Kategorie: Fotografie & Video

  • Was ist eine DSLR-Kamera?

    Dieser Artikel ist Teil der Fotografie lernen-Reihe “Grundwissen Fotografie: Lernen, wie was funktioniert” und erklärt die Funktionsweise einer DSLR-Kamera.

    Das Akronym DSLR steht für “Digital Single Lens Reflex” (auf Deutsch: Spiegelreflexkameras mit digitalem Aufnahme-Sensor). Eine DSLR ist also eine digitale Spiegelreflexkameras: Mithilfe eines Spiegelmechanismus reflektiert sie das Licht von dem Kameraobjektiv zu einem optischen Sucher und beim Fotografieren lässt sie das Licht vollständig auf den digitalen Bildsensor gelangen, indem sie den Spiegel hochklappt.

    Der Sucher ist ein Okular auf der Rückseite der Kamera, durch das der Fotograf schaut, um zu sehen, was er aufnimmt.

    Spiegelreflexkameras gibt es seit dem 19. Jahrhundert, die ersten kommerziellen digitalen Spiegelreflexkamera mit Bildsensor erschienen erst 1991. Im Gegensatz zu Point-and-Shoot- und Smartphonekameras verwenden digitale Spiegelreflexkameras normalerweise Wechselobjektive.

    Woraus besteht eine DSLR-Kamera?

    Folgendes Bild ist ein Querschnitt einer Spiegelreflexkamera (Bild mit freundlicher Genehmigung von Wikipedia):

    1. Linsen des Objektivs
    2. Schräg stehender Schwingspiegel, der beim Auslösen nach oben geklappt wird
    3. Verschluss, der sich beim Auslösen öffnet
    4. Digitaler Bildsensor bzw. analoger Film
    5. Einstellscheibe des Suchersystems
    6. Sammellinse/Feldlinse
    7. Dachkantpentaprisma
    8. Sucher

    en:User:Cburnett – Own work with Inkscape based on Image:Slr-cross-section.png, CC BY-SA 3.0.

    Wie funktioniert eine DSLR-Kamera?

    Schaust Du durch einen DSLR-Sucher bzw. das Okular auf der Rückseite der Kamera, wird alles, was Du siehst, durch das an der Kamera angebrachte Objektiv geleitet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Du genau das siehst, was Du aufnimmst.

    Das Licht des Motivs, das Du fotografieren möchtest, gelangt durch das Objektiv (1) auf den Schwingspiegel (2), der sich in einem Winkel von 45 Grad in der Kamerakammer befindet und das Licht dann vertikal an das Dachkantpentaprisma (7) weiterleitet. Das Dachkantpentaprisma leitet das Licht so um, dass es richtigrum den Sucher (8) und somit Dein Auge erreicht.

    Wenn Du auf den Auslöser drückst, um ein Bild aufnehmen, schwingt der Schwingspiegel (2) nach oben, blockiert die Lichtumleitung zum Sucher und lässt das Licht direkt zum hinteren Teil der Kamerakammer durch. Der Verschluss (3) öffnet sich und das Licht erreicht den Bildsensor bzw. den Film (4). Der Verschluss (3) bleibt so lange geöffnet, bis der Bildsensor (4) das Bild aufzeichnet. Dann schließt er sich und der Schwingspiegel fällt auf den 45-Grad-Winkel zurück. Das Licht wird nun wieder in den Sucher gelenkt.

    Bei einer DSLR-Kamera wird nun das Licht, das auf den Sensor gefallen ist, in ein digitales Bild verarbeitet: Der Kameraprozessor nimmt die Informationen vom Bildsensor auf, konvertiert sie in ein geeignetes Format (zum Beispiel in RAW oder JPEG) und speichert sie dann auf eine Speicherkarte. Der gesamte Vorgang dauert wenig, je nachdem, welche Bildauflösung eingestellt ist, wie hoch die Schreibgeschwindigkeit des Speichermediums ist und ob dem ersten Foto gleich ein weiteres folgt.

    person holding black canon dslr camera shallow focus photography

    Für mehr und vor allem tiefergehende Informationen ist der Wikipedia-Eintrag zu DSLR-Kameras sehr zu empfehlen!

  • Was ist eine spiegellose Kamera?

    Dieser Artikel ist Teil der Fotografie lernen-Reihe “Grundwissen Fotografie: Lernen, wie was funktioniert” und erklärt, wie eine spiegellose Kamera aufgebaut ist und wie sie funktioniert.

    Eine DSLR-Kamera, wie der Name schon verrät, verwendet einen Spiegelmechanismus, um entweder Licht in einen optischen Sucher zu reflektieren oder es direkt zum Kamerasensor durchzulassen. Dagegen fehlt einer spiegellosen Kamera (im Englischen “Mirrorless Camera”) ein solcher Spiegelmechanismus vollständig. Das bedeutet, dass das Licht durch das Objektiv immer auf den Bildsensor fällt.

    Da das Licht nicht mehr zu einem optischen Sucher (OVF, Englisch für “Optical Viewfinder”) reflektiert wird, sind spiegellose Kameras in der Regel auf elektronische Sucher (EVF, “Electronic Viewfinder”) und LCDs (“Liquid Crystal Display”) angewiesen, die im Wesentlichen ein digitales Bild von dem projizieren, was der Bildsensor sieht.

    Aufgrund des Fehlens des Spiegelmechanismus und eines optischen Suchers sind spiegellose Kameras im Vergleich zu DSLR-Kameras einfacher, leichter und kleiner gebaut.

    Auf Wikipedia findest Du eine gute Übersicht aktueller spiegelloser Kameras.

    Woraus besteht eine spiegellose Kamera?

    Folgende Abbildung zeigt den Unterschied zwischen einer DSLR- und einer spiegellosen Kamera:

    Aufbau und Vergleich Baukomponente: DSLR-Kamera und Spiegellose Kamera

    Wie Du sehen kannst, verfügt eine DLSR- im Vergleich zu einer spiegellosen Kamera über viel mehr Komponenten: Neben dem komplexen Spiegelmechanismus (2) gibt es die Einstellscheibe des Suchersystems (5), eine Sammellinse/Feldlinse (6), das Dachkantpentaprisma (7) und weitere Bauelemente, die in einer spiegellosen Kamera nicht mehr benötigt werden.

    Wie funktioniert eine spiegellose Kamera?

    Eine spiegellose Kamera ist mechanisch viel simpler gebaut als eine Spiegelreflex: Licht tritt durch das Objektiv (1) direkt auf den Bildsensor (4) und der elektronische Sucher (9) bildet das Bild auf dem Sensor nach. Im Normalbetrieb bleibt der mechanische Kameraverschluss (3) geöffnet und wird normalerweise nur am Ende der Belichtung geschlossen.

    Aufgrund des Fehlens von Spiegel (2) und Dachkantpentaprisma (7) kann das Auflagemaß bei spiegellosen Kameras erheblich verkürzt werden. Aus diesem Grund sind die meisten spiegellosen Kameragehäuse im Vergleich zu DSLRs dünner und leichter.

    Das Auflagemaß (auch Flanschbrennweite) ist ein Begriff aus der technischen Optik. Es definiert den Abstand zwischen der Bildebene, also Film bzw. Bildsensor, und der Befestigungsfläche des Objektivs.
    Eine spiegellose Kamera ist mechanisch viel simpler gebaut als eine Spiegelreflex: Licht tritt durch das Objektiv (1) direkt auf den Bildsensor (4) und der elektronische Sucher (9) bildet das Bild auf dem Sensor nach. Im Normalbetrieb bleibt der mechanische Kameraverschluss (3) geöffnet und wird normalerweise nur am Ende der Belichtung geschlossen. Auf dem Reisefotografie-Blog von Claudio Salvati Photography.
    Spiegellose Kamera mit Objektiven.

    Warum eine spiegellose Kamera?

    spiegellose Kamera: Vorteile gegenüber DSLR-Kameras

    Zum Einen sind Gewicht und Größe der Kamera geringer, so dass die Kamera zum Beispiel bei Tageswanderungen oder Fahrradreisen weniger Platz und Gewicht in Anspruch nimmt als eine DSLR.

    Zum Anderen bringt die Verwendung eines elektronischen Suchers einige Vorteile: Da alles direkt vom Bildsensor dupliziert wird, können Kameraeinstellungen wie Weißabgleich, Sättigung und Kontrast direkt über den Sucher angezeigt und bei Bedarf justiert werden. Außerdem können zusätzliche Informationen im Sucher angezeigt werden, einschließlich Live-Histogramme, sodass Du als Fotograf genau sehen kannst, wie das Ergebnis aussehen wird.

    Doch das ist nicht alles: Es ist auch möglich, im Sucher ein Motiv zu vergrößern, um den Fokus zu überprüfen, Fokus-Peaking wird möglich, automatische Gesichts- oder gar Augenerkennung und viele andere Funktionen, um sicherzustellen, dass der Fokus bei jedem Foto extrem präzise sitzt.

    Die Nachteile einer spiegellosen Kamera

    Der erste Nachteil ist technischer Natur: Der elektronische Sucher funktioniert nur, wenn die Kamera eingeschaltet ist und der Bildsensor mit Strom versorgt wird. Das heißt, dass die eingeschaltete Kamera ziemlich viel Akkuleistung benötigt. (Allerdings auch eine DSLR-Kamera mit eingeschaltetem Live-View ist einer kurzen Akkulaufzeit unterworfen.)

    Der elektronische Sucher kann auf eine Reihe von Schwierigkeiten treffen und so Verzögerungen oder Verzerrungen bei der Bildwiedergabe aufweisen. Der Autofokus kann zwar sehr schnell und genau sein, jedoch bei sich schnell bewegenden Motiven, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, sehr lange brauchen, bis er einen geeigneten Punkt für die Fokussierung gefunden hat. Eventuell hat bis dahin das zu fotografierende Tier schon die Flucht ergriffen oder der Wagen beim Autorennen bereits hinter der Ziellinie.

  • Der Drohnenabsturz: Von Höhen und Tiefen eines Drohnenflugs – ein sehr ehrlicher (und trauriger) Erfahrungsbericht | Teil 2

    Das Ende der Reise

    In diesem zweiten Teil meines Erfahrungsberichts erzähle ich Dir, wie es zum Drohnenabsturz kam, und zeige Dir noch die letzten Aufnahmen, die ich mit der DJI Spark gemacht habe. Du findest den ersten Teil des Berichts hier: Von Hhöhen und Tiefen eines Drohnenflugs – Teil 1.

    Alice im Winterland

    Fabelhafte Berglandschaft im Winter im Zillertal, Österreich. Dennoch eine traurige Erinnerung an den Drohnenabsturz.
    Fabelhafte Berglandschaft im Winter im Zillertal, Österreich. Verschneite Gipfel, schneebedeckte Bäume, Sonnenuntergang und bester Ausblick ever.

    Am ersten Dezemberwochenende entschied ich mich dazu, bei einem Ausflug ins Zillertal die DJI Spark-Drohne mitzunehmen. Die Akkus waren voll geladen und seit dem Unfall mit der gescheiterten Landung hatte ich die Drohne testen können. Zu meiner Freude und meinem Seelenfrieden funktionierte sie noch einwandfrei – auch der Finger war wieder ganz und ohne verbleibenden Schäden.

    Ich war fest entschlossen, die mit Schnee bedeckten Landschaften in den Alpen auf Video festzuhalten. So packte ich alles in meinen kleinen – dennoch viel zu schweren – Wanderrucksack und am Abend des 4. Dezember war ich wieder im Zillertal, bewaffnet mit guter Laune, viel Essen und warmen Klamotten.

    Am nächsten Tag war ich voller Energie und bereit für den Tag. Selbst das Wetter spielte mit: In der Nacht waren über 30 cm Schnee gefallen, der nun alle umliegende Berge bedeckte, und noch mehr kam während des Vormittags vom Himmel runter. Bei einer solch pittoresken Landschaft konnte selbst die eisig kalte Luft meine Stimmung nicht herunterziehen!

    Ich zog mich warm an – die Skihose mit pinker Fleece-Fütterung ist für mich im Winter unentbehrlich – und lief ins Freie, umgeben von schwebenden Schneekristallen. Schneeschuhe hatte ich – so naiv wie ich war – im Auto gelassen, schließlich hielt ich es für unwahrscheinlich, dass wirklich ein halber Meter Schnee am Boden liegen würde, so wie die Vorhersage es angekündigt hatte.

    Deswegen steckte ich knietief im Schnee und jeder Schritt erinnerte mich an die Entschlossenheit Sylvester Stallones in Rocky IV, als er in der sibirischen Wildnis für den Kampf gegen Ivan Drago trainierte. Ich wusste, es würde ein kurzer Spaziergang werden, denn trotz aller Vorsicht konnte ich nicht verhindern, dass Schnee in die Schuhe fiel, und ich wollte nicht stundenlang mit eisig-nassen Füßen herumlaufen. Trotzdem machte ich mich mit der Drohne im Schlepptau auf den Weg zum Wald und war gespannt darauf, die DJI Spark über die Wälder zu fliegen.

    Eine verschneite und kreisförmige Waldansicht aus der Vogelperspektive, Drohne DJI Mavic Air 2 in Österreich auf Standkopf, Sagtalerspitzen im Zillertal. Dort erfolgte der Drohnenabsturz.
    Eine verschneite und kreisförmige Waldansicht aus der Vogelperspektive. Diese Aufnahme stammt von der neuen DJI Mavic Air 2.

    Bei dem vielen Schnee hatte ich mit dem Quadrocopter tatsächlich Schwierigkeiten, vorwärts zu fliegen, da der Hinderniserkennungssensor den fallenden Schnee wohl als unüberwindbare Mauer wahrnahm. Glücklicherweise hatte ich die Eingebung, einfach rückwärts zu fliegen, denn Sensoren sind bei der Spark nur vorne und unten angebracht. So konnte ich in einer halbwegs flüssigen Bewegung über die Baumspitzen fliegen, ohne ständig vom Piepen des Warnsystems und dem damit verbundenen abrupten Halt der Drohne genervt zu sein.

    Der erste Flug in der Luft verlief recht reibungslos: Der Schneefall hatte ein wenig nachgelassen und die Sichtverhältnisse waren gut. Die Maschine kam mit Temperaturen knapp über Null gut zurecht- meine Finger weniger.

    Berauscht von dem tollen Ausblick und der Aussicht auf interessante Aufnahmen, ließ ich die Drohne nach fünf Minuten schon zurückkommen, um weiter nach oben zu steigen und dort einen neuen Flug zu starten.

    Welch bescheuerte Idee…

    Eine gute Viertelstunde später – und womöglich nur ein Dutzend Höhenmeter weiter oben – war ich bereit für den zweiten Flug. Den Akku hatte ich nicht ausgetauscht. Ich wollte nämlich jedes kostbare Quantum Energie ausnutzen und den zweiten Akku für einen späteren Flug einsetzen, da ich in der Hütte keinen Strom hatte, um sie wieder aufzuladen.

    Von der neuen Position startete ich die Maschine erneut, wendete die gleiche Strategie wie davor an, um den Hinderniserkennungssensor auszutricksen, und erfreute mich sehr über den Livestream der Aufnahmen der Drohne, der auf dem Display meines Smartphones angezeigt wurde.

    Die letzten Aufnahmen meiner DJI Spark. Danach kam es zum Drohnenabsturz.
    Die letzten Aufnahmen meiner DJI Spark vor dem Absturz der Drohne.

    Der Akku ging langsam zu Neige, auch wegen der Kälte, und schon bald wollte mich DJI zwingen, mittels Return to Home-Funktion den Flug abzubrechen. Ich hatte jedoch andere Pläne, auch weil der automatische Rückkehrflug nach vorne ständig vom fallenden Schnee behindert wurde. Ich drehte also die Drohne um 180° und flog so rückwärts zu mir zurück, um sie in Empfang zu nehmen und die letzten Bäumchen zu filmen. Ein Blick auf die Akkuanzeige verriet mir, dass ich noch genügend Kapazität für den Rückflug hatte.

    Aber ich hatte nicht berücksichtigt, dass die Berechnung der Anzeige sich plötzlich ändern könnte: Innerhalb weniger Sekunden hatte der Akku nicht mehr 14% Kapazität, sondern nur noch 6%. Augenblicklich leitete die KI der Drohne eine erzwungene Notlandung ein, obwohl die Maschine keine zehn Meter mehr entfernt war. Die Drohne schwankte, widersetzte sich in den ersten Sekunden, doch dann gab sie dem übergeordneten Befehl nach und stürzte hinter den letzten Bäumen Richtung Boden. Mit so einem Drohnenabsturz hatte ich nicht gerechnet.

    Die Such- und Rettungsaktion: DJI Spark in Gefahr!

    Ich konnte es nicht fassen: Zum ersten Mal war ich richtig enttäuscht – von mir selbst als Pilot, von meinem blinden Vertrauen in die Technik und auch von DJI. Die Maschine war so nah gewesen, hätte nur ein paar Sekunden mehr durchhalten sollen. Wie konnte das passieren? Ich hatte die Drohne die ganze Zeit fest im Blick und plötzlich war sie weg… Ich hatte den Drohnenabsturz gar nicht erwartet.

    Nichtsdestotrotz hatte ich keine Zeit, mich um meine Gedanken zu kümmern: Ich musste die Drohne suchen und bergen!

    Der Abhang war viel zu steil, um auf direktem Wege zum Quadrocopter zu gelangen. Ich watschelte im Schnee zum Wanderweg und folgte diesem einige Meter bergab, um bei einer passenden Stelle in den Wald einzudringen und die vermeintliche Absturzstelle zu finden. Doch die Bäume sahen von unten alle gleich aus und ich hatte keine Ahnung, wo der Drohnenabsturz erfolgt war.

    Ich konnte nur vage Unterschiede hinsichtlich der Größe der Krone der Bäume wahrnehmen und hatte auch nur eine vage Vorstellung, wo die Drohne abgestürzt war und wo ich mich jetzt befand – zwei Schätzungen, die ohnehin viel Unsicherheit beinhalteten und anhand derer ich die richtige Stelle finden musste. Ich machte mir Hoffnungen, dass ich den roten Körper und vielleicht noch blinkende Lichter sehen würde: Laut Steuerung war die Flugmaschine noch in Betrieb, obwohl kein Video mehr übertragen wurde. Ich konnte aber nichts finden. Ich hatte auch keinen Plan, wo sie hätte sein können.

    Dann hatte ich eine bahnbrechende Idee: Die Aufzeichnungen vom Drohnenabsturz auf dem Handy überprüfen. Doch die DJI-App erwies sich als untauglich für Rettungsaktionen, denn obwohl dort sowohl Startpunkt als auch Drohne auf einer Karte zu sehen waren, wurde meine eigene GPS-Position weder angezeigt, noch auf der Karte markiert. Ohne feststellen zu können, wo ich genau war, tappte ich wie ein Blinder im Dunkeln.

    Auch die letzte Videoübertragung des Drohnenabsturzes war nicht aufschlussreich: Von oben sah der Wald völlig anders aus als von unten, und selbst als ich dachte, die Lichtung gefunden zu haben, aus der die Drohne ihre letzten Signale sendete, konnte ich nichts sehen. Keine Rauchsäule gen Himmel, keine brennende Wrackteile, keine aus dem Schnee emporragenden Rotoren oder roten Plastikteile…

    Eine knappe halbe Stunde suchte ich die Gegend ab, in der Absicht, meine verhasste und doch geliebte Drohne zu finden. Mit jeder Minute, die verging, verschwand auch ein Fünkchen Hoffnung und als ich der Meinung war, alles versucht zu haben, kehrte ich dem Wald den Rücken zu und ging zur Hütte zurück.

    Ich bin mir sicher, die Drohne ist immer noch in dem Wald, und sobald der Schnee wieder auftauen wird, werde ich zurückkommen und sie finden.

    Oder doch nicht das Ende?

    DJI Mavic Air 2 Fly More Combo, eine der bestbewerteten Flugdrohnen im zivilen Bereich. Nach dem Drohnenabsturz der DJI Spark habe ich diese neue Drohne gekauft.
    Die neue Mavic Air 2 als Ersatz für die verschollene DJI Spark

    War das jetzt alles? Nein! Denn obwohl die DJI Spark immer noch verschollen ist, habe ich die Leidenschaft für Quadrocopter noch nicht aufgegeben. Ich habe inzwischen eine neue Drohne bestellt, eine DJI Mavic Air 2 auf Amazon*, und ich werde trotz des bösen Endes der Spark weiterhin Spaß am Fliegen haben und ein wenig über meine Unfähigkeit als Pilot sowie als Produzent von Videos mit hohem Einschlaffaktor lachen. Dieses Mal werde ich meine Fort- bzw. Rückschritte im Blog dokumentieren, um Dich daran teilhaben zu lassen.

    Mehr Drohnenvideos…

    … sowohl mit der DJI Spark als auch mit der neuen DJI Mavic Air 2 gibt es auf meinem Youtube-Channel, den ich ständig erweitere und mit Content füttere: Salvati Photography auf YouTube.

  • Von Höhen und Tiefen eines Drohnenflugs – ein sehr ehrlicher Erfahrungsbericht | Teil 1

    Eine Liebesgeschichte

    In diesem ersten Teil meines Erfahrungsberichts erzähle ich Dir, wie meine ersten Erfahrungen mit der DJI Spark waren, und zeige Dir einige Aufnahmen, die ich damit gemacht habe. Du findest den zweiten Teil des Berichts samt Drohnenabsturzvideo hier: Von Höhen und Tiefen eines Drohnenfluges – Teil 2.

    Der Anfang

    Ich bin schon immer ein großer Fan von Drohnen gewesen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie groß meine Vorfreude auf die GoPro Karma bei deren Ankündigung gewesen war und ebenso groß war meine Enttäuschung, als der Release immer wieder verschoben wurde.

    Mit dem Aufstieg der chinesischen Firma DJI wurde mein Interesse noch größer und im Frühjahr 2019 entschied ich mich dazu, eine kleine DJI Spark zu kaufen. Ich gab bei Idealo meinen Wunschpreis für das All-inclusive-Paket – auch Fly More Combo genannt – ein, ein paar Wochen später wurde dieser erreicht und ich konnte mich damit rühmen, endlich eine Drohne zu besitzen.

    Wolltest auch Du schon immer eine Drohne fliegen, kannst Du eine DJI Mavic Mini auf Amazon kaufen*.

    Dieser Ehrentitel war dennoch lange Zeit unverdient, denn die Drohne packte ich tatsächlich erst im März 2020 aus: Fast ein Jahr lang verweilte sie in der Originalverpackung, sei es, weil ich mit meinem fragwürdigen Halbwissen der Rechtslage zu unsicher war, weil ich in jedem Urlaub viel mit dem Mountainbike unterwegs war oder weil ich nicht zusätzlichen “Ballast” mitnehmen wollte und als der Winter 2019 kam, war es mir schlichtweg zu kalt draussen. (Du merkst schon, im Ausreden Finden bin ich auch bewandert.)

    Vergiss nicht, dass jede Drohne eine feuerfeste Kennzeichnungsplakette* wie diese hier aufweisen muss!

    Der erste Drohnenflug

    Als es wieder wärmer war, die Murmeltiere aus ihrem Bau herauskamen und Corona langsam zur globalen Bedrohung erklärt wurde, packte ich die Drohne aus, machte mich mit den unzähligen Paragraphen und Gesetzen vertraut, schloss sowohl die vorgeschriebene Drohnen-Haftpflichtversicherung als auch die von DJI angebotene Care-Versicherung ab und freute mich, die Welt von oben entdecken zu können.

    Doch die ersten Flüge waren gar nicht so spannend, wie ich mir gewünscht hatte. Ich testete die Drohne auf dem Land und bis auf spärlich platzierte Bäume zum Erosionsschutz, unspektakuläres Getreide sowie Rapsfelder war auf den Aufnahmen wenig zu sehen. Ich war dennoch weiterhin motiviert: Schließlich wollte ich erst mit dem Gerät sicher umgehen können, bevor ich mich an halsbrecherische Manöver zwischen Hochhäusern oder im Wald auf der Suche nach Berglöwen und Luchsen heranwagen würde. So lautete zumindest mein Plan.

    DJI Spark-Drohne, DJI ist einer der besten Drohnenhersteller der Welt für Fotos und Videos. Copter für erfahrene und unerfahrene Piloten.
    Die DJI Spark-Drohne beim Unboxing und erstem Laden

    Auch das Auge isst mit

    Aber es kam anders. Und zwar nicht, weil Corona mir einen Strich durch die Rechnung machte und meine zwar im Geist vorhandenen, doch nicht umsetzungsreifen Welterkundungspläne torpedierte, sondern weil meine “Action”-Touren schlichtweg zu langweilig waren. Klar, die Aufnahmen im Wald aus der Vogelperspektive sind nicht übel, aber selbst ich kann die jeweilige Bäumeanhäufung auf dem Bildschirm nicht länger als 20 Sekunden anschauen.

    Die kurze Flugdauer der DJI Spark und der stolze Preis der Zusatzakkus schreckte mich weiterhin ab, die Drohne mit in den Urlaub zu nehmen. Ein Dutzend Minuten Flugzeit – den nominellen Wert von 16 Minuten habe ich bei meinen Flügen nie erreichen können – und die recht holprige Bewegungen der Drohne waren ein Dorn in meinem Auge, um die Drohne mit im Gepäck zu haben. Ich war noch zusätzlich ein wenig von der aus meiner Sicht mittelmäßigen Kamera, die für Fotos und Videos nicht der Hit ist, dem zwei- statt drei-Achsen-Gimbal und und und enttäuscht.

    (Außerdem kommen die jeweiligen rechtlichen Beschränkungen des besuchten Landes noch ins Spiel, die den Einsatz der Drohne zusätzlich unattraktiv machen, wenn zum Beispiel in Venedig die Drohne nur abseits der Stadt, sowie abseits der Kanäle und weiteren Wasserrouten fliegen darf, und dann auch nur in sehr geringer Höhe.)

    Das führte dazu, dass ich die Drohne nur dann mitnahm, wenn ich eh kein Abenteuer im Programm hatte; hier und da eine Wanderung in den Alpen, mal in Landshut über der Burg Trausnitz fliegend den Dom gefilmt, aber mehr auch nicht.

    Mehr “spannenden” Videos von meinen Flügen findest Du übrigens auf Youtube.

    Keine Klettertsteigpassagen in den Dolomiten, keine Aufnahmen von Venedig, keine Mountainbikefahrten und erst recht keine anderen beeindruckenden Sportarten. Da konnte ich die begrenzten technischen Spezifikationen der Drohne so sehr dafür verantwortlich machen, wie ich wollte; meine aufgenommenen Videos waren fade, weil ich schlicht und ergreifend nichts Spannendes gefilmt hatte – als ob ich mit einer besseren und kostspieligeren Drohne die monotonen Aufnahmen hätte aufpeppen können!

    Und dann kam die Wende…

    Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung – angeblich. Und so kam es dazu, dass ich versuchte, die Landschaftsaufnahmen aus der Luft professioneller zu gestalten, mich mit vielen mir noch unbekannten Adobe Premiere Pro-Features beschäftigte und Rat von Google einholte, wie ich besser werden konnte. Mein Kopf wurde regelrecht von Hinweisen, Tipps und Vorschlägen überflutet: Von gecrackten DJI-Apps, die eine ruckelfreie Steuerung der DJI Spark ermöglichen, bis hin zu Videobearbeitungsfunktionen, die durch die zeitliche Ausdehnung oder Kompression des Videos Spannung erzeugen sollten.

    Für jedes scheinbare Problem – selbst für welche, die mir noch nicht bewusst waren -, gab es eine Lösung, die für nur wenig Geld zu haben wäre. Das war mir allerdings zu viel: Ich wollte doch nur die Drohne fliegen, Spaß haben und ein passables Ergebnis präsentieren können. Ich beschränkte mich also auf Adobe Premiere Pro als Videobearbeitungsprogramm und beherzigte einige Tipps beim Fliegen, die ich in Youtube-Videos gefunden hatte. Hier eine kleine Auswahl, bezogen auf die Spark:

    Ich flog die Drohne über unberührte Wälder, jungfräuliche Gipfel und verschneite Landschaften, weiterhin mit mäßigen Ergebnissen. Eine Aufnahme in den Bergen forderte sogar ein Blutopfer, als ich meine Begleitung bat, die Drohne auf ihrer Hand landen zu lassen. Dabei vergaß ich, sie darauf hinzuweisen, dass es sehr wichtig sei, die Hand ausgestreckt und gerade zu halten, die Drohne würde automatisch darauf landen. Als die Maschine im Landeanflug war, griff sie zum Drohnenkörper, um ihn festzuhalten.

    Und es kam, wie es kommen sollte, zumindest nach Murphys Gesetz: Ein Finger rutschte zu weit nach oben und dessen Spitze wurde vom Rotor erwischt, Blut strömte aus der verletzten Hand, die Drohne fiel zu Boden und rutschte Richtung Abhang.

    Zuerst wurde der Finger versorgt: Trotz des tiefen Schnitts war glücklicherweise nichts abgetrennt worden. Wir versorgten die Wunde, so gut wir konnten und machten uns auf den Weg zurück. Die Drohen konnte ich noch einsammeln, sie war zwar ein gutes Stück heruntergerutscht, dennoch war sie noch relativ reicht erreichbar und anscheinend noch in einem guten Zustand. Zurück in der Hütte wurde der Finger gereinigt, desinfiziert und bandagiert, nachdem die Blutung seit einigen Minuten aufgehört hatte. Nach dieser Erfahrung benutzte ich die Drohne lange Zeit nicht mehr.

    Ich ließ mich dennoch nicht entmutigen: Schließlich ist ja alles eine Sache der Erfahrung. Mein Liebäugeln mit der Mavic Air 2 blieb auch nur ein kurzer Flirt aus großer Entfernung, da ich erst die Spark verkaufen wollte, um den nächsten Quadrocopter zu erwerben.

  • Venedig – Teil 2: Meine Lieblingsfotospots

    In diesem Post verrate ich Dir meine fünf fotografischen Lieblingslocations in Venedig, Italien, die ich im Laufe der letzten Jahre entdeckt und immer wieder besucht habe. Den vorherigen Post über Venedig und wie Du in der Stadt am besten zurechtkommst, findest Du hier. (Öffnungszeiten und Preise wurden von mir zuletzt am 10.11.2020 überprüft und aktualisiert.)

    Mehr zu Venedig findest Du hier.

    Die öffentlichen Verkehrsmitteln in Venedig: Gondeln können fast überall lang fahren, im Gegensatz zu Wasserbussen und -taxis.

    Die venezianische Lagune fernab aller gängigen Klischees und Vorurteilen: Hier kannst Du in die venezianische Geschichte eingetaucht und die Stadt aus neuen Perspektiven kennenlernen.

    Fondaco dei Tedeschi

    Das Luxus-Einkaufszentrum am Canal Grande, in einem antiken Palast aus dem dreizehnten Jahrhundert, bietet nicht nur drei Stockwerke voller unbezahlbarer Markenartikel inmitten des ältesten Teils Venedigs, sondern auch den kostenlosen Besuch der Dachterrasse mit atemberaubendem Blick auf den Kanal und die Rialtobrücke. Dies ist allerdings nur nach vorheriger Buchung möglich: Es werden 15-minütige Slots von 10:30 bis 18:30 angeboten.

    Tipp: Buche zwei Slots hintereinander. Du kannst beide Buchungen bei der ersten Kontrolle vorzeigen, damit Du beim „Schichtwechsel“ auf der Dachterrasse bleibst und nicht wieder in die Wartehalle geschickt wirst. So hast du die Terrasse eine oder zwei Minuten nur für dich und deine Fotos; Stative waren bisher übrigens erlaubt.

    Der Name deutet darauf hin, dass das Gebäude im Spätmittelalter und in der Renaissance als Niederlassung deutschsprachiger Händler und Handwerker diente; sogar die Fugger hatten eine Handelsvertretung hier. Die Räumlichkeiten weisen heute immer noch Zeichen und Wappen verschiedener Händler auf, die auf Säulen, Regalen, Fenstern, Wänden, Fassaden und Sockeln eingraviert wurden, um den Raum für sich zu beanspruchen.

    Campanile di San Giorgio Maggiore

    Die wunderschöne und recht überschaubare Insel südöstlich von San Marco diente schon den Malern der Renaissance als Inspiration und Motiv für ihre Bilder, da die majestätische und imposante Fassade der Basilika auf dem Wasser der Lagune sehr gut von der Piazzetta San Marco zu sehen und der Ausblick wirklich sehr malerisch ist. Bis zum elften Jahrhundert war auf der Insel jedoch nur eine kleine Kirche aus Holz; erst im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte wurde erst das angrenzende Kloster und später, im 16 Jahrhundert, auch die Basilika gebaut, wie wir sie heute kennen.

    Der aktuelle Glockenturm stammt aus dem Jahre 1791, da der ursprüngliche 1774 stürzte. Er gehört zu den höchsten Türmen der Stadt und bietet einen fantastischen Blick auf die Altstadt Venedigs, besonders auf den Markusplatz und auf Santa Maria della Salute, da keine Gebäuden die Sicht beeinträchtigen. Den Glockenraum erreicht Du in einem gläsernen Aufzug und Du kannst so während der Fahrt nach oben noch das Gerüst der alten Holztreppe im Inneren des Glockenturms sehen, ohne Gefahr zu laufen, dass die modernden Stufen plötzlich beim Hochgehen zusammenbrechen.

    Santa Maria della Salute und der Sankt Markus-Glockenturm im Sonnenuntergang, von San Giorgio Maggiore aufgenommen.

    Tipp: Kleine Stative konnten bisher problemlos aufgestellt und für Zeitrafferaufnahmen oder Langzeitbelichtungen verwendet werden.

    Der Glockenturm ist offen von 9:00 bis 19:00 von April bis Oktober (letzte Eintrittsmöglichkeit um 18:30), von November bis März von 8:30 bis 18:00 (letzte Eintrittsmöglichkeit um 17:30). Der Eintritt für den Glockenturm kostet 6 Euro – die Kirche kann kostenfrei betreten werden.

    Vorsicht beim Glockenschlag, es kann richtig laut werden!

    Ponte di Rialto

    Die Rialtobrücke ist die älteste der vier Brücken, die heutzutage über den Canal Grande führen, und bis ca. 1850 war sie sogar die einzige, um von einem Ufer des Kanals zum anderen zu kommen. Sie ist die dritte Brücke, die an dieser Stelle errichtet wurde, denn beide vorherigen brachen in sich zusammen. Im 16. Jahrhundert fanden mehrere Ausschreibungen statt, an denen namhafte italienische Architekten teilnahmen, und 1588 gewann das Projekt von Antonio da Ponte; ausschlaggebend war seine Idee, die Brücke auf nur einem Bogen zu stützen, statt auf mehreren, um den Schiffsverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

    Auf der Brücke befinden sich viele Geschäfte; die meisten von ihnen verkaufen Luxuswaren wie Juwelen, Uhren oder Murano-Glas. Schon auf der ersten Holzbrücke 1250 befanden sich Geschäfte; damals finanzierte die Stadt aus den Mieteinnahmen der Räumlichkeiten die Wartungsarbeiten an der Brücke.

    Fun Fact 1: Die Miete für ca. 16m² auf der Brücke (8m² Erdgeschoss, 8m² 1. OG) beträgt ungefähr 5.000 Euro/Monat.

    Die Lage der Brücke erlaubt es, die großartige Sonnenuntergangsstimmung bei Abenddämmerung über dem Canal Grande Richtung Südwesten fotografieren zu können; der rötliche Himmel und die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich auf dem Wasser und beleuchten die hellen Paläste an den Seiten des Kanals mit warmem Licht. Dabei fehlt es in Venedig ganz sicher nicht an romantischer Stimmung, aber beim Sonnenuntergang ist die Stadt noch schöner.

    Auf der Brücke gibt es noch die Möglichkeit, lustige und spannende Zeitraffervideos zu drehen, da die vielen Wasserfahrzeuge sich in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und auf der Aufnahme wird dies noch stärker hervorgehoben.

    Einige Dutzend Meter westlich der Brücke befindet sich der Rialtomarkt, der seit über tausend Jahren dort angesiedelt ist und im Laufe der Jahrhunderte sogar bis an die Ufer des Kanals bei der Brücke reichte. Inzwischen erfüllt der Markt keine Versorgungsfunktion mehr, sondern hat vielmehr einen folkloristischen Charakter, vor allem der Fischmarkt in den Hallen der Pescheria di Rialto ist eine beliebte touristische Anlaufstelle. Die antik wirkende Markthalle ist übrigens erst 1907 nach gotisch-venezianischen Stil erbaut worden, und dem Laien – also mir – war dies nie aufgefallen.

    Fun Fact 2: Im Mittelalter durften nur gebürtige Venetianer, die das 50. Lebensjahr bereits bestritten und mindestens 20 Jahre selbst gefischt hatten, Fisch verkaufen.

    San Marco

    Der Platz von San Marco bietet sehr viele Sehenswürdigkeiten, einige von ihnen sind Dir bestimmt bekannt, andere womöglich noch nicht. Der Besuch des Markusplatz ist für mich bei jedem Aufenthalt in Venedig “Pflicht”.

    Campanile di San Marco

    Der Glockenturm vom Markusplatz ist wahrscheinlich das bekannteste Wahrzeichen Venedigs. Durch seine imposante Höhe (99m) überragt er jedes Gebäude der Lagunenstadt um einige Dutzend Meter und selbst Goethe war auf seiner Italienreise von der Aussicht vom Turm beeindruckt:

    Aus Goethes Italienischer Reise:

    Als ich ihn [den Stadtplan Venedigs] einigermaßen studiert, bestieg ich den Markusturm, wo sich dem Auge ein einziges Schauspiel darstellt. Es war um Mittag und heller Sonnenschein, daß ich ohne Perspektiv Nähen und Fernen genau erkennen konnte. Die Flut bedeckte die Lagunen, und als ich den Blick nach dem sogenannten Lido wandte (es ist ein schmaler Erdstreif, der die Lagunen schließt), sah ich zum erstenmal das Meer und einige Segel darauf. In den Lagunen selbst liegen Galeeren und Fregatten, die zum Ritter Emo stoßen sollten, der den Algierern den Krieg macht, die aber wegen ungünstiger Winde liegenbleiben. Die paduanischen und vicentinischen Berge und das Tiroler Gebirge schließen zwischen Abend und Mitternacht das Bild ganz trefflich schön.

    Ein Aufzug bringt alle Besucher von der Basis zum Glockengeschoss in weniger als einer Minute und ohne jegliche Anstrengung, so dass Du dich auf den 360°-Panoramablick konzentrieren kannst. Übrigens sollen auch Menschen, die an Höhenangst leiden, den Blick genießen können, da es von oben nicht möglich ist, direkt zum Sockel runter zu schauen.

    Der Glockenturm ist im Sommer von 9 bis 21 Uhr für Besucher offen, im Winter von 9:30 bis 15:45, sonst von 9 bis 19 Uhr. Der letzte Einlass ist eine Stunde vor Schluss, und trotz aller italienischer Gemütlichkeit wird das auch streng eingehalten. Ich wurde am Ticketschalter schon mal abgewiesen, weil ich ein paar Minuten zu spät da war. Der volle Preis beträgt 8 und der ermäßigte 4 Euro.

    Piazza san marco

    Der Markusplatz ist an drei Seiten von den Gebäuden der Prokuratie umschlossen, der mittelalterlichen Baubehörde, die im Verlauf der Jahrhunderte immer mehr Bedeutung und Einfluss gewann. Im Norden befinden sich die alten Prokuratie (Procuratie vecchie), im Süden die neuen (Procuratie nuove) und im Osten ist der Napoleonische Flügel (Ala napoleonica), der unter Napoleon erbaut wurde. Auf der Ostseite befinden sich Markusdom und Glockenturm.

    Basilica di San Marco

    Die Kirche wurde vom Doge Giustiniano Partecipazio in Auftrag gegeben, als 828 zwei venezianische Händler aus Alexandria in Ägypten die Reliquien vom Heiligen Markus schmuggelten. Mehrere Neubauten folgten, die letzte große Renovierung erfolgte 1231 nach einem verheerenden Brand.

    Die Basilika ist in vielerlei Hinsichten einzigartig, denn zum einen finden sich hier viele architektonische Besonderheiten – im Inneren sind alle Wände und Decken ausschließlich von Mosaiken geschmückt, Fresken wirst Du vergeblich suchen; die Kirche weist einen seltenen romanischen Stil mit byzantinischen Einflüssen -, zum anderen war die Kirche Mittelpunkt des sozialen und politischen Lebens der venezianischen Republik und alle wichtigen Ereignisse, angefangen bei den vielen religiösen Veranstaltungen bis hin zu der Wahl des Dogen, fanden in der oder um die Kirche statt. Diese Funktion spiegelt sich nicht nur in den vielen Kunststücken, sondern auch in der Architektur wider.

    Außerdem beherbergt das Museum der Kirche viele Schätze: die Originalpferde von San Marco (auch: Quadriga marciana, Quadriga des Markusdoms genannt) – auf der Loggia befinden sich lediglich Kopien davon – und die alte Bedeckung des goldenen Altarbildes, auf der Paolo Veneziano im 14. Jahrhundert die Geschichte des Heiligen Markus malte.

    Torre dell’orologio

    Der Glockenturm gilt noch heute als Geheimtipp, um einen Blick auf den Markusplatz zu werfen, ohne beim Einlass der Basilika oder des Glockenturms anzustehen, denn trotz seiner hervorragenden Lage wirkt der relativ hohe Preis oft abschreckend: 12 Euro pro Person werden nämlich für den Eintritt verlangt. Dafür kannst Du nicht nur den kompletten Markusplatz von oben überblicken – sogar von weiter oben als von der Loggia des Markusdoms -, sondern auf dem Weg nach oben bekommst Du auch das Uhrwerk zu sehen und auf der obersten Terrasse findest Du die zwei Moren, den “Alten” und den “Jungen”, die zu jeder vollen Stunden auf eine extra für diesen Turm gegossene Glocke schlagen.

    Sich in den Gässchen verlaufen

    In den letzten Jahren habe ich es sehr genossen, mich von meiner Neugier leiten zu lassen und planlos durch die Stadt zu laufen, um verlorene Geschäfte, geheime Gänge und vom Massentourismus noch verschonte Plätze zu entdecken. Zwar mündete mein Weg des Öfteren in Sackgassen, dennoch lohnt es sich, einen Blick abseits der touristischen Routen und der vielen “Pilgerstätten” zu werfen.

    Zusätzlich empfehle ich Dir, recht früh aufzustehen, da es ein einzigartiges Erlebnis ist, morgens die Stadt beim Aufwachen zu beobachten, wenn die Touristen noch schlafen und viele Bäckereien sowie Konditoreien ihren Duft in die Gässchen ausströmen. Die Anwohner schicken sich an, ihre Kinder zur Schule zu bringen und danach zur Arbeit zu gehen, Waren werden per Boot geliefert, ebenso erfolgt die Müllentsorgung über den Wasserweg. Zu keiner anderen Zeit sonst zeigt sich Venedig von ihrer authentischen Seite.

  • Das sind meine 5 wichtigsten Tipps fürs Fotografieren

    In diesem Artikel findest Du die fünf wichtigsten Tipps, die ich selbst befolge und jeder Fotografin und jedem Fotografen auf Reisen ans Herz legen möchte. Damit kannst du schneller und besser fotografieren lernen, ohne viel Zeit und Geduld zu verlieren. Glaub mir, sie zahlen sich aus und tragen dazu bei, dass Deine Bilder richtig schön und die Eindrücke Deines Trips so stark wie möglich eingefangen werden.

    Wenn Du übers Fotografieren Lernen etwas suchst, helfen Dir die Blogartikeln aus der Reihe “Fotografie lernen”, die Grundlagen zu beherrschen und mehr aus Deinen Fotos rauszuholen.

    Fotografiere in RAW

    Diese Empfehlung ist für alle Bereiche der Fotografie gültig, nicht nur beim Reisen. RAW ist ein Dateiformat, in dem alle Informationen abgespeichert werden, die der Sensor Deiner Kamera aufnimmt. Das ermöglicht Fotos hoher Qualität, ohne Komprimierung wie bei JPEG, und die Bilder können leichter und ohne Datenverlust bearbeitet werden. RAW-Formate sind zum Beispiel .CR2 für Canon und .NEF für Nikon.

    Bei vielen neuen Kameramodellen ist es inzwischen möglich, Fotos sowohl in JPEG- als auch in RAW-Format abzuspeichern. Doch weil die hohe Qualität der Fotos ihren Preis bei der Dateigröße hat, rate ich davon ab, beides gleichzeitig zu wollen: Das verlangsamt Deine Kamera, und nach der Bearbeitung der RAW-Bilder kannst Du selbst entscheiden, in welchem Format Du sie haben möchtest.

    Fotografie Tipps Nr. 1: in RAW-Format fotografieren, RAW Fotos bearbeiten.
    So sieht die Menüauswahl bei meiner Canon 5Ds aus.

    Die Option, Fotos in RAW abzuspeichern, ist womöglich auf Deiner Kamera nicht per Default aktiviert. Da die Größe der einzelnen RAW-Bilder der der Kameraauflösung entspricht (24 Megapixel Auflösung entsprechen dann einem RAW-Bild von ca. 24 MB), ist es ratsam, immer genügend (leere) Speicherkarten mit dir zu tragen. Ich persönlich nutze seit Jahren SanDisk Extreme Pro-Karten und war bisher immer höchstzufrieden damit.

    Nutze die goldene und die blaue Stunde

    Eine der einfachsten Möglichkeiten, Deine Reisebilder zu verbessern, besteht darin, kurz vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang an Deinem bevorzugten Fotospot zu sein und das Licht zu Deinen Gunsten zu nutzen. Da die Sonne nicht in ihrer vollen Helligkeit zu sehen ist, können Fotos entstehen, die sich der warmen, orangenen Strahlen eines Sonnenaufgangs bedienen oder in der blauen und melancholischen Atmosphäre kurz nach Sonnenuntergang sehr bunt erscheinen.

    Möchte man dabei die Sonne mit fotografieren, ist es wichtig, den Verlauf ihrer Bahn zu kennen und darauf zu achten, dass die Sicht auf den Sonnenauf- oder Sonnenuntergang nicht durch Gebäude, Berge, herumstreunende Wolken oder Dunstschichten behindert wird.

    Während eines viertägigen Aufenthalt in Grado, Italien, war es mir nicht möglich, den Sonnenuntergang zu fotografieren, weil immer zwei kleine Wolken dort am Horizont waren, wo die Sonne untergegangen ist. Sehr ärgerlich...
    Fotografie Tipps Nr. 2: NUTZE DIE GOLDENE UND DIE BLAUE STUNDE
Bild: Hafen von Portoroz, Slowenien
    Hafen von Portoroz, Slowenien, bei Sonnenaufgang.

    Motivauswahl

    Ein Merkmal der Reisefotografie ist, dass Motive oft statisch sind oder sich so bewegen, dass wir ihre Geschwindigkeit und Richtung vorhersagen können, z.B. ein Bus, der eine Haltestelle anfährt, wird bald darauf wieder losfahren, erst langsam, dann schneller. Dies ist ein mächtiger Vorteil für dich: Du hast nämlich Zeit, über das tatsächliche Foto nachzudenken.

    Nicht nur das Motiv, sondern auch die Perspektive, die Komposition, eventuell die Objektiv-Auswahl, Blende und Verschlusszeit können bedacht werden. Du kannst dir um die Geschichte Gedanken machen, die Du erzählen willst. Storytelling ist das, was Deine Fotos zu etwas Außergewöhnliches machen wird.

    Fotografie Tipps Nr. 3: Das Motiv bewusst auswählen

    Vorbereitet sein

    Es kann durchaus aufregend sein, ohne Ortskenntnisse in einem fremden Ort zu sein. Dennoch fand ich es immer hilfreich, bei Buchung der Unterkünfte zu wissen, welche Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind, wo sich die pittoresken Stadtviertel befinden oder wie die Öffnungszeiten der nahgelegenen Märkte, Kirchen usw. lauten. Manchmal habe ich die Wahl der Unterkünfte von der Nähe besonderer Orte, die ich unbedingt fotografieren wollte, abhängig gemacht. Meistens lässt sich auf Instagram leicht herausfinden, welche die beliebtesten Hotspots sind, und Google ist auch eine große Hilfe. Das erleichtert dir die Entscheidung, welche Ausrüstung Du mitnehmen möchtest: Stativ, Blitzlicht, Gimbal, GoPro, Drohne usw.

    Fotografie Tipps Nr. 4: Vorbereitet sein

    Rechtliche Lage

    Der fünfte Punkt ist vielleicht der unspektakulärste und wohl trotzdem der wichtigste: Jedes Land hat seine eigenen Gesetze, was Datenschutz und die Rechte der zu fotografierende Gegenstände/Gebäude angeht. Deswegen ist es wichtig, sich zumindest mit den Hauptaspekten davon auseinanderzusetzen, besonders wenn Du dich in Ecken weit außerhalb des europäischen (Kultur-)Kreises bewegst: Manche Museen, einige religiöse Orte und militärische Anlagen dürfen eventuell nicht fotografiert werden.

    Wenn Du Aufnahmen von Menschen nehmen möchtest, ist es ratsam, immer vorher zu fragen, ob das in Ordnung ist, und ein Nein sollte immer akzeptiert werden. Meine Erfahrung ist, dass die angesprochenen Menschen sich normalerweise freuen und dann auch vor Deiner Kamera gerne stehen werden.

    In Europa sind die Verbote normalerweise immer gut gekennzeichnet, sei es in Florenz vor dem David von Michelangelo, in der Sixtinischen Kapelle in Rom oder im Tower of London. Andere wiederum nicht: Fotos vom Eiffelturm bei Nacht unter eingeschalteter Beleuchtung dürfen nicht ohne Erlaubnis der „Société d’Exploitation de la Tour Eiffel“ veröffentlicht oder sogar gemacht werden.

    Fotografie Tipps Nr. 5: Rechtliche Lage kennen und sich an Gesetze halten 

Bild: Tour Eiffel in Paris, Frankreich.
    Tour Eiffel in Paris, Frankreich, von der Seine aus gehesen.