Kategorie: Reisen

  • In Italien Kaffee bestellen und trinken – eine (pseudo-)wissenschaftliche Analyse und 3 hilfreiche Survival-Tipps

    Der Titel dieses Blogartikels klingt sehr anmaßend, ich weiß. Dabei warst Du bestimmt schon öfters südlich der Alpen und hast erfolgreich den gewünschten koffeinhaltigen Getränk bekommen, den Du bestellt hattest.

    Warum also dieser Text? Einerseits möchte ich die Auffälligkeiten, die mir als “Zuagroasten” in Bayern bei meinen sporadischen Italienreisen ins Auge fallen; andererseits finde ich es hilfreich, sich wie die Einheimische zu verhalten, um mit ihnen leichter in Kontakt zu treten und nicht sofort als Tourist abgestempelt zu werden.

    Denn ob Du es glaubst oder nicht, es gibt ein umfangreiches Protokoll dafür, wie in Italien Kaffee bestellt wird. Da ich Italien mit zwölf Jahren verlassen habe, ist es verständlich, dass ich mich damals noch nicht für Kaffee und dessen unausgesprochenes Verhaltensregelwerk interessiert habe. Deswegen war es für mich umso spannender, zu beobachten, wie meine Landsleute welchen Kaffee wann bestellen, da das ganze Prozedere keine Selbstverständlichkeit für mich war.

    Dabei haben die vielen Verhaltensregeln tatsächlich etwas sehr Folkloristisches an sich und gehören in Italien zum alltäglichen Sozialverhalten dazu. Denn in den eigenen vier Wänden herrscht nämlich ein ganz anderer Kodex, auch weil dort der Kaffee meistens in einer Kaffeekanne (im Italienischen: Bialetti, Caffettiera oder Moka) zubereitet wird. Deren Möglichkeiten sind begrenzt und so gibt es normalerweise entweder den Moka-Kaffe pur oder mit Milch, unabhängig von der Uhrzeit.

    Im Folgenden findest Du meine Beobachtungen wieder, die auch als flexibler Leitfaden dienen können, um in Italien Kaffee wie ein Italiener – oder eine Italienerin – zu bestellen.

    In italien kaffee bestellen, in Italien kaffee bezahlen, zum schluss caffè corretto, wann trinke ich welchen Kaffee. in italien kaffee trinken, kaffeesorten in italien mit aufgeschäumter Milch. Caffè Espresso: Klassischer und einfacher italienischer. Caffè Macchiato: Espresso mit aufgeschäumter Milch. Cappuccino: das bekannteste italienische Getränk. doppeltem Espresso mit aufgeschäumter Milch. Latte Macchiato: einfacher Espresso mit Milch im Glas. Caffelatte: Cappuccino ohne Schaum. Caffè Decaffeinato: entkoffeinierter Kaffee. Caffè Lungo, caffé doppio, Caffè Marocchino. Caffè Corretto: mit einem Schuss Alkohol - Grappa, Sambuca,  Brandy. 
Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Zu einem üblichen Frühstück gehören in Italien Kaffee und Süßgebäck. Hier eine hausgemachte Ciambella in Venedig.

    Der Ursprung meines Interesses an Kaffee

    Die Internalisierung der Kaffeekultur erfolgt unter den Jugendlichen in Italien in den Teenagerjahren. Bei meinen italienischen Altersgenossen konnte ich nämlich im Laufe meiner Beobachtungen zwei Verhalten ausmachen, die sich erst in der Pubertät entwickeln: Sich mit Freunden zum Aperitif zu verabreden und in den beliebtesten Cafés der Stadt zu treffen und wie die Erwachsenen dort Kaffee trinken.

    Dieser Sozialisation wurde ich in Deutschland nie ausgesetzt, deswegen bekam ich von der italienischen Kaffee-Etikette kaum etwas mit. Meine wenigen Erfahrungen mit Kaffee als Kind beschränkten sich auf das Schlürfen vom Cappuccino-Milchschaum, und das führte öfters dazu, dass ich als Zehn- und Elfjähriger schon mal Cappuccino nachmittags bestellte. (Kein Wunder, dass ich Jahre später in Deutschland landete.)

    Erst mit Beginn des Agrarwissenschaftsstudiums wurde meine Neugier bezüglich Kaffee geweckt, als ich eine Lehrveranstaltung besuchte, die sich mit dem Anbau von Kaffee und Kakao beschäftigte. Ich war schnell von der Wissenschaft, die hinter der Produktion von einem scheinbar simplen Heißgetränk steht, begeistert!

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    Bialetti ist wohl die berühmteste italienische Firma, die Moka-Kaffeemaschinen erstellt und in die ganze Welt exportiert.

    Die Kaffeesorten in Italien

    Beginnen wir mit den Kaffee(-getränk-)sorten in Italien. Wenn Du gerne Kaffee in den vielen Kettenfilialen wie Starbucks, Coffee Fellows usw. trinkst, wirst Du ein eine umfangreiche Kaffeekarte gewohnt sein, die nicht selten bis zu zwanzig Einträge aufweist.

    In den meisten italienischen Cafés dagegen ist die Auswahl deutlich kleiner. Dort sind vorwiegend folgende Getränke zu finden.

    Falls Du Dich für Kaffee und seiner Geschichte interessierst, kann ich Dir folgende Bücher empfehlen:

    The World Atlas of Coffee: From Beans to Brewing – Coffees Explored, Explained and Enjoyed

    In The World Atlas of Coffee: From Beans to Brewing – Coffees Explored, Explained and Enjoyed* werden die Ursprünge, die Anbaugebiete, die Ernte und jeden Schritt des Produktionsprozesses sehr gut erläutert und die Kaffeepflanze sowie die verschiedenen Sorten anschaulich erklärt. Der Weg von der Bohne bis zur Tasse sowie alle Möglichkeiten des Röstens und Brühens werden detailliert beschrieben.

    Kosmos Kaffee

    Das Buch Kosmos Kaffee* ist die Begleitlektüre der Sonderausstellung »Kosmos Kaffee« des Deutschen Museums aus dem Jahre 2019, bei der eine Freundin von mir mitgewirkt hat. Dieses Werk durchleuchtet das vielseitige Getränk aus einer wissenschaftlichen und zugleich sinnlichen Perspektive und nimmt Dich mit auf eine genussvolle und überraschende Reise durch den “Kosmos Kaffee”.

    Caffè

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    Ein einfacher Espresso, der in einer fingerhutgroßen Tasse serviert wird. Manchmal gibt es den Espresso auch im Glas; einerseits weil Wert auf eine ansehnliche Präsentation gelegt wird, andererseits weil der Caffé so schneller kühlt und eher trinkbar ist. Dazu gibt es einen winzigen Löffel und Zucker, und wenn Du wirklich Glück hast, bekommst du auch noch einen kleinen Keks.

    Das Wort “Espresso” wird von den Italienern normalerweise nicht benutzt, um in Italien Kaffee zu bestellen – denn sie ist eher die Bezeichnung für die Kaffeezubereitung an den großen Siebträgermaschinen und nicht für das Getränk selbst. Deswegen sagen die Italiener dazu einfach nur “un caffè”.

    caffè doppio

    Ein Wort zum doppelten Kaffee: Wenn Du einen doppelten Espresso (“caffè doppio“) möchtest, empfehle ich Dir, stattdessen zwei einfache Caffé nacheinander zu bestellen. Erstens neigen die Einheimischen nicht dazu, einen Doppio zu trinken, andererseits steht der doppelte Kaffee auch doppelt so lange in der Tasse; da trinke ich lieber zwei frisch gemachte italienische Caffè.

    Caffè lungo

    Ein Caffè lungo enthält etwas mehr Wasser: Das mildert die Intensität des Espressos ab und ich kann ihn etwas länger schlürfen. Auch dieser Kaffee kommt in der winzigen Tasse, die nun aber randvoll ist.

    Caffè ristretto

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    Ein Caffè ristretto ist das Gegenteil von einem Caffè lungo: Ein verdichteter Kaffee, der alles andere als mild schmeckt. Es wird kaum Wasser verwendet – gut für die Umwelt! -, aber die Koffeinkonzentration ist sehr hoch. Das ist nichts für mich.

    Caffè Decaffeinato

    Der Caffè decaffeinato eignet sich für diejenigen, die nicht auf einen guten Kaffee verzichten möchten, ihn aber lieber entkoffeiniert trinken.

    Caffè d’orzo

    Caffè d’orzo, italienisch für “Gerstenkaffee” und oft abgekürzt zu einfach orzo, oder Gerstenkaffee ist ein koffeinfreies, geröstetes Getreidegetränk, das aus gemahlener Gerste hergestellt wird. Es handelt sich um ein espressoähnliches Getränk, das, wenn es direkt aus gerösteter Gerste zubereitet wird, problemlos in typischen Espressomaschinen und Kaffeemaschinen zubereitet werden kann.

    In Italien wird Caffè d’Orzo in traditionellen italienischen Espressomaschinen in Cafés zubereitet. Italienische Familien neigen stattdessen dazu, ihn mit einer Orziera zuzubereiten, einer speziellen Moka-Kanne, die für Gerste geeignet ist.

    Der Caffè d'orzo enthält trotz des Namens gar keinen Kaffee, sondern nur Gerste, und ist glutenfrei.

    caffè macchiato

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    Ein Caffè macchiato ist im Grunde ein Espresso mit einem Schuss Milchschaum, natürlich in der kleinen Tasse serviert.

    Caffè Latte

    Ein Caffè latte ist ein Milchkaffee, also ein caffè in großer Tasse mit kalter Milch.

    Cappuccino

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    Cappuccino in Italien wird zwar meistens ohne Schaumfiguren serviert, aber manchmal finde ich doch einen Barista, der ein wahrer Künstler ist.

    Wahrscheinlich das Lieblingsgetränk der Deutschen im Urlaub, egal in welchem Land. Ein Cappuccino ist die perfekte Kombination aus Espresso und Vollmilch, die zu einem Schaum aufgeschäumt wird.

    Cappuccino wird in einer Einheitstasse serviert: Es gibt keinen großen oder kleinen, außer an von Touristen stark besuchten Orten. Erst kommt der Kaffee in die Tasse, und später die Milch. Weil der Milchschaum etwas schwerer ist als die Creme vom Espresso, hebt dieser sie hoch und bietet die Möglichkeit, die Kombination aus weißem Hintergrund und hellbrauner Oberfläche als Zeichenfläche zu nutzen.

    Die wahre Kunst besteht darin, einen halbfesten und gleichmäßigen Schaum zu erzeugen. Dann können die Baristas sich beim Zeichnen von Figuren darin austoben; die Begeisterung und Leidenschaft dafür geht inzwischen so weit, dass jährlich Latte Art Meisterschaften in aller Welt stattfinden.

    latte macchiato

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    Die Besonderheit des Latte Macchiato sind die vielen farbigen Schichten, die von der erwärmten und aufgeschäumten Milch herrühren.

    Das ist die umgekehrte Variante eines Cappuccino: Milch mit einem Schuss Espresso. Wichtig ist hierbei die Reihenfolge, wie Milch und Kaffee vermengt werden. Nämlich wird in Italien erst der Milchschaum ins Glas – ja, Latte Macchiato wird immer im Glas getrunken – gegossen, und erst dann kommt der Kaffee.

    Und was ist mit all den Geschmacksrichtungen und pflanzlichen Milchsorten?

    Inzwischen ist es in Italien nicht nur leicht, pflanzliche Milchersatzprodukte zu finden, sondern sie sind soweit vollständig akzeptiert. Schaum aus Sojamilch ist außerdem kaum von dem aus Kuhmilch zu unterscheiden; nur der Barista wird Dein Geheimnis kennen.

    Wenn Du etwas Zucker in Deinem Kaffee möchtest, dann nimm einfach Zucker. Haselnuss-, Vanille- und andere künstliche Aromen sind die Domäne von Starbucks und Co.

    Und zum Schluss: Caffè corretto

    Vielleicht freust Du Dich, zu erfahren, dass das einzige Mal, in dem es akzeptabel ist, den eigenen Kaffee zu strecken, die Zugabe von Schnaps ist.

    Wenn es etwas für Dich ist, bestelle einen Caffè corretto (auf Deutsch: “korrigierter Kaffee”). Doch auch hier gibt es einige Regeln. Die beiden wichtigsten alkoholischen Getränke, um dem Kaffee in Italien eine feine Note zu verleihen, sind Brandy oder Grappa.

    Einige Worte der Warnung. Erstens wird der Schnaps in einem eigenen Glas in voller Größe geliefert, das Du dann normalerweise in Deinen Kaffee tunkst. Zweitens: Caffè corretto wird oft in der Früh getrunken.

    Wann trinke ich in Italien Kaffee – und welchen überhaupt?

    Normalerweise wird in Cafés zum Kaffee auch ein Glas Wasser angeboten, manchmal muss ich jedoch extra danach fragen.

    Zu wissen, welcher Kaffee zur Auswahl steht, ist nur die halbe Miete. Es ist nämlich noch wichtig, zu wissen, wann welcher Kaffee angebracht ist. Du weißt sicherlich, dass die Bestellung eines Cappuccinos nach dem Mittagessen das modische Äquivalent zum Tragen von Socken und Sandalen ist. (Dabei ist ein Cappuccino immer lecker, egal zu welcher Tageszeit.)

    Eine sehr einfache Faustregel lautet: In Italien wird nicht ab Mittag keinen Kaffee bestellt, der Milch enthält. Das ist im Großen und Ganzen auch die einzige Regel, die von Sizilien bis zu Südtirol eingehalten wird.

    Es ist dennoch nicht verboten, ein Cappuccino am Nachmittag zu bestellen. Es gleicht dennoch einem Outing als nicht ortskundiger Tourist in einem fremden Land. 

    Hier meine besten Tipps, um erfolgreich und wie ein Einheimischer Kaffee zu bestellen

    Wie kann ich in Italien Kaffee bestellen?

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    Zum Vergleich hier die Tassen für Cappuccino und Espresso nebeneinander unter einer Siebträgermaschine.

    Was nun noch fehlt, ist die eigentliche Bestellung.

    Die Italiener trinken ihren Kaffee immer noch in (neuen) altmodischen Bars und haben noch keinen Geschmack an hippen Coffee Shops des 21. Jahrhunderts gefunden. Solche Bars sind leicht daran zu erkennen, dass sie von Menschen gesäumt sind, die an einer winzigen Tasse starken Kaffee nippen.

    Viele Bars bieten keine Tischbedienung an. Deswegen ist es notwendig, dass du ins Getümmel stürzt; gestikuliere, hebe die Hand, errege die Aufmerksamkeit des Barista oder der Bedienung, warte, bis Du Blickkontakt mit ihnen hast, und schreie Deine Bestellung selbstbewusst heraus.

    Wie man in Italien Kaffee bezahlt

    Ich weiß, ich weiß. Du denkst: Claudio, Du spinnst. Ich weiß, wie man einen Kaffee bezahlt, und in Italien wird das ja auch nicht anders als in Deutschland sein. Doch so einfach ist das in Italien nicht.

    In vielen italienischen Bars erhältst Du bei der Bestellung deines italienischen caffès einen kleinen Zettel, der als Rechnung dient. Dann bekommst Du Deine Bestellung und wenn Du dann fertig sind, bezahlst Du beim Barmann oder Kassierer.

    In manchen Fällen bezahlst Du jedoch im Voraus bei der Bestellung. Wenn das Lokal etwas größer ist, bestellst Du Deine Getränke an der Kasse, bezahlst den Kassierer und mit dem Beleg gehst Du zur Bar und sagst dem Barkeeper, welche Getränke Du haben möchtest, falls diese nicht auf der Beleg ausgewiesen sind.

    Woher weiß ich, ob ich an der Bar oder an der Kasse bezahlen muss? Dafür habe ich einen simplen Tipp: Normalerweise bleibe ich eine Minute stehen, beobachte die Einheimischen bei ihren Bestellung und tue es ihnen gleich. Im schlimmsten Fall bestellst Du Dein Getränk und bekommst gesagt, dass Du erst bezahlen müssen.

    Wie ich in Italien Kaffee trinke

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Auf dem Reisefotografieblog von Claudio Salvati Photography.
    Das war ein gelungenes Frühstück in meiner Lieblingskaffeerösterei in Venedig, der Torrefazione Cannareggio.

    Lass uns rekapitulieren: Du weißt, welchen Kaffee Du trinken willst und Du hast bereits herausgefunden, wann und wo bezahlt wird. Mit dem Kaffee in der Hand möchtest Du dich hinsetzen und an Deinem Getränk nippen, korrekt?

    Falsch gedacht, denn Kaffee für Italiener ist ein schnelles Getränk, das Du im Stehen an der Theke zu Dir nimmst. Für mich ist das Genießen eines Kaffees oft ein Moment, in dem ich mich erhole, den leckeren Geschmack auskoste und die Menschen um mich herum beobachte. Zwar bieten viele Cafés in Italien einen Sitzplatz, vor allem in touristischen Gegenden, aber das ist nicht die Art der Einheimischen.

    An der Theke bzw. am Tresen spielt sich das Leben der Bevölkerung, die auf dem Sprung ist und zwischen dem einen und anderen Termin sich einen kleinen koffeinhaltigen Genuss gönnt. Manchmal sehe ich dennoch ältere Zeitgenossen, die an einem kleinen Tisch in einer Ecke sitzen und entweder animierte Diskussionen über das laufende Fußballspiel führen, oder die sich vielsagend anschweigen und an ihrem sehr italienischen Kaffee nippen.

    Fazit

    Es wird als inakzeptabel angesehen, nach dem Mittagessen Kaffee und Milch zu mischen, aber es ist völlig in Ordnung, sich zum Frühstück einen Schnaps zu genehmigen. Großartig!

    Mehr Beiträge zu meinen italienischen Lieblingsorten findest Du hier.

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  • Die Schönheit von Santa Teresa di Gallura – Sardinien

    Im äußersten Norden Sardiniens gelegen, ist das Meer der unbestrittene Mittelpunkt von Santa Teresa di Gallura. Es ist ein kleines Küstendorf mit rund 5.000 Einwohnern, deren Zahl sich im Sommer mit der Ankunft von zehntausenden Urlaubern und Touristen vervielfacht, wodurch der Ort mit Aperitifs in trendigen Lokalen und Livemusik belebt wird.

    Obwohl es in der Hochsaison ziemlich voll ist – und ich bin deswegen auch froh, dass mein Großvater eine kleine Ferienwohnung auf Capo Testa und nicht in Santa Teresa hatte -, ist dies zweifellos eines der authentischeren und farbenfroheren Dörfer Sardiniens und sicherlich weit entfernt von den eher verschwenderischen Resorts anderswo an der Costa Smeralda.

    Die Stadt an der Nordküste Sardiniens hat einen wunderschönen Hafen und eine atemberaubende Lage direkt am Meer, ist aber auch eine historische und lebendige Stadt. Es stimmt, Santa Teresa di Gallura ist eine beliebte Touristenstadt mit vielen Cafés und schicken Bars mit Live-Musik.

    Tatsächlich ist auch das kulinarische Angebot besonders beeindruckend, und wie zu erwarten, bieten die meisten Restaurants Meeresfrüchte- und Fischgerichte, Pasta, Pizza sowie eine Reihe von lokalen sardischen Gerichten.

    Santa teresa di gallura ist ein kleines Küstendorf, oft auch Santa teresa gallura gennant, in der Provinz von olbia-tempio, Sardegna. Früher gehörte es zum Landkreis von Sassari, Sardinien. Wahrzeichen der Stadt ist die Torre di longosardo und der Strand Santa reparata. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Der Longosardo-Turm (“torre di longosardo”), der den Eingang zum Hafen von Santa Teresa Gallura bewacht und vom gegenüberliegenden Korsika noch gut sichtbar ist.

    Die Geschichte Von Santa Teresa di Gallura

    Der 1808 von König Vittorio Emanuele I. gegründete und nach seiner Ehefrau Maria Teresa von Österreich benannte Ort Santa Teresa ist einer der bekanntesten Badeorte im Norden Sardiniens.

    Elegante Gebäude in Pastelltönen säumen die Hauptstraße, die zur Kirche San Vittorio und dem zentralen Platz führt, der der Mittelpunkt des Stadtlebens ist. Kleine Boutiquen, Nachtclubs, Cafés und einladende Geschäfte finden sich in der historischen Altstadt, die im Sommer dank Ausstellungen, Veranstaltungen und Shows noch lebendiger ist.

    Wenn Du in Richtung Meer gehst, kommst du zum imposanten Longosardo-Turm, der auf das sechzehnte Jahrhundert zurückgeht und auf Befehl von Philipp II von Spanien erbaut wurde. Er ist der größte von den Spaniern auf Sardinien erbaute Turm und dominiert das Panorama mit Blick auf Korsika und den La Maddalena-Archipel. Dies ist ein symbolträchtiger Ort in Santa Teresa, wo ein Urlaubsfoto mit Mitreisenden ein Muss ist!

    Seit einigen Jahren ist der Turm für die Öffentlichkeit geöffnet und von oben ist der Blick sowohl auf Korsika als auch auf das Inland fantastisch. Wichtig ist, dass Du für Deinen Besuch einen klaren Tag ohne Dunst, damit die Berge Korsikas gut sichtbar sind. 

    Der touristische Hafen der Stadt ist einer der wichtigsten der Gallura und verbindet die Insel dank der Fährverbindung Santa Teresa – Bonifacio mit dem nahen Korsika.

    Santa teresa di gallura ist ein kleines Küstendorf, oft auch Santa teresa gallura gennant, in der Provinz von olbia-tempio, Sardegna. Früher gehörte es zum Landkreis von Sassari, Sardinien. Wahrzeichen der Stadt ist die Torre di longosardo und der Strand Santa reparata. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Vom nördlichsten Punktes des renommierten Ferienorts von Sardinien, Santa Teresa Gallura, aus, erscheint Dir der zauberhafte ‘weiße Sand’: Dies wird eine unauslöschliche Erinnerung Deines Urlaubs sein, in den Du am Ende eines langen und ‘süßen’ Abstiegs eintauchst.

    Aktivitäten in Santa Teresa di Gallura

    Die Strände sind sicherlich der Hauptgrund der Beliebtheit von Santa Teresa di Gallura, vor allem weil Du die Möglichkeit hast, Dich Tag für Tag von einem Strand zu einem anderen zu bewegen und je nach Wetter, Wind, Menschen oder einfach nach Lust und Laune die eine oder andere Bucht zu genießen.

    Der Hauptstrand des Ortes ist La Rena Bianca, der am einfachsten und am schnellsten zu erreichen und etwa 700 Meter lang ist. Er bietet einen fantastischen Blick auf den Turm von Longosardo.

    Die korsische Küste ist gute 15 Kilometer entfernt, und an klaren Tagen kann man nicht nur die Kalksteinklippen von Bonifacio sehen, sondern auch die korsischen Berge. 

    Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen weißen Sandstrand, der aufgrund zahlreicher Korallenfragmente rosafarbene Töne aufweist. Das Wasser dagegen zeigt alle möglichen Blautöne und fällt sehr sanft ab, was La Rena Bianca zu einem der beliebtesten Strände für Familien mit Kindern macht.

    In Santa Teresa di Gallura mangelt es nicht an Geschäften für jeden Bedarf: Typische Produkte sind vor allem Leinenstoffe, Korkwaren, leckere Lebensmittel, vor allem Käse, Weine und traditionelle Süßigkeiten, aber es gibt auch Geschäfte für Teppiche, Keramik, Haushaltswaren und wie in jedem anderen touristischen Ort findest Du problemlos Sportbekleidungsgeschäfte, Buchhandlungen usw.

    Jeden Donnerstagmorgen kannst Du durch die Stände des Marktes von Santa Teresa di Gallura schlendern und die kulinarischen Schätze Sardiniens entdecken: Käse: Pecorino, Zucchetta, Peretta... Olivenöl, Süßgebäck: Papassini, Formagelle, Amaretti... Selbst Eisenwaren, einschließlich einer Maschine zur Herstellung frischer Nudeln, Lederwaren und Kleidung sind immer vorhanden. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Jeden Donnerstagmorgen kannst Du durch die Stände des Marktes von Santa Teresa di Gallura schlendern und die kulinarischen Schätze Sardiniens entdecken: Käse: Pecorino, Zucchetta, Peretta… Olivenöl, Süßgebäck: Papassini, Formagelle, Amaretti… Selbst Eisenwaren, einschließlich einer Maschine zur Herstellung frischer Nudeln, Lederwaren und Kleidung sind immer vorhanden.

    Ein guter Ort zum Einkaufen ist der wöchentliche Markt, der donnerstags morgens im Dorfzentrum in der Nähe der Post und des Busbahnhofs abgehalten wird: Dort findest Du frisches Obst und Gemüse, die unvermeidlichen sardischen Süßigkeiten, lokal hergestellten Käse, Kunsthandwerk, Gebrauchtwaren und Modeschmuck.

    Das Nachtleben in Santa Teresa di Gallura ist sehr vielfältig und es gibt zahlreiche Diskotheken und Strandbäder, in denen man bis zum Morgengrauen tanzen kann, vor allem in der Nähe des Wassers, mit herrlichem Blick auf die Bocche di Bonifacio, den Maddalena-Archipel usw., aber auch in abgelegenen Gegenden, oft in der Nähe von Dörfern und Hotelanlagen, wenn nicht direkt dort.

    Im Sommer wird Santa Teresa di Gallura mit Veranstaltungen sowie Musik-, Essens- und Weinfestivals belebt. Unter der sehr großen Auswahl an kulturellen und kulinarischen Aktivitäten ist das am meisten erwartete Ereignis das Musica sulle Bocche, ein internationales Jazzfestival, das fantastische Musik mit der atemberaubenden Landschaft von Capo Testa verbindet.

    Jedes Jahr im August wird die schönste Landschaft im Norden Sardiniens zur Kulisse und Bühne für talentierte Künstler, die vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung begeistern und eine unvergessliche Bandbreite an Emotionen an einzigartigen Orten bieten.

    Santa teresa di gallura ist ein kleines Küstendorf, oft auch Santa teresa gallura gennant, in der Provinz von olbia-tempio, Sardegna. Früher gehörte es zum Landkreis von Sassari, Sardinien. Wahrzeichen der Stadt ist die Torre di longosardo und der Strand Santa reparata. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Die Innenstadt von Santa Teresa Gallura ist recht klein; es ist wahrlich ein kleines Dorf mir farbigen Gassen und leckeren Restaurants. 

    Die besten Unterkünfte in Santa Teresa di Gallura

    Diese und noch mehr Hotels in Santa Teresa di Gallura findest Du hier:

    Hotel Corallaro

    Das Hotel Corallaro in Santa Teresa di Gallura ist eins der besten Hotels Sardiniens
    Das Hotel Corallaro in Santa Teresa di Gallura

    Äußerst elegant und sehr stilvoll. Das Hotel Corallaro liegt im historischen Zentrum von Santa Teresa di Gallura und nur 200 Meter vom beliebten Strand Rena Bianca entfernt, außerdem bietet es einen Außenpool und eine Sonnenterrasse mit Meerblick. Die Zimmer wurden kürzlich renoviert und sind im maritimen Stil eingerichtet.

    Hotel La Coluccia

    Das Hotel La Coluccia in Santa Teresa di Gallura ist für Wellness, Spa und Fitness bekannt
    Das Hotel La Coluccia

    Das Hotel Coluccia ist ein wunderschönes Anwesen und liegt 50 m vom Strand entfernt, mit Blick auf die Insel Spargi. Der Schwerpunkt des Hotels liegt auf Wellness in entspannter Atmosphäre, denn das Hotel bietet alles, was das Herz begeht: Fitnessraum, türkisches Bad, Entspannungsbereich, Außenpool mit Sonnenterrasse und Liegestühlen.

    Bed&Breakfast Villa Elena

    Das ruhige Bed&Breakfast Villa Elena in Santa Teresa di Gallura

    Wenn Du lieber nicht direkt im Zentrum von Santa Teresa di Gallura in ruhiger Lage Dich entspannen willst, empfehle ich Dir das Bed&Breakfast Villa Elena: Es liegt an der Ostseite der Hafenbucht und bietet einen fantastischen Blick auf den Hafen, auf die Altstadt von Santa Teresa und auch auf Bonifacio.

    Öffentlicher Nah- und Fernverkehr

    Santa Teresa di Gallura mag zwar ein größerer Dorf sein, dennoch sorgt seine strategische Lage für eine sehr gute Anbindung in das eher fragwürdige öffentlicher Verkehrsnetz Sardinien. Das öffentliche Nah- und Fernverkehr – wobei beide Begriffe in Relation zu Größe der Insel gesetzt werden sollten – decken einen großen Teil der Küstenstraßen und Santa Teresa di Gallura ist ein wichtiger Anlaufpunkt der verschiedenen Transportgesellschaften der Insel.

    Eine ausführliche und detaillierte Übersicht der Linien, die Santa Teresa di Gallura bedienen, findest du auf moovit. Hier ist erst mal eine Liste der vorhandenen Verbindungen mit der jeweiligen Busgesellschaft in Klammern:

    • Sassari – Castelsardo – Badesi – Santa Teresa Di Gallura (ARST)
    • Porto Cervo – Azachena – Palau – Santa Teresa (CARAMELLI TOURS)
    • Fertilia Aeroporto | Alghero – Porto Torres – Castelsardo – Badesi – Santa Teresa di Gallura (DIGITUR)
    • La Marmorata – Santa Teresa di Gallura – Baia Santa Reparata (SARDABUS)
    • Costa Paradiso – Santa Teresa di Gallura – Tempio (SARDABUS)
    • Olbia Aeroporto – Palau – Santa Teresa di Gallura (TURMO TRAVEL)
    • Cagliari – Nuoro – Olbia Aeroporto – Palau – Santa Teresa di Gallura (TURMO TRAVEL)

    Nahverkehr – Von Baia Santa Reparata bis La Marmorata

    Der Strand Rena di Levante, direkt gegenüber dem Rena di Ponente, auf dem Weg zu Capo Testa, Sardinien.
    Der Strand Rena di Levante, direkt gegenüber dem Rena di Ponente, auf dem Weg zu Capo Testa, Sardinien. Diese fantastischen Strände gehören zu den Highlights Sardiniens und sind auf der ganzen Welt wegen ihrer Schönheit und Sauberkeit bekannt.

    Mit den Nahverkehrsmitteln sind viele wunderschöne Orte rund um Santa Teresa di Gallura leider nicht gut erreichbar. Denn schon vor Corona gab es wenige Linien, die die Umgebung bedient haben. Inzwischen habe ich mit großem Bedauern festgestellt, dass nur noch die Linie 108 in Betrieb ist.

    Diese verläuft von Baia Santa Reparata, südwestlich von Santa Teresa, bis zum Strand von La Marmorata, im Westen der Stadt. Diese Linie fährt über das “Colonna Grand Hotel Capo Testa*“, der an Capo Testa nächstgelegene Punkt.

    Es ist von Vorteil, wenn Du eine gute Portion Geduld mitbringst, denn so klischeehaft es auch klingen mag, mit der Pünktlichkeit haben es die dortigen Busfahrer nicht immer. Ich muss allerdings auch hinzufügen, dass die meisten extrem nett sind und mich auch mitgenommen haben, wenn ich nicht an der Haltestelle gewartet habe, sondern schon zu Fuß am Straßenrand unterwegs war.

    Fernverkehr – Sassari, Olbia und sogar Cagliari!

    Capo d’Orso ist ein Kap an der Nordostküste Sardiniens, östlich der Hafenstadt Palau, mit einem markanten Felsen nahe dem Gipfel, der Punta d’Orso, das der Form nach einem Bären ähnelt. Maddalena Lines ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Maddalena Lines ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen. Den Hafen kannst Du leicht mit dem Bus von Santa Teresa Gallura aus erreichen.

    Die etwas fernere Ziele sind deutlich leichter erreichbar per Bus: Die drei größeren Flughäfen des nördlichen Teil der Insel, nämlich Alghero (Ryanair-Stützpunkt), Olbia und Cagliari, sind alle mit Santa Teresa verbunden.

    Außerdem gibt es Verbindungen zu Palau, um mit der Fähre nach La Maddalena zu fahren; der Bus bringt Dich auch nach Costa Paradiso, die ihrem Namen (“Paradiesküste”) alle Ehre macht: Die Küste und die Landschaft dort sind auf jeden Fall eine Reise wert. In diesem Teil der nordsardischen Küste findest Du Sandstrände, ein in der Sonne glitzerndes Meer und einige herrliche, abgelegene Orte zum Entspannen.

    Innerhalb von sechs Stunden kannst Du sogar nach Cagliari, Hauptstadt und südlichster Punkt der Insel, fahren. Dort warten auf Dich der Anfiteatro Romano, das größte römische Bauwerk auf Sardinien aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.. die Kathedrale Santa Maria di Castello, Bischofskirche des Erzbistums Cagliari und ab dem 13. Jahrhundert n. Chr. von den Pisanern im romanisch-pisanischen Stil erbaut, und weitere historische sowie religiöse Bauten, die in der Dichte nirgendwo sonst auf der Insel zu finden sind.

    Was gibt es in der Nähe von Santa Teresa di Gallura?

    Die Bocche di Bonifacio: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltige Klippen von Korsika, Frankreich. Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.
    Die Bocche di Bonifacio: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltige Klippen von Korsika, Frankreich.

    Rund um den Ort liegen weitere bezaubernde Strände: der große, gut ausgestattete Strand La Marmorata, die malerische Cala Sambuco, die reizende Cala Balcaccia und der Strand Santa Reparata, dessen glasklares Wasser und felsige Klippen besonders faszinieren und der wie geschaffen für Schnorchel- und Tauchgänge ist.

    Nach Westen

    Die Lage von Santa Teresa di Gallura erlaubt Dir, nicht nur einen Blick auf die Bocche di Bonifacio zu werfen. Der Ort folgt dem kurvigen Verlauf zweier Buchten: Im Osten ist Porto Longone, der Touristenhafen, und im Westen die Bucht von Rena Bianca, ein strahlender, besonders feiner Sandstrand und nur wenige Schritte vom Hauptplatz des Ortes entfernt. Das glasklare Wasser mit seinen tausenden Farbnuancen wurden schon mehrmals mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichnet.

    Die Blaue Flagge ("Bandiera blu") ist eine internationale Anerkennung, die von der Fee-Gesellschaft ("Foundation for Environmental Education", Stiftung für Umwelterziehung) an Badeorte am Meer vergeben wird, die alle Kriterien für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gebiets erfüllen und so besonders nachhaltig betrieben werden.

    Die interessantesten archäologischen Fundstätten sind nuraghischen Ursprungs: Lu Brandali und Sa Testa. Lu Brandali liegt auf dem Weg nach Capo Testa, Sa Testa ist etwas weiter weg Richtung Olbia.

    Capo Testa

    Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern . Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.
    Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern. Von Santa Teresa di Gallura benötigst Du eine Viertelstunde mit dem Auto oder eine Stunde zu Fuß, um hinzukommen.

    Weiter nach Westen stößt man auf den Felsvorsprung Capo Testa, der Nordspitze der Insel. Capo Testa ist wegen seiner Schönheit ein sehr beliebtes Reiseziel von Einheimischen und Touristen aus der ganzen Welt. Dort sind gigantische Felsformationen mit überraschenden Formen direkt am Meer. Wirklich beeindruckend!

    Am Wall, der die Halbinsel-Landzunge mit dem Festland verbindet, erstrecken sich zwei wunderschöne Strände: Rena di Ponente und Rena di Levante. je nach Wind kannst Du hier auf einem der beiden Stränden immer ruhiges Meer genießen. Vom westlichen Strand gelangt man bis nach Capicciolu (oder „Zia Colomba“-Strand). Hier lag vermutlich die römische Siedlung Tibula und dessen Hafen, von wo aus schwer mit Granit beladene Schiffe abfuhren, der die Paläste des antiken Roms zieren sollte.

    An der Westseite von Capo Testa liegt die zauberhafte Cala Lunga – Valle della Luna, das Wahrzeichen des Kaps: Zwischen den von der Natur geformten Granitwänden verbirgt sich so manche wunderschöne kleine Bucht. Das ist übrigens auch die Kulisse des Festival Musiche sulle Bocche, das beim Mondschein noch spektakulärer ist.

    Nach Osten

    Chiesa di Buon Cammino, Santa teresa di gallura ist ein kleines Küstendorf, oft auch Santa teresa gallura gennant, in der Provinz von olbia-tempio, Sardegna. Früher gehörte es zum Landkreis von Sassari, Sardinien. Wahrzeichen der Stadt ist die Torre di longosardo und der Strand Santa reparata. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Die Kirche Buoncammino (“Chiesa del Buoncammino”), wurde auf einem mittelalterlichen Vorgängerbau errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts vollständig umgebaut. Sie ist nur wenige Kilometer von Santa Teresa di Gallura entfernt.

    Absolut sehenswert ist die Batteria Ferrero und der Semaforo di Punta Falcone, eine Befestigungsruine aus den Unabhängigkeitskriegen des 19. Jahrhunderts mit Artillerieposten, Bunkern, Kasernen und Gruben aus dem zweiten Weltkrieg. Wenn Du mehr erfahren willst, geht es hier zum Blogartikel.

    Wenn Du Santa Teresa di Gallura hingegen in östlicher Richtung verlässt, findest Du die Granitbecken von Valle dell’Erica, der lange Porto LisciaSciumara – ein wahres Surferparadies -, und die friedliche Conca Verde.

    Doch bevor Du Santa Teresa verlässt, empfehle ich Dir, in einem romantischen Pinienhain 3 km vom Ort entfernt, die Kirche Chiesa del Buoncammino zu besuchen, die Anfang des 20.Jh. auf einem mittelalterlichen Bau errichtet wurde und eine mit Kupfer gedeckte Kuppel hat.

    Noch weiter nach Osten liegen Palau und das Maddalena-Archipel. Wenn Du schon mal in Santa Teresa di Gallura bist, empfehle ich Dir, auch den Maddalena-Archipel zu besuchen. Er gehört zu den beliebtesten Reiseziele der Region, auch weil es zu den größten Naturschutzgebieten Sardiniens gehört. Einen Blogeintrag über La Maddalena und die weiteren Inseln des Archipels findest du hier.

  • Reiseplanung: 5 essenzielle Tipps und Tricks für die Planung Deiner Reise

    Reiseplanung findet bei den vielen Reportagen oder Instagram-Stories, die mit wunderschönen Bilder geschmückt sind, selten Anklang und oft wird kaum ein Wort darüber verloren. Dennoch ist sie ein wesentlicher Erfolgsfaktor einer (Foto-)Reise, egal ob Tagesausflug oder ein mehrwöchiger Aufenthalt im Ausland.

    In diesem Post habe ich meine fünf wichtigsten Tipps verfasst, die ich bei der Reiseplanung und -Durchführung immer berücksichtige.

    Preise vergleichen

    Flüge

    Reiseplanung: Flüge. airplane near blue and grey building auf dem Blog Salvati Photography

    Die Preise von Flügen kannst Du auf unzähligen Plattformen vergleichen. Meine Favoriten sind Skyscanner und Momondo, weil ich den Eindruck habe, dass wirklich alle Flugdatenbanken durchsucht werden und ich alles einstellen und filtern kann, worauf ich Lust habe.

    Für Hotels benutze ich hauptsächlich Booking für den besten Preis, die Standortsuche funktioniert bei google etwas besser und kann dann die gefundenen Unterkünfte bei Booking vergleichen.

    Skyscanner

    Momondo

    Booking.com

    Überprüfe die Filtereinstellungen

    Vergiss nicht, auf Umstiege und Flugdauer zu achten: Nicht, dass Du zwar 50 Euro sparst, dafür aber 10 Stunden in einem Flughafen am Ende der Welt auf deinen Anschlussflug wartest. Oder der Flughafen wird zwar einer Großstadt zugeordnet, befindet sich aber über hundert Kilometer von deinem Reiseziel entfernt.

    Gut zu wissen: Der Flughafen Memmingen wird auch München-West genannt, obwohl er 150 Km von München entfernt ist.

    Hotel oder Airbnb?

    Wahrscheinlich hast Du die Frage häufiger zu hören bekommen: Soll ich lieber in einem Hotel übernachten oder lieber über Airbnb eine Unterkunft buchen? Bevor ich die Vor- und Nachteile aus meiner Sicht aufzähle, verrate ich Dir schon mal, dass es mehr Optionen gibt, als nur diese zwei.

    Es ist allerdings gar nicht notwendig, bei Deiner Reiseplanung alles in Vornherein durchzudenken: Es ist dennoch wichtig, dass Du Dir schon mal Gedanken darüber machst, ob du lieber spontan Tag für Tag entscheidest, wo Du schläfst und kurzfristig buchst, oder ob Du lieber schon jetzt alles organisierst, um böse Überraschungen zu meiden.

    Hotel

    Reiseplanung: Hotel. red and brown floral stair carpet auf dem Blog Salvati Photography

    Ich betrachte Hotels (und Pensionen) immer als ein Fels in der Brandung: Wo ich auch immer bin, es ist – zumindest in Europa – immer ein Hotel in der Nähe, das ich schnell mit dem Auto, aber auch innerhalb weniger Stunden auf dem Rad oder zu Fuß erreichen kann.

    Normalerweise halte ich Schnäppchen Ausschau, vor allem wenn ich bestimmte Ausflugsziele im Auge habe, und buche dann gerne etwas in renommierten Hotels, wenn die Konditionen besonders günstig sind. Pensionen sind allgemein etwas günstiger und bieten oft Hotels-ähnliche Leistungen samt Frühstück und Abendessen.

    Last-Minute-Anfragen außerhalb der touristischen Hochsaison können sich sogar als richtiges Schnäppchen im Vergleich zu anderen Übernachtungsmöglichkeiten entpuppen, allerdings kann auch das Gegenteil sein: Venedig zur Faschingszeit, München bei Messezeiten oder die Dolomiten im Sommer ziehen viele Touristen an, deswegen können sowohl die Verfügbarkeit als auch der Preis für eine Übernachtung ungünstig sein.

    Dennoch ist eine Unterbringung meist sehr sicher, denn ein Hotel ist vor allem in größeren Städten rund um die Uhr besetzt, und sowohl Familien mit vielen oder kleinen Kindern als auch Reisende mit Haustieren finden in einem Hotel eine professionelle und gastfreundliche Unterkunft für sich und ihre Begleitung.

    Airbnb

    Reiseplanung: Airbnb Innen Mietwohnung auf dem Blog Salvati Photography

    Viele gute Airbnb-Erfahrungen habe ich vor allem in ländlichen Gegenden gemacht: Die Gastgeber waren nicht nur freundlich, sondern auch sehr froh, in Kontakt mit auswärtigen Menschen zu kommen und sind mit ihrem einheimischen Wissen auch eine sehr willkommene Informationsquelle für Ausflugsziele, Gaststätten und sonstige lokale Besonderheiten der Umgebung.

    Allerdings ist schon mal passieren, dass ich stundenlang auf die Bestätigung meiner Reservierung gewartet habe und letzten Endes eine Absage bekam, weil der Anbieter zur Zeit nicht vor Ort sei oder die Wohnung noch nicht gereinigt sei.

    Bei kurzfristigen Anfragen ist das ärgerlich, wenn ich meine Reise durch Europa mit dem Rad bestreite und ich am Ende des Tages nicht noch zwei weitere Stunden in den nächsten Ort fahren will, weil ich schon müde bin.

    In Großstädten kann eine Airbnb-Wohnung sogar günstiger sein als ein Hotelzimmer, außerdem gibt es dann noch die Möglichkeit, selbst etwas zu kochen und so die Kosten für Essen und Trinken niedrig zu halten.

    Hostel

    Reiseplanung, Hostel , freunde, reisen man love people woman auf dem Blog Salvati Photography

    Eine Alternative, die preislich günstig ist und manchmal auch die Möglichkeit anbietet, selbst zu kochen, sind Hostels. Vor allem in größeren Städten gibt es viel Auswahl und von preisgünstig und spartanisch bis hin zu etwas teurer und Einzelzimmer mit Bad ist alles vertreten. Ich persönlich würde Hostels als Umschlagplatz nutzen, wenn ich abends in eine Stadt komme und früh morgen gleich woanders hinfahre, aber für Aufenthalte, die länger als zwei Nächte dauern, bevorzuge ich eine Unterkunft mit mehr Privatsphäre als in einem großen Schlafsaal.

    Sowohl diese als auch die nächste Option sind großartig, um unterwegs neue Menschen kennenzulernen und so neue Freundschaften zu knüpfen.

    Couchsurfing

    Reiseplanung, Freunde springen zusammen hoch am Strand auf dem Blog Salvati Photography

    Couchsurfing ist zwar kostenlos, aber nicht umsonst. Das klingt ein wenig abstrakt, beschreibt aber die Quintessenz des Portals (und des Mindsets der Mitglieder) ganz gut: Über Couchsurfing kannst du einen Gastgeber für einige Tage, neue Freunde oder Tipps für Deinen Aufenthalt finden, und das alles ohne monetäre Kosten; wichtig ist jedoch der Austausch mit und ein echtes Kennenlernen des Gastgebers.

    Der Grundgedanke der Gründer war nämlich, Menschen unterschiedlichster Kulturen und Nationalitäten zusammenzubringen, so dass Reisende einen authentischen Einblick in das Leben der Einheimischen werfen können, und die Einheimische kommen in Kontakt mit fremden Kulturen und neuen Eindrücken.

    Als Gast ist es immer eine nette Geste, den Gastgeber zum Essen einzuladen oder ein kleines Geschenk mitzunehmen, das an die Begegnung erinnern wird.

    Couchsurfing

    Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, sowohl eine Annonce in den verschiedenen Gruppen und in der Stadt, in der Du die Schlafgelegenheit suchst, zu posten, als auch einzelne Gastgeber proaktiv anzuschreiben und sie zu fragen, ob Du bei ihnen übernachten kannst. Zwei Wochen vor Deiner Ankunft ist ein guter Zeitpunkt, sie zu kontaktieren, damit die Anfrage nicht abgelehnt wird, weil sie zu kurzfristig ist, oder weil die Hosts nicht wissen, wo sie in zwei Monaten sein werden. 

    Flexibilität

    Es ist wichtig, bei deiner Reiseplanung auch die nötige Flexibilität zu berücksichtigen. Wenn Du einen Backpacktrip organisierst, möchtest Du bestimmt nicht an festen Abflugzeiten ohne Umbuchungs- oder Stornierungsmöglichkeiten gebunden sein. Achte auf die AGBs und investiere lieber ein paar Euro mehr, um Dich nicht einem rigiden Zeitplan zu unterwerfen, wenn Du eher der spontane Entdeckertyp bist.

    Sowohl beim Transport als auch bei den Unterkünften kannst Du darauf achten, dass Du genügend Vorlaufzeit hast, bei Änderung Deiner Pläne auch die Reservierungen zu stornieren,

    Reiseversicherung

    Reiseplanung: Eine Reiseversicherung schützt Dich im Falle von Krankheit, Verletzung, Diebstahl und Stornierung. Es ist ein umfassender Schutz für den Fall, dass bei Deiner Reise etwas schief geht.  auf dem Blog Salvati Photography

    Eine Reiseversicherung schützt Dich im Falle von Krankheit, Verletzung, Diebstahl und Stornierung. Es ist ein umfassender Schutz für den Fall, dass bei Deiner Reise etwas schief geht.

    Ich mache nie eine Reise ohne eine Reiseversicherung. Innerhalb Europa sind die gängigsten Fälle bereits durch meine gesetzliche Krankenversicherung aus Deutschland abgedeckt, aber ich habe auch mehrere Zusatzversicherungen, die auch bei Reisen schützen, z.B. vom ADAC und von AXA (über Komoot). Im Falle eines Unfalls beim Alpinsport oder sollte ich in Bergnot geraten, würde die DAV-Versicherung die Kosten der Bergung übernehmen – jedoch nicht im Ausland, wenn eine Reisewarnung für dieses Land besteht!

    Für jede Reise außerhalb Europa lohnt es sich, bei der eigenen Versicherung nachzufragen, ob und was in dem konkreten Fall versichert ist. Vielleicht bist du mit Deinen bestehenden Versicherungen im Ausland bereits geschützt, oder aber noch nicht und Du möchtest vor der Reise noch eine eine Extraversicherung abschließen.

    Folgende Auswahl entspricht meinen persönlichen guten Erfahrungen mit den Anbietern. Am besten schaust du auch auf ein Vergleichsportal, um herauszufinden, welche Reiseschutzversicherung Deine Ansprüchen bestens erfüllt.

    ADAC Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung

    Reiserücktritt, Reise-Assistance, Reiseabbruch, Reisegepäck und Reisekrankenversicherung von Allianz Travel* (Wenn Du den Link zur Allianz-Reiseversicherung nicht siehst, dann wird er von Deinem Adblocker ausgeblendet.)

    World Nomads*

    (Ich persönlich habe zwar schon eine ADAC-Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung abgeschlossen und genieße außerdem den AXA-Reiseschutz über Komoot und den Alpiner Sicherheitsservice über den DAV, allerdings habe ich noch keine Leistungen in Anspruch genommen , da bisher alles reibungslos verlief – hoffentlich bleibt es dabei!)

    Reiseimpfungen

    Zur Reiseplanung gehört auch die Einhaltung der unzähligen Bestimmungen, die im jeweiligen Land gelten, und darunter fällt gegebenenfalls auch die Impfpflicht, die es zu erfüllen gilt. auf dem Blog Salvati Photography

    Zur Reiseplanung gehört auch die Einhaltung der unzähligen Bestimmungen, die im jeweiligen Land gelten, und darunter fällt gegebenenfalls auch die Impfpflicht, die man erfüllen soll. Z.B. gilt für die Einreise in viele afrikanischen und südamerikanischen Länder Impfpflicht gegen Gelbfieber.

    Selbst wenn Dein Zielland keine solche Impfpflicht vorsieht, wenn man aus Europa anreist, kann sein, dass Du trotzdem wegen eines Zwischenstopps oder Umstiegs (Transitverkehr) die Impfung vorweisen musst.

    Zusätzlich zu den Pflichtimpfungen ist es sinnvoll, sich freiwillig gegen vor Ort verbreitete Krankheiten zu impfen bzw. prophylaktisch zu schützen. Das Robert-Koch-Institut, das inzwischen auf der ganzen Welt bekannt sein sollte, spricht regelmäßig Empfehlungen zu Reiseimpfungen – Kategorie “R”: Impfungen aufgrund von Reisen – aus.

    Auf dessen Seite findest du Informationen zu den verschiedenen Impfungen; weiterführende länderspezifische Informationen gibt es auch auf der Internetseite vom Centrum für Reisemedizin und vom Auswärtigen Amt.

    Vor der Durchführung von Impfungen und sonstigen Maßnahmen der Prophylaxe empfehle ich dir, die Kostenübernahme mit Deinem Versicherer abzuklären.

    Packliste

    Reiseplanung: packliste, rucksack und gepäck auf dem Blog Salvati Photography

    Eine Packliste gehört definitiv zu jeder Reiseplanung dazu. Schon als Kind habe ich meine Liebe für Excel-Tabellen entdeckt und auf dem Arbeitslaptop meines Vaters, auf dem Windows 3.x noch über DOS gestartet wurde, hatte ich bereits meine erste Packliste für die nächste Wanderung in den italienischen Bergen zusammengestellt.

    Seitdem hat sich zwar sowohl der Inhalt als auch das Aussehen meiner Listen geändert, ich führe sie dennoch weiter und inzwischen sind es ganz schön viele.

  • Der Maddalena-Archipel: 3 fantastische Ausflugsziele zum Verlieben

    L’arcipelago della Maddalena

    Der Maddalena-Archipel ist eine der schönsten Gegenden, die ich je gesehen habe, und obwohl die Costa Smeralda unzählige wunderschöne Orte beherbergt, ist La Maddalena mein Lieblingsort auf ganz Sardinien!

    Insel La Maddalena

    Ich beginne diesen Artikel mit der Hauptinsel des Maddalena-Archipels, der Insel La Maddalena.

    La Maddalena, Hauptinsel des gleichnamigen Archipels auf Sardinien, von der Fähre aus beobachtet.
    La Maddalena, Hauptinsel des gleichnamigen Archipels auf Sardinien, von der Fähre aus fotografiert.

    Der Maddalena-Archipel besteht aus sieben Inseln und La Maddalena ist die größte von ihnen. Sie ist auch die einzige, die mit der Fähre erreichbar ist. Wie überall auf Sardinien, ist die Insel La Maddalena vor allem für ihre Strände und Buchten sowie ihr kristallklares Wasser bekannt.

    Der beste Weg, um die Insel ohne große Anstrengungen zu genießen, ist dort ein Auto zu mieten. Es gibt nur wenige öffentlichen Verkehrsmittel, da der bewohnte Teil dieser Insel recht klein ist. Es ist zwar auch möglich, die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden, allerdings sind die vielen steilen Hügel wirklich nicht zu unterschätzen.

    Mit der Fähre aus Palau kommst du direkt in die Stadt La Maddalena. Dieser kleine Badeort ist eine schöne und farbenfrohe Stadt, in der Du viele Souvenirläden, Cafés, Restaurants und Eisdielen findest. Der touristische Charakter ist nicht zu übersehen, dennoch ist es sehr schön, am Hafen und in den kühlen Gassen zu spazieren und die abendliche Brise zu genießen.

    Für die Naschkatzen unter uns, die am Ende eines Badetags sich gerne etwas Süßes gönnen: Das Eis der Eisdiele Dolci Distrazioni schmeckt fantastisch!

    Die 20 km lange und malerische Straße rund um die Insel ist der beste Weg, um die schönsten Orte von La Maddalena zu entdecken. Entlang der Straße findest Du auch unzählige schöne Aussichtspunkte.

    Es gibt einige kleine und ziemlich wilde Buchten, in denen ich außerhalb der Hochsaison ungestört baden konnte. Wie so oft auf Sardinien ist der Weg zu den Stränden ziemlich steinig und Sand ist nicht immer vorhanden; daher ist es besser, Badeschuhe zu tragen, wenn Du dort schwimmen möchtest.

    Hier sind einige der Highlights, die mich immer wieder nach La Maddalena hinziehen:

    • Spiaggia di Tegge: ein schöner Ort mit vielen Felsen im Wasser. An der Küste kannst Du auch sehr schöne Bilder machen.
    • Punta Carlotto: ein kleines Kap mit gleichnamiger Bucht, auf dem sich die Madonnetta-Kapelle befindet. Kurz vor dem Kap ist ein verlassenes Militärkomplex, das nur darauf wartet, von Dir erforschst zu werden.
    • Der Strand von Bassa Trinita ist einer der berühmteste Strände auf La Maddalena. Dort ist der feine Sand weiß und das Wasser türkisfarben!
    Punta Nido d'Aquila, vom Steg aus auf La Maddalena fotografiert.
    Punta Nido d’Aquila auf La Maddalena, vom Steg aus fotografiert.
    • Spiaggia di Monte di Rena, ein großer und beliebter Sandstrand. Deswegen ist er meistens schon in der Früh überfüllt. Auf dem Weg dorthin gibt es kurz vorher jedoch einen kleineren, weniger bekannten Strand, der fast genauso schön ist.
    • Spiaggia del Cardellino ist ein sehr ruhiger Strand in einer wunderschönen Lage.
    • Cala Lunga ist ein winziger Strand am Ende einer langen Bucht – daher der Name – und Teil eines nahe gelegenen Hotelkomplexes.
    • Der Strand von Cala Spalmatore ist in der gleichnamigen Bucht gelegen. Es gibt 3 Strände in dieser Bucht, die zwei anderen sind etwas ruhiger.

    Und zu guter Letzt mein Lieblingsstrand: Capocchia du Purpu oder Testa di Polpo (auf Deutsch: „Oktopuskopf“) am westlichen Ende der Isola Giardinelli. Dorthin kannst Du zwar auch mit dem Auto gelangen, allerdings war die Straße bei meinen letzten Besuchen in einem sehr schlechten Zustand und deswegen blieb der Ansturm der Touristen aus. Am Ende der Straße, direkt beim Strand, ist ein kleiner Parkplatz. Der Octopus-Strand ist einfach atemberaubend, mit seinen massiven Granitfelsen, die von seichtem türkisfarbenen Wasser umgeben sind. Es ist meiner Meinung nach der schönste Strand auf der Insel La Maddalena!

    Ausschnitte einer Kompass-Karte von La Maddalena, Sardinien, Italien.
    Der Archipel La Maddalena.

    Outdoor-Enthusiasten, die nicht nur den Maddalena-Archipel, sondern auch den wunderschönen Norden Sardiniens erkunden wollen, empfehle ich die Wanderkarten von Kompass für Nordsardinien*. Im Set ist die Region auf vier Karten aufgeteilt, um einen relativ großen Maßstab (1:50000) zu haben. Vor allem Mountainbiker und Wanderer können von den Karten profitieren, denn Wander- und Radwege sind alle als solche markiert. Sogar Reitwege finden sich in der Karte wieder.

    Die besten Unterkünfte im Maddalena-Archipel

    Hotel Excelsior

    Das luxuriöse Hotel Excelsior auf La Maddalena, Sardinien, überzeugt mit Komfort und bestem Service.

    Der Name ist Programm: Das 4-Sterne-Hotel Excelsior liegt direkt am Wasser und bietet einen fantastischen auf Palau und die Insel Santo Stefano. Die zentrale Lage ist perfekt, um La Maddalena und Caprera auch ohne Auto zu erkunden.

    Via Amendola, 7, La Maddalena, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Clelia’s Boutique Rooms & Suites

    Die Appartamenti Milù auf La Maddalena, Sardinien, sind sehr liebevoll eingerichtet und bieten den perfekten Rückzugsort für die Erkundung des sardischen Archipels

    Das Bed&Breakfast Clelias’s ist sehr modern und liebevoll eingerichtet. Die Lage ist sehr zentral und viele Strände können innerhab weniger Minuten erreicht werden, z.B. der Strand Punta Tegge oder die Buchten Cala d’Inferno und Cala Francese.

    Via Cristoforo Colombo, 55, 07024 La Maddalena, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Apartments Milù

    Das Bed & Breakfast Clelia's bietet einen außergewöhnlichen und unvergesslichen Aufenthalt auf La Maddalena, Sardinien.

    Diese Unterkunft liegt mitten in der Altstadt von La Maddalena und doch etwas abseits der touristischen Plätze. Der Hafen ist gleich um die Ecke und die unmittelbare Umgebung bietet sehr viele und gute Restaurants sowie Osterie.

    Via Goito, 1, 07024 La Maddalena, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Isola di Caprera

    Die andere wichtige Insel im Maddalena-Archipel ist die Insel Caprera. Sie ist die zweitgrößte Insel des Archipels und seit 1982 ein vollständig geschütztes Naturgebiet. Caprera ist durch eine 1958 erbaute 600-Meter-Brücke, den “Ponte Moneta”, mit der Insel Maddalena verbunden.

    Die Bucht Cala Garibald auf Caprera, perfekt zum Übernachten auf einem Segelboot. Im Hintergrund die Brücke Ponte Monate, die Caprera mit La Maddalena verbindet.
    Die Bucht Cala Garibald auf Caprera, perfekt zum Übernachten auf einem Segelboot. Im Hintergrund die Brücke Ponte Moneta, die Caprera mit La Maddalena verbindet.

    Diese Insel ist ganz anders als ihre Nachbarn: Sie ist authentischer und wilder!

    Nicht nur für ihre Schönheit, sondern auch als letzte Residenz von Giuseppe Garibaldi ist die Insel Caprera bekannt. Das weiße Haus Garibaldis bewahrt seine Erinnerungen: Hier lebte der Held zweier Welten noch 26 Jahre bis zu seinem Tod. Alltagsgegenstände, Habseligkeiten und Uniformen kannst Du in dem Compendio Garibaldino, einem der meistbesuchten Museen Italiens, entdecken. Das Museum ist täglich außer montags geöffnet.

    Garibaldi ist der Held der italienischen Unabhängigkeitskriege um 1860 und Symbol des vereinten Italiens unter König Vittorio Emanuele II.

    Die zerklüftete Küste teilt Caprera in zwei Gebiete: Der östliche Teil ist mangels fester Straßen kaum mit dem Auto zu erreichen, abgeschirmt von rosa Granitfelsen, steil und mit mediterranem Gestrüpp bedeckt. Die unberührte Ostseite führte dazu, dass die Insel 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde und anschließend in den Maddalena-Nationalpark aufgenommen wurde.

    Es ist zwar möglich, die abgelegenen Teile im Osten und Norden Capreras  zu Fuß zu entdecken, jedoch sind Kratzer und Abschürfungen an den Beinen und Unterarmen vorprogrammiert, da die durch die Trockenheit sehr hart gewordenen Dornenbüsche kennen kein Pardon beim Erkunden der Gegend. Da Caprera von Wildschweinen bewohnt ist - diese sind den menschlichen Bewohnern zahlenmäßig überlegen -, solltest Du mit Zecken rechnen.

    Die Gegend ist in Zonen aufgeteilt, die bestimmte Aktivitäten erlauben bzw. verbieten. Innerhalb der Zone A ist zum beispiel das Fischen strengstens untersagt. Dies ist der Fall auch bei Cala Coticcio, dem „sardischen Tahiti“, das unbedingt einen Besuch wert ist, und im Meeresgebiet zwischen Punta Rossa und Isola Pecora.

    Im südöstlichen Teil ist Cala Portese – auch “Cala dei due mari” genannt – nicht zu übersehen. Dahinter liegt Punta Rossa, auf dem ein verlassenes Militärkomplex (“Batterie di Punta Rossa”) liegt und sehr viel zu erkunden bietet. Die Festung an der Südspitze der Insel Caprera stammt noch aus dem 19. Jahrhundert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wegen der strategischen Lage im nordwestlichen Mittelmeer ein aktiver Stützpunkt, während sie bis vor etwa zwanzig Jahren von der italienischen Armee zu Übungszwecken genutzt wurde.

    Nach einem kurzen Spaziergang kommst Du zum herrlichen Strand des Schiffswracks (“Spiaggia del relitto”), der nicht nur von feinem weißen Sand, sondern auch vom Skelett eines alten Holzschiffes am Ufer kennzeichnet ist.

    Im Westen dominieren flache Weiten und ein riesiger Kiefernwald. Jede Bucht ist ein Augenschmaus: Das blaue Wasser von Cala Napoletana, die wilde Natur von Cala Garibaldi und die Weite des weißen Sandes von Cala Serena sind einzigartig in der Welt.

    Stagnali, ein ehemaliges Militärdorf mit einem Hafen für Fischer und Bootsfahrer, ist noch von Menschen besiedelt. Caprera ist auch bekannt für das Segelzentrum Centro Velico Caprera, eine der ältesten Segelschulen Italiens und die größte im Mittelmeerraum.

    Die Insel Caprera ist der beste Ort auf Sardinien, um eine perfekte Mischung aus Strandurlaub und Wandern zu genießen. Die Wege sind gut markiert, nummeriert und die geschätzte Dauer der Wanderungen ist sowohl angegeben als auch halbwegs zutreffend. Wanderkarten sind im Tourismusbüro auf La Maddalena erhältlich.

    Neben den Stränden und dem Garibaldi-Museum gibt es auf der Insel Caprera noch weitere Sehenswürdigkeiten:

    • Die Batterie Poggio Rasu Superiore: Diese alte Militärfestung bietet einen Rundum-Blick über die Insel. Außerdem kannst Du dort die verlassenen Ruinen erforschen und wunderschöne Fotos dieses einzigartigen Lost Place schießen.
    • Der Aussichtspunkt des Teialone-Turms ist mit seinen 212 Höhenmetern der höchste Punkt der Insel, der eine fantastische Aussicht bietet! Um dorthin zu gelangen, gibt es eine Treppe, die bereits am Parkplatz beginnt und bis zum Aussichtspunkt sind es ca. 15 Minuten.
    Auf der Suche nach Lost Places auf La Maddalena und Caprera wurde ich immer belohnt: Viele militärische Einrichtungen aus verschiedenen Jahrhunderte sind verlassen und warten nur darauf, dass Du sie erforschst. Sardinien entdecken.
    Auf der Suche nach Lost Places auf La Maddalena und Caprera wurde ich immer belohnt: Viele militärische Einrichtungen aus verschiedenen Jahrhunderte sind verlassen und warten nur darauf, dass Du sie erforschst. Dieses Foto entstand bei Punta Carlotto.

    Die anderen Inseln des Maddalena-Archipels

    Der Archipel bietet viel mehr, als die zwei größeren Inseln, denn wegen ihrer abgelegenen Lage sind die restlichen Inseln noch sehr wild und naturbelassen. Die schlechte Nachricht: Es nur einen Weg dorthin, und zwar mit einem Boot!

    Aber es gibt Schlimmeres, als in La Maddalena ein Boot zu mieten und damit herum zu fahren, nicht wahr?

    Die anderen Inseln sind kleiner, weniger beliebt und verlassen. Nicht zuletzt, weil sie streng geschützt sind und jegliches Bauvorhaben ist verboten.

    Reisebüros bieten eintägige Bootstouren rund um die Inseln an. Die Abfahrten erfolgen vom Hafen in La Maddalena selbst oder schon in Palau, manche starten sogar im Hafen von Santa Teresa di Gallura und anderen kleineren Städtchen entlang der Costa Smeralda.

    Da diese Art von Ausflügen sehr beliebt ist, sind die Tickets schnell ausverkauft, darum solltest Du unbedingt einige Tage in Voraus buchen.

    Eine solche Tour kostet ca. 40 € pro Person (Stand 2021) und bei der Buchung kannst Du sogar den Abfahrtshafen auswählen. Diese Art von Tagestouren beinhaltet mehrere Schwimmstopps sowie ein Mittagessen auf dem Boot.

    Die Touren führen Dich meistens auf folgende Inseln:

    • Budelli: weltberühmt für seine Spiaggia Rosa, den einzigartigen Stand mit einem sehr seltenen rosaroten Sand. Leider ist es inzwischen nicht mehr erlaubt, auf die Insel zu gehen und dort zu baden;
    • Santa Maria: Hier gibt es eine Badepause und Du kannst im kristallklaren Wasser von Cala Santa Maria auf der gleichnamigen Insel baden;
    • Spargi und ihr atemberaubender Strand Cala Corsara;
    • Razzoli und sein berühmter Strand, Cala Lunga.

    Wie gelange ich zum Maddalena-Archipel?

    Delcomar ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen.
    Delcomar ist eine der zwei Gesellschaften, die eine Fahrt von Palau nach La Maddalena ermöglichen.

    Da es sich um eine Inselansammlung handelt, erfolgt die Anfahrt über Wasser. Es gibt eine Fährenverbindung vom Hafen von Palau im Nordosten Sardiniens, die Dich direkt zum Maddalena-Hafen bringt und recht günstig ist. Die Fähren, die zwischen Sardinien und La Maddale pendeln, können auch Fahrzeuge mitnehmen.

    Palau ist etwa 50 Minuten vom Flughafen Olbia und 3,5 Stunden von Cagliari entfernt.

    Der Ticketschalter ist ein wenig versteckt, in einer Halle mit Cafè und Bars am Hafen von Palau. Am besten bist Du schon 30 Minuten vor Abfahrt da, um in aller Ruhe Tickets am Ticketschalter zu kaufen und sicherzustellen, dass noch genügend Plätze verfügbar sind, insbesondere wenn Du auch Dein Auto mitnehmen willst.

    Für meine Überfahrt 2019 habe ich 40 € für zwei Personen + ein Auto (Hin- und Rückfahrt) bezahlt. Es gibt zwei Unternehmen, die Fahrten zu fast gleichen Preisen anbieten; beide sind voll in Ordnung und legen am selben Hafen an. Die Fahrt zur Insel la Maddalena dauert ungefähr 20 Minuten.

    Ansonsten gibt es die Möglichkeit, an einer organisierten Bootstour teilzunehmen, um die anderen Inseln des Archipels zu besuchen. Abfahrten gibt es zum Beispiel von Palau, von der Insel La Maddalena und von Santa Teresa di Gallura. In nur einem Tag kannst Du so die besten Strände des Maddalena-Archipels entdecken!

    Nach Sardinien kommst Du am besten mit der Fähre, wenn du mit dem eigenen Auto anreisen möchtest, oder mit dem Flugzeug, wenn Du lieber einen Mietwagen vor Ort nehmen willst und keine Lust auf eine lange Überfahrt aus Deutschland oder Österreich hast.

    Die Fähre nach Olbia bzw. Golfo Aranci, dem nahegelegenen Industriehafen, verkehrt im nördlichen Italien von Genau und Livorno. Die Fahrt dauert normalerweise zwischen 12 und 16 Stunden, aber es sind auch schnellere Fährenverbindungen vorhanden. Die bekannteste Gesellschaft ist wohl Corsica/Sardinia Ferries*, deren gelbe Aufkleber auf der Heckscheibe vieler deutscher Autos zu sehen sind, aber viele andere Gesellschaften bieten eine Transportmöglichkeit vom italienischen Festland nach Sardinien.

    Inzwischen gibt es nicht nur günstige Flüge nach Olbia, sondern auch nach Sassari oder Alghero. Die regionale Busunternehmen decken die Langstreckenverbindungen zwischen Flughäfen und den größeren sardischen Städten gut ab, auch wenn ich manchmal etwas Geduld entgegenbringen musste, weil der Bus schon voll war und der nächste 1,5 Stunden später kam, oder weil das Fahrzeug auf halber Strecke nur noch im dritten Gang fuhr und sich so die Fahrzeit um Einiges verlängerte.

    Capo Testa

    Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern . Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.
    Der Leuchturm von Capo Testa, berühmtes Wahrzeichen der Bocche di Bonifacio mitten im Naturschutzgebiet und beliebtes Reiseziel von Naturliebhabern . Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.

    Wenn Du schon mal auf der Maddalena bist, empfehle ich Dir, noch Capo Testa zu besuchen. Capo Testa befindet sich 25 km von Palau entfernt und ist wegen seiner Schönheit ein sehr beliebtes Reiseziel von Touristen aus der ganzen Welt. Dort sind gigantische Felsformationen mit überraschenden Formen direkt am Meer. Wirklich beeindruckend!

    Einen Blogeintrag zu Capo Testa findest Du hier: Es ist einer meiner Lieblingsorte, die ich immer besuche, wenn ich auf Sardinien bin!

  • Capo Testa: wilde Natur, die Du lieben wirst

    Ein Stückchen Paradies auf wenigen Quadratkilometern, ein Naturschutzgebiet mit karibikähnlichen Landschaften, Unterwasserwracks zum Erforschen, wilde Tiere zu Wasser und Land, eine Halbinsel nur durch einen schmalen Landstrich mit Sardinien verbunden und auf der imposante Granitfelsen bizarre Formen annehmen. Das alles und vieles mehr findest Du auf Capo Testa. Im Folgenden erfährst Du mehr über Highlights, Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten im nördlichsten Teil Sardiniens.

    Dieses Land ähnelt keinem anderen Ort. Sardinien ist ganz anders. (…) Liebliche Weiten ringsum, entgleitende Entfernungen – nichts endet, nichts ist endgültig. Es ist die Freiheit selbst.

    David Herbert Lawrence in seinem Werk “Das Meer und Sardinien”

    Das (nicht mehr so unbekannte) Paradies im Norden Sardiniens: Capo Testa

    Capo Testa, früherer Geheimtipp in- und ausländischer Touristen ist inzwischen weltweit bekannt für seine atemberaubende Aussicht und das ausgedehnte Wandergebiet, das schon in den 80ern in deutschen Reiseführern Erwähnung findet.

    Die Bocche di Bonifacio: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltige Klippen von Korsika, Frankreich. Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien.
    Die Bocche di Bonifacio von Capo Testa aus im Blick: Im Vordergrund die Brandung an der sardischen Küste, hinten die kalksteinhaltigen Klippen von Korsika, Frankreich.

    Von diesem herrlichen Urlaubsziel, umgeben von kristallklarem und warmen Wasser, kann Korsika bei jedem Wetter gesichtet und der bergige Charakter der Nachbarinsel erkannt werden, denn Capo Testa liegt nur wenige Kilometer westlich von Santa Teresa di Gallura und ist der am weitesten entfernte Punkt im Nordosten Sardiniens in der Provinz Olbia-Tempio, nur zwanzig Kilometer von der französischen Nachbarinsel entfernt.

    Die Meereszunge, die beide Inseln trennt, heißt Bocche di Bonifacio auf Italienisch und Bonifacio-Straße auf Deutsch.
    Capo Testa und Santa Teresa di Gallura.

    Outdoor-Enthusiasten, die nicht nur Capo Testa erkunden wollen, empfehle ich die Wanderkarten von Kompass für Nordsardinien*. Im Set ist die Region auf vier Karten aufgeteilt, um einen relativ großen Maßstab (1:50000) zu haben. Vor allem Mountainbiker und Wanderer können von den Karten profitieren, denn Wander- und Radwege sind gesondert markiert. Sogar Reitwege finden sich in der Karte wieder.

    Die besten Unterkünfte Auf und um Capo Testa

    Appartamenti Del Conte di Capo Testa

    Die Apartments des Conte di Capo Testa mit Blick auf Die Bonifacio-Straße und Korsika

    Die Apartments des Conte di Capo Testa sind perfekt, um Capo Testa zu Fuß zu erkunden. Sie wurden neulich renoviert und Piero, der “Graf” von Capo Testa, ist ein hervorragender Gastgeber. Von Balkon aus kannst Du viele Buchten und Strände überblicken.

    Via Cala Spinosa, 07028 Capo Testa, Sardinien (Standort auf Google Maps)

    Colonna Grand Hotel Capo Testa

    Das Colonna Grand Hotel auf Capo Testa, direkt am Strand

    Das Colonna Grand Hotel Capo Testa, ein exklusives und raffiniertes 5-Sterne-Hotel, befindet sich auf der schmalen sandigen Landenge, die das Vorgebirge Capo Testa mit dem Festland verbindet und an der zwei wunderschöne Strände liegen, Rena di Ponente und Rena di Levante.

    Via Capo Testa, 07028 Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien (Standort auf Google Maps)

    Hotel Corallaro

    Das Hotel Corallaro in Santa Teresa di Gallura ist eins der besten Hotels Sardiniens
    Das Hotel Corallaro in Santa Teresa di Gallura

    Äußerst elegant und sehr stilvoll. Das Hotel Corallaro liegt im historischen Zentrum von Santa Teresa di Gallura und nur 200 Meter vom beliebten Strand Rena Bianca entfernt, außerdem bietet es einen Außenpool und eine Sonnenterrasse mit Meerblick. Die Zimmer wurden kürzlich renoviert und sind im maritimen Stil eingerichtet.

    Rena Bianca, 07028 Santa Teresa Gallura, Sardinien (Standort auf Google Maps)

    Highlights

    Die Küste

    Seit Jahren werden die Strände Rena di Ponente und Rena di Levante in Capo Testa damit gekürt, die Badegäste aus der ganzen Region anziehen.

    Capo Testa ist mit der eigentlichen sardischen Insel durch eine schmale Landenge verbunden, auf der die Straße zum Leuchtturm verläuft. Links dieser Landzunge befindet sich der Strand von “Rena di Ponente“ (der Weststrand), auch als „Taltana-Strand“ bekannt und rechts ist der Strand von “Rena di Levante” (der Oststrand), auch bekannt als Strand von „ Zia Colomba“ oder auch „Spiaggia dei graniti “ wegen der vielen Granitfelsen, die aus dem Sand emporragen. Die besondere Lage dieser beiden Strände ermöglicht Dir, je nach Windrichtung immer geschützt zu sein und ein ruhiges Bad nehmen zu können. Beide Strände wurden mit der Blauen Flagge ausgezeichnet.

    Die Blaue Flagge ("Bandiera blu") ist eine internationale Anerkennung, die von der Fee-Gesellschaft ("Foundation for Environmental Education", Stiftung für Umwelterziehung) an Badeorte am Meer vergeben wird, die alle Kriterien für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gebiets erfüllen und so besonders nachhaltig betrieben werden.

    Sobald Du in Capo Testa angekommen bist und die Landenge passierst, kannst Du geradeaus bis zum Ende der Straße fahren. Dort findest du einen kleinen Parkplatz, von dem der Leuchtturm schon zu sehen ist, sowie das „Cafè Sealounge“. Einen Blick nach unten verrät schon die Schönheit der unberührten Bucht von Cala Spinosa, die vor Wind geschützt und von hohen Felsenklippen umgeben ist.

    Vom Parkplatz aus kannst Du zu Fuß zum Leuchtturm spazieren, um die umliegende felsige und wilde Landschaft zu bewundern. Auf der rechten Seite, nach ungefähr 400 Metern, befindet sich eine weitere atemberaubende Bucht: Cala Francese.

    Diese Orte sind ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Cala Spinosa wurde vom SkyScanner-Portal als einer der zehn schönsten Strände Italiens ausgewählt.

    Der Strand von Cala Spinosa auf Capo Testa, Sardinien, ein Paradies für Bade- und Wandertouristen sowie Segler.
    Der Strand von Cala Spinosa auf Capo Testa, Sardinien, ein Paradies für Bade- und Wandertouristen sowie Segler.

    Cala Grande oder auch Valle della Luna genannt ist etwas versteckt und nur zu Fuß zu erreichen. Du kannst entlang der Straße parken, fußläufig, noch vor Cala Spinosa erreichst Du dann auf der linken Seite ein dunkles, altes Holztor. Dort schlägst Du den Wanderweg ein, der dich nach zehn Minuten ins Tal führt, dessen Eingang ein riesiger 15 Meter langer Granitblock bildet – ein Zeugnis der Bergbautätigkeit aus der Römerzeit.

    Das von dichter mediterraner Vegetation umgebene Gebiet ist von mehreren Tälern und naturbelassenen Buchten umgeben, die durch gigantische Granitfelsen getrennt sind, denen der Wind bizarre Formen gegeben hat. Die “Valle della Luna” (Mondtal) ist ein einzigartiger Ort auf der Welt, an dem in den 70er Jahren eine Hippie-Gemeinde in kleinen Höhlen & Hohlräumen lebte und selbst bis heute sind in der warmen Saison noch moderne Hippies anzutreffen.

    Ein stürmischer Tag auf Capo Testa. Dennoch schützen Dich die imposanten Granitfelsen vor den wilden und wuchtigen Wellen.
    Ein stürmischer Tag auf Capo Testa.

    Granitformationen

    Der Friedhof der Steine, „Cimitiero dei Sassi", auf Capo Testa, Sardinien.
    Der Friedhof der Steine, „Cimitiero dei Sassi”, auf Capo Testa, Sardinien.

    Eine Wanderung entlang der zerklüfteten Granitküste ist am ehesten damit vergleichbar, in den Himmel zu schauen und die Form der Wolken zu beschreiben. Du kennst es bestimmt, dass die eine Wolke dann wie das Maul eines Hais aussieht oder dich vielleicht an ein bekanntes Gesicht erinnert.

    Seit Tausenden von Jahren prägt der starke Wind über dem Mittelmeer Capo Testa. Die Felsen wurden von der Meeresbrise geglättet und einige von ihnen haben recht skurrile oder lustige Formen angenommen. Bei jedem Besuch kann ich Touristen sowie Einheimische beobachten, wie sie Fotos von den vielen Felsformationen aufnehmen und ihnen Namen geben, die sich zum Teil über die Jahre hinweg durchgesetzt haben. Allgemein wird auch von „Cimitiero dei Sassi” gesprochen, dem Friedhof der Steine.

    Der Fachbegriff für die Verwitterung, die den Felsen ihre charakteristischen Formen gibt, heißt Tafone (Plural Tafoni; aus dem Korsischen pietra tafunata „durchlöcherter Stein“).  Bei der Tafonierung bilden sich durch chemische Verwitterung von innen nach außen („Kernverwitterung“) kugel- bis nierenförmige Hohlräume mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern bis hin zu einem halben Meter und mehr. (Aus Wikipedia.)

    Flora und Fauna

    Auf dem Naturwanderweg von Santa Teresa di Gallura nach Capo Testa bekommt man die nördlichste sardische Halbinsel sehr gut zu sehen, bevor man am Strand Rena di Levante rauskommt.
    Auf dem Naturwanderweg von Santa Teresa di Gallura nach Capo Testa bekommt man die nördlichste sardische Halbinsel sehr gut zu sehen, bevor man am Strand Rena di Levante ankommt. Hier ist die Vegetation noch sehr farbenfroh und knallgrün, weil ich das Foto im April geschossen habe.

    Capo Testa ist ein wunderschöner Ort zum Spazierengehen, selbst mit kleinen Kindern, und die Schönheit der Gegend bleibt oft auch im Winter erhalten, wenn die Touristenscharen ausbleiben und Flora und Fauna Gelegenheit haben, sich von der sommerlichen Dürreperiode zu erholen und das Land wieder für sich beanspruchen.

    Das mysteriöse Capo Testa ist umgeben von bezaubernden Buchten und dichter, tief liegender mediterraner Vegetation. Diese spektakuläre Landschaft begeistert inzwischen Touristen aus aller Welt und sowohl Wanderer als auch Kletterer kommen gerne hierher, um in die Natur einzutauchen.

    Mit seiner wilden Küste, den schroffen Wanderwegen und endloser natürlicher Schönheit ist Capo Testa einer der wahren Höhepunkte einer Reise nach Sardinien, der Dich dazu bringt, noch mehr von dieser atemberaubenden Insel erkunden zu wollen.

    Die charakteristischen Felsenformationen auf Capo Testa, die im Norden der Gallura auf Sardinien präsent sind. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Die charakteristischen Felsenformationen auf Capo Testa, die im Norden der Gallura auf Sardinien präsent sind.

    Sardinien bietet auch eine große Anzahl an wild lebender Tieren – viele Arten sind glücklicherweise auch seit Jahrzehnten geschützt und deswegen kann sich ihr Bestand erhöhen -; hier ist eine kleine Auswahl derjenigen, die Du auf Capo Testa antreffen kannst:

    • Wildschweine sind für viele sardische Landwirte eine Plage: Sie verwüsten mühsam angebaute Felder, schwächen den Boden, indem sie mit ihrer Schnauze die obersten Erdschichten umwälzen und verstärken somit den Effekt der Erosion, die besonders im Sommer bei knallender Sonne und starkem Wind über die kahlen Böden tobt. Sie sind recht menschenscheu, können aber aggressiv reagieren, wenn sie oder ihre Frischlinge sich bedroht fühlen. Auf Sardinien gibt es zwei Arten: Die endemische Art Sus scrofa meridionalis ist seit der Jungsteinzeit dort (und auf Korsika) heimisch, die andere, Sus scrofa majori, wurde aus dem “Kontinent”, wie die Sarden das italienische Festland nennen, eingeführt.
    • Es gibt mehrere Dutzende wilde Ziegen auf Capo Testa, die im Naturschutzgebiet rund um den Leuchtturm leben. Sie sind recht zutraulich und lassen Menschen auch sehr nah an sich ran.
    • Im Sommer kannst Du neben den vielen tyrrhenischen Mauereidechsen (Podarcis tiliguerta tiliguerta) auch viele Insekten beobachten: Heuschrecken, Libellen, Bienen, Wespen, Hummeln und allerlei Fliegen.
    • Die sardische Landschildkröte (Testudo marginata sarda) lässt sich recht oft vor der Sommersaison auf den Wanderwegen rund um den Leuchtturm blicken, aber sobald der Touristenstrom zunimmt, sind sie nicht mehr zu sehen, bis sie ab Oktober wieder das Gebiet für sich beanspruchen.

    Historisches und kulturelles Erbe

    Der Fundplatz Lu Brandali

    Panoramablick auf die Lu Brandali-Ausgrabungsstätte; Wohn- und Arbeitsräume. Capo Testa, Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien. Foto von Oliver Avellino, mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.
    Panoramablick auf die Lu Brandali-Ausgrabungsstätte. Foto von Oliver Avellino, mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.

    Selbst wenn der nördlichste Teil Sardiniens mit seinen gigantischen Felsenformationen, der schroffen Küsten und einem sehr trockenen Sommer, der Fauna und Flora sehr beeinträchtigt, alles andere als zum Leben angenehm erscheint, waren schon in der späten Bronzezeit Menschensiedlungen in der unmittelbaren Nähe von Capo Testa.

    In Lu Brandali, eine Ausgrabungsstätte, die zwischen Santa Teresa di Gallura und Capo Testa liegt, kannst Du die Reste vorrömischer Siedlungen und der sogenannten Gigantengräber (auf Sardu Tumbas de sos zigantes und auf italienisch Tombe dei Giganti) besichtigen, die zwischen 1.400 und 1.000 vor Christus datiert werden.

    Der Fundplatz besteht aus dem Fundament eines Gigantengrabes, den Resten einer Außenmauer und mehrerer Türme, einer runden Anlage und mehrerer kleinen Strukturen.

    Die Besonderheit des Fundplatzes besteht in der Menge und der Vielfalt der Funde, die eine Rekonstruktion des Alltags der damaligen Bewohner ermöglichen. Es sind nicht nur viele Arbeits- und Haushaltsgegenstände ausgegraben worden, sondern auch viele Reste, die auf die Hauptnahrungsquelle hindeuten: nämlich Fische und kleine Säugetiere.

    Im Bildungszentrum der archäologischen Stätte ist es möglich, die Archäologieausstellung LU BRANDALI: READ TOUCH LISTEN zu besuchen, in der die in den letzten Ausgrabungen gefundenen Gegenstände ausgestellt sind und die eine volldigitale Virtual Reality-3D-Erfahrung beinhaltet, bei der viele detaillierten Informationen über das tägliche Leben in Lu Brandali vermittelt werden.

    Die Ausstellung ermöglicht es sogar sehbehinderten oder blinden Menschen, dank eines Tast- und Hörpfades und der Möglichkeit, naturgetreue Nachbildungen der Funde zu ertasten und zu erforschen und so die Entdeckung der Ausgrabungsstätte auf ihre Weise zu erleben.

    Tastlageplan der Ausgrabungsstätte Lu Brandali, Capo Testa, Santa Teresa di Gallura, Sardinien, Italien. Mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.
    Tastlageplan der Ausgrabungsstätte Lu Brandali im Museum. Mit freundlicher Genehmigung von CoolTour Gallura.

    Der Fundplatz ist von Anfang April bis Ende Oktober immer offen und bietet auch im Winter die Möglichkeit, nach vorheriger Reservierung ein Stück vorgeschichtlicher Vergangenheit zu erleben. Der Eintritt in die Ausgrabungsstätte beträgt nur 2 Euro, wer eine Führung – sowohl auf Deutsch, aber auch auf Französisch, Englisch, Russisch oder Spanisch und natürlich auch auf Italienisch – bekommen oder ebenfalls ins Ausgrabungsmuseum möchte, zahlt etwas mehr (bis 9 Euro für Erwachsene und 4,5 Euro für Kinder).

    Für mehr Infos und Führungen (auch außerhalb der angegebenen Öffnungszeiten): www.santateresaturismo.it  – www.lubrandali.it

    Granitbruch im Naturschutzgebiet

    Der Totem von Valle della luna (Cala grande) auf Capo Testa, Sardinien
    Der Totem von Valle della luna (Cala grande) auf Capo Testa, Sardinien; im Hintergrund die imposanten Granitfelsen, die über 100 Meter Höhe erreichen können.

    Seit der Nutzung der Wasserwege als Hauptbeförderungsmittel war die Lage Capo Testa auch für das römische Reich von großer Bedeutung. Obwohl es nur wenige Überreste aus der Römerzeit gibt, sind noch Spuren in den riesigen Granitblöcken vorhanden, die daran erinnern, dass in der Antike Holzkeile zum Spalten von Stein verwendet wurden.

    Hierzu werden Löcher in den Stein geschlagen und mit trockenem Holz ausgekeilt. Durch Befeuchten des Holzes entsteht ein sehr hoher Druck, wodurch der Stein auseinandergerissen wird.

    Dies war einst eine kleine Bergbaustadt, in der die Römer enorme Mengen Granit förderten und zum Teil selbst nach Rom brachten. Capo Testa diente früher nämlich als Hauptstandort einer alten römischen Kolonie, Tibula, und selbst heute noch sind in ganz Sardinien Straßen und Wege der Römer sichtbar.

    Dies macht es zu einem wunderbaren Ort, um Altertumsgeschichte zu lernen und die Vergangenheit zu beobachten und wertzuschätzen.

    Ankunft

    Corsica Ferries/Sardinia Ferries ist eins der größten Unternehmen, die eine Fahrt von Livorno nach Golfo Aranci/Olbia, Sardinien, anbieten.
    Corsica Ferries/Sardinia Ferries ist eins der größten Unternehmen, die eine Fahrt von Livorno nach Golfo Aranci/Olbia, Sardinien, anbieten.

    Ich kann mich erinnern, als ich als Kind mit meinem Großvater mit der Fähre der italienischen Eisenbahngesellschaft von Civitavecchia, in der Nähe von Rom, nach Golfo Aranci gefahren bin. Das war ein Abenteuer! Fliegen war damals noch eine recht teure Angelegenheit, und als wir in Italien lebten, war die Route immer die gleiche: Zum Hafen Civitavecchia mit dem Auto, dann ab in die Fähre und von Golfo Aranci nach Capo Testa waren es ungefähr zwei Stunden Autofahrt, jedoch recht ungemütlich im kleinen Fiat Panda meiner Mutter: (zu) viele Kurven und sehr enge Straßen sind nicht förderlich für den Magen eines Kindes, das sich fast einen Tag lang zu wenig bewegt hat.

    Die Fähre nach Olbia bzw. Golfo Aranci, dem nahegelegenen Industriehafen, verkehrt im nördlichen Italien von Genau und Livorno, die Fahrt dauert normalerweise zwischen 12 und 16 Stunden, aber es sind auch schnellere Fährenverbindungen vorhanden. Die bekannteste Gesellschaft ist Corsica/Sardinia Ferries*, deren gelbe Aufkleber auf der Rückscheibe vieler deutscher Autos zu sehen sind, aber viele andere Gesellschaften bieten eine Transportmöglichkeit vom Festland nach Sardinien.

    Inzwischen gibt es nicht nur günstige Flüge nach Olbia, sondern auch nach Sassari oder Alghero. Die regionale Busunternehmen decken die Langstreckenverbindungen gut ab, auch wenn ich manchmal etwas Geduld entgegenbringen musste, weil der Bus voll war und ich auf den nächsten – der 1,5 Stunden später kam – warten musste oder das Fahrzeug auf halber Strecke nur noch im dritten Gang fuhr und sich so die Fahrzeit um einiges verlängerte.

    Taxis sind zwar überall präsent, dennoch recht kostspielig. Zum Beispiel kostet die Fahrt zwischen dem Flughafen Olbia und Capo Testa um die 80 Euro, während eine Fahrtkarte für den Direktbus bis Santa Teresa weniger als zehn Euro beträgt.

    Da Capo Testa recht klein und alles fußläufig ist, brauchst Du kein Auto, um die Gegend zu erkunden oder von einem Strand zum nächsten zu kommen. Sehr wohl aber, um Capo Testa Richtung Zivilisation zu verlassen, da die Busse zwischen der Halbinsel und Santa Teresa nur in der Touristensaison, ungefähr von Juni bis Mitte September, und schon tagsüber nicht allzu oft.

    Übernachten

    Auf Capo Testa gibt es drei Siedlungen: Funtanaccia, den Bereich um den Hotel Mirage und die große Häuseransammlung, die der Hauptstraße den Hügel hinauf folgt; dort sind die meisten Unterkünfte und auch einige Geschäfte, wobei ein richtiger Supermarkt fehlt und erst in Santa Teresa di Gallura kannst Du richtig “shoppen” – vor allem bei niedrigen Preisen.

    Ich habe dort noch nie in einem Hotel übernachtet, denn ich hatte das Glück, erst die kleine Ferienwohnung meines Großvaters auf Capo Testa und dann die meines Onkels in Ruoni nutzen zu können, so dass ich wenig zu den vielen Gaststätten sagen kann.

    Eine – oder mehrere – Übernachtungen auf Capo Testa sind besonders sinnvoll, wenn Du dich dem Alltagsstress völlig entziehen willst und ein paar Tage auch aufs Auto verzichten möchtest. Bed&Breakfast-Zimmern und AirBnB-Wohnungen sind dort reichlich vorhanden.

    La Maddalena

    Ein weiterer Ausblick im Frame auf Punta Rossa an der Südspitze der Insel Caprera, im verlassenen Militärkomplex "Batterie di Punta Rossa" aus dem 19. Jahrhundert.
    Auf Punta Rossa an der Südspitze der Insel Caprera liegt ein verlassenes Militärkomplex (“Batterie di Punta Rossa”), das sehr viel zu erkunden bietet. Die Festung stammt aus dem 19. Jahrhundert und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein aktiver Stützpunkt wegen der strategischen Lage im nordwestlichen Mittelmeer.

    Wenn Du schon mal auf Capo Testa bist, empfehle ich Dir, auch den Maddalena-Archipel zu besuchen. Er befindest sich 25 km von Capo Testa entfernt und gehört zu den beliebtesten Reiseziele der Region, auch weil es zu den größten Naturschutzgebiete Sardiniens gehört.

    Einen Blogeintrag über La Maddalena und die weiteren Inseln des Archipels findest du hier.

    Zeitraffervideo von einem leicht windigen Tag auf Punta Falcone.
  • Der Drohnenabsturz: Von Höhen und Tiefen eines Drohnenflugs – ein sehr ehrlicher (und trauriger) Erfahrungsbericht | Teil 2

    Das Ende der Reise

    In diesem zweiten Teil meines Erfahrungsberichts erzähle ich Dir, wie es zum Drohnenabsturz kam, und zeige Dir noch die letzten Aufnahmen, die ich mit der DJI Spark gemacht habe. Du findest den ersten Teil des Berichts hier: Von Hhöhen und Tiefen eines Drohnenflugs – Teil 1.

    Alice im Winterland

    Fabelhafte Berglandschaft im Winter im Zillertal, Österreich. Dennoch eine traurige Erinnerung an den Drohnenabsturz.
    Fabelhafte Berglandschaft im Winter im Zillertal, Österreich. Verschneite Gipfel, schneebedeckte Bäume, Sonnenuntergang und bester Ausblick ever.

    Am ersten Dezemberwochenende entschied ich mich dazu, bei einem Ausflug ins Zillertal die DJI Spark-Drohne mitzunehmen. Die Akkus waren voll geladen und seit dem Unfall mit der gescheiterten Landung hatte ich die Drohne testen können. Zu meiner Freude und meinem Seelenfrieden funktionierte sie noch einwandfrei – auch der Finger war wieder ganz und ohne verbleibenden Schäden.

    Ich war fest entschlossen, die mit Schnee bedeckten Landschaften in den Alpen auf Video festzuhalten. So packte ich alles in meinen kleinen – dennoch viel zu schweren – Wanderrucksack und am Abend des 4. Dezember war ich wieder im Zillertal, bewaffnet mit guter Laune, viel Essen und warmen Klamotten.

    Am nächsten Tag war ich voller Energie und bereit für den Tag. Selbst das Wetter spielte mit: In der Nacht waren über 30 cm Schnee gefallen, der nun alle umliegende Berge bedeckte, und noch mehr kam während des Vormittags vom Himmel runter. Bei einer solch pittoresken Landschaft konnte selbst die eisig kalte Luft meine Stimmung nicht herunterziehen!

    Ich zog mich warm an – die Skihose mit pinker Fleece-Fütterung ist für mich im Winter unentbehrlich – und lief ins Freie, umgeben von schwebenden Schneekristallen. Schneeschuhe hatte ich – so naiv wie ich war – im Auto gelassen, schließlich hielt ich es für unwahrscheinlich, dass wirklich ein halber Meter Schnee am Boden liegen würde, so wie die Vorhersage es angekündigt hatte.

    Deswegen steckte ich knietief im Schnee und jeder Schritt erinnerte mich an die Entschlossenheit Sylvester Stallones in Rocky IV, als er in der sibirischen Wildnis für den Kampf gegen Ivan Drago trainierte. Ich wusste, es würde ein kurzer Spaziergang werden, denn trotz aller Vorsicht konnte ich nicht verhindern, dass Schnee in die Schuhe fiel, und ich wollte nicht stundenlang mit eisig-nassen Füßen herumlaufen. Trotzdem machte ich mich mit der Drohne im Schlepptau auf den Weg zum Wald und war gespannt darauf, die DJI Spark über die Wälder zu fliegen.

    Eine verschneite und kreisförmige Waldansicht aus der Vogelperspektive, Drohne DJI Mavic Air 2 in Österreich auf Standkopf, Sagtalerspitzen im Zillertal. Dort erfolgte der Drohnenabsturz.
    Eine verschneite und kreisförmige Waldansicht aus der Vogelperspektive. Diese Aufnahme stammt von der neuen DJI Mavic Air 2.

    Bei dem vielen Schnee hatte ich mit dem Quadrocopter tatsächlich Schwierigkeiten, vorwärts zu fliegen, da der Hinderniserkennungssensor den fallenden Schnee wohl als unüberwindbare Mauer wahrnahm. Glücklicherweise hatte ich die Eingebung, einfach rückwärts zu fliegen, denn Sensoren sind bei der Spark nur vorne und unten angebracht. So konnte ich in einer halbwegs flüssigen Bewegung über die Baumspitzen fliegen, ohne ständig vom Piepen des Warnsystems und dem damit verbundenen abrupten Halt der Drohne genervt zu sein.

    Der erste Flug in der Luft verlief recht reibungslos: Der Schneefall hatte ein wenig nachgelassen und die Sichtverhältnisse waren gut. Die Maschine kam mit Temperaturen knapp über Null gut zurecht- meine Finger weniger.

    Berauscht von dem tollen Ausblick und der Aussicht auf interessante Aufnahmen, ließ ich die Drohne nach fünf Minuten schon zurückkommen, um weiter nach oben zu steigen und dort einen neuen Flug zu starten.

    Welch bescheuerte Idee…

    Eine gute Viertelstunde später – und womöglich nur ein Dutzend Höhenmeter weiter oben – war ich bereit für den zweiten Flug. Den Akku hatte ich nicht ausgetauscht. Ich wollte nämlich jedes kostbare Quantum Energie ausnutzen und den zweiten Akku für einen späteren Flug einsetzen, da ich in der Hütte keinen Strom hatte, um sie wieder aufzuladen.

    Von der neuen Position startete ich die Maschine erneut, wendete die gleiche Strategie wie davor an, um den Hinderniserkennungssensor auszutricksen, und erfreute mich sehr über den Livestream der Aufnahmen der Drohne, der auf dem Display meines Smartphones angezeigt wurde.

    Die letzten Aufnahmen meiner DJI Spark. Danach kam es zum Drohnenabsturz.
    Die letzten Aufnahmen meiner DJI Spark vor dem Absturz der Drohne.

    Der Akku ging langsam zu Neige, auch wegen der Kälte, und schon bald wollte mich DJI zwingen, mittels Return to Home-Funktion den Flug abzubrechen. Ich hatte jedoch andere Pläne, auch weil der automatische Rückkehrflug nach vorne ständig vom fallenden Schnee behindert wurde. Ich drehte also die Drohne um 180° und flog so rückwärts zu mir zurück, um sie in Empfang zu nehmen und die letzten Bäumchen zu filmen. Ein Blick auf die Akkuanzeige verriet mir, dass ich noch genügend Kapazität für den Rückflug hatte.

    Aber ich hatte nicht berücksichtigt, dass die Berechnung der Anzeige sich plötzlich ändern könnte: Innerhalb weniger Sekunden hatte der Akku nicht mehr 14% Kapazität, sondern nur noch 6%. Augenblicklich leitete die KI der Drohne eine erzwungene Notlandung ein, obwohl die Maschine keine zehn Meter mehr entfernt war. Die Drohne schwankte, widersetzte sich in den ersten Sekunden, doch dann gab sie dem übergeordneten Befehl nach und stürzte hinter den letzten Bäumen Richtung Boden. Mit so einem Drohnenabsturz hatte ich nicht gerechnet.

    Die Such- und Rettungsaktion: DJI Spark in Gefahr!

    Ich konnte es nicht fassen: Zum ersten Mal war ich richtig enttäuscht – von mir selbst als Pilot, von meinem blinden Vertrauen in die Technik und auch von DJI. Die Maschine war so nah gewesen, hätte nur ein paar Sekunden mehr durchhalten sollen. Wie konnte das passieren? Ich hatte die Drohne die ganze Zeit fest im Blick und plötzlich war sie weg… Ich hatte den Drohnenabsturz gar nicht erwartet.

    Nichtsdestotrotz hatte ich keine Zeit, mich um meine Gedanken zu kümmern: Ich musste die Drohne suchen und bergen!

    Der Abhang war viel zu steil, um auf direktem Wege zum Quadrocopter zu gelangen. Ich watschelte im Schnee zum Wanderweg und folgte diesem einige Meter bergab, um bei einer passenden Stelle in den Wald einzudringen und die vermeintliche Absturzstelle zu finden. Doch die Bäume sahen von unten alle gleich aus und ich hatte keine Ahnung, wo der Drohnenabsturz erfolgt war.

    Ich konnte nur vage Unterschiede hinsichtlich der Größe der Krone der Bäume wahrnehmen und hatte auch nur eine vage Vorstellung, wo die Drohne abgestürzt war und wo ich mich jetzt befand – zwei Schätzungen, die ohnehin viel Unsicherheit beinhalteten und anhand derer ich die richtige Stelle finden musste. Ich machte mir Hoffnungen, dass ich den roten Körper und vielleicht noch blinkende Lichter sehen würde: Laut Steuerung war die Flugmaschine noch in Betrieb, obwohl kein Video mehr übertragen wurde. Ich konnte aber nichts finden. Ich hatte auch keinen Plan, wo sie hätte sein können.

    Dann hatte ich eine bahnbrechende Idee: Die Aufzeichnungen vom Drohnenabsturz auf dem Handy überprüfen. Doch die DJI-App erwies sich als untauglich für Rettungsaktionen, denn obwohl dort sowohl Startpunkt als auch Drohne auf einer Karte zu sehen waren, wurde meine eigene GPS-Position weder angezeigt, noch auf der Karte markiert. Ohne feststellen zu können, wo ich genau war, tappte ich wie ein Blinder im Dunkeln.

    Auch die letzte Videoübertragung des Drohnenabsturzes war nicht aufschlussreich: Von oben sah der Wald völlig anders aus als von unten, und selbst als ich dachte, die Lichtung gefunden zu haben, aus der die Drohne ihre letzten Signale sendete, konnte ich nichts sehen. Keine Rauchsäule gen Himmel, keine brennende Wrackteile, keine aus dem Schnee emporragenden Rotoren oder roten Plastikteile…

    Eine knappe halbe Stunde suchte ich die Gegend ab, in der Absicht, meine verhasste und doch geliebte Drohne zu finden. Mit jeder Minute, die verging, verschwand auch ein Fünkchen Hoffnung und als ich der Meinung war, alles versucht zu haben, kehrte ich dem Wald den Rücken zu und ging zur Hütte zurück.

    Ich bin mir sicher, die Drohne ist immer noch in dem Wald, und sobald der Schnee wieder auftauen wird, werde ich zurückkommen und sie finden.

    Oder doch nicht das Ende?

    DJI Mavic Air 2 Fly More Combo, eine der bestbewerteten Flugdrohnen im zivilen Bereich. Nach dem Drohnenabsturz der DJI Spark habe ich diese neue Drohne gekauft.
    Die neue Mavic Air 2 als Ersatz für die verschollene DJI Spark

    War das jetzt alles? Nein! Denn obwohl die DJI Spark immer noch verschollen ist, habe ich die Leidenschaft für Quadrocopter noch nicht aufgegeben. Ich habe inzwischen eine neue Drohne bestellt, eine DJI Mavic Air 2 auf Amazon*, und ich werde trotz des bösen Endes der Spark weiterhin Spaß am Fliegen haben und ein wenig über meine Unfähigkeit als Pilot sowie als Produzent von Videos mit hohem Einschlaffaktor lachen. Dieses Mal werde ich meine Fort- bzw. Rückschritte im Blog dokumentieren, um Dich daran teilhaben zu lassen.

    Mehr Drohnenvideos…

    … sowohl mit der DJI Spark als auch mit der neuen DJI Mavic Air 2 gibt es auf meinem Youtube-Channel, den ich ständig erweitere und mit Content füttere: Salvati Photography auf YouTube.

  • Von Höhen und Tiefen eines Drohnenflugs – ein sehr ehrlicher Erfahrungsbericht | Teil 1

    Eine Liebesgeschichte

    In diesem ersten Teil meines Erfahrungsberichts erzähle ich Dir, wie meine ersten Erfahrungen mit der DJI Spark waren, und zeige Dir einige Aufnahmen, die ich damit gemacht habe. Du findest den zweiten Teil des Berichts samt Drohnenabsturzvideo hier: Von Höhen und Tiefen eines Drohnenfluges – Teil 2.

    Der Anfang

    Ich bin schon immer ein großer Fan von Drohnen gewesen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie groß meine Vorfreude auf die GoPro Karma bei deren Ankündigung gewesen war und ebenso groß war meine Enttäuschung, als der Release immer wieder verschoben wurde.

    Mit dem Aufstieg der chinesischen Firma DJI wurde mein Interesse noch größer und im Frühjahr 2019 entschied ich mich dazu, eine kleine DJI Spark zu kaufen. Ich gab bei Idealo meinen Wunschpreis für das All-inclusive-Paket – auch Fly More Combo genannt – ein, ein paar Wochen später wurde dieser erreicht und ich konnte mich damit rühmen, endlich eine Drohne zu besitzen.

    Wolltest auch Du schon immer eine Drohne fliegen, kannst Du eine DJI Mavic Mini auf Amazon kaufen*.

    Dieser Ehrentitel war dennoch lange Zeit unverdient, denn die Drohne packte ich tatsächlich erst im März 2020 aus: Fast ein Jahr lang verweilte sie in der Originalverpackung, sei es, weil ich mit meinem fragwürdigen Halbwissen der Rechtslage zu unsicher war, weil ich in jedem Urlaub viel mit dem Mountainbike unterwegs war oder weil ich nicht zusätzlichen “Ballast” mitnehmen wollte und als der Winter 2019 kam, war es mir schlichtweg zu kalt draussen. (Du merkst schon, im Ausreden Finden bin ich auch bewandert.)

    Vergiss nicht, dass jede Drohne eine feuerfeste Kennzeichnungsplakette* wie diese hier aufweisen muss!

    Der erste Drohnenflug

    Als es wieder wärmer war, die Murmeltiere aus ihrem Bau herauskamen und Corona langsam zur globalen Bedrohung erklärt wurde, packte ich die Drohne aus, machte mich mit den unzähligen Paragraphen und Gesetzen vertraut, schloss sowohl die vorgeschriebene Drohnen-Haftpflichtversicherung als auch die von DJI angebotene Care-Versicherung ab und freute mich, die Welt von oben entdecken zu können.

    Doch die ersten Flüge waren gar nicht so spannend, wie ich mir gewünscht hatte. Ich testete die Drohne auf dem Land und bis auf spärlich platzierte Bäume zum Erosionsschutz, unspektakuläres Getreide sowie Rapsfelder war auf den Aufnahmen wenig zu sehen. Ich war dennoch weiterhin motiviert: Schließlich wollte ich erst mit dem Gerät sicher umgehen können, bevor ich mich an halsbrecherische Manöver zwischen Hochhäusern oder im Wald auf der Suche nach Berglöwen und Luchsen heranwagen würde. So lautete zumindest mein Plan.

    DJI Spark-Drohne, DJI ist einer der besten Drohnenhersteller der Welt für Fotos und Videos. Copter für erfahrene und unerfahrene Piloten.
    Die DJI Spark-Drohne beim Unboxing und erstem Laden

    Auch das Auge isst mit

    Aber es kam anders. Und zwar nicht, weil Corona mir einen Strich durch die Rechnung machte und meine zwar im Geist vorhandenen, doch nicht umsetzungsreifen Welterkundungspläne torpedierte, sondern weil meine “Action”-Touren schlichtweg zu langweilig waren. Klar, die Aufnahmen im Wald aus der Vogelperspektive sind nicht übel, aber selbst ich kann die jeweilige Bäumeanhäufung auf dem Bildschirm nicht länger als 20 Sekunden anschauen.

    Die kurze Flugdauer der DJI Spark und der stolze Preis der Zusatzakkus schreckte mich weiterhin ab, die Drohne mit in den Urlaub zu nehmen. Ein Dutzend Minuten Flugzeit – den nominellen Wert von 16 Minuten habe ich bei meinen Flügen nie erreichen können – und die recht holprige Bewegungen der Drohne waren ein Dorn in meinem Auge, um die Drohne mit im Gepäck zu haben. Ich war noch zusätzlich ein wenig von der aus meiner Sicht mittelmäßigen Kamera, die für Fotos und Videos nicht der Hit ist, dem zwei- statt drei-Achsen-Gimbal und und und enttäuscht.

    (Außerdem kommen die jeweiligen rechtlichen Beschränkungen des besuchten Landes noch ins Spiel, die den Einsatz der Drohne zusätzlich unattraktiv machen, wenn zum Beispiel in Venedig die Drohne nur abseits der Stadt, sowie abseits der Kanäle und weiteren Wasserrouten fliegen darf, und dann auch nur in sehr geringer Höhe.)

    Das führte dazu, dass ich die Drohne nur dann mitnahm, wenn ich eh kein Abenteuer im Programm hatte; hier und da eine Wanderung in den Alpen, mal in Landshut über der Burg Trausnitz fliegend den Dom gefilmt, aber mehr auch nicht.

    Mehr “spannenden” Videos von meinen Flügen findest Du übrigens auf Youtube.

    Keine Klettertsteigpassagen in den Dolomiten, keine Aufnahmen von Venedig, keine Mountainbikefahrten und erst recht keine anderen beeindruckenden Sportarten. Da konnte ich die begrenzten technischen Spezifikationen der Drohne so sehr dafür verantwortlich machen, wie ich wollte; meine aufgenommenen Videos waren fade, weil ich schlicht und ergreifend nichts Spannendes gefilmt hatte – als ob ich mit einer besseren und kostspieligeren Drohne die monotonen Aufnahmen hätte aufpeppen können!

    Und dann kam die Wende…

    Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung – angeblich. Und so kam es dazu, dass ich versuchte, die Landschaftsaufnahmen aus der Luft professioneller zu gestalten, mich mit vielen mir noch unbekannten Adobe Premiere Pro-Features beschäftigte und Rat von Google einholte, wie ich besser werden konnte. Mein Kopf wurde regelrecht von Hinweisen, Tipps und Vorschlägen überflutet: Von gecrackten DJI-Apps, die eine ruckelfreie Steuerung der DJI Spark ermöglichen, bis hin zu Videobearbeitungsfunktionen, die durch die zeitliche Ausdehnung oder Kompression des Videos Spannung erzeugen sollten.

    Für jedes scheinbare Problem – selbst für welche, die mir noch nicht bewusst waren -, gab es eine Lösung, die für nur wenig Geld zu haben wäre. Das war mir allerdings zu viel: Ich wollte doch nur die Drohne fliegen, Spaß haben und ein passables Ergebnis präsentieren können. Ich beschränkte mich also auf Adobe Premiere Pro als Videobearbeitungsprogramm und beherzigte einige Tipps beim Fliegen, die ich in Youtube-Videos gefunden hatte. Hier eine kleine Auswahl, bezogen auf die Spark:

    Ich flog die Drohne über unberührte Wälder, jungfräuliche Gipfel und verschneite Landschaften, weiterhin mit mäßigen Ergebnissen. Eine Aufnahme in den Bergen forderte sogar ein Blutopfer, als ich meine Begleitung bat, die Drohne auf ihrer Hand landen zu lassen. Dabei vergaß ich, sie darauf hinzuweisen, dass es sehr wichtig sei, die Hand ausgestreckt und gerade zu halten, die Drohne würde automatisch darauf landen. Als die Maschine im Landeanflug war, griff sie zum Drohnenkörper, um ihn festzuhalten.

    Und es kam, wie es kommen sollte, zumindest nach Murphys Gesetz: Ein Finger rutschte zu weit nach oben und dessen Spitze wurde vom Rotor erwischt, Blut strömte aus der verletzten Hand, die Drohne fiel zu Boden und rutschte Richtung Abhang.

    Zuerst wurde der Finger versorgt: Trotz des tiefen Schnitts war glücklicherweise nichts abgetrennt worden. Wir versorgten die Wunde, so gut wir konnten und machten uns auf den Weg zurück. Die Drohen konnte ich noch einsammeln, sie war zwar ein gutes Stück heruntergerutscht, dennoch war sie noch relativ reicht erreichbar und anscheinend noch in einem guten Zustand. Zurück in der Hütte wurde der Finger gereinigt, desinfiziert und bandagiert, nachdem die Blutung seit einigen Minuten aufgehört hatte. Nach dieser Erfahrung benutzte ich die Drohne lange Zeit nicht mehr.

    Ich ließ mich dennoch nicht entmutigen: Schließlich ist ja alles eine Sache der Erfahrung. Mein Liebäugeln mit der Mavic Air 2 blieb auch nur ein kurzer Flirt aus großer Entfernung, da ich erst die Spark verkaufen wollte, um den nächsten Quadrocopter zu erwerben.

  • Venedig – Teil 2: Meine Lieblingsfotospots

    In diesem Post verrate ich Dir meine fünf fotografischen Lieblingslocations in Venedig, Italien, die ich im Laufe der letzten Jahre entdeckt und immer wieder besucht habe. Den vorherigen Post über Venedig und wie Du in der Stadt am besten zurechtkommst, findest Du hier. (Öffnungszeiten und Preise wurden von mir zuletzt am 10.11.2020 überprüft und aktualisiert.)

    Mehr zu Venedig findest Du hier.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Fondaco dei Tedeschi

    Das Luxus-Einkaufszentrum am Canal Grande, in einem antiken Palast aus dem dreizehnten Jahrhundert, bietet nicht nur drei Stockwerke voller unbezahlbarer Markenartikel inmitten des ältesten Teils Venedigs, sondern auch den kostenlosen Besuch der Dachterrasse mit atemberaubendem Blick auf den Kanal und die Rialtobrücke. Dies ist allerdings nur nach vorheriger Buchung möglich: Es werden 15-minütige Slots von 10:30 bis 18:30 angeboten.

    Tipp: Buche zwei Slots hintereinander. Du kannst beide Buchungen bei der ersten Kontrolle vorzeigen, damit Du beim „Schichtwechsel“ auf der Dachterrasse bleibst und nicht wieder in die Wartehalle geschickt wirst. So hast du die Terrasse eine oder zwei Minuten nur für dich und deine Fotos; Stative waren bisher übrigens erlaubt.

    Der Name deutet darauf hin, dass das Gebäude im Spätmittelalter und in der Renaissance als Niederlassung deutschsprachiger Händler und Handwerker diente; sogar die Fugger hatten eine Handelsvertretung hier. Die Räumlichkeiten weisen heute immer noch Zeichen und Wappen verschiedener Händler auf, die auf Säulen, Regalen, Fenstern, Wänden, Fassaden und Sockeln eingraviert wurden, um den Raum für sich zu beanspruchen.

    Campanile di San Giorgio Maggiore

    Die wunderschöne und recht überschaubare Insel südöstlich von San Marco diente schon den Malern der Renaissance als Inspiration und Motiv für ihre Bilder, da die majestätische und imposante Fassade der Basilika auf dem Wasser der Lagune sehr gut von der Piazzetta San Marco zu sehen und der Ausblick wirklich sehr malerisch ist. Bis zum elften Jahrhundert war auf der Insel jedoch nur eine kleine Kirche aus Holz; erst im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte wurde erst das angrenzende Kloster und später, im 16 Jahrhundert, auch die Basilika gebaut, wie wir sie heute kennen.

    Der aktuelle Glockenturm stammt aus dem Jahre 1791, da der ursprüngliche 1774 stürzte. Er gehört zu den höchsten Türmen der Stadt und bietet einen fantastischen Blick auf die Altstadt Venedigs, besonders auf den Markusplatz und auf Santa Maria della Salute, da keine Gebäuden die Sicht beeinträchtigen. Den Glockenraum erreicht Du in einem gläsernen Aufzug und Du kannst so während der Fahrt nach oben noch das Gerüst der alten Holztreppe im Inneren des Glockenturms sehen, ohne Gefahr zu laufen, dass die modernden Stufen plötzlich beim Hochgehen zusammenbrechen.

    Santa Maria della Salute und der Sankt Markus-Glockenturm im Sonnenuntergang, von San Giorgio Maggiore aufgenommen.

    Tipp: Kleine Stative konnten bisher problemlos aufgestellt und für Zeitrafferaufnahmen oder Langzeitbelichtungen verwendet werden.

    Der Glockenturm ist offen von 9:00 bis 19:00 von April bis Oktober (letzte Eintrittsmöglichkeit um 18:30), von November bis März von 8:30 bis 18:00 (letzte Eintrittsmöglichkeit um 17:30). Der Eintritt für den Glockenturm kostet 6 Euro – die Kirche kann kostenfrei betreten werden.

    Vorsicht beim Glockenschlag, es kann richtig laut werden!

    Ponte di Rialto

    Die Rialtobrücke ist die älteste der vier Brücken, die heutzutage über den Canal Grande führen, und bis ca. 1850 war sie sogar die einzige, um von einem Ufer des Kanals zum anderen zu kommen. Sie ist die dritte Brücke, die an dieser Stelle errichtet wurde, denn beide vorherigen brachen in sich zusammen. Im 16. Jahrhundert fanden mehrere Ausschreibungen statt, an denen namhafte italienische Architekten teilnahmen, und 1588 gewann das Projekt von Antonio da Ponte; ausschlaggebend war seine Idee, die Brücke auf nur einem Bogen zu stützen, statt auf mehreren, um den Schiffsverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

    Auf der Brücke befinden sich viele Geschäfte; die meisten von ihnen verkaufen Luxuswaren wie Juwelen, Uhren oder Murano-Glas. Schon auf der ersten Holzbrücke 1250 befanden sich Geschäfte; damals finanzierte die Stadt aus den Mieteinnahmen der Räumlichkeiten die Wartungsarbeiten an der Brücke.

    Fun Fact 1: Die Miete für ca. 16m² auf der Brücke (8m² Erdgeschoss, 8m² 1. OG) beträgt ungefähr 5.000 Euro/Monat.

    Die Lage der Brücke erlaubt es, die großartige Sonnenuntergangsstimmung bei Abenddämmerung über dem Canal Grande Richtung Südwesten fotografieren zu können; der rötliche Himmel und die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich auf dem Wasser und beleuchten die hellen Paläste an den Seiten des Kanals mit warmem Licht. Dabei fehlt es in Venedig ganz sicher nicht an romantischer Stimmung, aber beim Sonnenuntergang ist die Stadt noch schöner.

    Auf der Brücke gibt es noch die Möglichkeit, lustige und spannende Zeitraffervideos zu drehen, da die vielen Wasserfahrzeuge sich in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und auf der Aufnahme wird dies noch stärker hervorgehoben.

    Einige Dutzend Meter westlich der Brücke befindet sich der Rialtomarkt, der seit über tausend Jahren dort angesiedelt ist und im Laufe der Jahrhunderte sogar bis an die Ufer des Kanals bei der Brücke reichte. Inzwischen erfüllt der Markt keine Versorgungsfunktion mehr, sondern hat vielmehr einen folkloristischen Charakter, vor allem der Fischmarkt in den Hallen der Pescheria di Rialto ist eine beliebte touristische Anlaufstelle. Die antik wirkende Markthalle ist übrigens erst 1907 nach gotisch-venezianischen Stil erbaut worden, und dem Laien – also mir – war dies nie aufgefallen.

    Fun Fact 2: Im Mittelalter durften nur gebürtige Venetianer, die das 50. Lebensjahr bereits bestritten und mindestens 20 Jahre selbst gefischt hatten, Fisch verkaufen.

    San Marco

    Der Platz von San Marco bietet sehr viele Sehenswürdigkeiten, einige von ihnen sind Dir bestimmt bekannt, andere womöglich noch nicht. Der Besuch des Markusplatz ist für mich bei jedem Aufenthalt in Venedig “Pflicht”.

    Campanile di San Marco

    Der Glockenturm vom Markusplatz ist wahrscheinlich das bekannteste Wahrzeichen Venedigs. Durch seine imposante Höhe (99m) überragt er jedes Gebäude der Lagunenstadt um einige Dutzend Meter und selbst Goethe war auf seiner Italienreise von der Aussicht vom Turm beeindruckt:

    Aus Goethes Italienischer Reise:

    Als ich ihn [den Stadtplan Venedigs] einigermaßen studiert, bestieg ich den Markusturm, wo sich dem Auge ein einziges Schauspiel darstellt. Es war um Mittag und heller Sonnenschein, daß ich ohne Perspektiv Nähen und Fernen genau erkennen konnte. Die Flut bedeckte die Lagunen, und als ich den Blick nach dem sogenannten Lido wandte (es ist ein schmaler Erdstreif, der die Lagunen schließt), sah ich zum erstenmal das Meer und einige Segel darauf. In den Lagunen selbst liegen Galeeren und Fregatten, die zum Ritter Emo stoßen sollten, der den Algierern den Krieg macht, die aber wegen ungünstiger Winde liegenbleiben. Die paduanischen und vicentinischen Berge und das Tiroler Gebirge schließen zwischen Abend und Mitternacht das Bild ganz trefflich schön.

    Ein Aufzug bringt alle Besucher von der Basis zum Glockengeschoss in weniger als einer Minute und ohne jegliche Anstrengung, so dass Du dich auf den 360°-Panoramablick konzentrieren kannst. Übrigens sollen auch Menschen, die an Höhenangst leiden, den Blick genießen können, da es von oben nicht möglich ist, direkt zum Sockel runter zu schauen.

    Der Glockenturm ist im Sommer von 9 bis 21 Uhr für Besucher offen, im Winter von 9:30 bis 15:45, sonst von 9 bis 19 Uhr. Der letzte Einlass ist eine Stunde vor Schluss, und trotz aller italienischer Gemütlichkeit wird das auch streng eingehalten. Ich wurde am Ticketschalter schon mal abgewiesen, weil ich ein paar Minuten zu spät da war. Der volle Preis beträgt 8 und der ermäßigte 4 Euro.

    Piazza san marco

    Der Markusplatz ist an drei Seiten von den Gebäuden der Prokuratie umschlossen, der mittelalterlichen Baubehörde, die im Verlauf der Jahrhunderte immer mehr Bedeutung und Einfluss gewann. Im Norden befinden sich die alten Prokuratie (Procuratie vecchie), im Süden die neuen (Procuratie nuove) und im Osten ist der Napoleonische Flügel (Ala napoleonica), der unter Napoleon erbaut wurde. Auf der Ostseite befinden sich Markusdom und Glockenturm.

    Basilica di San Marco

    Die Kirche wurde vom Doge Giustiniano Partecipazio in Auftrag gegeben, als 828 zwei venezianische Händler aus Alexandria in Ägypten die Reliquien vom Heiligen Markus schmuggelten. Mehrere Neubauten folgten, die letzte große Renovierung erfolgte 1231 nach einem verheerenden Brand.

    Die Basilika ist in vielerlei Hinsichten einzigartig, denn zum einen finden sich hier viele architektonische Besonderheiten – im Inneren sind alle Wände und Decken ausschließlich von Mosaiken geschmückt, Fresken wirst Du vergeblich suchen; die Kirche weist einen seltenen romanischen Stil mit byzantinischen Einflüssen -, zum anderen war die Kirche Mittelpunkt des sozialen und politischen Lebens der venezianischen Republik und alle wichtigen Ereignisse, angefangen bei den vielen religiösen Veranstaltungen bis hin zu der Wahl des Dogen, fanden in der oder um die Kirche statt. Diese Funktion spiegelt sich nicht nur in den vielen Kunststücken, sondern auch in der Architektur wider.

    Außerdem beherbergt das Museum der Kirche viele Schätze: die Originalpferde von San Marco (auch: Quadriga marciana, Quadriga des Markusdoms genannt) – auf der Loggia befinden sich lediglich Kopien davon – und die alte Bedeckung des goldenen Altarbildes, auf der Paolo Veneziano im 14. Jahrhundert die Geschichte des Heiligen Markus malte.

    Torre dell’orologio

    Der Glockenturm gilt noch heute als Geheimtipp, um einen Blick auf den Markusplatz zu werfen, ohne beim Einlass der Basilika oder des Glockenturms anzustehen, denn trotz seiner hervorragenden Lage wirkt der relativ hohe Preis oft abschreckend: 12 Euro pro Person werden nämlich für den Eintritt verlangt. Dafür kannst Du nicht nur den kompletten Markusplatz von oben überblicken – sogar von weiter oben als von der Loggia des Markusdoms -, sondern auf dem Weg nach oben bekommst Du auch das Uhrwerk zu sehen und auf der obersten Terrasse findest Du die zwei Moren, den “Alten” und den “Jungen”, die zu jeder vollen Stunden auf eine extra für diesen Turm gegossene Glocke schlagen.

    Sich in den Gässchen verlaufen

    In den letzten Jahren habe ich es sehr genossen, mich von meiner Neugier leiten zu lassen und planlos durch die Stadt zu laufen, um verlorene Geschäfte, geheime Gänge und vom Massentourismus noch verschonte Plätze zu entdecken. Zwar mündete mein Weg des Öfteren in Sackgassen, dennoch lohnt es sich, einen Blick abseits der touristischen Routen und der vielen “Pilgerstätten” zu werfen.

    Zusätzlich empfehle ich Dir, recht früh aufzustehen, da es ein einzigartiges Erlebnis ist, morgens die Stadt beim Aufwachen zu beobachten, wenn die Touristen noch schlafen und viele Bäckereien sowie Konditoreien ihren Duft in die Gässchen ausströmen. Die Anwohner schicken sich an, ihre Kinder zur Schule zu bringen und danach zur Arbeit zu gehen, Waren werden per Boot geliefert, ebenso erfolgt die Müllentsorgung über den Wasserweg. Zu keiner anderen Zeit sonst zeigt sich Venedig von ihrer authentischen Seite.

  • Venedig – Teil 1: Überlebenstipps

    Von allen Städten, die ich besichtigt habe, fasziniert mich Venedig immer noch am meisten. Venedig ist wegen seiner Geschichte, Architektur und der Tatsache, dass es ins Meer gebaut wurde, vielleicht wirklich „die unwahrscheinlichste der Städte“, wie Thomas Mann schreibt. Andererseits macht sie die Nähe zu Süddeutschland – in 5 Stunden ist man schon an der italienischen Adria –zu einem leicht erreichbaren Ziel.  Ich bin sehr gerne dort und versuche auch, mehrere Tage zu bleiben, vor allem zur Zeit des Karnevals.

    Den nächsten Post über Venedig mit meinen fünf Lieblingsfotospots findest Du hier.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Venedig Bilder- Venedig vom Wassertaxi fotografiert

    Ankunft in Venezia

    Da ich in der Nähe Münchens wohne, fahre ich meistens mit dem Auto nach Venedig, da Italien quasi ein Katzensprung entfernt ist. Die Fahrt vergeht recht schnell, es gibt viel zu sehen, und ich verbinde mit dem Venedig-Ausflug noch einige Städtetrips und Verwandschaftsbesuche, so dass ich mit dem Wagen am besten bedient bin.

    Für Wochenendausflüge kannst Du auch mit dem Zug nach Venezia Santa Lucia fahren. Das lohnt sich vor allem, wenn man früh – und vielleicht mit einer günstigen Bahncard 25 – bucht. Reist Du von weiter weg an, ist vielleicht ein Flug zum Aeroporto Marco Polo Tessera (VCE) zeit- und kosteneffizient; von dort gibt es viele Möglichkeiten, zur Lagunenstadt zu kommen.

    Es ist zwar möglich, in Venedig in einem der Riesenparkhäuser direkt bei der Verbindungsbrücke zum Festland zu parken, günstig ist das jedoch nicht. Ich parke entlang der Eisenbahnlinie zwischen Treviso und Venedig an einem kleinen Bahnhof, vor Mestre, mit keinen oder sehr geringen Parkgebühren, und genieße so die zwanzig- oder dreißigminütige Fahrt in die Lagune über den Ponte della Libertà. Am Bahnhof Santa Lucia in Venedig angekommen, gibt es die ersten Möglichkeiten, sich günstig zu verpflegen: Ich bevorzuge den Relax & Caffé, denn Du kannst ordentlich viel essen zu verhältnismäßig niedrigen Preis und eine saubere Toilette ist auch vorhanden – beides sind nämlich nicht überall vorhanden, vor allem zu Coronazeiten.

    Einmal den Bahnhof verlassen, bist Du sofort von der Schönheit der Stadt umgeben.

    Venedig - Zugbahnhof Venezia Santa Lucia

    Fortbewegung

    In Venedig wurden über 400 Brücken gebaut, um die etwa 150 Kanäle passieren zu können. Nur wenige von ihnen sind bequem mit Trolleys oder Kinderwagen zu überqueren. In den engen Gassen ist es manchmal schwierig, größere Tragetaschen neben sich zu schleppen, ohne sie an den Gebäuden zu reiben; ich reise deswegen nur mit dem Allernötigsten im Rucksack, auch an Kameraausrüstung (dazu später mehr).

    Es gibt allerdings die „Vaporetti“, so werden die Wasserbusse genannt, mit denen man viele Punkte an den größeren Kanälen erreichen und so von einer Insel zur anderen fahren kann. Die Tickets sind sogar teurer als so manche Fahrkarte der Münchner S-Bahn, dennoch kann es sich bei viel Gepäck lohnen, diese Alternative zu nutzen. Wer die entfernten Inseln Murano und Burano besuchen will, kann überlegen, ob und wann ein 24-Stunden-Ticket (20 Euro pro Person) sinnvoll wäre. Die Tickets können an vielen Haltestellen an den Automaten erworben werden, und es gibt ebenso viele Schalter oder Geschäfte, wo Du sie kaufen kannst.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Mehr zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in der venezianischen Lagune hier:



    Venedig wäre ohne die Gondeln undenkbar, und in der Vergangenheit hatte jede Familie der Mittel- und Oberschicht mindestens eine, mit der die Herrschaften durch die Kanäle gefahren wurden, während Dienerschaft und Unterschicht sich durch die dunklen und schmutzigen Gassen zwingen musste. In der Neuzeit sind Gondeln eher eine Touristenattraktion, und für 70-90 Euro je nach Tageszeit wird man eine Stunde lang durch die Stadt gefahren, was aber in Anbetracht der gelangweilten Gesichter vieler Passagiere, die lieber auf ihr Smartphone schauen als um sich herum, eine nicht so spannende Angelegenheit zu sein scheint.

    Wer es eilig hat, kann ein Wassertaxi nehmen. Obwohl ihr Rumpf oft aus Holz besteht und die geölten sowie polierten Oberflächen den Eindruck vermitteln, die Boote seien nur dekorative Objekte, sind sie mit starken Motoren ausgestattet, und sie können außerhalb der Stadt hohe Geschwindigkeiten erreichen.

    Wichtig: Venedig ist an sich eine sehr kleine Stadt, deswegen kommst du auch zu Fuß sehr schnell voran. Ich lasse mich regelmäßig von der Skala in Google Maps täuschen, weil ich von der Weitläufigkeit Münchens ausgehe; dabei dauert der Fußweg vom Bahnhof bis zur Rialtobrücke keine Viertelstunde und allgemein ist alles innerhalb weniger Minuten schnell erreicht.

    Verpflegung

    Viele Lokale in Venedig locken mit ihrem internationalen kulinarischen Angebot und fabelhafter Lage: Wer würde nicht gerne am Canal Grande Martini schlürfen und ein paar Snacks essen? Doch manchmal sollte man lieber erst einen Blick auf die Preisliste werfen, bevor man sich hinsetzt. Denn am Ende des Aperitifs oder der Mahlzeit ist eine böse Überraschung hinsichtlich der Höhe der Rechnung nicht förderlich für die Verdauung.

    Allgemein gilt:

    • In Venedig – sowie in vielen anderen größeren Städten Italiens – gibt es in Bars und Cafés unterschiedliche Preise für Selbstbestellung sowie Verzehr an der Theke und dem Sich Bedienen Lassen am Tisch: Am Tisch können die Preise bis doppelt so hoch sein, dafür kann man bequem sitzen bleiben, die Aussicht genießen und sogar etwas Sonne tanken. So kann ein Espresso plötzlich 3,5 statt 1,5 Euro kosten.
    • In der Nähe der Sehenswürdigkeiten und der Brücken über den Canal Grande kann es sehr schnell sehr teuer werden. Die Betreiber von Restaurants lassen sich die tolle Lage gut bezahlen und in einigen Fällen haben die Gerichte viel mehr mit Fast Food-Massenproduktion gemeinsam als mit italienischer Gourmetküche. Die Qualität des Essen war entgegen allgemeiner Annahmen bisher immer immer zufriedenstellend bis sehr gut.

    Wenn ich neue Lokale aufsuchen will, lasse ich mich von Tripadvisor und ähnlichen Seiten inspirieren, denn die Bewertungen geben ein gutes Bild wider und zeichnen ein realistisches Bild der zu erwartenden Erfahrung in dem einen oder anderen Restaurant. Einen Blogpost über meine Lieblingslokale in Venedig wird folgen.

    Übernachten in Venedig

    Je nachdem, wie Du Venedig erreicht hast, gibt es verschiedene Optionen:

    • Die günstigste, aber unglamouröseste ist auf dem Festland eine Schlafmöglichkeit zu finden, und Venedig mit dem Zug zu erreichen. Die Regionalzüge fahren bis tief in der Nacht, so dass es möglich ist, recht lange in der Lagunenstadt zu bleiben und auch einen romantischen Sonnenuntergang zu beobachten. Ich finde diese Lösung okay für Tagesausflüge, aber ein längerer Aufenthalt wird nicht unbedingt angenehm durch die Fahrerei. Wenn Karneval oder Biennale ist und viele Unterkünfte ausgebucht sind, ist diese Option allerdings durchaus sinnvoll.
    • Ich bevorzuge es jedoch, bei Airbnb nach Wohnungen (manchmal auch nur nach Zimmern), die in dem Viertel (in Venedig ‚Sestiere‘) sind, das ich entdecken möchte. San Polo ist eine gute Wahl, wenn Du noch keine festen Ziele hast und Venedig nicht so gut kennst, da dieses Viertel genau mittig liegt. Für Seebären gibt es auch die Möglichkeit, in einem Segelboot im östlichen Yacht-Hafen zu übernachten, und man findet noch skurrilere Annoncen.
    • Die luxuriösere Art, in Venedig seine Nächte zu verbringen, ist tatsächlich ein Zimmer in einem der vielen Hotel zu buchen. Die Preise variieren stark, von fensterlosen Zimmern bis Kleinapartments direkt am Canal Grande ist alles vertreten und die Preisspanne ist recht groß. Dennoch garantieren die vielen namhaften Hotels auch hohe Standards, und oft präsentieren sie Angebote für feste Zeiträume, die z.B. Airbnb unterbieten. Zur Hochsaison sind die Preise dennoch sehr hoch. Das Hotel Rialto* ist meine erste Wahl, wenn ich in Venedig ein Hotel brauche: Es befindet sich im Zentrum Venedigs, direkt bei der Rialtobrücke, und von dort ist jede Ecke der Stadt in kürzester Zeit erreichbar.

    Die Lage dieses 4-Sterne-Hotel ist ideal, um die Stadt zu erkunden und zu entdecken. Stell Dir vor, Du sitzt am Fenster deiner Junior Suite und bewunderst die Rialtobrücke. Unter dem Brückenbogen überqueren ständig Gondeln und Boote den Canal Grande und die Vaporetti halten nur wenige Schritte vom Hotel entfernt, um ganz Venedig zu Dir zu bringen.

    Lohnt es sich, auch Murano und Burano zu besuchen?

    Murano bei Venedig ist eine der nächstgelegenen Inseln und verfügt über einen eigenen Canal Grande, der dem der Hauptinsel in nichts nachsteht – allerdings mit viel weniger Verkehr.

    Die Torre dell'orologio (der Uhrturm) auf dem Campo Santo Stefano in Murano bei Venedig
    gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt. Venedig (Fondamenta Nove) - Insel Murano - Insel Mazzorbo - Insel Torcello - Insel Burano -Treporti - Punta Sabbioni. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.

    Vergiss nicht, neben Murano auch Burano zu besuchen. Diese kleine Gemeinde auf einer Insel im nordöstlichen Teil der venezianischen Lagune hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Häuser in leuchtenden Neontönen zu streichen, und so sind die bunten Häuser von Burano in der ganzen Welt bekannt.

    Fotoausrüstung für Venedig

    Nun zur entscheidenden Frage: Was nehme ich mit nach Venedig? Aus meiner Erfahrung mit APS-C  und DSLR macht es schon einen großen Unterschied, ob ich mit einer Crop- oder Vollformatkamera unterwegs bin.

    APS-C:

    • Mit der Canon EOS 7D hatte ich bei jedem Besuch in Venedig mindestens ein Weitwinkel– und ein Zoomobjektiv dabei (in meinem Fall: Canon EF-S 10-18mm bzw. EF Canon 24-105mm). Damit kannst Du die meisten Motive fotografieren, die Du bei der Erkundung der Stadt entdeckst. In den meisten Fällen hätte allerdings ein EF-S 17-55mm gereicht.

    DSLR:

    • Wegen der Größe des Sensors Deiner Vollformatkamera kannst Du auch mit nur einem Objektiv zurechtkommen; ich habe das Zoomobjektiv (Canon EF 24-105mm) am Häufigsten benutzt und kann damit auch einen Sonnenuntergang oder -Aufgang gut in Szene setzen. Damit kann ich fast alle Motive in Venedig fotografieren.
    • Ich hatte bei der letzten Tour auch ein Weitwinkelobjektiv (Canon EF 16-35mm) bei mir, und selten habe ich die 16mm wirklich gebraucht. (Dafür kam er in den Alpen auf der Rückfahrt gut zum Einsatz, aber das ist eine andere Geschichte.)

    In Venedig fotografieren – Sonstige Tipps

    • Ein kleines und leichtes Stativ für nächtliche Spaziergänge ist nicht schlecht, behelfsmäßig kann man auch Geländer, Treppenstufen o.Ä. nutzen.
    • Möchtest Du die Stadt ohne Menschen fotografieren, kannst Du tagsüber auf einen Graufilter und Einsatz eines Stativs zurückgreifen. Bei Hochsaison kann es dennoch schwierig sein, ein klares Bild ohne Farbstreifen und Leuchtspuren zu haben. Eine gute Möglichkeit, die Touristenmassen nicht auf deinen Bildern zu haben, ist, bei Sonnenaufgang schon unterwegs zu sein und so die Stadt beim Aufwachen zu fotografieren; viele Touristen kommen nämlich vom Festland und sind noch auf den Weg zur Lagunenstadt, die Anwohner frühstücken noch, und nur wenige Menschen sind zusammen mit dir auf den Straßen.
    • Willst Du von den höchsten Punkten der Stadt fotografieren (Markusturm, Glockenturm von San Giorgio uvm.), kann es sich für dich lohnen, ein Teleobjektiv mitzunehmen. Mit dem Canon 75-300mm kann ich alle Wünsche an Bildvergrößerung trotz hoher Blendenzahl erfüllen.

    Wichtig

    Venedig ist, trotz seines städtischen Charakters, im Meer auf Inseln gebaut und vom Meer umgeben. Hohe Luftfeuchtigkeit und Meeresluft mit hohem Salzgehalt können deine Kamera schädigen. Deswegen achte darauf, deine Kamera zu schützen und gut zu pflegen.

    Die appetitlichen Essensangebote, die überall präsent sind, sorgen bei mir dafür, dass meine Hände selten wirklich sauber sind, und oft hinterlasse ich lästige Abdrücke auf Kamera und Objektiv. Aus diesem Grund habe ich – leider nicht immer – Taschentücher, Feuchttücher oder Desinfektionstücher mit mir, damit ich nach einem Leckerbissen wieder saubere Hände habe und mir keine Sorgen machen muss, die Linse damit zu verschmieren.

    Generell sind in Italien die Steckdosen Typ-F noch nicht überall verbreitet; stattdessen ist man häufiger mit dem Typ-L konfrontiert. Für solche Fälle habe ich einen passenden Adapter dabei.