwanzig- oder dreißigminütige Fahrt in die Lagune über den Ponte della Libertà. Am Bahnhof Santa Lucia in Venedig angekommen, gibt es die ersten Möglichkeiten, sich günstig zu verpflegen: Ich bevorzuge den Relax & Caffé, denn Du kannst ordentlich viel essen zu verhältnismäßig niedrigen Preis und eine saubere Toilette ist auch vorhanden – beides sind nämlich nicht überall vorhanden, vor allem zu Coronazeiten.
Einmal den Bahnhof verlassen, bist Du sofort von der Schönheit der Stadt umgeben.
Fortbewegung
In Venedig wurden über 400 Brücken gebaut, um die etwa 150 Kanäle passieren zu können. Nur wenige von ihnen sind bequem mit Trolleys oder Kinderwagen zu überqueren. In den engen Gassen ist es manchmal schwierig, größere Tragetaschen neben sich zu schleppen, ohne sie an den Gebäuden zu reiben; ich reise deswegen nur mit dem Allernötigsten im Rucksack, auch an Kameraausrüstung (dazu später mehr).
Es gibt allerdings die „Vaporetti“, so werden die Wasserbusse genannt, mit denen man viele Punkte an den größeren Kanälen erreichen und so von einer Insel zur anderen fahren kann. Die Tickets sind sogar teurer als so manche Fahrkarte der Münchner S-Bahn, dennoch kann es sich bei viel Gepäck lohnen, diese Alternative zu nutzen. Wer die entfernten Inseln Murano und Burano besuchen will, kann überlegen, ob und wann ein 24-Stunden-Ticket (20 Euro pro Person) sinnvoll wäre. Die Tickets können an vielen Haltestellen an den Automaten erworben werden, und es gibt ebenso viele Schalter oder Geschäfte, wo Du sie kaufen kannst.
Mehr zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in der venezianischen Lagune hier:
Venedig wäre ohne die Gondeln undenkbar, und in der Vergangenheit hatte jede Familie der Mittel- und Oberschicht mindestens eine, mit der die Herrschaften durch die Kanäle gefahren wurden, während Dienerschaft und Unterschicht sich durch die dunklen und schmutzigen Gassen zwingen musste. In der Neuzeit sind Gondeln eher eine Touristenattraktion, und für 70-90 Euro je nach Tageszeit wird man eine Stunde lang durch die Stadt gefahren, was aber in Anbetracht der gelangweilten Gesichter vieler Passagiere, die lieber auf ihr Smartphone schauen als um sich herum, eine nicht so spannende Angelegenheit zu sein scheint.
Wer es eilig hat, kann ein Wassertaxi nehmen. Obwohl ihr Rumpf oft aus Holz besteht und die geölten sowie polierten Oberflächen den Eindruck vermitteln, die Boote seien nur dekorative Objekte, sind sie mit starken Motoren ausgestattet, und sie können außerhalb der Stadt hohe Geschwindigkeiten erreichen.
Wichtig: Venedig ist an sich eine sehr kleine Stadt, deswegen kommst du auch zu Fuß sehr schnell voran. Ich lasse mich regelmäßig von der Skala in Google Maps täuschen, weil ich von der Weitläufigkeit Münchens ausgehe; dabei dauert der Fußweg vom Bahnhof bis zur Rialtobrücke keine Viertelstunde und allgemein ist alles innerhalb weniger Minuten schnell erreicht.
Wasserbus auf dem Canal Grande in Venedig
Verpflegung
Viele Lokale in Venedig locken mit ihrem internationalen kulinarischen Angebot und fabelhafter Lage: Wer würde nicht gerne am Canal Grande Martini schlürfen und ein paar Snacks essen? Doch manchmal sollte man lieber erst einen Blick auf die Preisliste werfen, bevor man sich hinsetzt. Denn am Ende des Aperitifs oder der Mahlzeit ist eine böse Überraschung hinsichtlich der Höhe der Rechnung nicht förderlich für die Verdauung.
Allgemein gilt:
In Venedig – sowie in vielen anderen größeren Städten Italiens – gibt es in Bars und Cafés unterschiedliche Preise für Selbstbestellung sowie Verzehr an der Theke und dem Sich Bedienen Lassen am Tisch: Am Tisch können die Preise bis doppelt so hoch sein, dafür kann man bequem sitzen bleiben, die Aussicht genießen und sogar etwas Sonne tanken. So kann ein Espresso plötzlich 3,5 statt 1,5 Euro kosten.
In der Nähe der Sehenswürdigkeiten und der Brücken über den Canal Grande kann es sehr schnell sehr teuer werden. Die Betreiber von Restaurants lassen sich die tolle Lage gut bezahlen und in einigen Fällen haben die Gerichte viel mehr mit Fast Food-Massenproduktion gemeinsam als mit italienischer Gourmetküche. Die Qualität des Essen war entgegen allgemeiner Annahmen bisher immer immer zufriedenstellend bis sehr gut.
Wenn ich neue Lokale aufsuchen will, lasse ich mich von Tripadvisor und ähnlichen Seiten inspirieren, denn die Bewertungen geben ein gutes Bild wider und zeichnen ein realistisches Bild der zu erwartenden Erfahrung in dem einen oder anderen Restaurant. Einen Blogpost über meine Lieblingslokale in Venedig wird folgen.
Übernachten in Venedig
Je nachdem, wie Du Venedig erreicht hast, gibt es verschiedene Optionen:
Die günstigste, aber unglamouröseste ist auf dem Festland eine Schlafmöglichkeit zu finden, und Venedig mit dem Zug zu erreichen. Die Regionalzüge fahren bis tief in der Nacht, so dass es möglich ist, recht lange in der Lagunenstadt zu bleiben und auch einen romantischen Sonnenuntergang zu beobachten. Ich finde diese Lösung okay für Tagesausflüge, aber ein längerer Aufenthalt wird nicht unbedingt angenehm durch die Fahrerei. Wenn Karneval oder Biennale ist und viele Unterkünfte ausgebucht sind, ist diese Option allerdings durchaus sinnvoll.
Ich bevorzuge es jedoch, bei Airbnb nach Wohnungen (manchmal auch nur nach Zimmern), die in dem Viertel (in Venedig ‚Sestiere‘) sind, das ich entdecken möchte. San Polo ist eine gute Wahl, wenn Du noch keine festen Ziele hast und Venedig nicht so gut kennst, da dieses Viertel genau mittig liegt. Für Seebären gibt es auch die Möglichkeit, in einem Segelboot im östlichen Yacht-Hafen zu übernachten, und man findet noch skurrilere Annoncen.
Die luxuriösere Art, in Venedig seine Nächte zu verbringen, ist tatsächlich ein Zimmer in einem der vielen Hotel zu buchen. Die Preise variieren stark, von fensterlosen Zimmern bis Kleinapartments direkt am Canal Grande ist alles vertreten und die Preisspanne ist recht groß. Dennoch garantieren die vielen namhaften Hotels auch hohe Standards, und oft präsentieren sie Angebote für feste Zeiträume, die z.B. Airbnb unterbieten. Zur Hochsaison sind die Preise dennoch sehr hoch. Das Hotel Rialto* ist meine erste Wahl, wenn ich in Venedig ein Hotel brauche: Es befindet sich im Zentrum Venedigs, direkt bei der Rialtobrücke, und von dort ist jede Ecke der Stadt in kürzester Zeit erreichbar.
Die Lage dieses 4-Sterne-Hotel ist ideal, um die Stadt zu erkunden und zu entdecken. Stell Dir vor, Du sitzt am Fenster deiner Junior Suite und bewunderst die Rialtobrücke. Unter dem Brückenbogen überqueren ständig Gondeln und Boote den Canal Grande und die Vaporetti halten nur wenige Schritte vom Hotel entfernt, um ganz Venedig zu Dir zu bringen.
Lohnt es sich, auch Murano und Burano zu besuchen?
Murano bei Venedig ist eine der nächstgelegenen Inseln und verfügt über einen eigenen Canal Grande, der dem der Hauptinsel in nichts nachsteht – allerdings mit viel weniger Verkehr.
Vergiss nicht, neben Murano auch Burano zu besuchen. Diese kleine Gemeinde auf einer Insel im nordöstlichen Teil der venezianischen Lagune hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt.
Nun zur entscheidenden Frage: Was nehme ich mit nach Venedig? Aus meiner Erfahrung mit APS-C und DSLR macht es schon einen großen Unterschied, ob ich mit einer Crop- oder Vollformatkamera unterwegs bin.
APS-C:
Mit der Canon EOS 7D hatte ich bei jedem Besuch in Venedig mindestens ein Weitwinkel– und ein Zoomobjektiv dabei (in meinem Fall: Canon EF-S 10-18mm bzw. EF Canon 24-105mm). Damit kannst Du die meisten Motive fotografieren, die Du bei der Erkundung der Stadt entdeckst. In den meisten Fällen hätte allerdings ein EF-S 17-55mm gereicht.
DSLR:
Wegen der Größe des Sensors Deiner Vollformatkamera kannst Du auch mit nur einem Objektiv zurechtkommen; ich habe das Zoomobjektiv (Canon EF 24-105mm) am Häufigsten benutzt und kann damit auch einen Sonnenuntergang oder -Aufgang gut in Szene setzen. Damit kann ich fast alle Motive in Venedig fotografieren.
Ich hatte bei der letzten Tour auch ein Weitwinkelobjektiv (Canon EF 16-35mm) bei mir, und selten habe ich die 16mm wirklich gebraucht. (Dafür kam er in den Alpen auf der Rückfahrt gut zum Einsatz, aber das ist eine andere Geschichte.)
In Venedig fotografieren – Sonstige Tipps
Ein kleines und leichtes Stativ für nächtliche Spaziergänge ist nicht schlecht, behelfsmäßig kann man auch Geländer, Treppenstufen o.Ä. nutzen.
Möchtest Du die Stadt ohne Menschen fotografieren, kannst Du tagsüber auf einen Graufilter und Einsatz eines Stativs zurückgreifen. Bei Hochsaison kann es dennoch schwierig sein, ein klares Bild ohne Farbstreifen und Leuchtspuren zu haben. Eine gute Möglichkeit, die Touristenmassen nicht auf deinen Bildern zu haben, ist, bei Sonnenaufgang schon unterwegs zu sein und so die Stadt beim Aufwachen zu fotografieren; viele Touristen kommen nämlich vom Festland und sind noch auf den Weg zur Lagunenstadt, die Anwohner frühstücken noch, und nur wenige Menschen sind zusammen mit dir auf den Straßen.
Willst Du von den höchsten Punkten der Stadt fotografieren (Markusturm, Glockenturm von San Giorgio uvm.), kann es sich für dich lohnen, ein Teleobjektiv mitzunehmen. Mit dem Canon 75-300mm kann ich alle Wünsche an Bildvergrößerung trotz hoher Blendenzahl erfüllen.
Wichtig
Venedig ist, trotz seines städtischen Charakters, im Meer auf Inseln gebaut und vom Meer umgeben. Hohe Luftfeuchtigkeit und Meeresluft mit hohem Salzgehalt können deine Kamera schädigen. Deswegen achte darauf, deine Kamera zu schützen und gut zu pflegen.
Die appetitlichen Essensangebote, die überall präsent sind, sorgen bei mir dafür, dass meine Hände selten wirklich sauber sind, und oft hinterlasse ich lästige Abdrücke auf Kamera und Objektiv. Aus diesem Grund habe ich – leider nicht immer – Taschentücher, Feuchttücher oder Desinfektionstücher mit mir, damit ich nach einem Leckerbissen wieder saubere Hände habe und mir keine Sorgen machen muss, die Linse damit zu verschmieren.
Generell sind in Italien die Steckdosen Typ-F noch nicht überall verbreitet; stattdessen ist man häufiger mit dem Typ-L konfrontiert. Für solche Fälle habe ich einen passenden Adapter dabei.