Von Höhen und Tiefen eines Drohnenflugs – ein sehr ehrlicher Erfahrungsbericht | Teil 1

Eine Liebesgeschichte

In diesem ersten Teil meines Erfahrungsberichts erzähle ich Dir, wie meine ersten Erfahrungen mit der DJI Spark waren, und zeige Dir einige Aufnahmen, die ich damit gemacht habe. Du findest den zweiten Teil des Berichts samt Drohnenabsturzvideo hier: Von Höhen und Tiefen eines Drohnenfluges – Teil 2.

Der Anfang

Ich bin schon immer ein großer Fan von Drohnen gewesen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie groß meine Vorfreude auf die GoPro Karma bei deren Ankündigung gewesen war und ebenso groß war meine Enttäuschung, als der Release immer wieder verschoben wurde.

Mit dem Aufstieg der chinesischen Firma DJI wurde mein Interesse noch größer und im Frühjahr 2019 entschied ich mich dazu, eine kleine DJI Spark zu kaufen. Ich gab bei Idealo meinen Wunschpreis für das All-inclusive-Paket – auch Fly More Combo genannt – ein, ein paar Wochen später wurde dieser erreicht und ich konnte mich damit rühmen, endlich eine Drohne zu besitzen.

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Dieser Ehrentitel war dennoch lange Zeit unverdient, denn die Drohne packte ich tatsächlich erst im März 2020 aus: Fast ein Jahr lang verweilte sie in der Originalverpackung, sei es, weil ich mit meinem fragwürdigen Halbwissen der Rechtslage zu unsicher war, weil ich in jedem Urlaub viel mit dem Mountainbike unterwegs war oder weil ich nicht zusätzlichen “Ballast” mitnehmen wollte und als der Winter 2019 kam, war es mir schlichtweg zu kalt draussen. (Du merkst schon, im Ausreden Finden bin ich auch bewandert.)

Der erste Drohnenflug

Als es wieder wärmer war, die Murmeltiere aus ihrem Bau herauskamen und Corona langsam zur globalen Bedrohung erklärt wurde, packte ich die Drohne aus, machte mich mit den unzähligen Paragraphen und Gesetzen vertraut, schloss sowohl die vorgeschriebene Drohnen-Haftpflichtversicherung als auch die von DJI angebotene Care-Versicherung ab und freute mich, die Welt von oben entdecken zu können.

Doch die ersten Flüge waren gar nicht so spannend, wie ich mir gewünscht hatte. Ich testete die Drohne auf dem Land und bis auf spärlich platzierte Bäume zum Erosionsschutz, unspektakuläres Getreide sowie Rapsfelder war auf den Aufnahmen wenig zu sehen. Ich war dennoch weiterhin motiviert: Schließlich wollte ich erst mit dem Gerät sicher umgehen können, bevor ich mich an halsbrecherische Manöver zwischen Hochhäusern oder im Wald auf der Suche nach Berglöwen und Luchsen heranwagen würde. So lautete zumindest mein Plan.

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Die DJI Spark-Drohne beim Unboxing und erstem Laden

Auch das Auge isst mit

Aber es kam anders. Und zwar nicht, weil Corona mir einen Strich durch die Rechnung machte und meine zwar im Geist vorhandenen, doch nicht umsetzungsreifen Welterkundungspläne torpedierte, sondern weil meine “Action”-Touren schlichtweg zu langweilig waren. Klar, die Aufnahmen im Wald aus der Vogelperspektive sind nicht übel, aber selbst ich kann die jeweilige Bäumeanhäufung auf dem Bildschirm nicht länger als 20 Sekunden anschauen.

Die kurze Flugdauer der DJI Spark und der stolze Preis der Zusatzakkus schreckte mich weiterhin ab, die Drohne mit in den Urlaub zu nehmen. Ein Dutzend Minuten Flugzeit – den nominellen Wert von 16 Minuten habe ich bei meinen Flügen nie erreichen können – und die recht holprige Bewegungen der Drohne waren ein Dorn in meinem Auge, um die Drohne mit im Gepäck zu haben. Ich war noch zusätzlich ein wenig von der aus meiner Sicht mittelmäßigen Kamera, die für Fotos und Videos nicht der Hit ist, dem zwei- statt drei-Achsen-Gimbal und und und enttäuscht.

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(Außerdem kommen die jeweiligen rechtlichen Beschränkungen des besuchten Landes noch ins Spiel, die den Einsatz der Drohne zusätzlich unattraktiv machen, wenn zum Beispiel in Venedig die Drohne nur abseits der Stadt, sowie abseits der Kanäle und weiteren Wasserrouten fliegen darf, und dann auch nur in sehr geringer Höhe.)

Das führte dazu, dass ich die Drohne nur dann mitnahm, wenn ich eh kein Abenteuer im Programm hatte; hier und da eine Wanderung in den Alpen, mal in Landshut über der Burg Trausnitz fliegend den Dom gefilmt, aber mehr auch nicht.

Mehr “spannenden” Videos von meinen Flügen findest Du übrigens auf Youtube.

Keine Klettertsteigpassagen in den Dolomiten, keine Aufnahmen von Venedig, keine Mountainbikefahrten und erst recht keine anderen beeindruckenden Sportarten. Da konnte ich die begrenzten technischen Spezifikationen der Drohne so sehr dafür verantwortlich machen, wie ich wollte; meine aufgenommenen Videos waren fade, weil ich schlicht und ergreifend nichts Spannendes gefilmt hatte – als ob ich mit einer besseren und kostspieligeren Drohne die monotonen Aufnahmen hätte aufpeppen können!

Und dann kam die Wende…

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung – angeblich. Und so kam es dazu, dass ich versuchte, die Landschaftsaufnahmen aus der Luft professioneller zu gestalten, mich mit vielen mir noch unbekannten Adobe Premiere Pro-Features beschäftigte und Rat von Google einholte, wie ich besser werden konnte. Mein Kopf wurde regelrecht von Hinweisen, Tipps und Vorschlägen überflutet: Von gecrackten DJI-Apps, die eine ruckelfreie Steuerung der DJI Spark ermöglichen, bis hin zu Videobearbeitungsfunktionen, die durch die zeitliche Ausdehnung oder Kompression des Videos Spannung erzeugen sollten.

Für jedes scheinbare Problem – selbst für welche, die mir noch nicht bewusst waren -, gab es eine Lösung, die für nur wenig Geld zu haben wäre. Das war mir allerdings zu viel: Ich wollte doch nur die Drohne fliegen, Spaß haben und ein passables Ergebnis präsentieren können. Ich beschränkte mich also auf Adobe Premiere Pro als Videobearbeitungsprogramm und beherzigte einige Tipps beim Fliegen, die ich in Youtube-Videos gefunden hatte. Hier eine kleine Auswahl, bezogen auf die Spark:

Ich flog die Drohne über unberührte Wälder, jungfräuliche Gipfel und verschneite Landschaften, weiterhin mit mäßigen Ergebnissen. Eine Aufnahme in den Bergen forderte sogar ein Blutopfer, als ich meine Begleitung bat, die Drohne auf ihrer Hand landen zu lassen. Dabei vergaß ich, sie darauf hinzuweisen, dass es sehr wichtig sei, die Hand ausgestreckt und gerade zu halten, die Drohne würde automatisch darauf landen. Als die Maschine im Landeanflug war, griff sie zum Drohnenkörper, um ihn festzuhalten.

Und es kam, wie es kommen sollte, zumindest nach Murphys Gesetz: Ein Finger rutschte zu weit nach oben und dessen Spitze wurde vom Rotor erwischt, Blut strömte aus der verletzten Hand, die Drohne fiel zu Boden und rutschte Richtung Abhang.

Zuerst wurde der Finger versorgt: Trotz des tiefen Schnitts war glücklicherweise nichts abgetrennt worden. Wir versorgten die Wunde, so gut wir konnten und machten uns auf den Weg zurück. Die Drohen konnte ich noch einsammeln, sie war zwar ein gutes Stück heruntergerutscht, dennoch war sie noch relativ reicht erreichbar und anscheinend noch in einem guten Zustand. Zurück in der Hütte wurde der Finger gereinigt, desinfiziert und bandagiert, nachdem die Blutung seit einigen Minuten aufgehört hatte. Nach dieser Erfahrung benutzte ich die Drohne lange Zeit nicht mehr.

Ich ließ mich dennoch nicht entmutigen: Schließlich ist ja alles eine Sache der Erfahrung. Mein Liebäugeln mit der Mavic Air 2 blieb auch nur ein kurzer Flirt aus großer Entfernung, da ich erst die Spark verkaufen wollte, um den nächsten Quadrocopter zu erwerben.

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